52. Kalenderwoche (21.–27. Dezember 2020)

 

Winter
Schneeflocken
 Redwood-Nationalpark Amarant
Höckerschwan Leopard Musik

 

 

Montag

Winter

 

Schneeflöckchen, vom Himmel
da kommst du geschneit,
du warst in der Wolke,
dein Weg ist gar weit.
Ach setz dich ans Fenster,
du niedlicher Stern,
gibst Blätter und Blumen,
wir haben dich gern!

Schneeflöckchen, ach decke
die Saaten geschwind.
Sie frieren, du wärmst sie,
so bittet das Kind.
Schneeflöckchen, Weißröckchen
so kommet doch all’,
dann wird bald ein Schneemann,
dann werf’ ich den Ball.

Das Kinderlied „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ ist ein Winterlied. Meist wird der Text als „volkstümlich“ bezeichnet – was bedeutet, dass der Name des Verfassers nicht bekannt ist. In diesem Fall ist der Ursprung des Liedes aber nachzuvollziehen. Die Urfassung stammt von Hedwig Haberkern (geb. Stenzel; 1837–1902), die zunächst Kindergärtnerin und dann Lehrerin in Breslau war. Als „Tante Hedwig“ verfasste sie Erzählungen für Kinder; 1869 erschien in ihrem Erstlingswerk „Tante Hedwigs Geschichten für kleine Kinder“ die „Geschichte von der Schneewolke“, in dem das Lied „Schneeflöckchen vom Himmel“ vorkommt. Das Deutsche Volksliedarchiv in Freiburg ist sicher, dass dies die erste Version des Liedes ist. (Quelle: Wikipedia)

In 365 Tagen läuft die Erde einmal um die Sonne. Da die Erdachse um 23,5 Grad geneigt ist, fällt das Sonnenlicht im Verlauf des Jahres mit unterschiedlichem Winkel auf die Erde. Dadurch entstehen die Jahreszeiten.

Montag, 21. Dezember 2020: astronomischer Winteranfang auf der Nordhalbkugel der Erde

 

Dienstag

Schneeflocken

 

Schneeflocken schweben zur Erde, wenn unterhalb der Wolkendecke bis zum Boden die Temperaturen niedrig und die Feuchtigkeit relativ hoch bleiben. Sie entstehen, wenn bei einer Wolkentemperatur zwischen minus 20 und minus 40 Grad Celsius Wasserdampf zu Eiskristallen gefriert. Wissenschaftler aus Göttingen haben herausgefunden, dass sich Eiskristalle zu formen beginnen, wenn sich mindestens 275 Wassermoleküle verbinden. Ein für das Auge sichtbarer Kristall enthält bereits rund eine Trillion Moleküle – das ist eine 1 mit 18 Nullen. Für die Entstehung des Schnees sind allerdings nicht nur Wasser bzw. Wasserdampf und die entsprechende Temperatur notwendig, sondern auch ein Kristallisationskern (z.B. ein Staubkorn). Millionen Eiskristalle – Nadeln, Sterne, Plättchen oder Prismen – haken sich zu einer Schneeflocke ineinander, die je nach Wetter verschieden groß sein kann. Tendenziell gilt: Je milder die Minustemperatur, desto eher sind größere Flocken möglich..

Je nach Umweltbedingungen entstehen verschiedene Schneeflocken, die aber eins gemeinsam haben: Sie sind immer sechsseitig symmetrisch. Wegen der besonderen Struktur der Wassermoleküle sind dabei nur Winkel von exakt 60 Grad bzw. 120 Grad möglich. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es und gab es noch nie zwei komplexe Schneekristalle, die exakt gleich waren. Der Grund hierfür liegt in den sehr großen kombinatorischen Möglichkeiten vieler einzelner Merkmale. Eine Schneeflocke enthält etwa 1018 Wassermoleküle, darunter ca. 1014 Deuterium-Atome. In Kombination ergeben sich sehr viele mögliche Variationen, weshalb die möglichen Formen komplexer Kristalle äußerst zahlreich sind, weit größer als die Anzahl an Atomen im Weltall. Die unterschiedlichen Stammformen der Schneekristalle hängen von der Temperatur ab – bei tieferen Temperaturen bilden sich Plättchen oder Prismen aus, bei höheren Temperaturen sechsarmige Dendriten (Sterne). Auch die Luftfeuchtigkeit beeinflusst das Kristallwachstum. Wenn sich Schneekristalle bilden, steigt in der Wolke auch die Temperatur, denn beim Gefrieren geben die Kristalle Wärme ab, während sie beim Verdampfen Wärme aufnehmen. Der mittlere Durchmesser von Schneeflocken beträgt ca. fünf Millimeter, das durchschnittliche Gewicht vier Milligramm.

