Der Skandal des Reichtums (2015/2016)

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In einer Welt, die nach den Spielregeln des Reiches Gottes eingerichtet ist,
in einer Welt, in der die Menschen weltverbunden leben,
steht jedem Menschen zur Verfügung, was er zum Leben braucht – nicht weniger, aber auch nicht mehr.
Es ist eine Welt, in der niemand mehr arm zu sein braucht und in der niemand mehr reich sein möchte.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 21. Oktober 2016

Gleichheit ist Glück

Titel eines  im Jahr 2009 im Tolkemitt Verlag, Berlin, in deutscher Übersetzung erschienenen Buches von Richard Wilkinson und Kate Pickett (die englische Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel „The Spirit Level. Why More Equal Societies Almost Always Do Better“ bei Allen Lane, London); der Untertitel der deutschen Ausgabe lautet: „Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind“.

 

Laut einer am 6. Oktober 2016 veröffentlichten Studie der Hans-Böckler-Stiftung verdienen Vorstände von Dax-Unternehmen im Mittel 57-mal so viel wie die durchschnittlichen Beschäftigten in ihrer Firma. Am meisten zahlt Volkswagen: Dort bekommen Vorstände das 141-fache eines durchschnittlichen Beschäftigtengehalts. Dahinter folgen Deutsche Post (132-fach), Adidas (116-fach) und Henkel (98-fach). Am wenigsten relativ zu den Belegschaften erhalten Vorstände bei Beiersdorf, dort ist es nur das 17-fach. Das bedeutet allerdings immer noch: Was ein Beiersdorf-Vorstand in einem Monat erhält, dafür muss der Durchschnittsbeschäftige fast eineinhalb Jahre arbeiten. Der Studie liegen die Daten von 2014 zugrunde.

In den USA fällt der Verdienstabstand noch weitaus größer aus. Dort erhielten Vorstände nach einer Untersuchung des Gewerkschaftsverbandes AFL-CIO im Durchschnitt das 335-fache ihrer Arbeiter und Angestellten.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 14. Oktober 2016

Eigentum ist Diebstahl.

Schockformel des französischen Sozialisten Pierre-Joseph Proudhon (1809-1865) in seinem großen Buch „Was ist Eigentum?“

 

Das Gesamtvermögen der 1397 Milliardäre weltweit verringerte sich im vergangenen Jahr zwar um 300 Milliarden Dollar, summierte sich aber auf immer noch auf 5,1 Billionen Dollar, das sind 5100 Milliarden. Vor zehn Jahren verfügte die Milliardärskaste über etwa drei Billionen, vor 20 Jahren über eine Billion Dollar. Das geht aus einer von der Schweizer Bank UBS und der Unternehmensberatung PwC veröffentlichen Erhebung hervor. Der Durchschnittsmilliardär verfügt über 3,7 Milliarden Dollar, was dem Jahreseinkommen von rund 100.000 deutschen Durchschnittsverdienern entspricht.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 7. Oktober 2016

In einem Staate, der nicht in den schwersten Krankheitszustand verfallen soll (…), soll sich ebenso wenig bei einer Anzahl von Mitgliedern eine krasse Armut finden als ein krasser Reichtum; denn jedes davon erzeugt das andere.

Platon (428/427–348/347 v. Chr., antiker griechischer Philosoph), Nomoi (Gesetze), Fünftes Buch

 

„135 Millionen zum Abschied. Der Monsanto-Chef hat ausgesorgt – dank Bayer“.

Überschrift im Wirtschaftsteil der FAZ-Sonntagszeitung vom 25. September 2016

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Zum Börsenschluss am Freitag, 30. September 2016

Selig sind die Armen (= die, die einfach leben). Ihrer ist das Reich Gottes.

Jesus von Nazaret (Matthäus 5,3 / Lukas 6,21b)

 

Am 14. Oktober 2014 lässt die Kölner Staatsanwaltschaft dutzende Büros und Wohnungen im In- und Ausland durchsuchen. Damit holt sie zum bislang größten Schlag gegen mehr als 30 Banker, Fondsbetreiber, Anwälte und Finanzberater wegen dubioser Aktiendeals zulasten des Fiskus aus. Jahrelang zahlte der Staat das Geld des deutschen Steuerzahlers an Banken und Millionäre aus, geschätzt mehr als zehn Milliarden Euro. Doch waren diese Geschäfte überhaupt illegal? Dem Staat waren sie jedenfalls über zehn Jahre lang bekannt. Drei Finanzminister schafften es in dieser Zeit nicht, eine Gesetzeslücke zu schließen, die diese sogenannten Cum-Ex-Deals erst möglich machte. Dabei geht es um bestimmte Aktien-Deals, die es Anlegern ermöglichten, sich Ertragssteuern erstatten zu lassen, die zuvor gar nicht abgeführt worden waren. Möglich war das aufgrund einer Gesetzeslücke, auf die die Bundesfinanzminister seit 2002 regelmäßig hingewiesen worden waren. Sie wussten, dass Steuergeld an Millionäre ausgezahlt wurde, sie hätten dringend handeln müssen. Doch sie taten es nur unzureichend – ein Versäumnis, das Banken und Finanzberater zu nutzen wussten. Man habe nicht gewusst, um welche Geschäfte es sich genau gehandelt habe, sagen die betroffenen Investoren. Man habe die Geschäfte für legal gehalten, sagen Banken und Berater. Jetzt will der Staat sein Geld zurück.
Zum Film „Milliarden für Millionäre – Wie der Staat unser Geld an Reiche verschenkt“ von Jan Schmitt am 23. September 2016 um 20.15 Uhr auf 3sat (Video verfügbar bis 15.02.2017)

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Zum Börsenschluss am Freitag, 23. September 2016

Buddhistische Entwicklung führt zu einem harmonischen Gemeinwesen, in dem es keine Armut gibt, keinen Wettbewerb zu Lasten anderer, keinen Neid. Der Mensch lebt für den Nächsten, und gemeinsam gehen wir den Pfad der Erleuchtung. Diejenigen, die fest mit den Beinen auf dem Boden stehen, heben die Gefallenen auf, damit wir gemeinsam ans Ziel kommen.

Buddhadasa Bhikkhu (1906–1993, buddhistischer Philosoph und Reformer)

 

Gut elf Billionen Euro beträgt das gesamte Privatvermögen in Deutschland. Laut einer Studie des Empirica-Instituts wird gut ein Drittel davon bis 2024 den Besitzer wechseln. Insgesamt werden somit in den nächsten zehn Jahren 3,1 Billionen Euro vererbt. Normalsterbliche vereinen allerdings nur zwei Drittel der Erbmasse auf sich, das restliche Drittel vererben allein die zwei reichsten Prozent.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 16. September 2016

Der legendäre Großinvestor Warren Buffet hat auf die Frage nach dem zentralen Konflikt unserer Zeit geantwortet: „Der zentrale Konflikt ist der Krieg Reich gegen Arm. Meine Klasse, die Klasse der Reichen, hat ihn begonnen und wird ihn gewinnen.“ Ich würde gerne noch erleben, dass die Reichen diesen Krieg verlieren.

Georg Schramm, deutscher Kabarettist, in einem Interview mit Thomas Steierer auf die Frage: „Gibt es Ihrerseits nennenswerte Ziele und Träume“ (Nürnberger Nachrichten vom 12. September 2016)

 

Einige Familienunternehmer haben aus Furcht vor weniger großzügigen Steuerbegünstigungen ihre Firma schnell noch an ihre Kinder verschenkt – oft an Minderjährige. Das ergibt sich aus am 8. September 2016 bekannt gewordenen Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW). Von den 144 Milliarden Euro an steuerfreien Firmenübertragungen zwischen 2011 und 2014, für die Altersangaben vorliegen, seien 37 Milliarden an Minderjährige gegangen. 29,4 Milliarden Euro davon hätten 90 Kinder im Alter von unter 14 Jahren erhalten, denen jeweils Vermögen von mindestens 20 Millionen Euro übertragen worden sei – im Schnitt also 327 Millionen Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 9. September 2016

„Sey im Besitze und du wohnst im Recht, / Und heilig wird’s die Menge dir bewahren.

Schiller, Wallensteins Tod, 1. Aufzug, 4. Auftritt (Monolog Wallensteins)

 

Die Familie Reimann, die unter anderem hinter dem Kaffeehersteller Jacobs Douwe Egberts steht, ist die reichste Familie Deutschlands. In den vergangenen zwölf Monaten hat sie ihr Vermögen um sieben Milliarden Euro auf erstmals in Deutschland erreichte 30 Milliarden Euro vermehrt. Das ergab eine Schätzung des Magazins „Bilanz“. Den zweiten Platz belegen demnach mit 26 Milliarden Euro (Vorjahr: 25 Millionen Euro) Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und Sohn Georg, die Eigentümer des Kfz-Zulieferers Schaeffler aus Herzogenaurach. Auf Platz drei rangiert Dieter Schwarz (Lidl, Kaufland) mit 25 (Vorjahr: 20) Milliarden Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 2. September 2016

Um zweierlei bitte ich dich,
versag es mir nicht, bevor ich sterbe:
Falschheit und Lügenwort halt fern von mir;
gib mir weder Armut noch Reichtum.

Sprüche 30,7–8a

 

Auf der neuen, vom Forbes-Wirtschaftsmagazin zusammengestellten Liste der bestbezahlten Schauspieler der Welt belegte Action-Darsteller Dwayne Johnson den ersten Platz: Er nahm von Mitte 2015 bis Mitte 2016 rund 64,5 Millionen US-Dollar (57,1 Millionen Euro) ein, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Auf den Plätzen zwei bis fünf folgen Jackie Chan (61 Millionen Dollar), Matt Damon (55 Millionen Dollar), Tom Cruise (53 Millionen Dollar) und Johnny Depp (48 Millionen Dollar).

