Zum Muttertag

Am zweiten Maisonntag ist Muttertag. Er geht auf die Frauenbewegung in den USA zurück.

1870 wurde von Julia Ward Howe unter dem Schlagwort peace and motherhood eine Mütter-Friedenstag-Initiative gestartet. Sie hatte das Ziel, dass die Söhne nicht mehr in Kriegen geopfert werden sollen.

Als Begründerin des heutigen Muttertags gilt die Amerikanerin Anna Marie Jarvis (1864–1948), die im Andenken an ihre eigene Mutter, die sich gemeinnütziger Arbeit verschrieben hatte, Anfang des 20. Jahrhunderts einen „Tag der Mutter “ landesweit durchsetzen wollte. Sie ernannte den 8. Mai, den Todestag ihrer eigenen Mutter, die elf Kinder großgezogen hatte, zum Gedenk- und Dankestag für die Fürsorge aller Mütter. Gemeinsam sollten Frauen Flagge zeigen für Solidarität, soziale Dienste und gegen Kriegseinsätze. Kein Tag des Schenkens, sondern ein Tag der Wohltätigkeit und des Pazifismus. Am 8. Mai 1914 unterzeichnete US-Präsident Woodrow Wilson die Resolution, die den zweiten Sonntag im Mai als Zeichen der Verehrung der Mutter als nationalen Feiertag festhielt („mother’s day bill“).

In Deutschland wird der Muttertag seit 1923 gefeiert. 1933 wurde er zum offiziellen Feiertag. Die Nationalsozialisten missbrauchten ihn, um die Mutter als „Heldenmutter“ zu ehren, die den Fortbestand der „arischen Rasse“ gewährleisten sollte.


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