Wenn Licht auf Schnee fällt, wird es an den vielen Oberflächen der Kristalle in alle Richtungen reflektiert. Zudem wird es an den Grenzflächen zwischen dem Eis und der Luft in den Hohlräumen abgelenkt. Spiegelung und Lichtbrechung bewirken, dass Schnee milchig weiß wirkt. Die glatten Oberflächen frisch gefallener Schneekristalle wirken wie winzige Spiegel. Beim Winterspaziergang trifft reflektiertes Sonnenlicht unzähliger solcher Spiegel auf unsere Augen – der Schnee glitzert.

 

Mittwoch

Redwood-Nationalpark

 

Der Redwood-Nationalpark an der kalifornischen Pazifikküste umfasst eine Fläche von 534 Quadratkilometern. Zum Park gehören der naturbelassene, vielgestaltige Küstenstreifen, der von der zerklüfteten Kliffküste über flache Felsstrukturen mit Gezeitentümpeln bis zum Sandstrand reicht, und die Hänge des Küstengebirges, an denen die Mammutbäume die Leitart des Ökosystems gemäßigter Regenwald sind. Nachdem rund 95 Prozent der Altbestände abgeholzt worden sind, wachsen im Redwood-Nationalpark knapp 50 Prozent aller Küstenmammutbäume (englisch: Coast Redwood oder California Redwood) der Erde. Der Rest verteilt sich auf andere Schutzgebiete in Kalifornien und wenige kleine Bestände in privaten Wäldern.

Redwoods sind besonders widerstandsfähig und langlebig. Ihre dicke Borke und die hohe Feuchtigkeitsmenge in den Wasser führenden Schichten schützen sie vor den im Küstengebirge häufigen Waldbränden durch Blitzschlag. Selbst wenn bei einem schweren Waldbrand die Borke eines alten Redwoods partiell zerstört wird und das Feuer das Kernholz erreicht, brennt der Baum nur im Inneren aus, die für den Wasser- und Nährstofftransport entscheidenden Schichten bleiben oft verschont. Auch wenn der Baum dadurch völlig ausgehöhlt wird, genügt die Stabilität der äußeren Schichten, um ihn mehrere Jahrhunderte weiterleben zu lassen. Das besonders tanninreiche Holz bewahrt den Küstenmammutbaum außerdem vor den meisten Schädlingen. Durch diese Faktoren erreicht der Küstenmammutbaum ein Alter von über 2000 Jahren und schafft sich selbst angepasste Wälder, in denen er einen Wettbewerbsvorteil vor anderen Baumarten hat. Nur wenige Arten können in einem Redwood-Altbestand erfolgreich leben.

Der Redwood-Nationalpark wurde am 2. Oktober 1968 gegründet und ist seit 1980 als Weltnaturerbe der Unesco ausgewiesen.

 

Donnerstag

Amarant – das essbare Maya-Gold

 

Der Name Amarant stammt aus dem Griechischen und bedeutet frei übersetzt „Einer, der nicht vergeht, der unsterblich ist“. Der Name ist bezeichnend für die Kraft, die dieser Pflanze innewohnt. Die winzigen Amarantkörner – sie sind kleiner als Senfkörner – bergen eine schier unglaubliche Fülle an leicht verwertbaren Nähr- und Vitalstoffen. In einer einzigen Amarantpflanze können bis zu 60.000 essbare Samen heranreifen. Amarant (ein Pseudogetreide, weil es nicht zu den Süßgräsern gehört) enthält deutlich mehr wertvolle Inhaltsstoffe als jedes Getreide. So liegt der Gehalt an für uns verwertbarem Protein bei rund 18 Prozent. Damit sind die winzigen Kügelchen ein wichtiger Eiweißlieferant. Daneben finden sich in den Samen Aminosäuren und Proteinbaustoffe wie etwa das wichtige Lysin; in Getreide findet man es kaum. Die Blätter wurden (und werden bis heute) als wunderbares Gemüse geschätzt. Schon vor 3.000 Jahren zählten die Samen und Blätter der Pflanze zu den Grundnahrungsmitteln der Inkas und Azteken – Amarant ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Amarant gehört zu den Fuchsschwanzgewächsen. Weltweit gibt es etwa 60 bis 70 Arten.

