27. Kalenderwoche (29. Juni – 5. Juli 2020)

 

Meteoriten  Humus  Sahara  Rose  Schmetterlinge  Riesenschildkröten  Teilen

 

 

Montag

Meteoriten

 

Aus dem Sonnensystem stammende Festkörper, die in die Erdatmosphäre eintreten, sie durchqueren, bis sie den Erdboden erreicht haben, nennt man Meteoriten. Die meisten Meteoriten sind Bruchstücke von Asteroiden und stammen aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Durch Kollisionen wurden sie von ihrem Mutterkörper losgeschlagen. Meteoriten enthalten das älteste Material unseres Sonnensystems, das zusammen mit diesem vor 4,56 Milliarden Jahren entstanden ist. Sie bieten den einzigen direkten irdischen Zugang zur Erforschung der Entstehung des Sonnensystems.

Etwa 95 Prozent des auf die Erde einfallenden interplanetaren Materials besteht aus Mikrometeoriten, winzige Meteoriten mit einer Größe von einigen hundert Mikrometern (ein Mikrometer ist der millionste Teil eines Meters) bis zu einigen Millimetern. Mehr als hundert Milliarden davon fallen jedes Jahr auf die Erde. Sie sind Millionen Jahre alt und fein wie Staub, und wohl deshalb bleiben die allermeisten danach unentdeckt.

Bis vor kurzem ging man davon aus, dass Mikrometeoriten nur in abgelegenen Landschaften wie der Antarktis oder in Wüsten aufzufinden sind. Inzwischen weiß man, dass es manchmal reicht, aufs nächste Dach zu steigen, um den kosmischen Staub aufzuspüren. „Mikrometeorite – Der kosmische Schatz Berliner Dächer“ heißt ein Mitmach-Projekt des Naturkundemuseums und der Freien Universität Berlin (FU Berlin), das am 1. Juni 2019 gestartet ist.

Sonntag, 5. Juli 2020, 06:44:30 Uhr: Vollmond

 

Dienstag

Humus

 

Als Humus wird die Gesamtheit der abgestorbenen organischen Bodensubstanz bezeichnet. Die organischen Bestandteile des Bodens sind wichtig für die Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen wie Stickstoff oder Phosphor, aber auch für die Porenverteilung und damit für den Luft- und Wärmehaushalt des Bodens. Je nach Humusform werden diese Nährstoffe unterschiedlich gut freigesetzt. Die oberen 10 bis 30 Zentimeter des Bodens enthalten in der Regel besonders viel Humus. Dieser dunkelfarbige, humose Oberboden bildet einen zentralen Lebensraum für die vielfältige Welt der Bodenlebewesen. Humus lockert auch den Boden und speichert das Wasser. Bio-Bauern düngen mit Mist, säen im Herbst Gründüngung an und bauen Kleegras in ihre Fruchtfolge ein. All das bringt organische Masse ein, die von den Bodenlebewesen zu Humus abgebaut wird.

Wie neuere Untersuchungen zeigen, nimmt die Biomasse der Bodentiere sowohl durch die Klimaveränderung als auch durch eine zu intensive Bodenbewirtschaftung ab. Der Verlust lässt sich durchaus mit dem Insektensterben vergleichen, findet allerdings bislang nur wenig Beachtung, weil er verborgen im Erdreich stattfindet und nicht vor aller Augen.

 

Mittwoch

Sahara – Inbegriff der Trockenheit

 

Die Sahara ist mit fast zehn Millionen Quadratkilometern die größte Trockenwüste unseres Planeten. Sie breitet sich über den gesamten Norden des afrikanischen Kontinents aus und bedeckt die gleiche Landmasse wie die USA. Deutschland hätte rund 26 Mal in ihr Platz. Sie erstreckt sich von der afrikanischen Atlantikküste bis zur Küste des Roten Meeres und bildet annähernd ein Trapez von 4500 bis 5500 Kilometern westöstlicher und 1500 bis 2000 Kilometern nordsüdlicher Ausdehnung. In den letzten 50 Jahren ist die Sahara durch Klimaveränderung und menschliche Eingriffe um fast zehn Prozent in südlicher Richtung angewachsen. Ihren Namen hat die Sahara aus dem Arabischen erhalten, wo das Wort „sahrā“ schlicht Wüste bedeutet. Gedankliche Assoziationen verbinden die Sahara oft mit riesigen, endlosen Sanddünen, obwohl die typische Sandwüste nur circa 20 Prozent der Sahara ausmacht. Viel charakteristischer sind Landstriche mit Stein-, Fels- oder Geröllwüsten.

Der Sand aus der Sahara wird in die ganze Welt hinausgetragen. Dieses Phänomen ereignet sich regelmäßig, wenn Passatwinde über den Wüsten entlang des Äquators Sand aufwirbeln, der dann in höhere Luftschichten gelangt. Der Sand, der aus der Sahara alljährlich in die Atmosphäre gelangt, macht derzeit stattliche rund 1,5 Milliarden Tonnen aus.

