Zum 17. September 2011

„Seid ihr bereit für einen Tahrir-Moment? Strömt nach Lower Manhattan, baut Zelte, Küchen, friedliche Barrikaden und besetzt die Wall Street“, lautete – in Anlehnung an den Arabischen Frühling und den Tahrir-Platz in Kairo – der Appell, mit dem alles begann. Initiiert von der Non-Profit-Organisation Adbusters und anderen Aktivistengruppen, begann am 17. September 2011 die Besetzung des Zuccotti-Parks in New York, nur wenige Blocks von der Wall Street und der Börse entfernt. Drei Wochen später gab es Occupy-Proteste in mehr als 95 Städten in 82 Ländern; in den USA waren es sogar mehr als 600 Orte. Am Ende verzeichnete die Seite „Occupy Together“ 2.818 Protestgruppen. Im November 2011 wurden die Protestcamps in New York von der Polizei geräumt, das letzte Occupy-Camp in den USA im Februar 2012 in der US-Hauptstadt Washington. In Frankfurt zelteten anfangs Hunderte vor der Europäischen Zentralbank; das Protestcamp bestand von Mitte Oktober 2011 bis Mai 2012.

Motto der Bewegung ist der Slogan: „We are the 99 percent“ (Wir sind die 99 Prozent). Ihre Forderung: Ein Prozent der Bevölkerung – die mächtigen Eliten – sollen nicht länger über Wohl und Wehe der übrigen 99 Prozent bestimmen. Verbindende Klammer ist die Kapitalismuskritik.

Anlässlich des siebten Jahrestages der Besetzung des Zuccotti-Parks in New York wurde am 17. September 2018 die acht Meter große Skulptur „Rose III“ der deutschen Künstlerin Isa Genzken, die aus bemaltem Stahl besteht, im Zuccotti Park direkt neben dem neuen World-Trade-Center-Komplex der Öffentlichkeit übergeben.

 


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