51. Kalenderwoche (14.–20. Dezember 2020)

 

Polarnacht (Polartag)
Białowieża-Nationalpark
Fuji/Fujiyama Mammutbäume
Wisent  Fächerfische Helfen

 

 

Montag

Polarnacht (Polartag)

 

Da die Erde um die Sonne kreist und die Erdachse von dieser Bahnbewegung unabhängig ihre Neigung von 23,4 Grad beibehält, sind die Pole im jeweiligen Sommer der Sonne zugewandt und im Winter von ihr abgewandt. In Gebieten, die innerhalb der Polarkreise liegen (als Polarkreis wird der Breitengrad bezeichnet, auf dem mindestens an einem Tag im Jahr die Sonne nicht untergeht bzw. nicht aufgeht), kommt es daher zur Polarnacht und ein halbes Jahr später zum Polartag: Im Winter geht für mindestens einen Tag (mit zunehmender Breite mehr) die Sonne nicht auf – und zeigt sich trotzdem über Mittag, in dem sie ihre feuerroten Strahlen über den Horizont schickt –, im Sommer dagegen scheint für die gleiche Anzahl von Tagen die Mitternachtssonne, das heißt, die Sonne sinkt nicht unter den Horizont.

Während der Polarnacht im Winter legt auch das Leben in den arktischen Ozeanen eine Ruhephase ein – so jedenfalls die bisherige Annahme. Dem ist aber ganz und gar nicht so, wie norwegische Biologen jetzt berichten. Sie konnten beobachten, dass die Meerestiere in der Polarnacht äußerst aktiv sind. Biologische Rhythmen und Aktivitätsmuster werden beibehalten, schrieben die Forscher am 24. September 2015 im Fachblatt „Current Biology”. Sogar Seevögel überwintern vor Ort und gehen in der anhaltenden Dunkelheit aktiv auf Futtersuche. „Die dunkle Polarnacht ist keine Phase ohne jegliche biologische Aktivität. Verborgen hinter dem Vorhang der Dunkelheit ist eine Welt voller Aktivität, Schönheit und Bedeutung für das Ökosystem.” Die poetischen Worte haben ihren Ursprung in einem beeindruckenden Erlebnis, welches die Biologen zu ihren Untersuchungen bewegt hatte. Während eines Bootsausflugs im Svalbard Fjord in der Polarnacht war ihnen die Biolumineszenz im Wasser aufgefallen: „Über uns war diese sternenklare Winternacht und unter uns in der Tiefe unzählige blaugrüne Sterne. Diese Schönheit war atemberaubend und die Tatsache, dass so viele Organismen Licht produzieren, war ein starkes Anzeichen dafür, dass sich das Ökosystem nicht in einem Ruhezustand befand.”

 

Dienstag

Białowieża-Nationalpark

 

Der Białowieża-Nationalpark ist ein Nationalpark in Polen und Weißrussland. Er befindet sich im Białowieża-Urwald, dem ursprünglichsten aller europäischen Wälder. Die Natur ist hier am wenigsten durch den Menschen verändert worden und bietet Tausenden Pflanzen und Hunderten Tierarten einen Lebensraum, darunter geschützten Spezies wie Wisent, Wolf und Luchs. Der Nationalpark ist auf polnischer Seite 200 Quadratkilometer groß. Auf weißrussischer Seite umfasst das Biosphärenreservat eine Fläche von 1.771 Quadratkilometern. Auf polnischer Seite stehen 47,16 Quadratkilometer unter besonderem Schutz. In diesem Gebiet werden seit 1921 praktisch keine Forstarbeiten mehr durchgeführt. Den Daten nach betrug im Jahre 1991 das Durchschnittsalter des Waldbestands in diesem Gebiet 126 Jahre (der Durchschnitt in Polen liegt bei 54 Jahren). Viele der Urwaldbäume sind von imponierendem Ausmaß und Alter. Die höchsten Fichten sind über 52 Meter hoch. Die ältesten Eichen sind über 400 Jahre alt. Einige von ihnen sind zu Legenden geworden, wie zum Beispiel die Jagielloeiche, die im Alter von ca. 500 Jahren vom Wind niedergeworfen wurde (1974). Im Białowieża-Urwald machen tote Bäume rund 20 Prozent der Waldmasse aus.

Die Fauna des Parks ist reich und umfasst über 12.000 Arten, von denen die meisten zu den Wirbellosen gehören. In allen Gruppen gibt es viele seltene oder geschützte Arten. Im Park nisten ungefähr 120 Vogelarten und sind sieben Reptilienarten sowie elf Amphibienarten vertreten. Symbol des Parks ist der Wisent. Die letzten frei lebenden Wisente im Białowieża-Urwald starben im Jahre 1919 aus. Im Jahre 1929 wurde diese Art erneut in den Park eingeführt. Mittlerweile existiert eine halbwegs stabile Population von etwa 450 Tieren. Aber auch vielen anderen – oft bedrohten – Tierarten bietet sich in Białowieża ein Rückzugsgebiet, beispielsweise dem Schwarzstorch oder der Blaurake. Die biologische Vielfalt des Waldes ist überwältigend, denn nicht nur Tierarten, sondern auch 3.500 Pilz- und 5.500 Pflanzenarten wurden bisher beschrieben, die dort vorkommen.

