5. Kalenderwoche (1.–7. Februar 2021)

 

Unser Sonnensystem  Feuchtgebiete Neuseeland
Dinoflagellaten  Schweine  Andenkondor  Haut, Hautkontakt

 

 

Montag

Unser Sonnensystem

 

Unser Sonnensystem besteht aus der Sonne, acht Planeten, zahlreichen Monden und vielen anderen Himmelskörpern wie Zwergplaneten, Asteroiden (Brocken, die größtenteils aus Gestein bestehen und als „Reste“ aus der Frühphase unseres Sonnensystems gelten, als die Planeten entstanden) oder Kometen. Zusammen mit acht anderen Planeten kreist die Erde um die Sonne, deren Schwerkraft die Planeten, Asteroiden und Kometen auf ihren Bahnen hält. Wie die Allgemeinde Relativitätstheorie voraussagt und beim Planeten Merkur erstmals gemessen wurde, drehen sich die Bahnen von Himmelskörpern nach und nach um den Punkt, den sie umkreisen. Da Umlaufbahnen in der Regel keine Kreise, sondern Ellipsen sind, ergibt sich nach und nach die Form einer Rosette, indem sich die Ellipse bei jedem Umlauf ein Stück dreht. Unser Sonnensystem hat gigantische Ausmaße: Der Erdabstand zur Sonne beträgt rund 150 Millionen Kilometer, von dort bis an die Grenze des Systems ist es etwa 100.000-mal so weit.

Die Sonne macht 99,86 Prozent der Gesamtmasse des Systems aus. Auch ihr Durchmesser ist mit etwa 1,39 Millionen Kilometern bei weitem größer als der Durchmesser aller anderen Objekte im System. Die größten dieser Objekte sind die acht Planeten, die vier Jupitermonde Ganymed, Kallisto, Europa und Io (die Galileischen Monde), der Saturnmond Titan und der Erdmond. Zwei Drittel der restlichen Masse von 0,14 Prozent entfallen dabei auf Jupiter.

Die baugleichen Sonden „Voyager 1“ und „Voyager 2“, die im Jahr 1977 zu ihrer Reise aufbrachen, haben am 25. August 2012 bzw. am 5. November 2018 die Heliosphäre, das heißt den Innenraum unseres Sonnensystems, verlassen. Als Heliosphäre gilt der Bereich um die Sonne, in dem der Sonnenwind und seine Magnetfelder wirksam sind. Damit haben sie das Sonnensystem allerdings längst nicht komplett hinter sich gelassen: Als dessen Grenze gilt eine Region außerhalb der Oortschen Wolke. Erst in etwa 300 Jahren dürfte „Voyager 2“ die Oortsche Wolke erreichen, rechnet die Nasa vor. Bis die Raumsonde das äußere Ende der Wolke erreicht hat, dürften 30.000 Jahre vergehen.

Innerhalb der Milchstraße ist unser Sonnensystem nur ein kleiner Fleck.

 

Dienstag

Feuchtgebiete

 

Ein Feuchtgebiet oder Feuchtbiotop ist ein Gebiet, das im Übergangsbereich von trockenen zu dauerhaft feuchten Ökosystemen liegt. Der Begriff des Feuchtgebiets umfasst verschiedene Lebensraumtypen der Flora und Fauna wie Aue, Bruchwald, Feuchtwiese, Moor, Ried, Sumpf, Sumpfgraben oder Marschland, die an den ganzjährigen Überschuss von Wasser angepasst sind. Feuchtgebiete bedecken rund sechs Prozent der Erdoberfläche. Bedeutende noch existierende Feuchtgebiete sind beispielsweise das Pantanal, Überschwemmungsebenen des Bhar Aouk und Salamat, die Everglades und das Wattenmeer.

Eine besondere Bedeutung haben Feuchtgebiete für den Klimaschutz, da sie als Kohlenstoffsenke wirken und weltweit große Mengen an Kohlenstoff speichern. Eine weitere Bedeutung der Feuchtgebiete liegt in ihrer Funktion als Wasserspeicher. Moore und Sümpfe können große Mengen Wasser aufnehmen und langsam und zeitversetzt wieder abgeben. Damit helfen sie, in unterliegenden Gebieten die Gefahr von Hochwassern zu reduzieren. Andererseits können sie den Niedrigwasserabfluss stützen und damit Austrocknungsphasen verhindern. Außerdem dienen Feuchtgebiete als Senke für Schadstoffe und Nährstoffeinträge und können so unterliegende Gebiete und Gewässer entlasten. (Quelle: Wikipedia)

