22. Kalenderwoche (25. – 31. Mai 2020)

 

Vulkane  NP Hunsrück-Hochwald  Kaukasus  Erdbeere  Spinnen  Tintenfische  Traumschlaf

 

 

Montag

Vulkane – schlafende Riesen

 

Die Erde ist ein gewaltiger Feuerball, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht danach aussieht. Unter uns lodert und glüht es gewaltig. Seit Urzeiten gibt die Erde Lebenszeichen durch Feuer speiende Berge. Durch ihre Fruchtbarkeit bieten vulkanische Böden einen begehrten Lebensraum. Doch die tödliche Gefahr, die von den schlafenden Riesen ausgeht, ist stets gegenwärtig. Sie zeigen, wie dünn der Erdmantel an vielen Stellen ist und wie vergänglich die Errungenschaften der Zivilisation angesichts dieser Naturgewalten immer bleiben werden.

Vulkanismus ist ein für terrestrische Himmelskörper normales Phänomen. Auf vielen Welten des Sonnensystems finden sich Spuren erloschenen Vulkanismus, wie beispielsweise auf dem Erdmond oder dem Mars. Die vulkanisch aktivste Welt des Sonnensystems ist der Jupitermond Io. Im Fall der Erde schmelzen in einer Tiefe ab 100 Kilometern, in der Temperaturen zwischen 1000 und 1300 Grad Celsius herrschen, Gesteine zu zähplastischem Magma, das sich in großen, tropfenförmigen Magmaherden in zwei bis 50 Kilometern Tiefe sammelt. Wenn der Druck zu groß wird, steigt das Magma über Spalten und Klüfte der Lithosphäre auf. Magma, das auf diese Weise an die Erdoberfläche gelangt, wird als Lava bezeichnet. Die geographische Verteilung kann man mit Hilfe der Erkenntnisse der Plattentektonik verstehen. Weltweit gibt es über 1900 aktive Vulkane, und Vulkanausbrüche sind an der Tagesordnung. In Indonesien, dem Land mit der höchsten Anzahl und Dichte an Vulkanen weltweit,  gibt es 130 aktive Vulkane.

In dem 40.000 Kilometer langen Pazifischen Feuerring befinden sich gut drei Viertel aller aktiven Vulkane der Erde. Als Teil der südamerikanischen Anden gehört zu ihm auch der 5897 Meter hohe Vulkan Cotopaxi in Ecuador, der höchste aktive Vulkan.

Der weltgrößte und bekannteste Supervulkan ist der Yellowstone im Yellowstone-Nationalpark. Supervulkane sind an einer besonders großen Magmakammer unter dem Vulkangebiet zu erkennen Die Magmakammer des Yellowstone-Vulkans ist 60 Kilometer lang und 40 Kilometer breit und fasst etwa 15.000 Kubikkilometer Magma. Ein Ausbruch wäre die ultimative Katastrophe. Nordamerika würde meterhoch unter Asche versinken, Rußpartikel würden die Sonne so sehr verdunkeln, dass auf der Erde eisige Temperaturen herrschten. Sein nächster Ausbruch ist nach Auffassung von Geologen fällig, und es gibt Anzeichen für einen in geologischen Zeiträumen baldigen Ausbruch (eventuell innerhalb einiger tausend Jahre). – Als der einzige Supervulkan Europas gelten die Phlegräischen Felder („brennende Felder“), eine etwa 20 Kilometer westlich des Vesuvs gelegene 150 Quadratkilometer große Region in der süditalienischen Region Kampanien.

Der Vulkan Ol Doinyo Lengai in Ostafrika ist der einzige Vulkan weltweit, der Kalk-Lava ausspuckt. Dringt die heiße Masse aus dem Krater, so ist sie schwarz, beim Erkalten wird sie weiß.

1996 wurde die Vulkanregion von Kamtschatka, die größtenteils als Naturpark ausgewiesen ist, von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt (Kamtschatka ist eine Halbinsel in Nordostasien, die zur Region Kamtschatka im Föderationskreis Ferner Osten der Russischen Föderation gehört).

Der Vogelsberg in Hessen ist mit etwa 2500 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas. Im Juli 2017 wurde in Schotten (Vogelsbergkreis) das Erlebnismuseum Vulkaneum eröffnet.