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Zum Börsenschluss am Freitag, 26. August 2016

“Reichtum – mehr als genug“

Thema einer Sonderausstellung vom 6. Juni bis 10. November 2013 im Deutschen Hygiene-Museum Dresden

 

Die 26-jährige US-Schauspielerin Jennifer Lawrence belegt wie auch im vergangenen Jahr den ersten Platz der vom Magazin „Forbes“ veröffentlichten Liste der zehn bestbezahlten Schauspielerinnen der Welt. Lawrence kam auf Brutto-Einnahmen in Höhe von 46 Millionen Dollar (40,7 Millionen Euro). Mit deutlichem Abstand folgen Melissa McCarthy (33 Millionen Dollar), Scarlett Johansson (25 Millionen) und Jennifer Aniston (21 Millionen Dollar).

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Zum Börsenschluss am Freitag, 19. August 2016

„Auf unserem Planeten häuft sich unglaublicher Reichtum an. Finanzoligarchien beherrschen unsere Welt. Deren wirtschaftliche, politische, militärische, ideologische Macht ist größer, als sie je ein König, ein Papst oder ein Kaiser gehabt hat. Unglaubliche Reichtümer in ganz wenigen Händen. Gleichzeitig türmen sich auf der südlichen Erdkugel die Leichenberge auf. Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind. Da stimmt etwas nicht. Das war mein Credo.“

Der Soziologe, Politiker und Autor Jean Ziegler in einem Gespräch im Magazin eve (4.2015)

 

Das neue Tesla Model S P90D, das erste E-Mobil im SUV-Segment, kostet 124.300 Euro.
Der Nachfolger des Super-Sportwagens Honda NSX, der jetzt auf den Markt kommt, kostet mindestens 180.000 Euro (für Deutschland sind 50 Exemplare pro Jahr vorgesehen).

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Zum Börsenschluss am Freitag, 12. August 2016

Omnis in modo est virtus.

Im (rechten) Maß liegt die ganze Tugend.

Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr. – 65 n. Chr., römischer Philosoph und Schriftsteller), Epistulae morales 66, 9

 

129-mal so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter ihrer Firmen haben die Chefs großer britischer Unternehmen im vergangenen Jahr verdient. Im Durchschnitt bekamen die Topmanager der im Leitindex FTSE-100 vertretenen Konzerne 5,48 Millionen Pfund (6,46 Millionen Euro), wie die Nichtregierungsorganisation High Pay Centre am 7. August 2016 mitteilte. Das waren zehn Prozent mehr als 2014. Damals lag das Einkommen der Spitzenmanager den Angaben zufolge bei durchschnittlich 4,96 Millionen Pfund. Spitzenreiter bei den Verdiensten war 2015 der Chef des Werbekonzerns WPP, Martin Sorrell. Er kassierte mehr als 70 Millionen Pfund.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 5. August 2016

»O señores, o señores! Jetzt haben die Schreie von so viel vergossenem Menschenblut den Himmel erreicht.« – »Der Grund, warum die Christen eine so ungeheure Zahl von Menschen gemordet und zugrunde gerichtet haben, lag allein darin, dass ihr letztes Ziel das Gold war (…), er lag in der unersättlichen Habgier und Herrschsucht.«

Bartolomé de Las Casas 1531 in einem Brief an den spanischen Hof. Am 18. Juli 1566 stirbt Las Casas mit 82 Jahren in Madrid. Sein Vermächtnis lautet: »Ich hinterlasse in Westindien Jesus Christus, unseren Gott, nicht einmal, sondern vieltausendfach ausgepeitscht, gequält, geohrfeigt und gekreuzigt (…).

 

Meist wird die Ungleichheit in Deutschland unterzeichnet, denn an den Befragungen nehmen die Superreichen (die etwa 55 Personen oder Familien, die mehr als eine Milliarde Dollar ihr Eigen nennen) nicht teil. Dementsprechend ist die Geld-Elite in  Erhebungen unterrepräsentiert. So könnte nach Recherchen des ARD-Magazins Monitor die Kluft bei den Einkommen sehr viel stärker gewachsen sein, als amtliche Statistiken ausweisen. Nach Zahlen des Magazins, das sich auf eine Umfrage der Unternehmensberatung Kienbaum bei 1300 Firmen beruft, stiegen die Einkommen von Geschäftsführern zwischen 1997 und 2014 um 42 Prozent. Die Einkommen von Vorständen legten um 59 Prozent zu. Vorstände der Konzerne aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) erhielten sogar um 186 Prozent mehr. Im Vergleich seien die Einkommen von Durchschnittsverdienern im selben Zeitraum nur um 15 Prozent gestiegen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 29. Juli 2016

Nicht vom Geben, sondern vom Behalten werden wir krank.

Afrikanisches Sprichwort

 

(bitte anklicken)

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Zum Börsenschluss am Freitag, 22. Juli 2016

„When Adam delved and Eve span,
Who was then the gentleman?“

Als Adam grub und Eva spann,
wer war da der Edelmann?

John Ball (1338–1381, englischer Priester, der für die soziale Gleichheit aller Menschen eintrat und die Aufhebung der Standesgrenzen forderte), Zitat aus seiner Predigt vor den aufrührerischen „Lollarden“

 

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die ihren Lebensunterhalt „überwiegend“ aus eigenem Vermögen finanzieren, ist seit 2010 um gut 46 Prozent gestiegen. Dies ergab eine Sonderauswertung, die das Statistische Bundesamt auf Anfrage der „Welt am Sonntag“ (17. Juli 2017) unternommen hatte. Demnach lebten zur Jahrtausendwende in Deutschland 345.000 Menschen, die hauptsächlich von angelegtem Kapital leben, also „ihr Geld für sich arbeiten lassen“, statt selbst Hand anzulegen. Bis 2010 wuchs diese Zahl auf 426.000 an. Für das vergangene Jahr schließlich weist die Statistik 624.000 solcher Rentiers aus.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 15. Juli 2016

Alle 5 Sekunden stirbt auf der Welt ein Kind unter 10 Jahren an Hunger. Genauer: an Geldmangel, denn im Prinzip gibt es genug Nahrung für alle.

 

Die Sängerin Taylor Swift hat in den vergangenen zwölf Monaten laut der am 11. Juli 2016 veröffentlichten Forbes-Liste der 100 bestbezahlten Stars der Welt rund 170 Millionen Dollar (umgerechnet rund 153 Millionen Euro) eingenommen. Damit ist sie die bestbezahlte Berühmtheit weltweit. Es folgen die Mitglieder der Boyband One Direction mit 110 Millionen Dollar (umgerechnet knapp 100 Millionen Euro) und US-Autor James Patterson (95 Millionen Dollar). Der portugiesische Fußball-Star Christiano Ronaldo kam mit umgerechnet knapp 80 Millionen Euro auf Platz vier. Der fünffache Weltfußballer des Jahres Lionel Messi landete auf dem achten Platz, dicht gefolgt von der britischen Sängerin Adele, beide mit umgerechnet jeweils rund 70 Millionen Euro. Auch ein Deutscher befindet sich unter den Top 100: Rennfahrer Sebastian Vettel landete mit 41 Millionen Dollar auf Platz 63. Die Zahlen beziehen sich auf Branchenrichtwerte, Insider-Wissen und Angaben der Stars selbst. Sie fassen die Einnahmen der zurückliegenden zwölf Monate zusammen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 8. Juli 2016

„Sey im Besitze und du wohnst im Recht, / Und heilig wird’s die Menge dir bewahren.

Schiller, Wallensteins Tod, 1. Aufzug, 4. Auftritt (Monolog Wallensteins)

 

Der Inder Rakesh Kapoor ist der bestbezahlte Vorstandschef eines europäischen Großkonzerns. Der Lenker des britischen Konsumgüterkonzerns Reckitt Benckiser kam nach einer Studie der Vergütungsberatung hkp 2015 auf ein Gehalt von 17,8 Millionen Euro. Auf den Plätzen folgen Carlos Brito von der Brauerei Anheuser-Busch (14,2 Millionen Euro) und Severin Schwan, der beim Schweizer Pharma-Konzern Roche 14,1 Millionen Euro bekam. Der bestbezahlte Vorstandschef im DAX, Daimler-Chef Dieter Zetsche, liegt mit 9,6 Millionen Euro europaweit auf Platz elf. Die Vorstandschefs der 14 deutschen Top-Unternehmen liegen im Schnitt bei 5,1 Millionen Euro und damit unter dem Mittel im Europa (6,5 Millionen Euro). Im Dow-Jones-Index der 30 größten US-Konzerne führte 2015 Walt-Disney-Chef Robert Iger mit umgerechnet 38 Millionen Euro. Der Durchschnittsverdienst der US-Konzernbosse liegt bei 15 Millionen Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 1. Juli 2016

Omnia sunt communia [Alles gehört allen], und sollten eynem jeden nach seyner notdurft ausgeteylt werden.

Vermächtnis Thomas Müntzers, formuliert 1525 unter 
der Folter auf der Wasserburg in dem nordthüringischen Städtchen Heldrungen; nur wenige Tage später hat man ihn mit dem Schwert hingerichtet.

 

Unter http://www.vermoegensteuerjetzt.de/topic/17.reichtumsuhr.html kann die aktuelle Höhe und das rasante Wachstum des privaten Geldvermögens, vor allem des Nettoprivatvermögens jenes einen Prozents der Reichsten in Deutschland abgelesen werden, die 34 Prozent des gesamten privaten Geldvermögens besitzen (es wächst um 3085 Euro pro Sekunde).

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Zum Börsenschluss am Freitag, 24. Juni 2016

Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt.
Selig seid ihr, wenn ihr Unrecht spürt.

