Zum 3. Mai 1968

Der Rektor der Sorbonne ruft die Polizei, die einer im Hof der Universität stattfindenden politischen Veranstaltung ein abruptes Ende bereitet. Im Quartier Latin kommt es zu Straßenschlachten mit der Polizei. Tags darauf lässt der Rektor die Sorbonne schließen.

Am 10. Mai liefern sich Studenten mit den Sicherheitskräften an 60 Barrikaden erbitterte Kämpfe. Die Bilanz: 367 Schwerverletzte, darunter 251 Polizisten.

13. Mai: Die Gewerkschaften haben zum Generalstreik aufgerufen. Auch Arbeiter demonstrieren. Eine Million Menschen gehen auf die Straße. So unterschiedlich ihre Forderungen sind, sie eint der Unmut über Regierung und Staatschef de Gaulle.

Am 20. Mai streiken zehn Millionen Arbeiter, Frankreich ist weitgehend lahmgelegt.

27. Mai: Entspannung an der Arbeiterfront. Auf Druck der Regierung macht der Unternehmerverband Zugeständnisse: Der Mindestlohn wird um 35 Prozent erhöht, die Wochenarbeitszeit von 43 auf 40 Stunden verkürzt.

Am 30. Mai löst de Gaulle die Nationalversammlung auf und kündigt Neuwahlen an. Auf den Champs-Élysées bekunden eine halbe Million Menschen dem Präsidenten ihre Solidarität. Bei den Ende Juni stattfindenden Wahlen erobern die Konservativen 358 der 485 Sitze.


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