Zum 8. April 1968

Gründung des Club of Rome

Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss von Experten verschiedenster Disziplinen aus mehr als 30 Ländern. Er wurde 1968 von Aurelio Peccei und Alexander King initiiert, um sich für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit einzusetzen. Ziele des Club of Rome sind die Suche nach Lösungen für „die brennenden Probleme, denen sich die Menschheit gegenübersieht“, und das Entwickeln von Zukunftsszenarien. Mit solchen Zukunftsfragen hat sich der Club in inzwischen 30 Berichten beschäftigt.

International bekannt wurde der Thinktank Club of Rome (COR) durch den im März 1972 erschienenen, von dem Wirtschaftswissenschaftler Dennis L. Meadows verfassten Report „Limits to Growth“ („Grenzen des Wachstums“) – ein Weltbestseller, übersetzt in über 30 Sprachen und zwölf Millionen Mal verkauft. Bis heute gibt es keine einflussreichere wissenschaftliche Studie. Der Bericht, eine Art Gründungsmanifest der globalen Umweltbewegung, veränderte schlagartig weltweit das öffentliche Bewussstsein. Seine zentrale Schlussfolgerung lautet: Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält, werden die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht. Neben Rachel Carsons Schrift „The Silent Spring“ („Der stumme Frühling“) über die Folgen der Pestizidanwendung in der Landwirtschaft wurde das Buch zum Startpunkt der modernen Umweltbewegung.

Seit den „Grenzen“ hat der Club rund 40 weitere Berichte zu den verschiedensten Themen herausgegeben – darunter Abfallproblematik, Bedrohung der Ozeane, Armut und Unterentwicklung, gesellschaftliche Folgen der Mikroelektronik, Zukunft der Arbeit, Kybernetik, Geld und Nachhaltigkeit, effiziente Ressourcennutzung, Rettung der tropischen Regenwälder. Mehrfach hat er Quasi-Updates seiner ersten Studie publiziert, so 1992 „Die neuen Grenzen des Wachstums“ und nach 40 Jahren, am 24. September 2012, den Folgereport 2052. Der neue Bericht an den Club of Rome. Eine globale Vorhersage für die nächsten 40 Jahre von Jorgen Randers, der auf etwas verfeinerten Berechnungen basiert. In ihm wird die Erderwärmung als die zentrale Bedrohung gesehen.

Am 2. Oktober 2017, 45 Jahre nach dem ersten Bericht des Club of Rome, haben Ernst Ulrich von Weizsäcker, naturwissenschaftlicher Professor, Politiker und Co-Präsident des Club of Rome, und Anders Wijkman, ebenfalls dessen Co-Präsident und Europapolitiker, zusammen mit zahlreichen Autoren aus dem Club einen drängenden Bericht vorgelegt: „Club of Rome: Der große Bericht. Wir sind dran: Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen. Eine neue Aufklärung für eine volle Welt“ (Gütersloher Verlagshaus).

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