3. Kalenderwoche (18.–24. Januar 2021)

 

Orionnebel Schnee Antarktis Flechten Raben und Krähen
Pinguine Sehen

 

 

Montag

Orionnebel

 

Der Orionnebel im Sternbild Orion ist dank seiner scheinbaren Helligkeit und seiner verhältnismäßig großen Ausdehnung am Himmelsgewölbe mit bloßem Auge als Teil des Schwertes des Orion (unter den drei Sternen des Oriongürtels) sichtbar. Er ist eines der aktivsten Sternentstehungsgebiete in der galaktischen Nachbarschaft der Sonne. Der Orionnebel ist rund 1350 Lichtjahre von uns entfernt und hat einen Durchmesser von 30 Lichtjahren. Im Nebel ist ein Sternhaufen eingebettet. Er ist ungefähr eine Million Jahre alt und wird sich, wie Computersimulationen zeigen, voraussichtlich in einen offenen Sternhaufen entwickeln, der den Plejaden ähnlich ist.

Selbst beobachten kann man den Orionnebel am besten im Winter. Dann geht er spät am Abend auf und steht bis zum frühen Morgen am Himmel.

Venus ist als hell strahlender Lichtpunkt noch bis Ende Januar in der Morgendämmerung knapp über dem Südosthorizont zu sehen. Mars bleibt hellster Planet am Abendhimmel.

 

Dienstag

Schnee

 

„Es hatte wieder angefangen zu schneien. Der Schnee fiel dick und schwer herab, wie der Samtvorhang im Theater unten in der Stadt. Meine Augen sahen sich satt an all dem Schnee; dann kniff ich sie zusammen und streckte die Arme aus. Ganz langsam hob und senkte ich sie, hoch und runter. Wie früher, wenn ich im tiefen Schnee lag, Engelsflügel machte und spürte, wie die Kälte und Nässe durch meine Hose und den Mantel drangen und Schnee in meinen Nacken rutschte. Ich erinnerte mich genau.“

Aus: K. A. Nuzum, Hundewinter. Aus dem Englischen von Gerda Bean, Carlsen Verlag, Hamburg 2010, Seite 7

 

Mittwoch

Antarktis – die „letzte Wildnis der Erde“

 

Die Antarktis ist ein völlig unbewohnter Kontinent rund um den Südpol und fast völlig von Eis bedeckt. Es handelt sich um die größte Eiswüste der Erde. Der Südpol liegt nämlich im Gegensatz zur komplett eisigen Arktis auf festem Grund – weshalb die Antarktis denn auch ein Kontinent ist und die Arktis eben nicht. Es ist eine der wohl beeindruckendsten und zugleich schönsten Gegenden auf der Welt: ein Erdteil größer als Europa und der kälteste Ort der Erde. Hier fällt das Thermometer auf minus 89 Grad Celsius, im antarktischen Sommer klettert es selten über minus 20 Grad. Der Eisschild, diese größte Eismasse der Welt, die den größten Teil des Kontinents Antarktika bedeckt, misst 13,8 Millionen Quadratkilometer und ist bis zu vier Kilometer dick. Er bedeckt rund 400 Gewässer, Seen und Flüsse, die durch Radarsatelliten entdeckt wurden. Die Antarktis kennt nur einen Tag und eine Nacht im Jahr. Ende April geht die Sonne unter, vier Monate lang herrschen Nacht, Dunkel und Winter, bis die Sonne Ende August ihr erstes mattes Licht über den Horizont strahlt. Mehr als 1000 Arten sind in der Antarktis beheimatet, darunter Pinguine, Robben, Wale, Delfine, Seevögel, mehr als 100 Fischarten und die gefährdeten Krills, kleine Krebse, die eine wichtige Nahrungsquelle für viele Tiere sind.

Der heutige Kontinent Antarktis entstand, als vor rund 180 Millionen Jahren der Großkontinent Gondwana – er bestand zudem aus den heutigen Kontinenten Südamerika, Afrika, Indien und Australien – zerbrach. Während seine übrigen Teile, angetrieben durch Kräfte aus dem Erdinnern, über den Globus zu ihren heutigen Positionen wanderten, blieb die Antarktis isoliert. Vor etwa 30 Millionen Jahren begann sie zu vereisen, wie Bohrungen anzeigen. So kühlte der Kontinent immer weiter aus. Seit 15 Millionen Jahren liegt er unter einer geschlossenen Eisdecke begraben.