Erster und letzter Vers des Liedes „Selig seid ihr“ von Friedrich Karl Barth und Peter Horst (1979)

 

Laut dem neuen „World Wealth Report“ der Unternehmensberatung Capgemini gibt es nach Addition der Reichen aller 71 untersuchten Länder heute weltweit 15,4 Millionen Dollarmillionäre. Das sind fünf Prozent mehr als 2014, als es 14,6 Millionen waren. Fast im Gleichschritt mit der Zahl der Millionäre wuchs erneut deren Vermögen. Es erhöhte sich weltweit um vier Prozent auf 58,7 Billionen Dollar (52 Billionen Euro). Seit 1996 hat es sich damit vervierfacht.

In Europa stieg die Zahl der Millionäre um 4,8 Prozent auf 4,2 Millionen; knapp 30 Prozent davon entfallen auf Deutschland. Zusammengerechnet verfügten die Millionäre in Europa Ende 2015 über ein Vermögen von 13,6 Billionen Dollar, 600 Millionen Dollar mehr als ein Jahr zuvor. Deutschland verzeichnete ein überdurchschnittliches Plus: 1.198.700 Dollar-Millionäre zählten die Experten der Unternehmensberatung Cap Gemini zwischen Nordsee und Alpen und damit 5,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In der globalen Rangliste steht Deutschland damit auf Platz drei hinter den USA und Japan, wo 4,5 und 2,7 Millionen Millionäre zu Hause sind. Zusammen mit China beheimaten die vier Spitzenreiter 61 Prozent alle „High Net Worth Individuals“, also jener Personen, die über ein frei verfügbares Finanzvermögen von mindestens einer Million Dollar verfügen.

Ein Durchschnittsmillionär kann auf ein Vermögen von 3,8 Millionen Dollar zurückgreifen. Wobei innerhalb der Gruppe die Unterschiede gewaltig sind: Die Superreichen mit mehr als 30 Millionen Dollar Vermögen machen zwar nicht einmal ein Prozent aller Millionäre aus, auf sie entfallen allerdings 34 Prozent der knapp 59 Billionen Dollar. Damit beträgt bereits das Durchschnittsvermögen dieser „Ultra High Networth Individuals“, wie sie in der Sprache der Vermögensverwalter genannt werden, 138 Millionen Dollar.

Bei ihren Schätzungen stützen sich die Experten auf allgemein zugängliche Daten zur Verfassung der Wirtschaft eines Landes und der Entwicklung einzelner Anlageklassen. Als Millionär gilt dabei, wer über ein investierbares Vermögen von mehr als einer Million Dollar verfügt. Enthalten sind neben Konten und Wertpapierdepots auch Immobilien – außer jenen, in denen die Millionäre wohnen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 17. Juni 2016

Der Pfarrer betrachtete den mit Bäumen bestandenen kleinen Friedhof, auf dem sich die Gräber so vieler einfacher Leute aneinanderreihten, die nur das Landleben und die Arbeit gekannt hatten, und plötzlich kam ihm der Gedanke, dass die Menschen, die in dieser Gegend lebten, wo man sich keinen anderen Überfluss erhoffte als genügend Regen und eine reiche Apfelernte, nie jene schreckliche Vereinsamung der Herzen erfahren hatten, wie sie ihm als Seminarist in der Stadt begegnet war. Und unter dem guten Omen der Wolken (…) begriff Pater François, dass er mit jenem Geschenk gesegnet war, das die bescheidenen Leute denen machen, die ihre Nöte und Sorgen erkennen; und dass es keinen Abend gegeben hatte, an der er (…) nicht die Wärme der Menschen gespürt hatte, die, die Hände in der Erde und die Stirn unter der Sonne, weder Reichtum noch Einfluss besitzen, aber den Nächsten in seiner schlichten Herrlichkeit sehen.

Muriel Barbery, Das Leben der Elfen. Roman. Aus dem Französischen von Gabriela Zehnder, dtv Verlagsgesellschaft, München 2016, 174f.

 

Für den Preis von 18 Millionen Dirham, umgerechnet 4,3 Millionen Euro, hat ein Geschäftsmann in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Autokennzeichen ersteigert. Bei einer Auktion am 6. Juni 2016 in Schardscha, dem drittreichsten der sieben Emirate des Landes, setzte sich Arif Ahmed al-Saruni als Meistbietender für das Schild mit der Nummer „1“ durch. „Mein Ehrgeiz ist, immer die Nummer eins zu sein“, sagte al-Saruni der Zeitung Gulf News (Sonntagsausgabe), nachdem er den Zuschlag erhalten hatte. Die Summe war 18 Mal so hoch wie der ursprünglich angesetzte Mindestpreis, berichtet die AFP. Der Rekordpreis für ein Nummernschild, ebenfalls mit der Nummer „1“ wurde 2008 mit 52,2 Millionen Dirham erzielt. Ein Geschäftsmann ersteigerte sie seinerzeit für seine in Abu Dhabi, dem reichsten der Emirate, zugelassene Luxuskarosse.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 10. Juni 2016

Nie ist zu wenig, was genügt.

Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr. – 65 n. Chr., römischer Philosoph und Schriftsteller)

 

Nach einer jüngst von der Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlichten repräsentativen Studie stimmen 82 Prozent der Bevölkerung der Aussage „Die soziale Ungleichheit in Deutschland ist mittlerweile zu groß“ entweder „voll und ganz“ (49 Prozent) oder „eher“ zu (33 Prozent). Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem sozialen Milieu die Befragten kommen oder welche Parteien sie unterstützen. Die Wahrnehmung, dass Deutschland auseinanderdriftet, wird von allen gesellschaftlichen Schichten geteilt.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 3. Juni 2016

„Die Armut der vielen ist der Reichtum der wenigen.“

Slogan der Blockupy-Bewegung

 

Der Diamant „Oppenheimer Blue“ hat bei einer Versteigerung in Genf alle Rekorde gebrochen: Für  57,54 Millionen US-Dollar (umgerechnet 50,81 Millionen Euro) wechselte der Stein in der Nacht zum 19. Mai 2016 den Besitzer. Wer den „Oppenheimer Blue“ ersteigerte, blieb zunächst unbekannt, der Käufer hatte anonym geboten. Den bisherigen Rekord für einen Diamanten der Kategorie „Fancy Vivid Blue“ hielt der „Blue Moon of Josephine“, der im November 2015 in Genf für 48,4 Millionen Dollar von dem Hongkonger Milliardär Joseph Lau gekauft worden war. Am 17. Mai war ein rosafarbener 15,38-Karäter bei Sotheby’s in Genf für 31,6 Millionen Dollar versteigert worden. Käufer war ein Privatmann aus Asien.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 27. Mai 2016

Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Äcker oder Häuser besaß, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte.

Apostelgeschichte 4,32.34f.

 

„Deutschland ist nicht nur eines der reichsten Länder dieser Welt, sondern auch eines der Länder mit der höchsten sozialen Ungleichheit.“ So formulierte Verbandschef Rolf Rosenbrock am 24. Mai 2016 anlässlich der Präsentation der aktuellen Studie des Paritätischen Gesamtverbands zur sozialen Lage in Deutschland. Studienautor Joachim Rock, der die Abteilung für Sozialpolitik im Verband leitet, führt Daten aus der Vermögensstatistik an. Danach besitzt das wohlhabendste Prozent der Bevölkerung fast ein Drittel des gesamten privaten Nettovermögens, während 40 Prozent der Bevölkerung ohne nennenswerte Besitztümer dastehen. Auch die Einkommensunterschiede seien beträchtlich und wüchsen weiter. So seien die realen Einkommen des Erwerbstätigenzehntels mit den besten Verdiensten zwischen 2010 und 2012 um 15 Prozent gestiegen, während die mittleren und unteren Einkommensgruppen sogar Kaufkraftverluste hätten hinnehmen müssen. Schon heute liege die Durchschnittsrente unter dem Niveau der Grundsicherung im Alter von rund 770 Euro monatlich.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 20. Mai 2016

Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte.

Apostelgeschichte 2,44–45

 

335 Dollar verdient ein US-Konzernchef in der Zeit, in der ein einfacher Angestellter seines Unternehmens einen Dollar bekommt. Das  geht aus einer Studie im Auftrag des US-Gewerkschaftsverbands AFL-CIO hervor. Dafür wurden die Firmen aus dem Aktienindex S&P-500 unter die Lupe genommen. Das durchschnittliche Chefgehalt lag demnach 2015 bei 12,4 Millionen Dollar, einfache Angestellte in der Produktion erhielten rund 36.900 Dollar. Noch 1980 war das Chefgehalt lediglich 42-Mal so hoch wie das der Belegschaft. (Frankfurter Rundschau vom 19. Mai 2016)

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Zum Börsenschluss am Freitag, 13. Mai 2016

Selig seid ihr,
wenn ihr einfach lebt.

Beginn des gleichnamigen Liedes von Friedrich Karl Barth und P. Horst (1979)

 

Mindestens 106.500 Euro kostet der neue 7er-BMW (BMW 750i xDrive).

Auch Mercedes bietet neue Luxuslimousinen an: den SL 500 für 122.898 Euro, den SL 63 AMG ab 161.691 Euro und den SL63 zum Preis von 239.934 Euro.

Jeder vierte verkaufte Porsche 911 ist ein Porsche Turbo, der um die 200.000 Euro kostet. Von den rund 29.000 Exemplaren der klassischen Sportwagen-Baureihe, die im Jahr 2015 weltweit zugelassen wurden, stammten über 7000 Einheiten aus diesem Segment. Der kleine Turbo wird ab 174.699 Euro angeboten, der Turbo S ist nicht unter 202.872 Euro zu haben, als Cabriolet bildet der Turbo S für rund 215.000 Euro das obere Ende der Preisskala – 13.000 Euro teurer als das Coupé. Mit dem 911 R bietet Porsche eine auf 991 Exemplare limitierte Sonderauflage für 190.000 Euro an.

