Zum 28. August 1963

Die Bürgerrechtsbewegung hatte am 22. August 1963 ihren historischen “Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit“ (amerikanische Bezeichnung: March on Washington for Jobs and Freedom) zur Durchsetzung der Bürgerrechte gestartet. Unter Kings Führung erreichte dieser am 28. August 1963 die Hauptstadt. Am Lincoln Memorial, der Gedenkstätte für US-Präsident Abraham Lincoln, der 100 Jahre zuvor die Sklaverei in den USA offiziell abgeschafft hatte, versammelten sich rund 250.000 Menschen, darunter 60.000 Weiße, zu einer großen Kundgebung. Joan Baez sang “We shall overcome” (“Wir werden es überwinden”) und machte den Song damit berümt. Die Rede von Martin Luther King, dem jungen, mitreißenden Pfarrer aus Alabama, in welcher er seine Vision einer Gesellschaft ohne Diskriminierung ausbreitete, wurde zum Höhepunkt der neunstündigen Veranstaltung. Im Manuskript, über dem er stundenlang gebrütet, immer neue Entwürfe formuliert hatte, war die “I-have-a-dream”-Passage gar nicht vorgesehen, schreibt Kings Biograph Taylor Branch. Während seiner Ansprache habe sich der Prediger an den Emotionen der Zuhörer orientiert. Die Gospelsängerin Mahalia Jackson habe ihm zugerufen, “erzähle ihnen von deinem Traum, Martin”. Und King sprach vom Traum eines gerechten Amerika, wie er das schon in manchen Predigten getan hatte.

”I have a dream” zeigte Wirkung: Knapp ein Jahr später wurde die gesetzlich festgelegte Rassentrennung aufgehoben.

Am 28. August 2011 eröffnete Barack Obama, der erste schwarze US-Präsident, in Washington das “Martin Luther King, Jr. National Memorial”.


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