8. Kalenderwoche (17.–23. Februar 2020)

 

Atmosphäre  Regentropfen  Daintree-Regenwald  Photosynthese  Die Sprache der Tiere
 Sägefische  Sprechen

 

 

Montag

Atmosphäre

 

Die Erdatmosphäre ist die gasförmige Hülle der Erdoberfläche. Sie hat einen hohen Anteil an Stickstoff und Sauerstoff. Der Übergang zwischen Exosphäre, der äußersten Schicht der Erdatmosphäre, und Weltraum ist kontinuierlich, man kann daher keine scharfe Obergrenze ziehen. Meist wird eine Höhe von rund 100 Kilometern als Grenze angesehen.

„Der erste Weltraum-Tourist, Dennis Tito, sagte nach seiner Rückkehr auf die Erde, dass ihm die globale Erwärmung der Erde plötzlich viel bewusster geworden sei, weil man die Atmosphäre als extrem dünnes Band um die Erde wahrnehme. Wie war Ihr Eindruck?“

„Es ist in der Tat so, dass man aus dem Raumschiff die Atmosphäre als ganz dünne, zwar wunderschöne, aber doch sehr zerbrechlich anmutende Schicht sieht. In solchen Momenten wird einem die Verletzlichkeit unserer Atmosphäre auf eine ganz andere Weise klar. Unten auf der Erde denkt man ja: ‚Na ja, da ist ja viel Luft über uns.‘ Aber der Eindruck täuscht. Insofern würde ich mir wünschen, dass möglichst viele Menschen die Möglichkeit hätten, diese dünne Schicht zu sehen.“

(Aus einem Gespräch der Frankfurter Rundschau mit Thomas Reiter, Magazin vom 17.3.2007)

 

Dienstag

Regentropfen

 

Wie entsteht ein Regentropfen? Nach der bisherigen Meinung kondensiert Wasserdampf zu feinen Tröpfchen, die sich vereinen und schließlich schwer genug werden, um herabzufallen. Dabei zerfallen sie in verschieden große Tropfen, die sich teils wieder vereinen. Forscher aus Marseille haben mit Hochgeschwindigkeitsfilmen andere Entdeckungen gemacht. Ein Tropfen nimmt auf seinem Weg nach unten durch den Luftwiderstand die Form einer Scheibe an. Der Durchmesser nimmt zu, bis sich in der Mitte eine Blase formt. Ist der wachsende Schirm durch den Luftdruck weit genug aufgebläht, zerreißt er plötzlich und setzt schlagartig viele unterschiedlich kleine Regentröpfchen frei.

 

Mittwoch

Daintree-Regenwald

 

Die Landzunge Cape Tribulation an der Küste von Queensland (Australien) gilt als einzigartig, denn hier treffen zwei Unesco-Weltnaturerbe-Stätten aufeinander: das Great Barrier Reef und der Daintree Forest. Der Daintree-Regenwald ist mehr als 100 Millionen Jahre alt und damit einer der ältesten kontinuierlich lebenden Regenwälder der Welt. Er weist mehr bedrohte und seltene Flora- und Fauna-Arten auf als jeder andere Ort der Welt. Es gibt allein 430 Vogelarten, von denen 13 nur hier zu finden sind. Der größte dieser Vögel ist der Kasuar. Von diesen großen Laufvögeln mit dem bunten Hals gibt es in dem 170 Quadratkilometer großen Daintree-Nationalpark ungefähr noch 1000 Exemplare. Es sind die wichtigsten Tiere in diesem Regenwald. Die Vögel fressen nämlich mehr als 200 verschiedene Sorten Nüsse und Früchte, scheiden deren Samen aus und sorgen auf diese Weise für das Fortbestehen des Waldes.

Im Jahr 1988 wurde der Daintree Nationalpark durch die Unesco zum Weltnaturerbe erklärt.

 

Donnerstag

Photosythese

 

Die Photosynthese ist eine geniale Erfindung, die nur die grünen Pflanzen beherrschen. In dem griechischen Wort stecken die Begriffe „Licht“ (phōs) und „Aufbau“ (sýnthesis). Die Pflanzen bauen mit Hilfe von Sonnenlicht organische Stoffe auf, die sie zum Leben brauchen. In ihren Blättern verwandeln sie dabei Wasser (H2O) und Kohlendioxyd (CO2) aus der Luft zu Zucker und Stärke. Mit diesen energiereichen Baustoffen versorgen sie ihren Pflanzenkörper und treiben ihren Stoffwechsel an. Als „Abfallprodukt“ entsteht bei der Photosynthese Sauerstoff (O2). In der Erdgeschichte haben die Pflanzen Millionen Jahre lang Sauerstoff durch ihre Photosynthese hergestellt und in die Luft abgegeben. Dieses lebensnotwendige Gas hat sich erst durch die Photosynthese in der Atmosphäre so angereichert, dass die Erde für Mensch und Tier bewohnbar wurde.