Der neue Aston Martin DB11 kostet rund 200.000 Euro

Der anlässlich des 100. Geburtstags von Ferruccio Lamborghini in einer auf 40 Exemplare limitierten Auflage gebaute Centenario ist trotz eines Preises von 1,75 Millionen Euro bereits ausverkauft.

Für den drei Millionen Euro teuren Bugatti Chiron liegen bereits 150 Bestellungen vor.

Maserati will mit dem SUV Levante im Jahr 2017 die Schallmauer von 50.000 Einheiten durchbrechen. Aktuell verkauft die italienische Edelmarke knapp 33.000 Neuwagen weltweit, immerhin das Sechsfache des Absatzes seit 2012.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 6. Mai 2016

There is thy gold – worse poison to men’s souls,
Doing more murder in this loathsome world
Than these poor compounds that thou mayst not sell.

Da, nimm dein Gold – mehr Gift für Menschenseelen
Und mörderischer auf der Ekelwelt
Als dein Gebräu, das du nicht handeln darfst.

William Shakespeare, Romeo und Julia, Fünfter Akt, 1. Szene (Übersetzung: Frank Günther)

 

Marissa Mayer, Chefin von Yahoo, steht im Fall ihrer Kündigung nach einer Übernahme des Internet-Konzerns laut Yahoo-Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC eine Vergütung  von rund 54,9 Millionen Dollar  zu: drei Millionen davon in bar, der Rest fast ausschließlich in Aktien.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 29. April 2016

„Die emanzipatorische Grundforderung der Befreiung des Menschen, weiblich wie männlich, und die soziale Gleichheit aller Menschen steht so lange auf der Tagesordnung, bis sie eingelöst ist.”

Jutta Ditfurth (* 1951, deutsche Sozialwissenschaftlerin, Publizistin und Politikerin)

 

304.000 Euro erben oder bekommen Westdeutsche im Schnitt, wenn sie zum einkommensstärksten Fünftel der Bevölkerung gehören. Das geht aus einer am 27. April 2016 veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor, das damit auf ein Grundproblem der Vermögensverteilung hinweist: Haushalte mit hohem Einkommen erben öfter und vor allem mehr als einkommensschwache. Das unterste Fünftel in der Einkommensskala erhält im Schnitt nämlich nur 97.000 Euro, wenn es erbt oder beschenkt wird. Und dieser Fall tritt statistisch auch nur halb so häufig ein wie bei den westdeutschen Bestverdienern. Für Ostdeutschland liegen keine verlässlichen Zahlen zur Bewertung von vor der Wiedervereinigung geerbten Vermögenswerten vor.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 22. April 2016

Gleichheit ist Glück

Titel eines  im Jahr 2009 im Tolkemitt Verlag, Berlin, in deutscher Übersetzung erschienenen Buches von Richard Wilkinson und Kate Pickett (die englische Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel „The Spirit Level. Why More Equal Societies Almost Always Do Better“ bei Allen Lane, London); der Untertitel der deutschen Ausgabe lautet: „Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind“.

 

Die Deutschen sind so reich wie nie zuvor. Ende 2015 erreichte das Vermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen und Ansprüchen gegenüber Versicherungen den Rekordstand von 5318 Milliarden Euro, wie die Bundesbank mitteilte. Jeder Haushalt in Deutschland verfügte damit im Durchschnitt über knapp 133.000 Euro. Laut Angaben der Bundesbank gehören jedoch rund 57 Prozent des gesamten Nettovermögens hierzulande den reichsten zehn Prozent der Bevölkerung (auf jeden Haushalt dieser zehn Prozent der Bevölkerung entfällt damit durchschnittlich ein Betrag von 757.815 Euro), während die ärmere Hälfte nur 2,5 Prozent des Gesamtvermögens besitzt (dieser Teil der Bevölkerung hat somit durchschnittlich 3325 Euro pro Haushalt zur Verfügung).

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Zum Börsenschluss am Freitag, 15. April 2016

„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Reich Gottes gelangt.“

Jesus von Nazaret (Markus 10,25)

 

Das Gehalt von SAP-Chef Bill McDermott ist wieder gestiegen. Wie aus dem am 29. März 2016 veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht, bekommt der Vorstandschef von Europas größtem Softwarekonzern für seine Arbeit im Jahr 2015 9,3 Millionen Euro. 2014 waren es noch 8,1 Millionen Euro.
Das Gehalt von Carlos Tavares, Chef des französischen Autobauers PSA Peugeot Citroën, ist 2015 auf 5,4 Millionen Euro verdoppelt worden.
Das Gehalt von BP-Chef Bob Dudley für 2015 ist im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 13,8 Millionen Pfund (17,3 Millionen Euro) angehoben worden.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 8. April 2016

Gutes böses Geld

Titel einer Großen Landesausstellung in Baden-Baden vom 5. März bis 19. Juni 2016

 

42.300.000.000 Euro werden Anteilseigner deutscher Aktiengesellschaften in diesem Jahr an Dividenden einstreichen. Das hat die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) für mehr als 600 börsennotierte deutsche Unternehmen errechnet. Ob der Rekord des Vorjahres von 42,4 Milliarden Euro geknackt werde, hänge davon ab, wie stark der Dax-Konzern VW die Dividende kappe, erklärten die Aktionärsvertreter in Frankfurt. Volkswagen hatte wegen der Abgasaffäre die Veröffentlichung seiner Bilanz auf Ende April verschoben. 24 von 29 Dax-Konzerne erhöhen die Ausschüttung. Den dicksten Dividendenscheck stellt der DSW zufolge mit 3,5 Milliarden Euro der Autobauer Daimler aus, gefolgt von der Allianz (3,3 Milliarden) und Siemens (3,1 Milliarden).

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Zum Börsenschluss am Freitag, 1. April 2016

So absurd es klingt: viele Menschen können sich heute eher den Untergang der Welt vorstellen als ein Ende des Kapitalismus.

Thomas Gebauer, Geschäftsführer der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation Medico International, in: Medico International Rundschreiben 01/16, S. 6

 

Viele Aktionäre von Dax-Konzernen werden in diesem Jahr eine Rekorddividende einstreichen. 15 Börsenschwergewichte zahlen ihren Anteilseignern nach guten Ergebnissen des Jahres 2015 so viel Geld wie nie zuvor, wie aus einer am 22. März 2016 veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens EY hervorgeht. Insgesamt schütten die 29 Dax-Unternehmen, die bislang dazu Angaben gemacht haben, 29,2 Milliarden Euro aus das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr, 24 Konzerne erhöhen die Dividende.

Die Brutto-Gehälter der Vorstandschefs der im Deutschen Aktienindex (Dax) gelisteten Konzerne betrugen 2015 im Durchschnitt knapp 5,9 Millionen Euro mit einer Spanne von 1,12 Millionen Euro für Commerzbank-Chef Martin Blessing bis 14,37 Millionen Euro für Dieter Zetsche von Daimler. In den USA erhielten die Top-Manager 2015 durchschnittlich umgerechnet 15,8 Millionen Euro; an der Spitze lag Walt Disney-Chef Robert Iger mit umgerechnet 38 Millionen Euro. Weltweit am meisten kassierte Martin Sorrell, Chef der britischen, börsennotierten Werbeholding WPP, nämlich umgerechnet 90 Millionen Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 24. März 2016

Dem Revolutionär Jesus zum Geburtstag

Zweitausend Jahre sind es fast,
seit du die Welt verlassen hast,
du Opferlamm des Lebens!
Du gabst den Armen ihren Gott.
Du littest durch der Reichen Spott.
Du tatest es vergebens!

Du sahst Gewalt und Polizei.
Du wolltest alle Menschen frei
und Frieden auf der Erde.
Du wusstest, wie das Elend tut,
und wolltest alle Menschen gut,
damit es schöner werde!

Du warst ein Revolutionär
und machtest dir das Leben schwer
mit Schiebern und Gelehrten.
Du hast die Freiheit stets beschützt
und doch den Menschen nichts genützt.
Du kamst an die Verkehrten!

Du kämpftest tapfer gegen sie
und gegen Staat und Industrie
und die gesamte Meute.
Bis man an dir, weil nichts verfing,
Justizmord, kurzerhand, beging.
Es war genau wie heute.

Die Menschen wurden nicht gescheit.
Am wenigsten die Christenheit,
trotz allem Händefalten.
Du hattest sie vergeblich lieb.
Du starbst umsonst. Und alles blieb
beim Alten.

Erich Kästner (1899–1974)

 

Stephen Schwarzmann, Chef der US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone, hat im vergangenen Jahr 810,6 Millionen Dollar verdient. Die Einkünfte des Milliardärs gehen größtenteils auf Dividendenzahlungen von Blackstone hervor.

Laut Zahlen des Bureau of Labor Statistics sind die Löhne in den USA zwischen 2007 und 2014 – nach Abzug der Inflation – für die unteren 85 Prozent der Arbeitnehmer gesunken. Zuwächse erreichten nur die oberen 15 Prozent – und dort vor allem die reichsten drei Prozent. Hierzu zählen Konzernvorstände, Banker, Rechtsanwälte und andere.

Bernie Sanders, Präsidentschaftskandidat der amerikanischen Demokraten, findet es ungeheuerlich, dass in dem reichsten Land der Welt die reichste Familie ebenso reich ist wie die 130 Millionen ärmsten Amerikaner (vgl. Bernie Sanders: Outsider in the White House. Verso 2015)

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Zum Börsenschluss am Freitag, 18. März 2016

Armut ist ein Imperativ. Armut ist immer auch eine Anklage gegen die, die abgeben könnten, aber es nicht tun. Und je weiter diese Gesellschaft in Deutschland zwischen Arm und Reich gespaltet wird, umso mehr mauern sich Reiche ein und versuchen, all die in die Ecke zu stellen, die Armut anprangern, indem sie sagen: „Ihr bauscht auf, ihr skandalisiert“, um ihren Reichtum zu schützen.