Wenn sich ein Vulkankrater mit Wasser füllt, entsteht ein Kratersee. Da Krater in der Regel kreisförmig und von einem höheren Kraterrand umgeben sind, besitzt ein Kratersee nur kleinere Zuflüsse und häufig keinen Abfluss. „Es gibt nichts Geheimnisvolleres und Faszinierenderes als die Kraterseen erloschener Vulkane … eine spiegelglatte, stahlgraue Wasserfläche im frühen Morgenlicht.“ (Aus: Patrick Leigh Fermor, Der Baum des Reisenden. Eine Fahrt durch die Karibik, Fischer-Taschenbuch)

Maare, das Markenzeichen des Vulkangebiets der Westeifel, lehren den Betrachter, dass nicht alle Vulkane „Berge“ sind. Denn die runden bis ovalen Krater sind in die Erde eingesenkt. Sie entstanden dort, wo heißes Magma beim Aufstieg auf Wasser traf. Schlagartig verdampfte das Wasser, massive Explosionen waren die Folge. Zurück blieb ein Trichter mit einem ringförmigen Wall, der sich mit Grundwasser füllte. Die Menschen aus der Region gaben ihm den Namen „Maar“. Im ältesten Eifelmaar, dem Eckfelder Maar bei Manderscheid, fanden Geologen ein schwangeres Urpferdchen und die älteste Honigbiene der Welt, die vor 45 Millionen Jahren im tropischen Klima am Rande des Sees lebte. Die in Maaren vorgefundenen Sedimente geben Forschern mittels sedimentologischer Untersuchungen Einblicke in die klimatische Vergangenheit der Erde.

Eine Million Unterwasservulkane soll es schätzungsweise geben, aber nur die wenigsten sind überhaupt bekannt.

Ende April leuchtet der Planet Venus abends hoch am Westhimmel in maximalem Glanz. Ende Mai zieht er sich vom Abendhimmel zurück.

 

Dienstag

Nationalpark Hunsrück-Hochwald

 

Am 23. Mai 2015 wurde der 16. Deutsche Nationalpark Hunsrück-Hochwald offiziell eröffnet. Dieser zurzeit jüngste Nationalpark Deutschlands umfasst 10.120 Hektar im Bereich der westlichen Höhenlagen des Hunsrücks, genauer dem Idarwald und dem Schwarzwälder Hochwald, der meist nur als Hochwald bezeichnet wird. Das Gebiet, das in Rheinland-Pfalz und im Saarland liegt, ist vor allem wegen seiner herausragenden Lebensräume ausgewählt worden, darunter ausgedehnte Buchen- und Eichenwälder, Hangmoore und Felsformationen.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit fördert Maßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung von Hotspots der biologischen Vielfalt in Deutschland im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt vom 26. Januar 2011. „Hotspots der biologischen Vielfalt“ sind Regionen mit einer besonders hohen Dichte und Vielfalt charakteristischer Arten, Populationen und Lebensräume. Das Bundesamt für Naturschutz hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesministeriums und den Ländern bundesweit 30 dieser Hotspots identifiziert. Im Rahmen der Beschreibung des Hotspots 13. Saar-Ruwer-Hunsrück, Hoch- und Idarwald und Oberes Nahebergland beschreibt das Bundesamt den Hoch- und Idarwald wie folgt:

Die Höhenrücken des Hoch- und Idarwalds sind reich strukturiert und fast vollständig bewaldet. Die störungsarmen großflächig zusammenhängenden und altholzreichen Buchenwälder und Fichtenforste sind sehr bedeutende Lebensräume für Arten mit großen Raumansprüchen wie die Wildkatze, Rotwild und für Altholzbewohner, z. B. Schwarzspecht, Rauhfußkauz und Bechsteinfledermaus. Vielfältige Standorte und Biotopkomplexe aus Borstgrasrasen, Nass-, Feucht- und Bergmähwiesen, eng verbunden mit den Waldlebensräumen beherbergen eine außergewöhnliche Artenvielfalt (z. B. der Tagfalter). Charakteristisch sind die zahlreichen Brüche und Hangmoore, die sich an flächigen Quellaustritten der Unterhänge entwickelt haben. Lichte Birkenmoorwälder, Erlenbruchwälder, Flachmoore und Übergangsmoore bilden hier reich strukturierte und abwechslungsreiche Biotopkomplexe mit kleinen Moortümpeln und anderen Offenlandbiotopen sowie Waldlebensräumen. Die Vorberge von Hoch- und Idarwald mit der Oberen Nahe zeichnen sich durch eine herausragende Standort-, Struktur- und Artenvielfalt aus. Zahlreiche naturnahe Mittelgebirgsbäche mit Ursprung im Hoch- und Idarwald fließen zur Oberen Nahe. Fast senkrechte Felswände und -klippen säumen die steilen Hänge der stark gewundenen und tief eingeschnittenen Durchbruchstäler. Sonnenexponierte Talhänge tragen lichte und felsige Eichen- und Eichen-Hainbuchen-Trockenwälder, schattige Hänge Schlucht- und Hangmischwälder. Die vielfältigen Laubwaldgesellschaften sind eng verzahnt mit kleinflächigen mageren Halbtrocken- und Trockenrasen, Borstgrasrasen mageren Wiesen und Weiden, trockenwarmen Felsen, Gesteinshalden und Trockengebüschen. Hier leben viele in Rheinland-Pfalz und dem Saarland vom Aussterben bedrohte oder stark gefährdete Arten, in den Niederwäldern z. B. das Haselhuhn.

 

Mittwoch

Kaukasus

 

Der Kaukasus ist ein etwa 1100 Kilometer langes, von Westnordwest nach Ostsüdost verlaufendes Hochgebirge in Eurasien zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Mit einer Fläche von über 500.000 Quadratkilometern ist das Gebiet etwa 1,4 mal so groß wie Deutschland und erstreckt sich über die Länder Georgien, Aserbaidschan, Armenien sowie Teile von Russland, der Türkei und des Iran. Der Kaukasus ist eine Welt voller Vielfalt und Gegensätze, wo Sandwüsten und eisige Gletscher aneinandergrenzen, blubbernde Schlammvulkane auf dichte Wälder treffen und sich Sandstürme mit Lawinen abwechseln. Gewaltige Berggipfel ragen über 5000 Meter hoch in den Himmel. In dieser nahezu unberührten Wildnis verwandeln Blumen, die wir sonst nur aus unseren sorgfältig kultivierten Gärten kennen, die Gebirgshänge und Steppen in farbenfrohe Blütenmeere. Es ist ein Land, in dem Bären und die letzten Hochlandwisente leben, Luchse jagen und Geier auf der Suche nach Aas über dem trockenen Nordosten kreisen. Die vielfältigen Landschaften haben einen riesigen Artenreichtum hervorgebracht – hier sind im Lauf der Evolution Tierarten entstanden, denen man sonst nirgends begegnet. Für viele bedrohte Arten ist die Region der letzte Zufluchtsort.

Mit über 100 verschiedenen Landschaftstypen und mehr als 7.000 Arten, darunter viele seltene Tierarten und Gefäßpflanzen, ist der Kaukasus eine Region der ökologischen Superlative. Dort leben noch Luchs, Braunbär und Wolf sowie Kaukasischer Steinbock, West- und Ostkaukasischer Tur, Bezoarziege, Wisent und Kropfgazelle. Auch Leoparden und Streifenhyänen gibt es noch vereinzelt, allerdings sind sie stark vom Aussterben bedroht. So leben schätzungsweise nur noch 40 bis 60 Kaukasische Leoparden in der Region. Viele der Tier- und Pflanzenarten sind endemisch, das heißt, sie kommen sonst nirgends auf der Welt vor. Im Grenzgebirge zwischen Europa und Asien leben sogar Streifenhyäne und Stachelschwein – Arten, die man eher in der afrikanischen Savanne vermutet. Auf einer Fläche von der Größe Deutschlands, Österreichs und der Schweiz zusammen gibt es insgesamt 153 Säugetier-, 389 Vogel-, mehr als 200 Fisch- sowie 77 Reptilienarten wie zum Beispiel die Darevski-Kreuzotter. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist auf wenige hundert Quadratkilometer im südkaukasischen Hochland beschränt. Abertausende Zugvögel wie Kraniche, Pelikane, Wildenten und Gänse rasten im Herbst und Frühling auf ihrem Weg in die Winter- und Sommerquartiere in den nahrungsreichen Flussauen, Feuchtwiesen und Mooren, um die notwendigen Energiereserven für ihre lange Reise zwischen Eurasien und Afrika aufzufüllen. Sechs Störarten und der Hausen, auch Belugastör genannt, wandern in der Laichzeit vom Kaspischen und Schwarzen Meer die Flüsse hinauf. Dort finden sie im sandigen Untergrund der Flussbette optimale Laichbedingungen. Saubere Flüsse ohne Dämme oder Staustufen sind daher für sie besonders wichtig. Von 6.500 bislang erfassten höheren Pflanzen im Kaukasus wachsen 1.600 Arten ausschließlich dort. Nirgendwo sonst in den gemäßigten Breiten der Erde gibt es eine vergleichbar hohe Zahl. Auch vertraute Büsche und Bäume aus unseren Gärten stammen aus dem Kaukasus – wie zum Beispiel einige Rhododendrenarten.