Im Jahr 1979 wurde der Nationalpark Białowieża in die Weltnaturerbeliste der Unesco aufgenommen.

Im Juli 2017 hat die EU-Kommission Polen wegen der verstärkten Abholzung im Białowieża-Wald vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. Weil Polen bereits mit dem Holzeinschlag in geschütztem Gebiet begonnen hat (nach offiziellen Angaben wurden im Jahr 2017 150.000 Bäume gefällt – rund 100.000 mehr als in den Jahren zuvor –, bis 2023 sollten fast 190.000 Kubikmeter Holz geschlagen werden dürfen), forderte die Kommission eine einstweilige Verfügung des EuGH. Im November 2017 ist das Land vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) angewiesen worden, die Abholzungen einzustellen, andernfalls drohen Strafgelder in Höhe von 100.000 Euro pro Tag. Dies brachte die polnische Regierung im Dezember 2017 zum Einlenken. Am 17. April 2018 entschied der EuGH, Polen habe mit dem Abholzen Zehntausender Bäume im Naturschutzgebiet Białowieża gegen EU-Recht verstoßen, und gab damit der EU-Kommission recht. Das Urteil ist letztinstanzlich. Polen hat signalisiert, das EuGH-Urteil zu akzeptieren.

Die Homepage der polnischen Organisation Save Białowieża Forests informiert in Englisch.

 

Mittwoch

Fuji/Fujiyama

 

Der Fuji, selten auch Fudschi sowie nach einer alten Lesung der chinesischen Schriftzeichen, wie sie unter anderem in der japanischen Schrift verwendet werden, Fujiyama (im deutschsprachigen Raum laut Duden auch Fudschijama), ist ein Vulkan und mit 3776,24 Metern Höhe über dem Meeresspiegel der höchste Berg Japans. Er befindet sich in der Berührungszone der Eurasischen Platte, der Pazifischen Platte und der Philippinenplatte und gehört zu den Stratovulkanen des pazifischen Feuerrings. Wegen seines sehr symmetrischen Vulkankegels gilt der Fuji als einer der schönsten Berge der Welt und ist ein häufiges Thema in der japanischen Kunst.

Am 22. Juni 2013 wurde der Berg mit insgesamt 25 Orten wegen seiner Bedeutung als „heiliger Ort und Quelle künstlerischer Inspiration“ in die Liste des Unesco-Welterbes als Weltkulturerbe aufgenommen.

 

Donnerstag

Mammutbäume

 

Mammutbäume (Redwoods) sind die größten Lebewesen auf unserem Planeten. Ausgewachsene Exemplare werden so hoch wie ein 26-stöckiger Wolkenkratzer. Und natürlich sind ihre unterirdischen Wurzeln ebenso gewaltig. Mammutbäume halten Flüsse und Bäche sauber und bieten unzähligen Arten Lebensraum. Die Zapfen der Riesenmammutbäume öffnen sich erst nach einem Waldbrand. Nachdem alle konkurrierenden Pflanzen verbrannt sind, können die Samen ungestört in der nährstoffreichen Ascheschicht keimen. Riesenmammutbäume können sehr alt werden und wachsen enorm in die Breite. Der zurzeit nach dem Rauminhalt seines Stammes größte Riesenmammutbaum, der General Sherman Tree im Sequoia-Nationalpark, ist knapp 84 Meter hoch und hat in Brusthöhe einen Durchmesser von etwa 8,25 Meter, am Boden rund 9,95 Meter, was einem Grundumfang von über 31 Metern entspricht. Den breitesten Stamm soll der General Grant Tree haben, bei ovaler Grundfläche mit einem maximalen Durchmesser von knapp 13 Metern. Die ältesten dieser Bäume sollen über 3000 Jahre alt sein. Das Gewicht der größten Bäume beträgt über 2400 Tonnen (zum Vergleich: ein Blauwal wiegt etwa 140 Tonnen; ein kleiner Pkw etwa eine Tonne). Mammutbäume sind damit auch die schwersten Lebewesen der Welt.