Seit der Entdeckung im Jahr 1820 haben zahlreiche Gelehrte, Abenteurer und Expeditionen den Südpol zu erforschen versucht. Der bekannteste ist wohl der Brite Robert Scott, der mit seiner Gruppe 1911 dort starb. Die norwegische Expedition unter Roald Amundsen erreichte als erste den Südpol, einen Monat vor Scott, der einen Triumph für den britischen Imperialismus hatte erringen wollen. Amundsen sagte vom Südpol: „Wild wie kein anderes Land unserer Erde liegt es da, ungesehen und unbetreten.“

Claude Lorius, Glaziologe, der sein Leben der Erforschung der Antarktis widmete (von ihm erzählt der Film „Zwischen Himmel und Eis“ von Luc Jacquet; Kinostart: 26. November 2015), machte als junger Forscher eine faszinierende Entdeckung: Jede Luftblase, die im Eis der Pole eingeschossen wird, ist eine Probe der Atmosphäre der Zeit, in der sie eingeschlossen wurde. In tieferen Sphären enthält das Eis also die Luft, die Generationen vor uns atmeten. Nach dieser Entdeckung führte das Team Bohrungen durch, die es schließlich ermöglichten, erstmals mehr als 800.000 Jahre der Klimageschichte des Planeten zurückzuverfolgen.

Würden alle verfügbaren fossilen Ressourcen von Kohle, Öl und Gas verbrannt, könnte das ein vollständiges Abschmelzen der antarktischen Eisdecke verursachen – das Ende des ewigen Eises. Das zeigt eine im Jahr 2015 veröffentlichte Studie von Forschern am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und US-amerikanischen Kollegen.

Am 1. Dezember 1959 legten zwölf Staaten in Washington im Antarktisvertrag fest, dass die unbewohnte Antarktis zwischen dem 60. und dem 90. Grad südlicher Breite ausschließlich friedlich, insbesondere für die wissenschaftliche Forschung, und niemals militärisch genutzt werden darf. Die Antarktis ist ein staatsfreies Gebiet. Der Vertrag trat am 23. Juni 1961 in Kraft. Der Antarktis-Vertrag ist das erste internationale Abkommen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, das die Prinzipien der friedlichen Koexistenz zwischen Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung fixiert. Die Antarktis wird zur ersten kernwaffenfreien Zone der Welt erklärt. Bisher haben 48 Nationen das Abkommen unterschrieben. Am 4. Oktober 1991 wurde der Vertrag mit einem umfassenden Umweltschutzprotokoll ergänzt, das neben dem Umgang mit den Bodenschätzen auch den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt, des Meeres und besonderer Gebiete regelt. Es sind die strengsten Umweltschutz-Vorschriften, die jemals für eine Weltregion in einem internationalen Abkommen vereinbart wurden.

24 Länder und die Europäische Union beschlossen am 28. Oktober 2016 zum Abschluss der der Konferenz der Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR), in der Antarktis nahe dem Südpol die mit rund 1,8 Millionen Quadratkilometern größte Meeresschutzzone der Welt einzurichten. Auf dem Gebiet, das viermal so groß wie Deutschland ist, wird der kommerzielle Fischfang künftig verboten. Das Abkommen trat im Dezember 2017 in Kraft und gilt zunächst für 35 Jahre. Das Meeresgebiet gilt als polarer „Garten Eden“, das Ökosystem ist noch weitgehend intakt. Es gilt als Schatzkammer des Meeres mit zahlreichen einzigartigen Lebewesen: Ein Drittel der nur in der Antarktis vorkommenden Adelie-Pinguine, ein Viertel der Kaiserpinguine, ein Drittel der Sturmvögel und die Hälfte der südpazifischen Weddel-Robben leben dort ebenso wie Schwert- und Zwergwale und Dutzende Fischarten. Der Vorschlag der EU für ein weiteres, noch größeres Schutzgebiet in der Ostantarktis wurde im November 2018 von China, Norwegen und Russland abgelehnt.