 

Donnerstag

Erdbeere – Königin der Beeren

 

Was dem Himmel die Sterne und den Blumen die Rose, und zur Familie der Rosengewächse gehört die Majestätische selbst, ist den Früchten die Beere, genauer: die Erdbeere. Und Frau Königin ist jetzt reif. Errötet. Ihr weiches, wässrig-aromatisches Fruchtfleisch unter der zarten Haut nebst der dem Kaviar ähnlichen kleinen gelben Nüsschen obenauf, die zerknacken, offenbaren Sensationen auf der Zunge. Weich und hart, welche Wonne, und zugleich einzigartige Süße – ein geschmackliches Gedicht. (Aus dem Artikel „Errötete Königin“ von Petra Mies in: Frankfurter Rundschau vom 24. Mai 2008)

 

Freitag

Spinnen

 

Auf einem Hektar Wiese können bis zu sechs Millionen Spinnen leben. Laubwälder beherbergen bis zu 400 Spinnen je Quadratmeter. Viele der über 800 in der Bundesrepublik nachgewiesenen Spinnenarten jagen nur in einem ganz bestimmten Lebensraum – manche am Boden, andere in der Vegetation darüber, im Gebüsch oder in höchsten Baumwipfeln, mit oder ohne Netz. Wegen dieser „Arbeitsteilung“ ist die Erhaltung ihrer Vielfalt äußerst wichtig. Ohne Spinnen wäre die ganze Erde in wenigen Wochen von Schädlingen kahlgefressen. Die in Deutschland lebenden Spinnen verzehren jedes Jahr eine Nahrungsmenge, überwiegend Insekten, die etwa so viel wiegt wie die gesamte deutsche Bevölkerung.  Forscher aus Deutschland, Schweden und der Schweiz haben hochgerechnet, dass alle Spinnen auf der Welt im Jahr zusammen zwischen 400 und 800 Millionen Tonnen Insekten und andere Kleinsttiere fressen. Sie berichteten darüber im Magazin The Science of Nature vom April 2017. Wisenschaftliche Berechnungen gehen davon aus, dass der gesamte Erdball unter einer mehrere Zentimeter dicken Schicht von Insekten ersticken würde, gäbe es keine Spinnen mehr. Die schon seit 400 Millionen Jahren existierenden Gliederfüßer sind extrem robust und anpassungsfähig (Wissenschaftler haben kürzlich in einem Bernstein, der aus einer abgelegenen Region in Myanmar stammt, eine rund 100 Millionen Jahre alte Spinne mit Schwanz entdeckt, womit sich das Tier von allen bekannten lebenden Spinnenarten unterscheidet; sie berichten darüber in der Zeitschrift Nature Ecology & Evolution 2, 614–622/2018).
Auch wenn die Erbauer meist gut versteckt sind – ihre Kunstwerke sind überall zu bewundern. Bis zu einen halben Meter im Durchmesser können die auffälligen Netze der bei uns noch häufigen Gartenkreuzspinne erreichen. Ein komplexes Geflecht aus Rahmenfäden, Naben, Hilfs- und Fangspiralen. Gebilde, die nicht nur Naturromantiker in Staunen versetzen.
Längst hat sich auch die Spinnenforschung der filigranen Gebilde angenommen. Damit so ein Radnetz zustande kommt, muss die Spinne allein für den Spiralfaden bis zu 17,33 Meter Spinnenseide und für die Rahmenfäden noch einmal 5,67 Meter aus ihren „Spinndrüsen“ herauspressen. Im Netz sorgen um die 1200 Anheftungspunkte der hauchdünnen Fäden für eine ordentliche Baustatik.
Je nach Funktion kann die Gartenkreuzspinne ganz verschiedene Fäden produzieren. Der voll recycelbare Naturfaden ist dabei von hoher Reißfestigkeit bei gleichzeitig großer Elastizität, wie sie von keinem anderen natürlichen oder künstlichen Material bekannt sind. Zur Produktion des Seidenfadens und Bau des Netzes bedarf es weder Techniker noch Architekten. Sie sind vielmehr das Ergebnis eines Jahrmillionen langen Ausleseprozesses. Das dabei entstandene Naturprodukt ist ein Kompromiss, bei dem Arbeitsaufwand, Spinnstoffverbrauch und Wirksamkeit der Netzfalle berücksichtigt werden.