 

Freitag

Höckerschwan

 

Höckerschwäne gehören zu den größten flugfähigen Vögeln. Sie werden etwa 150 Zentimeter lang, haben eine Flügelspannweite von 240 Zentimetern und wiegen bis zu 13 Kilogramm. Ihr Gefieder ist leuchtend weiß, der Hals oft beige bis gelblich gefärbt. Junge Höckerschwäne sind graubraun gefärbt. Höckerschwäne sind ganz leicht an dem orangeroten Schnabel mit der schwarzen Spitze und dem höckerartigen Wulst an der Wurzel des Schnabels zu erkennen. Diesem Höcker verdanken sie auch ihren Namen. Bei den Männchen ist er deutlich größer als bei den Weibchen. An den grauschwarzen bis fleischfarbenen Füßen haben die Schwäne Schwimmhäute, sodass sie geschickt und schnell auf dem Wasser schwimmen können.

Wie schützt sich der Höckerschwan und mit ihm eine Vielzahl seiner Artgenossen aus der Familie der Entenvögel auf dem kalten Eis? Und warum frieren seine Füße nicht fest, wenn er lange auf dem gleichen Fleck verweilt? Hier hat die Natur eine einzigartige Vorkehrung getroffen, die die stark durchbluteten Füße auf null Grad herunterkühlt. Das geschieht mittels eines „Gegenstromprinzips“: Die Arterien transportieren warmes, sauerstoffhaltiges Blut vom Herzen weg, in den Venen hingegen strömt kaltes, kohlendioxidreiches Blut zurück. Außergewöhnlich ist die Konstruktion des Blutaustausches – Arterie und Venen verlaufen in den Füßen fast parallel und sind miteinander eng verflochten. Das nun in das Bein fließende warme Blut wird von dem kalten, aus dem Fuß kommenden Blut abgekühlt. Das kalte Blut hingegen, von den Füßen kommend und ins Körperinnere fließend, wird auf diese Weise dank der eng beieinanderliegenden Blutbahnen schnell wieder aufgewärmt. Die Füße werden also nur von kaltem Blut erreicht, das mit etwa null Grad Celsius ein Festfrieren der Fußsohlen verhindert. Das würde unweigerlich passieren, wenn wärmere Füße das Eis auftauen würden und die Kälte das Schmelzwasser umgehend um die Füße herum zufrieren ließe.

 

Samstag

Leopard

 

Der Leopard ist eine Art aus der Familie der Katzen, die in Afrika und Asien verbreitet ist. Darüber hinaus kommt sie auch im Kaukasus vor. Der Leopard ist nach Tiger, Löwe und Jaguar die viertgrößte Großkatze.

Einem Team von Biologen sind in der Nähe des kenianischen Laikipia Wilderness Camp seltene Aufnahmen eines schwarzen Leoparden geglückt. Damit belegen sie, dass die Tiere auch in Afrika noch leben. Die Bilder wurden bereits Mitte 2018 aufgenommen, aber erst am 29. Januar 2019 in einem Artikel des „African Journal of Ecology“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Schwarze Leoparden werden auch schwarze Panther genannt. Es handelt sich nicht um eine eigene Art, sondern um Leoparden, deren Fell durch einen Gendefekt eine dunkle Pigmentierung aufweist. Bei geeigneten Lichtverhältnissen ist noch das typische gefleckte Muster der Leoparden zu erkennen. Bislang sind schwarze Panther vor allem aus Südostasien bekannt. In Kenia gab es zwar in den letzten Jahren vereinzelte Beobachtungen, doch hochauflösende Fotos, die die Existenz der Tiere belegen, fehlten. Die letzte wissenschaftlich bestätigte Sichtung eines afrikanischen schwarzen Panthers gelang 1909 in Äthiopien.

 

Sonntag

Musik ist Leben

 

„(…) Jede Musik kommt aus der Stille und endet in ihr. Jeder Klang wird geboren und muss sterben. Und vielleicht ist das für mich die wichtigste Rolle der Musik: Sie ist uns Menschen, dem Zyklus unseres Lebens, sehr ähnlich. Wir benutzen sie, um uns auszudrücken, um unsere Gefühle ohne Worte mitzuteilen, um Empfindungen zu wecken. Musik ist ein zutiefst menschliches Klingen. Sie gehört zu uns wie die Sprache, wie unsere Gefühle – wie unser Leben. Und deshalb gibt es vielleicht doch einen Satz, mit dem man die Musik beschreiben kann: Musik ist Leben.“ (Daniel Barenboim)

Aus: Axel Brüggemann, Wie Krach zu Musik wird. Die etwas andere Musikgeschichte, Verlag Beltz & Gelberg, Weinheim 2010


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