Zum 4. Mai 1938

Während seiner Haft brachte Carl von Ossietzky seine unbeugsame Haltung in einem Artikel „Rechenschaft“ zum Ausdruck; darin heißt es: „Die Stimme der ‚Weltbühne’ kann nur Klang behalten, wenn ihr verantwortlicher Herausgeber seine ganze Person einsetzt und dann, wenn es ungemütlich wird, nicht die bequemere Lösung wählt, sondern die notwendige.“

Über Monate macht die deutsche Regierung Druck auf die norwegische, um zu verhindern, dass Ossietzky der Friedensnobelpreis verliehen wird. Das Komitee lässt sich nicht beirren, verleiht ihm im November 1936 den Preis rückwirkend für das Jahr 1935. Reichstagspräsident Hermann Göring sucht Ossietzky persönlich auf, um ihn zu überreden, auf den Preis zu verzichten. Die vorbereitete Verzichtserklärung, die ihm Göring in die Hand drückt, zerreißt Ossietky vor seinen Augen. Seine Begründung: “Ich war Pazifist, und ich werde Pazifist bleiben.

In seiner letzten Rede vor seiner Verhaftung resümierte er selbstbewusst: „Wir waren verschworen für die Grundsätze der Verfassung der Republik, die wir vom ersten Tage ihrer Geburt an verteidigt haben (…) Wir betrachteten die Demokratie nicht als einen Vorwand; wir meinten sie.“

Literatur:

  • Werner Boldt, Carl von Ossietky (18891938). Pazifist und Demokrat, KZ-Häftling und Friedensnobelpreisträger. Schriftenreihe Geschichte und Frieden, Donat Verlag, Bremen 2019

 

Zur Erinnerung an Carl von Ossietzky wird von der Internationalen Liga für Menschenrechte seit 1962 jährlich die Carl-von-Ossietzky-Medaille an Bürger und Initiativen verliehen, die für die Verwirklichung der Grundrechte eintreten.

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