 

Samstag

Tintenfische

 

Tintenfische gehören zu den faszinierendsten und vielseitigsten Geschöpfen der Erde. Sie haben ein einmaliges Repertoire an Überlebenstricks entwickelt. So können sie sich perfekt tarnen. Obwohl farbenblind, verschmelzen sie farblich, auch in den Augen ihrer Jäger, mit ihrem Hintergrund. Die Übereinstimmung ist in vielen Details erstaunlich perfekt, berichteten US-Forscher im Mai 2011 im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Sie hatten die Haut getarnter Tiere und deren Umgebung mit Hilfe einer neuen Bildgebungstechnik analysiert. Außerdem simulierten sie die Sehfähigkeit der Fische, Vögel und Meeressäuger, denen Tintenfische als Nahrung dienen. Tatsächlich sind die getarnten Kopffüßer für ihre Räuber kaum mehr zu erkennen. Noch ist jedoch unklar, wie den geschickten Tintenfischen die Tarnung ohne eigene Farbsicht gelingt.

Tintenfische können nicht nur die Farbe verändern, sondern sogar zwischen Transparenz oder dunkler Färbung wechseln – je nachdem, welche Bedingungen an der Grenze zur Tiefsee vorherrschen. Der Wechsel geschieht innerhalb von Sekunden, haben die amerikanischen Biologen Sarah Zylinski und Sönke Johnsen vor der Duke University in Durham/North Carolina beobachtet. Transparent sind die Tiere in diffuserem Licht nahezu unsichtbar. Doch in größeren Tiefen, wenn etwa Räuber mit Hilfe von Biolumineszenz selbst Licht produzieren, schützt sie eine schwarze oder dunkelrote Farbe besser vor der Entdeckung, berichteten die Forscher Ende 2011 im Fachblatt „Current Biology“.

Wenn sich ein Hai nähert, halten Tintenfische den Atem an und verharren bewegungslos am Boden. Sie erzeugen dann weniger elektrische Felder, die von Fressfeinden mit Elektrosensoren erspürt werden können, haben US-amerikanische Biologen herausgefunden. Eine Flucht wäre für die Tiere die riskanteste Reaktion auf einen nahenden Jäger.

 

Sonntag

Traumschlaf

 

In der Redensweise „Schlaf heilt alle Wunden“ steckt offenbar mehr Wahres als gedacht. Forscher haben herausgefunden, dass unser Gehirn schmerzhafte und emotionale Erfahrungen vor allem während des Traumschlafs verarbeitet. Dabei werde das Erlebte zwar als Erinnerung gespeichert, die damit verbundenen Gefühle würden aber stark gedämpft, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Current Biology vom 25. November 2011. „Die Traumphase des Schlafes liefert uns eine Art Übernacht-Therapie, die die scharfen Kanten der emotionalen Erfahrungen des Tages glättet“, sagt Erstautor Matthew Walker von der University of California in Berkeley. Dadurch erinnere man sich am nächsten Tag zwar noch an belastende Ereignisse, aber diese Erinnerung rufe nicht mehr die volle Wucht der damit verbundenen Gefühle hervor.

 


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