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, in einem in der Online-Ausgabe der Wochenzeitung „der Freitag“ vom 15. März 2016 veröffentlichten Interview

 

Klaus Rosenfeld, Vorstandschef der Schaeffler AG, will der Hauptversammlung für das zurückliegende Geschäftsjahr eine Dividende von 0,35 € je Vorzugsaktie, 0,34 € je Stammaktie sowie eine einmalige Sonderdividende von 0,15 € vorschlagen. Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und Sohn Georg, die beiden Hauptgesellschafter der Schaeffler AG in Herzogenaurach (laut neuestem Ranking der US-Zeitschrift Forbes verfügt Georg Schaeffler über ein Vermögen von 26,9 Milliarden Dollar [rund 24,1 Milliarden Euro], seine Mutter über 6,7 Milliarden), erwartet damit eine Überweisung von rund 292 Millionen Euro. (Nürnberger Nachrichten vom 16. März 2016).

Steht dieser Betrag in irgendeinem Bezug zu einer Leistung?
Steht dieser Betrag in irgendeinem Bezug zu einem Bedürfnis?

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Zum Börsenschluss am Freitag, 11. März 2016

Anders handeln geht nicht ohne anders zu denken!
Das Überflüssige der Reichen ist das Notwendige der Armen;
überflüssiger Besitz ist fremder Besitz.

Misereor-Fastenkalender 2012 (zum 18. März)

 

Auf dem Genfer Auto-Salon (3.-13.3.2016) bietet Porsche mit dem 911 R eine auf 991 Exemplare (das entspricht dem Baureihen-Code) limitierte Sonderauflage für 190.000 Euro an.
Aston Martin hat den 600 PS starken DB11 für rund 200.000 Euro am Start.
Der anlässlich des 100. Geburtstags von Ferruccio Lamborghini in einer auf 40 Exemplare limitierten Auflage gebaute Centenario mit 770 PS ist trotz eines Preises von 1,75 Millionen Euro bereits ausverkauft.
Bereits 150 Bestellungen liegen für den drei Millionen Euro teuren Bugatti Chiron vor.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 4. März 2016

In aller Objektivität müssen wir zugeben, dass der Kapitalismus oft eine Kluft von Überfluss und Armut aufgerissen hat. Er schuf Bedingungen, die den Massen das Notwendigste vorenthielten, um den Luxus der wenigen zu ermöglichen.

Martin Luther King (1929–1968, US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler)

 

Die US-Zeitschrift „Forbes“ hat vor wenigen Tagen die Liste der reichsten Menschen der Welt veröffentlicht. Der reichste unter den Superreichen ist weiterhin Microsoft-Gründer Bill Gates mit einem geschätzten Vermögen von 75 Milliarden US-Dollar (69 Milliarden Euro). Auf Rang zwei liegt der spanische Zara-Modemagnat Amancio Ortega mit 67 Milliarden Dollar. Die Ränge drei und vier der „Forbes-Liste“ gehen an den US-Starinvestor Warren Buffett und den mexikanischen Telekom-Tycoon Carlos Slim. Buffetts Vermögen soll bei 60,8 Milliarden, Slims bei 50 Milliarden Dollar liegen.

In den USA leben 540 Milliardäre, so viele wie nirgends sonst. Dahinter folgen China mit 251 und die Bundesrepublik mit 120 Supervermögenden. Spitzenreiter in Deutschland sind die Aldi-Süd-Erben Karl Albrecht Junior und Beate Heister. Ihr Vermögen liegt laut „Forbes“ bei 25,9 Milliarden Dollar (Platz 21). Der Aldi-Nord-Erbe Theo Albrecht Junior besitzt geschätzte 20,3 Milliarden Dollar und belegt den 34. Rang. Aus deutscher Sicht folgt BMW-Erbin Susanne Klatten mit 18,5 Milliarden und dem 38. Platz. Direkt hinter ihr rangiert Autounternehmer Georg Schaeffler mit 18,1 Milliarden. Lidl-Gründer Dieter Schwarz besitzt 16,4 Milliarden Dollar und wird auf der „Forbes-Liste“ auf dem 46. Rang geführt. Klatts Bruder Stefan Quandt soll laut „Forbes“ 15,6 Milliarden Dollar besitzen (Platz 48 der Superreichen).

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Zum Börsenschluss am Freitag, 26. Februar 2016

In der BRD hat der Gesetzgeber das Existenzminimum gesetzlich festgelegt. Das Existenzmaximum nicht.

Aus dem Leserbrief von Matthias Reinke in der Frankfurter Rundschau vom 18. Februar 2016

 

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat im Jahr 2015 erneut ein Spitzengehalt eingestrichen. Der 62-Jährige, dessen Vertrag erst kürzlich um weitere drei Jahre verlängert wurde, erhielt einschließlich Bonuszahlungen 9,7 Millionen Euro, wie aus dem am 18. Februar 2016 veröffentlichten Geschäftsbericht des Autokonzerns hervorging. Durch fällig gewordene Aktienoptionen kamen weitere 6,4 Millionen Euro hinzu, so dass faktisch 14,37 Millionen Euro auf Zetsches Konto flossen.

Damit ist Dieter Zetsche zum jetzigen Stand Topverdiener unter den Chefs der 30 Dax-Konzerne, wie eine Studie der Beratungsgesellschaft HKP zeigt. 2014 lag er mit einem Gehalt von 8,4 Millionen Euro noch auf dem zweiten Platz hinter dem damaligen VW-Lenker Martin Winterkorn, der wegen des Abgasskandals seit September nicht mehr im Amt ist. Wie viel Winterkorns Nachfolger Matthias Müller verdient, ist noch nicht bekannt. Zetsche auf den Fersen ist in diesem Geschäftsjahr Siemens-Chef Joe Kaeser mit einem Salär von gut 6,5 Millionen Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 19. Februar 2016

In der BRD hat der Gesetzgeber das Existenzminimum gesetzlich festgelegt. Das Existenzmaximum nicht.

Aus dem Leserbrief von Matthias Reinke in der Frankfurter Rundschau vom 18. Februar 2016

 

James „Jes“ Staley wird neuer Chef von Barclays, teilte die britische Großbank Im Oktober 2015 mit. Er werde umgerechnet bis zu 11,4 Millionen Euro pro Jahr verdienen, den Großteil in Form von Bonuszahlungen.

LeBron James, US-Basketball-Star der Cleveland Cavaliers, hat Ende 2015 einen Werbevertrag auf Lebenszeit mit Nike unterschrieben. Der Sportartikelhersteller nannte keine Summen, Eingeweihte schätzen aber, dass der Vertrag deutlich mehr wert sein dürfte als der Zehn-Jahres-Vertrag mit Basketballer Kevin Durant, der dem Spieler 300 Millionen Dollar (277 Millionen Euro) einbringt.

Jamie Dimon, Chef der US-Großbank JPMorgan Chase, hat 2015 eine saftige Gehaltserhöhung bekommen: Der Banker strich 27 Millionen Dollar ein, das waren sieben Millionen Dollar oder 35 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie die Bank mitteilte. Dimon, der als einer der einflussreichsten Finanzmanager in den USA gilt, ist trotzdem nicht der bestbezahlte Banker: Die US-Institute Goldman Sachs, Morgan Stanley und Wells Fargo zahlen ihren Chefs noch mehr.

Sundar Pichai, Chef von Google, erhält über 270.000 zusätzliche Anteilsscheine im aktuellen Wert von 199 Millionen Dollar. Der 43-Jährige erhält die Aktien in 16 Quartals-Raten bis 2019, geht aus Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC hervor. Pichai übernahm 2015 die Führung des Internet-Geschäfts unter dem Dach der neuen Konzernholding Alphabet. Zusammen mit anderen Aktienoptionen hat er Aussicht auf Anteile im Wert von rund 650 Millionen Dollar.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 12. Februar 2016

Unnütz und unersättlich ist das Leben des auf Zinsen Ausleihenden. Er kennt nicht die Arbeit des Feldes und hat auch keine wirkliche Einsicht in das Wesen des Handels; an einem Plätzchen bleibt er sitzen und füttert höchstens seine Haustiere. Ohne zu pflügen und zu säen, will er, dass alles ihm wachse. Als Pflug hat er den Schreibstift, als Ackerland sein Papier, als Samen die Tinte, als Regen die Zeit, die ihm auf geheimnisvolle Weise seine Einkünfte vermehrt. Sichel ist ihm die Schulderpressung, und Tenne, das ist ihm das Haus, in welchem er den Besitz des Bedrängten verringert. Das, was Gemeingut aller ist, sieht er als sein Eigentum an.

Gregor von Nyssa (um 335/340 bis nach 394, christlicher Bischof und Kirchenlehrer), Patrologia Graeca, hg. J. P. Migne, Band XLIV

 

Über 38 Milliarden Euro Dividende schütten die deutschen Unternehmen in diesem Jahr an ihre Anteilseigner aus. Damit erhalten die Anleger rund drei Prozent mehr als im Vorjahr und somit die höchste Dividende, die bislang jemals ausgeschüttet wurde.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 5. Februar 2016

Eine Gesellschaft mit ungerechter Güterverteilung braucht Gewalt. Nur mit Gewalt können einige wenige anderen das vorenthalten, was ihnen gerechterweise zusteht. Ungleichheit zwischen Reichen und Armen ist nur durch Gewalt aufrechtzuerhalten.

Walter Wink, Verwandlung der Mächte. Eine Theologie der Gewaltfreiheit, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2014, 67

 

Im Jahr 1998 besaß nach Daten des Bundessozialministeriums das reichste Zehntel der Deutschen 45,1 Prozent aller Immobilien, Wertpapiere, Unternehmensbeteiligungen, Fahrzeuge, Schmuckstücke, Edelmetalle, Bankguthaben, Bargeldbestände und privaten Versicherungsanwartschaften im Lande, 2003 waren es bereits 49 und 2008 53 Prozent. Umgekehrt verfügte die ärmere Hälfte der Bevölkerung 1998 noch über 2,9 Prozent des Gesamtvermögens. 2013 war der Anteil auf ein Prozent geschrumpft.