 

Donnerstag

Flechten

 

Flechten sind uralte Gemeinschaften aus Pilz und Alge, die wahrscheinlich schon seit mehr als 600 Millionen Jahren existieren und einen gewaltigen Lebensraum erobert haben. Der Gastgeber, meist ein Schlauchpilz, versorgt «seine» Grün- oder Blaualgen mit Wasser, Mineralstoffen und Kohlendioxid, bietet ihnen Schutz vor UV-Strahlung, Austrocknung und Tierfraß. Im Gegenzug werden bis zu 40 Prozent der von den Algen über Photosynthese hergestellten Kohlenhydrate an den Pilz abgegeben.

In Deutschland sind 2010 Flechtenarten mit ganz unterschiedlichen Formen und Farben bekannt, weltweit sind rund 25.000 Flechtenarten beschrieben.

Erst im tristen Grau des Winters wird die große Vielfalt und farbige Schönheit der Flechten deutlich. Mit einem bunten Kleid überziehen sie Steine, Dächer, den Holzlattenzaun und die Rinde der Bäume. Als wahre Überlebenskünstler besitzen sie die Eigenschaft, nach schnellem Austrocknen bei einem geringen Wassergehalt von zwei bis zehn Prozent nicht abzusterben. Selbst glühende Hitze und arktische Kälte überstehen manche von ihnen schadlos. Flechten sind eine Besonderheit in der Botanik. Die Lebensgemeinschaften aus Pilz-, Bakterien- und Algenarten nehmen Wasser und Nährstoffe direkt über ihre Oberfläche auf. Flechten sind an der Bodenbildung beteiligt. Auf Gesteinen schließen sie mit ihren Säureausscheidungen einige Mineralien auf und machen sie dadurch für höhere Pflanzen verfügbar. Einige enthalten sogar Bakterien, die dem Boden pflanzenverfügbaren Stickstoff zuführen.

Flechten gelten als Zeigerorganismen für bestimmte Umweltbedingungen, insbesondere die Luftqualität. Dies liegt daran, dass das Zusammenleben zwischen Pilz und Alge leicht gestört werden kann. Die in Luft und Regen enthaltenen Nähr- und Schadstoffe werden nahezu ungefiltert aufgenommen, da Flechten keine speziellen Organe zur Wasseraufnahme aus dem Boden besitzen und über den gesamten Thallus Feuchtigkeit aufnehmen. Daher reagieren sie besonders empfindlich auf Luftverschmutzung. Die ersten Berichte über eine massive Verarmung der Flechtenvegetation im Bereich industrialisierter Städte stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, lange bevor Waldsterben und saurer Regen ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerieten. Als Hauptursache konnte der erhöhte Schwefeldioxid-Gehalt der Luft identifiziert werden.

Pflanzen begannen vor rund 450 Millionen Jahren das Land zu besiedeln. Neben Moosen und Farnen gehören Flechten zu den ältesten Pflanzenarten auf der Erde. Nach heutiger Auffassung haben sie sich vor etwa 400 bis 450 Millionen Jahren aus Grünalgen der Gezeitenzone entwickelt.

 

Freitag

Raben und Krähen

 

Raben und Krähen – die größeren Vertreter werden als „Raben“, die kleineren als „Krähen“ bezeichnet – bilden zusammen die Gattung Corvus in der Familie der Rabenvögel, zu der auch Dohlen, Elstern, Blau- und Eichelhäher und noch viele andere gehören. Insgesamt gibt es 115 verschiedene Arten, nur 40 davon sind schwarz gefiedert. Einer wissenschaftlichen Untersuchung zufolge sind Raben und Krähen die Vögel mit der größten Intelligenz. Beispielsweise zeigen sie in Experimenten die Fähigkeit, komplexe Handlungen im Voraus zu planen.

Raben gelten aber nicht nur als besonders intelligent, sie sind offenbar auch in der Lage, sich in andere hineinzuversetzen. Dieser Fähigkeit zur Empathie sind Wissenschaftler der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle der Universität Wien auf der Spur. Sie fanden heraus, dass Raben ihre Freunde trösten, wenn die bei einem Konflikt eins auf den Schnabel bekommen haben. Geraten sie selbst in eine missliche Lage, dann suchen sie ebenfalls Trost bei jenen Artgenossen, die sie gut kennen. Vor allem bei heftigen Streitereien trösten die am Disput unbeteiligten Raben die Verlierer durch Berührungen – und zeigen ein gewisses Maß an Mitgefühl.

Eine frühere Gewissheit über Raben entpuppte sich als völlig falsch: Die Annahme, Raben seien in des Wortes Bedeutung Rabeneltern. Denn die Nachwuchspflege bei Krähe, Elster und Co. ist liebevoll und fürsorglich.