Eine 100-jährige Eiche mit 120.000 bis 150.000 Blättern „verarbeitet“ in ihren biologischen „Solarzellen“ jährlich 6000 Kilogramm Kohlendioxid und produziert bis zu 4500 Kilogramm Sauerstoff. Damit deckt sie den Jahressauerstoffbedarf von elf Menschen.

 

Freitag

Die Sprache der Tiere

 

Tiere erzeugen Töne und Geräusche, mit denen sie das Verhalten ihrer Artgenossen beeinflussen. Sie grenzen damit Reviere ab, locken Partner und Partnerinnen und warnen vor Gefahren. Die Laute eines Tieres sagen auch etwas über seinen Zustand und seinen Rang in der Gruppe aus. Selbst Fische sind nicht stumm: Sie senden Botschaften, indem sie zum Beispiel auf der Schwimmblase trommeln oder mit den Gelenken knacken. Die meisten Laute sind von Geburt an festgelegt; manche Tiere lernen neue hinzu.

„Tiere kommunizieren auf unendlich viele Arten miteinander. Doch die akustische Kommunikation ist der sicherste und schnellste Weg der Verständigung im Tierreich. Wissenschaftler aus aller Welt erforschen die Kommunikation der Tiere. Daraus entstand eine neue, eigenständige Disziplin: die Bioakustik oder Tierstimmenforschung. Von den Meerestiefen vor der Südspitze Afrikas bis zu den Weiten der kanadischen Prärie – in der dreiteiligen Reihe gewähren Tierstimmenforscher auf fünf Kontinenten Zutritt zu ihren Freilichtlaboren: Sie geben faszinierende Einblicke in ein unbekanntes und kurioses Reich der Töne.“ (Zur Reihe „Wenn die Natur aufhorchen lässt“ auf Arte)

 

Samstag

Sägefische – Neptuns vergessene Kinder

 

Ihren Namen haben sie von ihrem auffälligsten Charakteristikum: Der Oberkiefer der Sägefische ist zu einem langen, zahntragenden Schwert (Rostrum) ausgezogen. Diese „Säge“ ist oft ein Drittel so lang wie der Körper und dient wohl der Nahrungssuche. Der Sägefisch wird bis zu acht Meter lang, und seine Säge ist eine der spektakulärsten Waffen im Tierreich. Dennoch ist fast nichts über ihn bekannt. Der Sägefisch ist fast überall ausgerottet. War er früher in allen tropischen und subtropischen Meeren zu Hause, gibt es ihn heute fast nur noch im äußersten Norden Australiens.

 

Sonntag

Sprechen

 

Unsere Sprache ist ein einzigartiges Kommunikationsmittel. Wir können ungefähr 40 verschiedene Laute hervorbringen. Je nach den Regeln der Sprache, die wir sprechen, setzen wir sie zu Wörtern und diese zu Sätzen zusammen. Durch die Sprache und den Klang unserer Stimme können wir (fast) alle Gedanken und Gefühle ausdrücken und damit auf unsere Umgebung einwirken. Wilhelm von Humboldt nannte die menschliche Sprache den „unendlichen Gebrauch von endlichen Mitteln“. Die Fähigkeit zu sprechen ist dem Menschen angeboren. Die einzelnen Sprachen entwickelten sich mit unterschiedlichen Kulturen.

Menschen verdanken ihr Sprachvermögen offenbar einer Gen-Mutation. Dass der Mensch sprechen, Schimpansen aber nur kreischen können, ist einer Studie zufolge auf zwei winzige Veränderungen in den Genen der beiden Spezies zurückzuführen. Das ansonsten baugleiche FOXP2-Gen unterscheidet sich in zwei seiner Aminosäuren. Es wurde jetzt nachgewiesen, dass es wegen seiner unterschiedlichen Zusammensetzung jeweils andere Funktionen und Wechselwirkungen mit anderen Genen besitzt. Im menschlichen Hirn ist das Gen demnach unter anderem für Prozesse an der für das Sprachvermögen und kognitive Vorgänge zuständigen Großhirnrinde verantwortlich. Wann die Aminosäuren in den Genen mutiert sind, ist jedoch weiter offen.

 

 


RSS