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) geben diese Zahlen das wahre Ausmaß der ungleichen Verteilung allerdings nur unzureichend wieder. Lauf DIW besitzt das reichste Tausendstel der Bevölkerung nicht, wie bis dahin angenommen, vier Prozent des Gesamtvermögens, sondern 17 Prozent. Der Grund für die Differenz liegt darin, dass es aufgrund einer mangelhaften Datenlage schwierig ist, die Reichen im Land statistisch korrekt zu erfassen. Da es sich beim superreichen Tausendstel um nur etwa 40.000 Haushalte bundesweit handelt, reichen schon relativ wenige Verweigerer, um die Ergebnisse einer Stichprobe zu verzerren. Zudem beruhen die Angaben zum Vermögen auf Schätzungen der Eigentümer. Untertreibungen sind nicht auszuschließen. Das DIW bediente sich für seine Berechnung weiterer Quellen, um die Vermögensverteilung realistisch abzubilden. Neben amtlichen Statistiken waren das die Forbes-Liste der europäischen Milliardäre sowie die Liste der 200 reichsten Deutschen, die das „Manager Magazin“ jährlich erstellt. Unter Berücksichtigung dieses Personenkreises wächst der den 40.000 Superreichen zuzurechnende Vermögensanteil auf besagte 17 Prozent.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 29. Januar 2016

Wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe;
wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.

Matthäus 13,12 und 25,29, beide Male fälschlicherweise Jesus in den Mund gelegt

 

Derzeit und in den nächsten Jahren werden nach einer im Wochenbericht 3/2016 erschienenen Studie des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zwischen 200 und 300 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt – pro Jahr. Rund 30 bis 40 Milliarden Euro davon entfallen der Studie zufolge auf Unternehmensübertragungen. Die meisten Menschen erben gar nichts. In jedem zweiten Erbschaftsfall erhalten die Nachfahren weniger als 50.000 Euro. Mehr als eine halbe Million bekommen nach DIW-Berechnungen 1,5 Prozent der Begünstigten, auf die damit ein Drittel des gesamten Erbschafts-und Schenkungsvolumens entfällt. Die kleine Minderheit von 0,08 Prozent mit Übertragungen von über fünf Millionen Euro sichert sich 14 Prozent der kompletten Summe. Da die Vermögen sehr stark konzentriert sind, sei für künftige Vermögensübertragungen in Form von Erbschaften und Schenkungen eine ähnlich ungleiche Verteilung zu erwarten.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 22. Januar 2016

Wir leben in einer Welt, deren Regeln für die Superreichen gemacht sind.

Tobias Hauschild, Referent für Entwicklungsfinanzierung bei Oxfam Deutschland

 

Das reichste Prozent der Weltbevölkerung verfügt über mehr Vermögen als der Rest der Welt zusammen – dies zeigt eine Analyse der Zahlen des Credit Suisse Wealth Reports 2015.

2015 besaßen 62 Einzelpersonen (davon 53 Männer) genauso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, das heißt rund 3,6 Milliarden Menschen. Der Trend ist eindeutig: 2010 besaßen noch 388 Individuen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen genommen, 2014 waren es 80 Personen.

Das Vermögen der reichsten 62 Personen ist in nur fünf Jahren um 44 Prozent gewachsen. Dies entspricht einem Anstieg von mehr als einer halben Billion US-Dollar (542 Milliarden US-Dollar) auf 1,76 Billionen US-Dollar in 2015. Im gleichen Zeitraum ist das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung um rund eine Billion US-Dollar zurückgegangen. Dies entspricht einer Reduzierung um 41 Prozent.

Seit dem Jahr 2000 ging nur ein Prozent der gesamten weltweiten Vermögensgewinne an die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Die Hälfte aller Vermögensgewinne entfiel hingegen auf das reichste Prozent.

Aus der am 18. Januar 2016 im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum, WEF) in Davos vorgestellten Studie „Ein Wirtschaftssystem für die Superreichen: Wie ein unfaires Steuersystem und Steueroasen die soziale Ungleichheit verschärfen“ der Hilfsorganisation Oxfam

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Zum Börsenschluss am Freitag, 15. Januar 2016

Reichtum ist unterlassene Hilfeleistung!

Max Horkheimer (1895–1973, deutscher Sozialphilosoph)

 

Reiseangebote:

124 Nächte (05.Januar – 10.Mai 2017) an Bord der Queen Elizabeth („Mit der jüngsten Queen auf Weltreise“): ab/bis Hamburg pro Person ab/bis Hafen: Innenkabine ab € 16.890,-.
118 Nächte (10.Januar – 08. Mai 2017) an Bord der Queen Mary 2: ab/bis Southampton pro Person ab/bis Hafen: Innenkabine ab € 15.990,-.
Eine Woche an Bord der Superjacht Lady Thuraya: etwa 40.000 US-Dollar – Platz ist für acht Passagiere.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 8. Januar 2016

Das Privateigentum ist für niemand ein unbedingtes und unumschränktes Recht. Niemand ist befugt, seinen Überfluss ausschließlich sich selbst vorzubehalten, wo andern das Notwendigste fehlt.

Papst Paul VI., Enzyklika „Populorum progressio“, Über die Entwicklung der Völker (26. März 1967), Nr. 23

 

Die Topverdiener in Deutschland haben ihren Anteil am Gesamteinkommen seit der Jahrtausendwende gesteigert. Bezog 2001 das oberste Prozent noch gut elf Prozent des Gesamteinkommens, waren es zehn Jahre später rund 13 Prozent, wie eine Untersuchung von Steuerdaten durch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin ergab. Darüber berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 4. Januar 2016. Es geht um die Gruppe derer, die als einzeln oder gemeinsam Veranlagte mindestens ungefähr 150.000 Euro im Jahr verdienen.

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Zum Börsenschluss am Mittwoch, 30. Dezember 2015

Die immer größere globale Ungleichverteilung zwischen immer Reicheren und immer Ärmeren Ergebnis der knüppelharten Strategie der neuen globalen Superklasse aus Milliardären, Konzernherren und US-Rechten. Ihre privaten Billionen dienen immer weniger der Realwirtschaft und immer mehr dem Zugriff auf die von anderen erarbeitete Wertschöpfung, etwa durch High-Speed-Spekulation über eigens dafür verlegte Atlantikkabel. Oder dem Zugriff auf bisher staatliches Eigentum: deutsche Wohnungen, italienische Villen und Kunstschätze, griechische Häfen und Flugplätze, syrische Antiken, indonesische Regenwälder. Sie lässt die Höchstgrenzen für US-Wahlkampfspenden aufheben und sucht bisherige Aufgaben staatlicher Justiz an private Schiedsgerichte und Anwaltskanzleien zu übertragen.

Ihre Konzerne vertreiben Reisbauern, indem sie deren Hütten anzünden, und ihre Banken veranstalten illegale Räumungen in den USA und Spanien. Ihre ungewählten Vertreter und Netzwerke melden auf Weltwirtschaftsforen immer dreistere Gestaltungsansprüche an. Ihre Sonderabteilung „Militärisch-industrieller Komplex“ (MIK), vor dem schon Eisenhower 1961 warnte, hat Vietnam- und Irakkrieg angezettelt, fälschte Kriegsgründe und veranstaltete „Wiederaufbaukonferenzen“ noch vor der profitablen Zerstörung. Was bei Willy Brandt noch „demokratischer Sozialismus“ hieß, verteufelt sie als Kommunismus.

Dieser Brutalstrategie von oben entsprechen devote Reflexe und vorauseilender Gehorsam von unten: Armutsrenten und Hartz-IV-Schikane statt Reichensteuer, Kapitulation in Whistleblower- und Abhöraffären, vor Schattenbanken und Heuschrecken, Rechtfertigung von Waffenexporten mit Arbeitsplätzen. Wer die griechische Bevölkerung am besten verarmt, wird beliebtester deutscher Politiker. Von den Rechten oben ausgelöste Flüchtlingsströme kommen den Rechten unten zugute.

Die Mehrheit schimpft auf Streiks und stellt sich im Supermarkt willig an, wenn der mit Rücksicht auf seine Kapitalanleger keine zweite Kasse besetzt. Sie schimpft auf die Stasi, wirft aber den „sozialen“ IT-Netzwerken und den kooperierenden Geheimdiensten freiwillig ihre intimsten Daten hinterher. Fazit: Durch öffentliche Dummheit und kollektive Selbstentmannung ist die Macht der Superklasse nicht zu brechen.

Günther Moewes, Nicht zu bremsen. Die Superreichen mehren ungestört ihre Macht, Frankfurter Rundschau vom 29. Dezember 2015 (Günther Moewes ist emeritierter Professor für Industrialisierung)

 

Die derzeit teuerste Wohnung in Asien ist nach offiziellen Angaben gerade in Hongkong verkauft worden. Die 532 Quadratmeter große Vier-Zimmer-Wohnung mit Dachterrasse wechselte für umgerechnet mehr als 69 Millionen Euro den Besitzer. Das Luxus-Apartment ist im 46. Stock eines Hochhauses in der begehrten Nachbarschaft Mid-Levels im Central and Western-Distrikt. Der Verkauf wurde auf einer Regierungswebseite verzeichnet. (Pressemeldung vom 30. Dezember 2015)

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Zum Börsenschluss am Donnerstag, 24. Dezember 2015

Heilige Nacht

So war der Herr Jesus geboren
Im Stall bei der kalten Nacht.
Die Armen, die haben gefroren,
Den Reichen war’s warm gemacht.