Der Umweltjournalist Mark Hertsgaard beschreibt in seinem Text „Quer durch Afrika“ in der Monatszeitung „Le Monde diplomatique“ vom November 2011 den großformatigen Plan für die gesamte Sahelzone, der das Vordringen der Sahara durch ein schützendes Band aus Bäumen aufhalten soll.

 

Donnerstag

Rose – Königin der Blumen

 

Die Rose wird seit der griechischen Antike als „Königin der Blumen“ bezeichnet. Die Gattung umfasst je nach Auffassung zwischen 100 und 250 Arten. Diese bilden durch ihre typischen Merkmale Stacheln, Hagebutten und unpaarig gefiederte Blätter eine sehr gut abgegrenzte Gattung. Es sind Sträucher mit meist auffälligen, fünfzähligen Blüten. Die meisten Arten sind nur in der nördlichen Hemisphäre verbreitet und wachsen bevorzugt auf kalkhaltigen Böden. Vermutlich waren es die Perser, für die das Wort Rose gleichbedeutend mit Blume war und die vor 4.000 Jahren begannen, Rosen zu veredeln.

Die Echte Rose von Jericho, auch Wüstenrose, Jerichorose, Jerusalemrose oder Marienrose genannt, ist in den Wüstengebieten von Israel, Jordanien, auf dem Sinai und Teilen Nordafrikas beheimatet. „Sie überlebt mehrere Jahre als graue Knolle ohne Wasser und Erde. Doch in wenigen Stunden kann sie sich zu einer wunderschönen Wüstenrose entfalten. Diesen Zauber des Aufgehens vollbringt die Rose von Jericho. Wenn die Wüstenpflanze zu wenig Nährstoffe aus dem Boden bekommt, zieht sie ihre Wurzeln aus dem Erdreich zurück und trocknet zu einem Ball zusammen. Sie lässt sich so lange vom Wind über den Wüstenboden treiben, bis sie wieder auf geeigneten Boden trifft. Dann verankert sie erneut ihre Wurzeln im Erdreich, wächst und vermehrt sich weiter.“ (Misereor Fastenkalender 2001 [16.4.])

 

Freitag

Schmetterlinge – „Kinder der Sonne“, „Edelsteine der Lüfte“, „schillernder Adel unter den Insekten“

 

In der großen Welt der Insekten sind die Schmetterlinge wohl die beliebtesten Vertreter: Sie strahlen Leichtigkeit und Ruhe aus und begeistern durch vielfältige Farben und Muster. Mit geschätzten 160.000 Arten (jährlich werden etwa 700 Arten neu entdeckt!) gehört der „schillernde Adel unter den Insekten“ zu den vielfältigsten Tiergruppen unseres Planeten. Kein Wunder! Die bunten Flatterwesen haben fast alle Lebensräume – ob arktische Tundra, Hochgebirge oder tropischen Regenwald – besiedelt.

In kaum einer anderen Tiergruppe herrscht eine derartige Vielfalt an Formen und Farben wie bei den Schmetterlingen: Unter den fast 4.000 Schmetterlingsarten, die unsere Wiesen, Wälder, Felder, aber auch unsere Gärten bevölkern, gibt es neben Winzlingen mit einer Flügelspannweite von gerade einmal zehn Millimetern Riesen, deren ausgebreitete Flügel 16 Zentimeter messen. Viele Falter prangen in den herrlichsten Farben, während andere auf ein Tarnkleid setzen, das sie mit der Umgebung regelrecht verschmelzen lässt. Der überwiegende Teil der Schmetterlinge sind Nachtfalter, die für Ökosysteme von besonderer Bedeutung sind, denn sie bestäuben Pflanzen und stellen zudem eine wichtige Nahrungsquelle für andere Tiere dar. Etwa 190 Schmetterlinge zählen zu den Tagfaltern. Manche sind Generalisten und kommen fast überall vor, andere sind dagegen Spezialisten und benötigen ganz bestimmte Bedingungen, um zu überleben.

Allen Schmetterlingen gemeinsam ist: die Entwicklung vom Ei zur Raupe zur Puppe zum Schmetterling. Nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier normalerweise auf die Pflanzen, an denen später die Raupen fressen. Bei den meisten Arten schlüpft nach etwa acht Tagen aus den Eiern das erste Raupenstadium. Jetzt beginnt das Fressen. Und jedes Mal, wenn ihre Haut zu eng wird, häutet sich die Raupe. Nach einer letzten Häutung wandelt sich die Raupe zur Puppe. Damit aus der Raupe ein Schmetterling werden kann, löst diese sich im Kokon komplett auf. Aus dem „Raupen-Brei“ setzt sich der Schmetterling ganz neu zusammen. Und nach etwa zwei Wochen schlüpft der Falter. Bis er davonfliegen kann, dauert es aber noch ein bisschen, denn seine Flügel müssen noch aushärten.

Im Altgriechischen heißt Schmetterling „Psyche“, gleichbedeutend mit Hauch, Atem, Seele. Dieser Ausdruck wurde vor allem für Nachtfalter verwendet; für Tagfalter findet er sich erst in hellenistischer Zeit.

