9. Kalenderwoche (24. Februar – 1. März 2020)

 

Natürlicher Treibhauseffekt  Geysire  Yellowstone-Nationalpark
 Orchideen  Flamingos  Fangschreckenkrebse  Hören

 

 

Montag

Natürlicher Treibhauseffekt

 

In der oberen Atmosphäre lassen Gase wie Wasserdampf, Kohlenstoffdioxid, Stickstoffoxide, Methan und Ozon die kurzwellige Sonnenstrahlung weitgehend ungehindert zur Erde durchdringen, nehmen jedoch die von der Erde abgegebene langwellige Wärmestrahlung in sich auf. Die Folge ist, dass sich die Erde ähnlich wie ein einem Treibhaus auf eine globale Durchschnittstemperatur von 15 Grad Celsius erwärmt. Ohne dieses Phänomen, das man als „natürlichen Treibhauseffekt“ bezeichnet, wäre es um etwa 33 Grad kälter, das Leben in der uns bekannten Form wäre dann nicht mehr möglich.

Fatalerweise führen menschliche Aktivitäten zur zusätzlichen Freisetzung klimabeeinflussender Gase, die sich überwiegend in der Atmosphäre anreichern. Folge: Der durchaus erwünschte natürliche Treibhauseffekt wird künstlich verstärkt und bewirkt einen weiteren Anstieg der durchschnittlichen Temperatur – ein Effekt, der vielfältige, zum Teil in ihrem Ausmaß noch gar nicht absehbare Probleme zur Folge hat.

 

Dienstag

Geysire

 

Unter Getöse schnellt das Wasser kraftvoll in die Höhe, prasselt dann auf den Boden zurück: Rund um den Globus gibt es etwa 700 aktive Geysire. Die Anzahl schwankt ständig, da immer einige inaktiv werden und neue hinzukommen. Viele kommen in direkter Nachbarschaft zu Vulkanen oder jungen vulkanischen Gesteinen vor. Die bedeutendsten Geysirbecken liegen im Hochland von Island, auf der Nordinsel von Neuseeland, in Indonesien, Chile, Kamtschatka und im Yellowstone-Nationalpark in den USA, wo es alleine 200 Geysire gibt.

Geysire sind Grundwasserphänomene, die ihr Wasser in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen als Fontäne ausstoßen. Das Wort Geysir kommt vom isländischen geysa und bedeutet „in heftige Bewegung bringen“. Dort befindet sich auch die Springquelle, die allen anderen ihren Namen gab, der große Geysir. Er ist der älteste bekannte Geysir und noch gelegentlich aktiv. 1294 wurde er erstmals erwähnt und 1647 von Bischof Brynjólfur Sveinsson unter dem Namen Geysir beschrieben. Seit einigen Jahren erreichen die Fontänen des Stóri Geysir, wie ihn die Isländer nennen, nur noch eine Höhe von gerade einmal zehn Metern – wenig im Vergleich zu 1845, als das heiße Wasser noch 170 Meter gen Himmel katapultiert wurde.

 

Mittwoch

Yellowstone-Nationalpark

 

Der Yellowstone-Nationalpark, der größte Nationalpark der USA, wurde am 1. März 1872 gegründet und ist damit der älteste Nationalpark der Welt. Er schützt eines der letzten nahezu intakten Ökosysteme der gemäßigten Klimazone. Vielen bedrohten Tierarten bietet er Zuflucht: Bären, Elche, Pumas, Luchse, Wölfe und natürlich die Bisons fühlen sich auf dem Hochplateau in den Rocky Mountains wohl. Wenn der Sommer ins Land kommt, dauert er nur einige Wochen. In kürzester Zeit hat sich die eiskalte Hochebene in blumenbedeckte Weidegründe verwandelt, die zu den fruchtbarsten in ganz Amerika gehören. Sobald die Tage wärmer werden, kehren Rudel von mächtigen Wapitihirschen und Herden der pfeilschnellen Gabelböcke auf das Hochplateau zurück. Die Hirsche hatten in den Wäldern am Rand des Nationalparks Schutz vor der Kälte gesucht, die Gabelböcke haben eine Wanderung von beinahe 200 Kilometern hinter sich. Die Winterquartiere der schnellsten Sprinter Amerikas liegen fernab der unwirtlichen Hochtäler. Den Wildtieren bleiben nur wenige Wochen, um den Nachwuchs aufzuziehen und sich am frischen Grün satt zu fressen. Ganz Yellowstone wird zur Kinderstube. Ob Bisons, Wapitis oder Gabelböcke – sie alle bekommen nun ihre Jungen.

Der Yellowstone-Nationalpark befindet sich zum größten Teil im Krater eines Supervulkans und ist berühmt für seine vulkanogene Landschaft. Nirgendwo sonst auf der Erde finden sich so viele heiße Quellen, Schlammtöpfe und Geysire. 62 Prozent sämtlicher weltweit existierenden heißen Quellen liegen im Yellowstone-Gebiet, dies sind etwa 10.000.

1978 erklärte die Unesco den Yellowstone-Nationalpark zum Weltnaturerbe.