Sein Vater ist Schreiner gewesen,
Die Mutter war eine Magd.
Sie haben kein Geld nicht besessen,
Sie haben sich wohl geplagt.

Kein Wirt hat ins Haus sie genommen;
Sie waren von Herzen froh,
Daß sie noch in Stall sind gekommen.
Sie legten das Kind auf Stroh.

Die Engel, die haben gesungen,
Daß wohl ein Wunder geschehn.
Da kamen die Hirten gesprungen
Und haben es angesehn.

Die Hirten, die will es erbarmen,
Wie elend das Kindlein sei.
Es ist eine G’schicht’ für die Armen,
Kein Reicher war nicht dabei.

Ludwig Thoma (1867–1921, bayerischer Schriftsteller)

 

In Gesellschaften mit einer besonders ausgeprägten ungleichen Einkommensverteilung werden Reiche geizig und hart. Das ist das Ergebnis einer am 23. November 2015 veröffentlichten gemeinsamen Studie von Sozialwissenschaftlern der Universitäten in Toronto und Stanford/Kalifornien. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Wohlhabende in Gesellschaften mit hoher sozialer Ungleichheit mit höherer Wahrscheinlichkeit Regeln missachten, ohne sich um die Folgen zu kümmern. Das gelte zum Beispiel für die Missachtung von Verkehrsregeln, sodass Fußgänger gefährdet würden. Zahlreiche Experimente deuten auch darauf hin, dass Reichtum das Mitgefühl mit kranken Menschen reduziert und die Bereitschaft mindert, Menschen in Not zu unterstützen. „Geld schlägt auf die Moral“, schlussfolgern die Wissenschaftler Stephane Coté und Julian House. Anhand der Daten einer repräsentativen Befragung von knapp 1500 US-Bürgern konnten die Forscher nun verdeutlichen, dass das Ausmaß der Ungleichheit wohl der entscheidende Faktor ist. Zusätzliche Experimente mit mehr als 700 weiteren Probanden zeigten ebenfalls, dass Wohlhabende erst durch Ungleichheit zu Egoisten werden. Woran das liegen kann? Ungleichheit steigere bei Privilegierten das Gefühl, selbst bedeutend und ein ganz besonderer Mensch zu sein, so Côté. Und das verstärke den Eindruck, dass alle haben, was ihnen zusteht, egal wie viel oder wenig das ist.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 18. Dezember 2015

Der erste, der ein Stück Land eingezäunt hatte und es sich einfallen ließ zu sagen: dies ist mein und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der wahre Gründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, wie viel Not und Elend und wie viele Schrecken hätte derjenige dem Menschengeschlecht erspart haben, der die Pfähle herausgerissen oder den Graben zugeschüttet und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: „Hütet euch, auf diese Betrüger zu hören; ihr seid verloren, wenn ihr vergesst, dass die Früchte allen gehören und die Erde niemandem“.

Jean-Jacques Rousseau, Diskurs über die Ungleichheit [1755]. Kritische Ausgabe des integralen Textes, herausgegeben von Heinrich Meier, Paderborn 2008 (6. Auflage), 173

 

Laut einer am 26. November 2015 veröffentlichten Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Berlin klafft die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland immer weiter auseinander. Nach der Untersuchung nahm die Einkommensungleichheit in Deutschland seit Ende der 90er Jahre bis 2005 kontinuierlich zu, bis 2010 sank sie, ab da sei die Schere bis zum vergangenen Jahr wieder stärker aufgegangen. EU-weit liege Deutschland im oberen Mittelfeld. Eine Ursache sei die wachsende Bedeutung der Kapitaleinkünfte im Verhältnis zu den Löhnen, sagte Autorin Dr. Dorothee Spannagel. Einen wesentlichen Schlüssel zur Begrenzung der Ungleichheit sieht die Wissenschaftlerin in einer angemesseneren, höheren Besteuerung insbesondere „superreicher“ Haushalte, beispielsweise durch die Abschaffung der pauschalen Abgeltungsteuer und Reformen bei der Erbschaftsteuer. Wenn die Politik nicht gegenlenke, könne sich eine „bedenkliche Entkoppelungstendenz“ verstärken, warnt Spannagel: „Die sehr Reichen schweben regelrecht über den konjunkturellen Krisen, während viele Arme auch von einem länger andauernden wirtschaftlichen Aufschwung kaum profitieren.“ Trotz gestiegener Löhne und Gehälter stagnierte der Anteil der Löhne am Volkseinkommen bei gut 69 Prozent. Insgesamt gelten gut 14 Prozent der Menschen in Deutschland als arm mit weniger als 60 Prozent des Einkommens.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 11. Dezember 2015

Die bislang deutlichste Botschaft seines Afrikabesuchs gab Papst Franziskus bereits kurz nach seiner Ankunft in Nairobi am 25. November 2015 ab – und zwar ohne ein einziges Wort zu sagen. Kaum hatte der 78-jährige Oberhirte der Katholiken das Begrüßungszeremoniell am Flughafen hinter sich, stieg er in ein normales Automobil japanischer Bauart ein, um damit in die Stadt zu gelangen. Unterdessen wuchteten sich seine Gastgeber, Kenias Präsident Uhuru Kenyatta samt dessen VIP-Tross, in ihre gepanzerten, schwarzen XXL-Karossen: Ob es den kenianischen Herrschern wenigstens etwas peinlich war, hat sich noch nicht herumgesprochen. „Unsere Politiker könnten von ihm ein paar Dinge lernen“, kommentierte der „Standard“ in Nairobi.

 

Die teuersten Serienautos 2015:

  • Mercedes-Maybach-Pullman: Der Grundpreis beträgt eine halbe Million Euro.
  • Hennessey Venom GT: Schon der nächstplatzierte Wagen knackt die Millionen-Schallmauer; der Neupreis des Venom GT liegt wohl bei 1,2 Millionen Euro. 
  • Koenigsegg Agera R: Rund 1,35 Mio.
  • Ferrari F60 America: Kaum auf dem Markt, war der Ferrari F60 America schon ausverkauft; schnell hatten sich zehn Personen gefunden, die bereit waren, ihn für zwei Millionen Euro zu erwerben.
  • Bugatti Veyron La Finale: 2,3 Millionen Euro.
  • Aston Martin Vulcan: 2,3 Millionen Euro.
  • Ferrari LaFerrari FXX K: 2,5 Millionen Euro.
  • Lamborghini Veneno Roadster: Wer sich eine Einheit der Kleinserie des Lamborghini Veneno Roadster sichern konnte, musste 3,3 Millionen Euro auf den Tisch legen; gebraucht wird der Lamborghini jetzt schon für fast sechs Millionen Euro gehandelt.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 4. Dezember 2015

„Diese Anzeichen für ein gutes Leben, die sich täglich unter euch entwickeln, anzuerkennen bedeutet in keiner Weise, sich keine Vorstellung von der abscheulichen Ungerechtigkeit der städtischen Ausgrenzung zu machen. Es sind die Wunden, die Minderheiten verursachen, welche Macht und Reichtum konzentrieren und egoistisch verschwenden, während wachsende Mehrheiten sich in verwahrloste, verseuchte, ausgesonderte Randzonen flüchten müssen!“

Papst Franziskus am 27. November 2015 bei seinem Besuch im Slum Kangemi am Rande der Hauptstadt Nairobi (Kenia)

 

Der Immobilienmagnat Joseph Lau Lueng-hung aus Hongkong hat für die Rekordpreise von 45 und 26,6 Millionen Euro binnen zwei Tagen einen blauen und einen rosafarbenen Diamanten ersteigert, wie seine Assistentin Gwen Yoong der dpa in Hongkong am 12. November 2015 bestätigte. Er wolle die Steine seiner siebenjährigen Tochter Josephine schenken, teilte Laus Sprecherin mit.

Der Vorstandschef des Börsenneulings Schaeffler AG, Klaus Rosenfeld, darf nach einem Bericht des Manager Magazins vom 23. Oktober 2015 für 2015 mit Gesamtbezügen von 6,2 Millionen Euro rechnen. Wie das Magazin unter Berufung auf den nicht öffentlichen Börsenprospekt der Schaeffler AG weiter schreibt, hat Schaeffler im September ein neues Vergütungssystem für seine oberste Führungsetage eingeführt. Demnach sollen die acht Schaeffler-Vorstände für 2015 insgesamt Bezüge über 26 Millionen Euro erhalten.

Michael Combes, Ex-Chef von Alcatel-Lucent, bekommt von seinem früheren Arbeitgeber deutlich weniger Geld als gedacht. Unter dem Druck öffentlicher Proteste streicht der französische Netzwerkausrüster die Millionen-Abfindung für Combes zusammen. Sie betrage nun höchstens noch acht Millionen Euro, teilte der Konzern am 11. September 2015 mit. Bislang waren dem Manager Medien zufolge Alcatel-Aktien im Wert von 15 Millionen Euro zugesagt worden.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 29. November 2015

»Freilich, mein lieber Morus, wenn ich dir meine letzte Überzeugung offen sagen soll, so dünkt mich in der Tat: Wo es noch Privatbesitz gibt, wo alle Menschen alle Werte am Maßstab des Geldes messen, da wird es kaum jemals möglich sein, eine gerechte und glückliche Politik zu treiben. Du müsstest es denn für einen gerechten Zustand halten, wenn immer der beste Teil den Schlechtesten zufällt, oder für ein Glück, wenn aller Besitz unter ganz wenige verteilt wird, und auch die nicht einmal in jeder Hinsicht gut daran sind, die anderen aber vollends im Elend stecken.«

Thomas Morus (1478–1535), Utopia (Erstes Buch)

 

Von 25 der 30 Dax-Konzerne erwarten die Analysten derzeit Dividendenerhöhungen. Trotz des Ausfalls der Deutschen Bank und Kürzungen bei VW und RWE würde es damit für das Geschäftsjahr 2015 zu einem Ausschüttungsrekord von 31 Milliarden Euro kommen und damit einer Milliarde Euro mehr als im Vorjahr. Spitzenreiter bliebe die Allianz mit 3,4 Milliarden Euro vor Daimler mit 3,2 Milliarden Euro und Siemens mit 3,1 Milliarden Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 20. November 2015

Wir verzichten ein für alle Mal darauf, als Reiche zu erscheinen wie auch wirklich reich zu sein, insbesondere in unserer Amtskleidung (teure Stoffe, auffallende Farben) und in unseren Amtsinsignien, die nicht aus kostbarem Metall – weder Gold noch Silber – gemacht sein dürfen, sondern wahrhaft und wirklich dem Evangelium entsprechen müssen (vgl. Mk 6,9; Mt 10,9; Apg 3,6).
Wir werden weder Immobilien oder Mobiliar besitzen noch mit eigenem Namen über Bankkonten verfügen und alles, was an Besitz notwendig sein sollte, auf den Namen der Diözese bzw. der sozialen oder caritativen Werke überschreiben (vgl. Mt 6,19–21; Lk 12,33–34).
Wir werden uns bemühen, so zu leben, wie die Menschen um uns her üblicherweise leben, im Hinblick auf Wohnung, Essen, Verkehrsmittel und allem, was sich daraus ergibt (vgl. Mt 5,3; 6,33–34; 8,20).