Mindestens 60 Schmetterlingsarten sind laut Bundesamt für Naturschutz in Bonn (2020) in Deutschland bereits ausgestorben. 494 weitere seien vom Aussterben bedroht oder unterschiedlich stark gefährdet. Insgesamt gebe es rund 3700 Arten.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat mit der Naturschutzstiftung seines Landesverbandes in Nordrhein-Westfalen den Grünen Zipfelfalter zum „Schmetterling des Jahres 2020“ ernannt.

 

Samstag

Riesenschildkröten

 

Als Riesenschildkröten bezeichnet man die Galápagos-Riesenschildkröte, die Seychellen-Riesenschildkröte und einige Arten der Familie der Weichschildkröten. Die Galápagos-Riesenschildkröte lebt auf dem Galápagos-Archipel, einer Inselgruppe im Pazifischen Ozean (es wurde nach dem spanischen Wort für Schildkröte, galapago, benannt). Auf den größeren Inseln mit üppiger Vegetation in regenfeuchten, höheren Regionen leben Unterarten mit kuppelförmigem Panzer, die sog. „Graser“. Auf den kleineren und flacheren Inseln, mit spärlicher Vegetation und sehr heißem, trockenen Klima, leben Tiere mit sattelförmigem Panzer. Inseln mit beiden Vegetationszonen werden von mehreren Unterarten bevölkert.

Lange stand es schlecht um die Riesenschildkröten auf der Galapagos-Insel Española: Zuerst schlachteten Piraten und Walfänger die Tiere, später setzten Fischer Ziegen auf der Insel aus, die das Grasland kahl fraßen, sodass für die Schildkröten nichts übrig blieb. Vor fünfzig Jahren drohte die Art auszusterben. Um sie zu retten, brachten Biologen die letzten Tiere auf eine Nachbarinsel, gründeten mit zwölf Weibchen und zwei Männchen einen Schildkrötenharem und brachten den Nachwuchs mit fünf Jahren nach Española zurück. Die Ziegen wurden indes von Naturschützern von der Insel entfernt. Mittlerweile leben wieder tausend Riesenschildkröten in Freiheit auf ihrer Insel und brüten selbstständig. Eine seltene Erfolgsgeschichte.

Nachdem im Jahr 2019 der Versuch chinesischer Wissenschaftler scheiterte, eines der letzten Weibchen der Jangtse-Riesenweichschildkröten zu befruchten – das Tier starb während des Eingriffs –, sind weltweit nur noch drei lebende Exemplare bekannt.

Der Schildkrötenpanzer ist einzigartig im Tierreich und bringt einen Körperbau mit sich, den es sonst bei keiner anderen Tierart gibt. Die einzige heimische Schildkrötenart ist die Europäische Sumpfschildkröte. Sie ist vom Aussterben bedroht, doch seit einiger Zeit erholen sich die Bestände des interessanten Reptils (weitere Infos finden Sie hier).

Mehr als die Hälfte der 360 Schildkrötenarten ist vom Aussterben bedroht, berichten 51 Experten aus aller Welt in einer am 23. Juni 2020 im Fachjournal «Current Biology» veröffentlichten Studie. «Jedes Jahr werden weltweit Hunderttausende von Schildkröten für den Wildtierhandel gesammelt, vor allem um sie als Heimtiere zu halten oder – insbesondere in Ostasien – zu essen», teilte die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung mit. Wenn der Handel nicht verboten oder eingeschränkt werde, verliere man in den nächsten Jahren zahlreiche Schildkrötenarten unwiederbringlich.

Die Europäische Sumpfschildkröte ist die einzige Schildkrötenart, die im Mitteleuropa natürlicherweise vorkommt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz steht sie jedoch auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Tiere. Die Tiere leben in kleinen Gewässern, aber auch Mooren, in denen sie sich von Mückenlarven, Regenwürmern und Krebstieren ernähren und keine Fische als Nahrungskonkurrenten haben.

 

Sonntag

Teilen

 

Das Teilen gehört seit ein paar zehntausend Jahren zu den Grundprinzipien menschlicher Gesellschaften. Man teilt sich die Arbeit und verteilt den Ertrag, schafft und nutzt gemeinsam Werte, die jeder einzelne für sich nicht erbringen könnte.

„Knappe Güter miteinander zu teilen, ist ökonomisch sinnvoll, gesellschaftlich wünschenswert und ethisch geboten. Gegen die Kernidee der Sharing Economy ist mithin nichts einzuwenden. Wenn aus der Kern- aber eine Geschäftsidee wird, sieht die Sache anders aus. Dann geht es nicht mehr um das Ideal eines ökologisch verträglichen Miteinanders in einer weltweit teilenden Community, sondern ganz profan um sehr viel Geld. Einige werden reich daran. Zuvor unentgeltlich erbrachte Hilfsleistungen werden zur Ware, kleinste Alltagshandlungen lassen sich kommerziell nutzen, jeder wird zum Kleinunternehmer, alles bekommt einen Preis. Und einige werden reich daran.“ (Aus einem Kommentar zur „Sharing Economy“, also der „teilenden Wirtschaftsweise“, von Stefan Sauer)

5. Juli 2020, 06:44:30 Uhr: Vollmond


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