2. Februar: Welttag der Feuchtgebiete

 

Mittwoch

Neuseeland

 

Isolation, die Kräfte des Wassers und der Einfluss des Menschen haben Neuseeland geprägt. Vor etwa 85 Millionen Jahren hatte sich Neuseeland vom urzeitlichen Superkontinent Gondwana gelöst. Abgeschieden, zwischen drei Ozeanen gelegen, konnte sich, völlig isoliert, eine ganz eigene Tier- und Pflanzenwelt herausbilden. Manche Arten, die anderswo ausgestorben sind, hatten hier eine Chance zu überleben und sich anzupassen. Da es auf den abgelegenen Inseln keine Säugetiere gab, konnten sich in Nischen groteske Besonderheiten in der Tierwelt entwickeln: Es gibt bodenlebende Vögel, die auf das Fliegen verzichten, da sie keine natürlichen Feinde zu fürchten haben – der berühmte Wappenvogel Neuseelands, der Kiwi, ist nur einer von ihnen –, und Riesenheuschrecken, die die Größe einer Maus erreichen und sich Höhlen wie „Mauselöcher“ bauen. Atemberaubende Landschaften vereinen sich hier auf kleinster Fläche. Tropische Regenwälder, eisige Gletscher, wildes Fjordland und Vulkane liegen eng beieinander. Neuseeland gehört zu den am spätesten von Menschen besiedelten Regionen des Planeten. Vermutlich erst im 13. Jahrhundert kamen die Maori aus Polynesien mit Booten auf die Inseln mitten im Südpazifik.

Laut einem Bericht des neuseeländischen Umweltministeriums vom 27. Oktober 2016 sind rund 90 Prozent der heimischen See- und Küstenvögel und mehr als ein Viertel der Meeressäuger in Neuseeland vom Aussterben bedroht. Unter den bedrohten Arten seien Albatrosse, Pinguine, Seelöwen und der Maui-Delfin, von dem es nur noch 63 Exemplare gebe. Als größte Herausforderung identifiziert das neuseeländische Ministerium den Klimawandel.‘
Laut dem Bericht eines internationalen Forscherteams im Fachblatt Current Biology vom 5. August 2019 verursachten der Mensch und seine mitgebrachten Tiere nach seiner Ankunft in Neuseeland vor etwa 700 Jahren eine verheerende Aussterbewelle in der Vogelwelt: Mehr als 70 Vogelarten verschwanden. Trotz der heutigen Anstrengungen beim Vogelschutz gelten laut der Studie 30 Prozent der noch vorhandenen Arten als vom Aussterben bedroht. Insgesamt sind in Neuseeland fast 4.000 einheimische Arten vom Aussterben bedroht.

 

Donnerstag

Dinoflagellaten

 

Dinoflagellaten bezeichnet eine große, vielfältige und ziemlich exzentrische Art von Lebewesen, die vorwiegend aus Einzellern besteht. Weltweit werden heute rund tausend Arten in 120 Gattungen unterschieden, die zum größten Teil im Meer leben und dabei einen Hauptteil des Phytoplanktons bilden. Zusammen mit den Kieselalgen sind die Dinoflagellaten die Hauptprimärproduzenten organischer Stoffe im Meer, bilden dort also zusammen mit den Kieselalgen den Hauptteil der Basis der Nahrungspyramide. In Hochgebirgsseen können sie bis zu 50 Prozent der Biomasse ausmachen.

Unter dem Mikroskop kann ein Dinoflagellat aussehen wie eine kleine braune Kugel oder auch wie ein sehr kompliziertes Gebilde aus Windungen und Stacheln – das hängt von der Spezies ab. Viele Dinoflagellaten können schwimmen, und zwar durch zwei peitschenähnliche Ausformungen, die Flagellen bzw. Geißeln genannt werden, eine für den Antrieb und eine zum Lenken. Einige Dinoflagellaten haben Augen; andere geben Licht ab. Einige gewinnen – wie Pflanzen – Energie aus Sonnenlicht, andere wiederum gehen wie Tiere auf die Jagd und ernähren sich von anderen Organismen. Manche machen sogar beides. Kurz gesagt: Dinoflagellaten sind zwar klein, aber sie gehören zu den vielseitigsten und außergewöhnlichsten Organismen der Erde.