Am 20. Dezember 1999 verließ die „Baumfrau“ Julia Hill nach 737 Tagen den Redwood-Baumriesen „Luna“. Auf einer hölzernen Plattform, kaum größer als ein Doppelbett, nur von einigen Planen und Decken geschützt und von Freunden mit Lebensmitteln versorgt, trotzte sie 737 Tage lang den eiskalten Winterstürmen, sommerlicher Gluthitze und den Schikanen der Holzfäller, die immer wieder provozierend mit gewaltigen Sägen vor „Luna“ auftauchten. Am 10. Dezember 1997 hatte Julia Hill den Kampf gegen die Abholzung der Redwood-Wälder aufgenommen und war nahe Stafford im US-Bundesstaat Kalifornien auf einen 600 Jahre alten Küstenmammutbaum geklettert. Sie hat erreicht, dass dieser Baum verschont und „unter keinen Umständen, tot oder lebendig, entfernt werden“ darf und auch die benachbarten Redwood-Bäume auf einer Fläche von rund einem Hektar stehen bleiben dürfen. So steht es in einem Vertrag, den Hill mit dem Holzkonzern Pacific Lumber geschlossen hat.

 

Freitag

Wisent – König des Waldes

 

Wisente sind die größten Landsäugetiere Europas. Wisente werden bis zu drei Meter lang und haben eine Schulterhöhe von bis zu zwei Metern. Die Bullen wiegen zwischen 500 Kilogramm und einer Tonne, Kühe zwischen 300 und 500 Kilogramm. Das urtümlich anmutende Rind ist eng mit dem Amerikanischen Bison verwandt. Allerdings leben sie nicht in der Prärie, sondern bevorzugen feuchte Laubmischwälder, wo sie sich von Knospen, Laub, Rinde und Gras ernähren. Diesem Lebensraum entsprechend ist der Wisent als Herdentier nur in kleinen Gruppen anzutreffen. Typische Herden umfassen zwölf bis 20 Tiere und bestehen aus Kühen und Jungtieren. Die männlichen Tiere sondern sich im Alter von etwa drei Jahren von der Gruppe ab und gehen ihre eigenen Wege.

Während Wisente früher über ganz Europa verbreitet waren, gab es Ende des 19. Jahrhunderts in der Wildnis nur noch zwei Wisentpopulationen im Białowieża-Urwald in Polen und im Westkaukasus in Russland. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges starben sie dort um 1920 herum ebenfalls aus. Nur in einigen Zoos überlebten die Tiere. Deren Nachfahren wurden ab 1952 wieder erfolgreich im Białowieża-Urwald ausgewildert. 1996 startete der WWF gemeinsam mit mehreren europäischen Zoos und Tierparks eine weiteres Projekt, um in Gefangenschaft gezüchtete Wisente auszuwildern. Heute gibt es nach Angaben der Organisation in acht Ländern in Europa wieder 3200 wilde Wisente. Im April 2013 wurden im Rothaargebirge im Sauerland eine kleine Herde von acht Tieren ausgewildert, die mittlerweile auf 21 Tiere angewachsen ist. In Deutschland gibt es laut einer Untersuchung im Auftrag des WWF ausreichend Platz für die großen Wildrinder. Sehr geeignet für eine Wiederansiedlung seien das Müritz-Gebiet, die Region Cottbus-Spreewald-Guben, der Harz und der Pfälzer Wald, wie der WWF am 24. November 2017 unter Berufung auf eine Studie der Humboldt-Universität Berlin mitteilte.

Erstmalig wird der Wisent durch den Menschen in steinzeitlichen Höhlenmalereien dokumentiert. Die frühesten dieser Zeugnisse sind mehr als 30.000 Jahre alt. Besondere Berühmtheit erlangten die Darstellungen in der Höhle von Altamira in Nordspanien.

 

Samstag

Fächerfische

 

Fächerfische, auch Segelfische genannt, sind große, im offenen Ozean lebende Raubfische, der fast weltweit in tropischen und subtropischen Regionen vorkommen. Unverwechselbares Kennzeichen der Fächerfische ist die große, segelartige erste Rückenflosse, die höher ist als der Fischkörper an seiner höchsten Stelle. Der Körper der Fächerfische ist langgestreckt und seitlich stark abgeflacht. Meist erreichen sie Längen von etwa zweieinhalb Metern. Als Maximallänge wird 3,80 Meter angegeben. Dabei erreichen die Fische ein Gewicht von 50 bis 100 Kilogramm. Ihre Höchstgeschwindigkeit von circa 110 Stundenkilometern wird wahrscheinlich von keinem anderen Fisch übertroffen.

 

Sonntag

Helfen

 

Anderen zu helfen entspannt. Denn wer sich für andere engagiert, der stimuliere die Ausschüttung von Endorphinen, die angenehme Gefühle und eine Hochstimmung fördern, erklärte der US-Gesundheitsforscher Allan Luks im Magazin „Psychologie heute“ (Heft 4/1999). Gleichzeitig reduziere Helfen Stress: Unterstützen Menschen andere, konzentrierten sie sich weniger auf sich selbst und entspannen. Allerdings müsse das Helfen regelmäßig erfolgen, es müsse ein persönlicher Kontakt zum Hilfsbedürftigen entstehen und es müssen Fremde sein, denen geholfen wird.


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