 

Donnerstag

Orchidee – „Königin der Blumen“

 

„Vorsicht! Schauen Sie lieber nicht zu lange hin. Denn Orchideen können süchtig machen. Sie lösen Leidenschaften aus, die oft ein Leben lang halten – und botanisch wie menschlich die seltsamsten Blüten treiben.“ (Hans Zippert, Die gewachsenen Verführer, in: Geo 01/2005, 122-137.123) Vielen gilt die Orchidee als „Königin der Blumen“.

Sie leuchten in wärmstem Purpur und prunken in goldenem Gelb. Sie scheinen weich wie Samt zu sein und so zerbrechlich wie feinstes Porzellan. Sie öffnen Schnäbel, stecken rosa Sterne auf und fallen in leuchtenden Kaskaden. Nach den Korbblütlern stellen die Orchideen die zweitgrößte Familie unter den bedecktsamigen Blütenpflanzen dar. Etwa 1000 Gattungen mit 15.000 bis 30.000 Arten werden von den Botanikern anerkannt. Es gibt, abgesehen von der Arktis, keinen Ort, an dem sie nicht vorkommen, sie blühen in allen Farben und sind enorm unterschiedlich in ihren Ansprüchen.

 

Freitag

Flamingos

 

„Zart und farbenfroh, zerbrechlich und kraftvoll, sowohl von einer natürlichen als auch von einer eigentümlichen, eher befremdlichen Anmut, können Flamingos mit der Schönheit und den Wundern der menschlichen Seele verglichen werden“, sagt die bahamaische Künstlerin Chantal E. Y. Bethel, deren Bild „Blessed“ (Gesegnet) als Motiv des Weltgebetstags am 6. März 2015 ausgewählt wurde.

An oberbayerischen Seen (am Forggensee bei Füssen, am Tegernsee, am Chiemsee) sowie in Niederbayern sind in den vergangenen Jahren immer wieder Flamingos gesehen worden. In der Oberpfalz gibt es nach Angaben des Landesbundes für Vogelschutz sogar eine erste Brut wildlebender Flamingos. Experten gehen davon aus, dass es sich um Tiere handelt, die aus einem Tierpark entkommen sind und ihre Freiheit genießen.

 

Samstag

Fangschreckenkrebse

 

Fangschreckenkrebse, zum Beispiel der farbenfrohe Odontodactylus scyllarus, der in kleinen Höhlen im weltberühmten Great Barrier Reef vor der Ostküste Australiens lebt, begeistern Optikexperten. Ihre auf Stielen sitzenden Augen sind unabhängig voneinander beweglich und hoch entwickelt. Aufgrund des relativ kleinen Gesichtsfelds halten Fangschreckenkrebse ihre Augen permanent in Bewegung, um ihre Umgebung zu beobachten. Ihre Facettenaugen sind meist dreigeteilt. Dies ermöglicht separates räumliches Sehvermögen mit jedem Komplexauge. Die Umgebung wird im überlappenden Sehbereich von jedem Auge auf mehreren Kanälen parallel wahrgenommen (räumlich, farblich, UV, Polarisation). Die Augen der Fangschreckenkrebse können polarisiertes Licht viel besser beeinflussen als alle dem Menschen verfügbaren optischen Elemente. Sie verfügen über die einzigartige Eigenschaft, polarisiertes Licht, das nur in einer Ebene schwingt, umzuwandeln. Die Wahrnehmung des Himmels-Polarisationsmusters können Fangschreckenkrebse nutzen, um sich in ihrem Lebensraum zu orientieren.

 

Sonntag

Hören

 

Unser Gehör ist bereits im Mutterleib voll entwickelt und hört. Ein Leben lang. Unser Hörsinn ist der einzige, der rund um die Uhr ohne Pause im Einsatz ist. Eine wichtige Aufgabe erfüllt er gleich am Anfang unseres Lebens: Er hilft uns, Sprache zu hören, zu verstehen und zu entwickeln.

Kaum jemand macht sich beim Hören von Musik oder im Alltag Gedanken darüber, wie vielfältig die Vorgänge sind, die das Sinneserlebnis „Hören“ ermöglichen. Dieser für uns so selbstverständliche Sinn hat sich in der Evolution über lange Zeiträume entwickelt. Anfangs wurden die Hörorgane nicht einmal zum Hören genutzt, sondern hatten eine ganz andere Funktion.

Weil unser Ohr die Laute aus der Umgebung in Signale umsetzt und an das Gehirn weiterleitet, können wir hören. Feinste Knöchelchen im Gehörgang – Hammer, Amboss und Steigbügel – verstärken dabei die eingehende Vibration einer Schallwelle. Die Flüssigkeit der Hörschnecke gerät in Bewegung und „kitzelt“ über Härchen ihrerseits filigrane Zellstrukturen, die Haarsinneszellen. Diese nur wenige Mikrometer großen Sensoren machen aus dem Signal den bioelektrischen Impuls, der ins Gehirn wandert. Hier entsteht dann die eigentliche Hörwahrnehmung.

3. März: Welttag des Hörens

Sonntag, 1. März 2020: meteorologischer Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel


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