Die ersten drei Verpflichtungen des sogenannten Katakombenpakts „Für eine dienende und arme Kirche“, den 40 Bischöfe der römisch-katholischen Kirche am 16. November 1965, drei Wochen vor dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils, in den Domitilla-Katakomben außerhalb Roms beschlossen.

 

Tesla hat sein neuestes Produkt vorgestellt: das SUV-Model X, und zwar zunächst die beiden leistungsstärksten Versionen: 90D zum Preis von 117.800 Euro und die Performance-Variante P90D zum Preis von 126.700 Euro.
Ferrari bietet jetzt den 488 GTS Spider an; er kostet mindestens 228.368 Euro.
Mindestens 96.605 Euro kostet der ab Dezember erhältliche Porsche Carrera, nochmal rund 14.000 Euro teurer  ist die S-Version. Ende Januar startet der Porsche Macan GTS zu Preisen ab 73.400 Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 13. November 2015

Nemo ibi quicquam proprium habebat, omnia in medium conferebantur.
Keiner besaß dort irgendetwas Eigenes, alles kam der Allgemeinheit zugute.

Sulpicius Severus, Vita sancti Martini (Das Leben des heiligen Martin), 10,6 [von der Lebensweise Martins und seiner Gemeinschaft]

Anfang November 2015 hat die Schweizer Großbank Credit Suisse (CS) ihren jährlichen „Globalen Reichtumsbericht“ veröffentlicht. Danach hat sich das ohnehin bereits höchst ungleich auf der Welt verteilte Eigentum in immer weniger Händen konzentriert. Ein Prozent der Bevölkerung hat inzwischen bereits 50 Prozent des gesamten Reichtums in Besitz genommen. Die USA stehen weiterhin unangefochten an der Spitze: Den wenigen Superreichen gehört fast ein Drittel der globalen Vermögenswerte von 250 Billionen Dollar. Dafür fällt der Grad der sozialen Ungleichheit dort viel schärfer aus als in den meisten anderen Ländern der Welt. Dass lässt sich visualisieren: In einem Raum befinden sich 100 Personen, unter denen 100 Schokoladenplätzchen verteilt werden sollen. Gemäß der CS-Angaben über die Reichtumsverteilung in den USA geschieht das wie folgt: eine Person bekommt 50 Plätzchen, sieben erhalten je fünf Stück, 22 Menschen werden mit einem halben Plätzchen abgespeist und die restlichen 70 teilen sich vier Schokoladenstückchen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 6. November 2015

Wer weiß, dass genug genug ist, hat immer genug.

Laotse (chinesischer Philosoph, 6. Jahrhundert v. Chr.)

 

365.000 Euro verdiente ein Aufsichtsratschef eines Dax-Konzerns 2014 durchschnittlich – 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein einfaches Mitglied kam auf 115.000 Euro. Das ergab eine Untersuchung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Am üppigsten bezahlte VW. Die 20 Kontrolleure kamen für 2014 zusammen auf gut 12,1 Millionen Euro – fast ein Viertel mehr als 2014. Der inzwischen zurückgetretene VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch verdiente selbst nach Abzug von Vergütungen für Mandate bei VW-Töchtern noch 1,19 Millionen Euro und war Spitzenreiter der Dax-Kontrolleure.

In diesem Jahr müssen sich die Aufsichtsratschefs der Großkonzerne nach  einer Berechnung von Towers Watson mit einer Erhöhung ihrer Gehälter um 2,1 Prozent zufrieden geben. Nach dem Abgang von Ferdinand Piëch führt nun Deutsche-Bank-Chefaufseher Paul Achleitner die Riege an: Seine Arbeit wird nach der Prognose mit 808.000 Euro vergütet. Es folgen Siemens-Chefaufseher Gerhard Cromme (608.000 Euro) und Norbert Reithofer von BMW (563.700 Euro). Im Schnitt ist die Vergütung der Aufsichtsratsvorsitzenden im Jahr 2015 um 2,1 Prozent auf 350.800 Euro gestiegen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 30. Oktober 2015

„Alle Reichtümer stammen aus Ungerechtigkeit, und ohne dass jemand verloren hat, kann der andere nicht finden.“

Hieronymus (347–420 n. Chr., Gelehrter und Theologe der alten Kirche)

 

In der Volksrepublik China leben aktuell 596 Milliardäre und damit mehr als in jedem anderen Land. Das geht aus dem am 15. Oktober 2015 veröffentlichten „Hurun-Report“ hervor, einer Reichen-Liste, die jährlich in China herausgegeben wird. Demnach hat sich die Anzahl der chinesischen Milliardäre in diesem Jahr um 242 auf 596 beinahe verdoppelt. Ganz vorne im aktuellen Ranking der reichsten Chinesen steht den Schätzungen zufolge der Immobilienunternehmer Wang Jianlin. Binnen eines Jahres hat er sein Vermögen mehr als verdoppelt und ist damit zum reichsten Chinesen aufgestiegen. Wang hat inzwischen 30 Milliarden Dollar angehäuft. Wangs Kommentar anlässlich der Bekanntgabe des Rankings: „Die Mehrheit der Menschen mit Geld, vor allem die besonders reichen, sind gute Menschen.“

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Zum Börsenschluss am Freitag, 23. Oktober 2015

Es gab eine Zeit, ehe Englands Elend begann, wo noch ein Viertelmorgen Land seinen Mann ernährte. Leichte Arbeit gab ihm gesegnete Fülle, so viel sein Leben brauchte und nicht mehr: seine besten Gefährten, Unschuld und Gesundheit, und seinen größten Reichtum – nicht zu wissen, was reich sein ist.
Aber die Zeiten haben sich geändert. Die gefühllosen Sklaven des Handels haben das Land besetzt und den Bauern vertrieben. Entlang der Ebene, wo Dorf an Dorf lag, da ruht nun träger Reichtum und lästiger Pomp und jeglicher Überfluss, und jede Dummheit zollt dem Stolz ihren Tribut. Die guten Stunden, so heiter im Überfluss, zufriedene Wünsche, die nur wenig Platz verlangten, die Fröhlichkeit, Schmuck der friedlichen Szenen, die in jedem Auge lebten und Tal und Feld verschönten – sie sind weit geflohen, bessere Gegenden zu suchen, und ländliche Sitten und Freuden gibt es nicht mehr…
Stolz schwillt die Flut mit goldenen Lasten und laute Dummheit segnet sie am Ufer. Geld überall, mehr als selbst ein Geizhals wünschen kann, denn die Reichen ziehen hierher von allen Ecken und Enden.
Aber zählt unsern Gewinn: solcher Reichtum ist nur ein Wort, das unfruchtbar bleibt und umso größer ist der Verlust. Ein stolzer Reicher nimmt den Platz ein, der vielen Armen genug gewesen wäre: Platz für seinen Teich, für seinen weiten Park, Platz für seine Pferde, Gespanne und Hunde. Der Rock, der seinen Körper in seidene Lüsternheit hüllt, hat dem benachbarten Land die halbe Ernte geraubt. Sein Haus, voll vom Zeitvertreib der Landeweile, verdrängt verächtlich die kleinen Hütten vom Land.
So geht es dem Land, das an den Luxus verraten wird: erst ist es geziert mit dem Reiz der Natur, dann erhebt sich sein Glanz in erstaunlichsten Gebäuden, während es langsam untergeht. Indessen führt der Bauer, gegeißelt vom Hunger, seine Familie weg vom lächelnden Feld und der Acker, beraubt des rettenden Arms, wird Park und Grab.

Aus: Oliver Goldsmith (1728–1774), Das verödete Dorf (Deserted Village). Nach der Prosaübersetzung Johann Georg Schlossers, bearbeitet von Werner Fuld, zitiert aus „Natur“ 1/88, 70f.

 

„Ackerland wird immer wertvoller und seltener. Nach der Finanzkrise 2008 hat das globale Finanzkapital die Äcker der Welt als Geschäftsfeld entdeckt. Mit dem Landraub wollen die Reichsten der Welt sich Zugriff auf die wichtigste Ressource dieser Welt sichern. Statt Bauern bestimmen dann Profitinteressen über die Böden. Wenn wir den Raubzug nicht verhindern, werden unsere Lebensgrundlagen zerstört.“ (Zum Film „Landraub“ von Kurt Langbein und Christian Brüser; Kinostart Deutschland: 08.Oktober 2015)

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Beispiele für das Jahr 2014/2015 finden Sie hier.


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