Krähen erfüllen eine wichtige Aufgabe im Ökosystem: Forscher der südenglischen University of Exeter haben in einem Versuch beobachtet, dass Rabenkrähen die mit Abstand effektivsten Aasfresser sind. Auch Füchse, Dachse, Möwen und Bussarde würden Aas fressen, doch in dem Versuch erledigten die Krähen 98 Prozent der Arbeit.

Forscher aus Tübingen berichteten am 25. September 2020 in einer Science-Studie, dass Krähen über subjektives Erleben verfügen – eine Fähigkeit, die man bisher nur bei Menschen und anderen Primaten nachweisen konnte. Mit einer gleichzeitigen Aufzeichnung von Verhalten und Hirnaktivität konnte die Gruppe um Professor Andreas Nieder zeigen, dass Krähen dazu fähig sind, Sinneseindrücke bewusst wahrzunehmen.

 

Samstag

Pinguine

 

Pinguine, eine Gruppe flugunfähiger Seevögel der Südhalbkugel, sind wohl die drolligsten von allen Vögeln. Nur zwei von 18 Pinguinarten leben im Eis, die anderen in gemäßigten Klimazonen der Südhalbkugel. Alle Pinguine haben einen schwarzen Rücken und einen hellen Bauch, die Zeichnung darauf ist ganz unterschiedlich. Diese Farbgebung schützt sie vor ihren Feinden: Von unten sind sie gegen den hellen Himmel von Raubfeinden wie Haien oder Robben schlecht zu sehen, von oben bleiben sie Raubvögeln verborgen.

Der Kaiserpinguin ist die größte und die am südlichsten lebende Pinguinart. Kaiserpinguine werden mehr als einen Meter groß und wiegen bis zu 30 Kilogramm. Der Kaiserpinguin brütet auch im antarktischen Winter, in dem die Temperaturen auf minus 50 Grad Celsius sinken und die Winde bis zu 200 Kilometer pro Stunde erreichen können. Bei eisiger Kälte bewegen sich Kaiserpinguingruppen in koordinierten Wellen, damit in der dicht gedrängten Gruppe auch die Tiere am Rand regelmäßig in die Mitte gelangen. So können die großen Vögel auch extreme Minustemperaturen und heftige Winterstürme überstehen, berichtet ein internationales Forscherteam nach einem Winter in einer Antarktis-Station. Wichtig ist, dass alle Pinguine ständig minimal ihren Platz ändern. Damit wird die ganze Gruppe ständig durchmischt. Die genau aufeinander abgestimmten, periodischen Bewegungen erinnern an das Kneten von Teig, schreiben die Forscher im Fachmagazin „PLoS ONE“. Die Wärme in der Mitte der Gruppe, die bis zu plus 37 Grad Celsius erreichen kann, wird so gerecht an alle verteilt.

Der Königspinguin ist nach dem Kaiserpinguin die zweitgrößte Art der Pinguine. Im Sommer finden sich Hunderttausende Königspinguine zum Brüten auf den subantarktischen Inseln zusammen. Im Unterschied zu den meisten anderen Pinguinarten bauen sie keine Nester, sondern tragen ihr Ei in einer Bauchfalte abwechselnd mit sich. In optimaler Anordnung, die wochenlang bestehen bleiben kann, stehen sie gleichmäßig verteilt auf dem Eis (nahe genug, um es warm zu haben, weit genug voneinander entfernt, um sich nicht zu nahe zu kommen). Jedes Paar bleibt zwei Monate lang an der gleichen Stelle und verteidigt seinen Platz gegen andere. So gelingt es dem Partner, der gerade Nahrung sucht, wieder zurückzufinden.

Die Galápagos-Pinguine werden nur bis zu 53 Zentimeter groß und gehören zu den kleinsten ihrer Art. Zudem sind sie die einzige Pinguinart, die am Äquator bzw. auf der nördlichen Hemisphäre brütet.

Der nur in Neuseeland sowie auf den Aucklandinseln und der Campbell Island verbreitete Gelbaugenpinguin ist mit 60 bis 70 Zentimetern Größe und rund acht Kilogramm Gewicht die drittgrößte und gehört mit dem Galápagos-Pinguin und dem Gelbschnabelpinguin zu den seltensten Pinguinarten der Welt.

