Zum 31. Mai 2013

„Es begann mit zwölf Bäumen im Istanbuler Gezi-Park und mündete in landesweite Unruhen: Vor einem Jahr stürzten Massenproteste gegen die Regierung die Türkei in eine Staatskrise. Die Demonstrationen ergriffen das ganze Land, nachdem der islamisch-konservative Regierungschef Recep Tayyip Erdoğan ein Zeltlager von hundert Baumschützern in der Grünanlage neben dem zentralen Taksim-Platz brutal von der Polizei räumen ließ. Es war das erste Mal in der türkischen Geschichte, dass Umweltschützer einen derartigen Proteststurm entfachten, der Gezi-Aufruhr hat tiefe Spuren in der türkischen Gesellschaft hinterlassen und einen verheerenden Eindruck der Türkei im Ausland hinterlassen.“ (Aus: Frank Nordhausen, Eine gut vorbereitete Eskalation, in: Frankfurter Rundschau vom  30. Mai 2014)

Nach einer Schätzung des türkischen Innenministeriums beteiligten sich über 3,5 Millionen Menschen in 80 der 81 türkischen Provinzen an den Protesten. Neun Menschen wurden getötet, 8163 verletzt.


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