 

Freitag

Schweine

 

„Schweine sind voller Neugier und sehr intelligent, klüger als Hunde und erkennen sich sogar im Spiegel. Sie wollen alles entdecken, lieben es, neue Orte zu erkunden und zu durchstöbern. Junge Schweine spielen, wie Menschenkinder, liebend gerne Fangen.
Sehen könne Schweine allerdings nicht besonders gut, dafür aber sehr gut hören. Das können sie sogar um einiges besser als der Mensch.
Zudem haben sie einen super Geruchssinn, um Nahrung zu finden, und mit ihrem tastempfindlichen Rüssel entgeht ihnen nichts. Mit dem können sie sogar besser tasten als wir mit beiden Händen zusammen.“
Allerdings: Nur ein Prozent aller Schweine in Deutschland leben in Freilandhaltung…

Aus: Schweinefibel für Kinder und ihre Familien, herausgegeben von der Landestierschutzbeauftragten im Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz; Text: Dr. med. vet. Madeleine Martin

 

Samstag

Andenkondor

 

Im Bericht seiner Reise mit der „Beagle“ schreibt Charles Darwin am 27. April 1834, er habe mehrere Kondore „beinahe eine halbe Stunde“ lang beobachtet: „Sie bewegten sich in großen Krümmungen, in Kreisen, stiegen auf und nieder, ohne je mit ihren Flügeln zu schlagen“. In gewaltiger Höhe und über riesige Entfernungen hinweg nur Schweben, Wiegen und Gleiten, scheinbar ohne Aufwand und Anstrengung, ohne Flattern und Flügelschlag: Das ist es wohl, was dem Kondor die Anmutung des Erhabenen gibt. Apu Kuntur nannten ihn die Inkas, die ihn als heilig ansahen, als Inbegriff der Stärke, Weisheit und Unsterblichkeit, dessen kraftvoller Flug Morgen für Morgen die Sonne erst über die Andengipfel emporholte.
Europa und die Moderne konnte mit solcher Vergöttlichung nichts mehr anfangen…

Aus dem Artikel „Nur Schweben, Wiegen, Gleiten“ von Wolfgang Kunath in: Frankfurter Rundschau vom 19.1.2015

Andenkondore sind die größten Vögel Südamerikas. Ausgewachsene Tiere haben eine Flügelspannweite von etwa drei Metern. Die Geier ernähren sich meist von Aas. Mit einem regionalen Auswilderungsprogramm soll die Population der Kondore in den Anden weiter vergrößert werden.

 

Sonntag

Haut, Hautkontakt

 

Obgleich wir uns intensiv um die Haut kümmern, ist uns viel zu wenig bewusst, dass sie nicht nur eine ästhetische, sondern auch vielfältige, ja lebensnotwendige organische Aufgaben hat. Die Haut ist ein Organ wie Herz, Lunge und Leber auch, nur eben nicht kompakt, sondern auf einer Fläche von 1,6 bis zwei Quadratmetern ausgebreitet und damit das größte Organ des menschlichen Körpers. Funktionell ist sie das vielseitigste Organ des menschlichen oder tierischen Organismus. Sie dient der Abgrenzung von Innen und Außen, dem Schutz vor Umwelteinflüssen, der Repräsentation, Kommunikation und Wahrung des inneren Gleichgewichts. Unsere Haut spiegelt wider, wie es uns seelisch geht.

Unsere Haut zeigt Gefühle: Furcht kann Gänsehaut verursachen, wir erblassen vor Schreck oder erröten vor Scham. Auch das Wechselspiel von Körper und Seele zeigt sich besonders deutlich auf unserer Haut – emotionale und psychische Konflikte, die wir nicht verarbeiten, können sie krank machen und sogenannte psychosomatische Beschwerden auslösen. Liebevoller Körperkontakt beruhigt und steht im Ruf, die Abwehrkräfte zu stärken. Durch Berührungen werden das Bindungs- und Wohlfühlhormon Oxytocin und körpereigene Opiate vermehrt ausgeschüttet.  Zudem setzt die Nebennierenrinde deutlich weniger von dem Stresshormon Cortisol frei.

Für Säuglinge ist es lebenswichtig, liebevoll berührt, gestreichelt und gehalten zu werden. Das ist optimal für ihre gedeihliche Entwicklung. Man weiß heute, dass Hautkontakt unerlässlich ist, um eine Bindung an die Mutter und andere enge Bezugspersonen zu entwickeln. Vom ersten Tag an brauchen Kinder Resonanz, sie müssen sich angenommen fühlen. Ohne Zuspruch und Körperkontakt können sie nicht leben. Hautkontakt verschafft einem Kind das Gefühl von Geborgenheit und Liebe und hilft dabei, dass sich das Hirn entwickelt.

 


RSS