Auf den zur Antarktis zählenden Danger-Inseln haben Forscher mehrere riesige Kolonien von Adeliepinguinen entdeckt. In den bislang größtenteils unbekannten Brutgebieten vor der Nordostspitze der Antarktischen Halbinsel leben insgesamt mehr als 1,5 Millionen Pinguine, wie das Team um Heather Lynch von der Stony Brook University am 2. März 2018 im Fachblatt „Scientific Reports“ berichtete.

Brillenpinguine sind die einzigen Pinguine Afrikas. Die 60 bis 70 Zentimeter großen Vögel leben an den Küsten Südafrikas. Sie wiegen zweieinhalb bis dreieinhalb Kilogramm und werden 15 bis 20 Jahre alt. Ihren Namen haben sie von der rosafarbenen, nicht gefiederten Hautpartie zwischen Schnabel und Auge, die an eine Brille erinnert. Brillenpinguine fressen Salzwasserfische und Krustentiere. Sie gelten als stark gefährdet. Einst brüteten Brillenpinguine zu Hunderttausenden entlang der Südspitze Afrikas. Die Verschmutzung und Überfischung des Ozeans und das massenhafte Einsammeln ihrer Eier hat zu einem dramatischen Bestandsrückgang geführt. Seit 1920 hat die Zahl der Brillenpinguine um etwa 98 Prozent abgenommen. Auf Dyer Island soll es nur noch 1500 Brutpaare geben. Der Dyer Island Conservation Trust, der 2015 das Pinguinzentrum in Gansbaai eröffnet hat, kämpft dafür, dass der Brillenpinguin vor dem Aussterben bewahrt wird.

Informationen zur Lage der Pinguine gibt unter anderem der Antarctic Research Trust, eine Stiftung mit Sitz auf den Falklandinseln und in der Schweiz.

 

Sonntag

Sehen

 

Die Verbindung zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt wird durch die Sinnesorgane hergestellt, die sich im Zuge der Evolution bei allen Arten vielfältig ausgeprägt haben. Der Mensch ist ein Augentier. Hören, riechen, schmecken und tasten sind für ihn weniger wichtig als optische Reize, die ihm die meisten Informationen über die Außenwelt liefert. Bis zu 80 Prozent seiner Sinneseindrücke gewinnt er über die Augen. Ein großer Teil seines Gehirns ist daher mit der „Bildverarbeitung“ beschäftigt. 600 Millionen Jahre ist es her, dass Augen das Licht der Welt erblickten. Im Laufe der Zeit wurden sie so komplex, dass selbst Darwin unsicher war, ob dieses Meisterstück der Evolution tatsächlich allein durch natürliche Auslese und spontane Mutation entstanden sein könne. Das ist mittlerweile belegt.

Die Fähigkeit, die Welt in voller Farbenpracht zu sehen, ist auf Affen und Menschen beschränkt. Experten datieren die Entstehung des Farbsehens bei den Vorfahren der Primaten etwa 40 Millionen Jahre zurück. Es befähigt Affen und Menschen, auch die langen Wellenlängen des Lichts wahrzunehmen, also rote Farben zu sehen. Farbe ist „eine jeglichem Ding entströmende Flamme“, wie der Philosoph Platon nach langem Grübeln festgestellt hat. Doch er hat nur teilweise Recht. Tatsächlich haben die Gegenstände, die wir sehen, keine Farben. Und es muss erst Licht auf sie treffen, damit sie – in welcher Farbe auch immer – zurückstrahlen können. Weißes Sonnen- oder Kunstlicht besteht eigentlich aus einem riesigen Band unsichtbarer elektrischer Wellen, wobei jede Wellenlänge vom Auge in eine bestimmte Farbe übersetzt wird. Kurze Wellen gehen ins Blau, lange, energiegeladene ins Rot. Sichtbar wird das, wenn man einen Sonnenstrahl durch ein Glasprisma schickt und ihn so in die Spektralfarben aufbricht. Ähnliches passiert beim Regenbogen. Je nach Beschaffenheit wird von einer Fläche nur eine Wellenlänge zurückgestrahlt, während der Rest absorbiert, also geschluckt wird. Was wir dann über unsere Augen und Nervenbahnen ans Gehirn melden, wird erst in dessen Sehzentrum nach einer Berechnung sämtlicher Farbwerte beispielsweise zu einem bunten Blumenstrauß zusammengesetzt.


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