Zum 28. Mai 1871

Mit der Erschießung der 147 letzten aktiven Kommunarden an der südlichen Mauer des Friedhofs Père Lachaise enden die Tage der Pariser Kommune.

Es war das Ende eines ersten und sehr begrenzten Versuchs, Freiheit und Gleichheit, Freiheitsrechte und soziale Menschenrechte in einen alternativen Gesellschaftsentwurf umzusetzen. Die nur zeitweise geschwächten alten Mächte schlugen mit aller Härte zurück: Bei der Niederschlagung in der sogenannten Blutigen Maiwoche wurden etwa 30.000 Menschen getötet und 40.000 inhaftiert. Ihrer wird seitdem in jedem Jahr an der „Mur des Fédérés“, an der „Mauer der Kommunarden“, gedacht. (Vgl. auch zum 18. März 1871).

Mit diesem Nachruf setzte Karl Marx im Namen der Internationale den Kommunarden von Paris ein literarisches Denkmal:

„Die Mannigfaltigkeit der Deutungen, denen die Kommune unterlag, und die Mannigfaltigkeit der Interessen, die sich in ihr ausgedrückt fanden, beweisen, daß sie eine durch und durch ausdehnungsfähige politische Form war, während alle früheren Regierungsformen wesentlich unterdrückend gewesen waren. Ihr wahres Geheimnis war dies: Sie war wesentlich eine Regierung der Arbeiterklasse, das Resultat des Kampfs der hervorbrin-genden gegen die aneignende Klasse, die endlich entdeckte politische Form, unter der die ökonomische Befreiung der Arbeit sich vollziehen konnte.“ (Karl Marx, Der Bürgerkrieg in Frankreich, in: Marx-Engels-Werke, MEW 17, Seite 342)


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