21. Kalenderwoche (18.–24. Mai 2020)

 

Mars  Dünen  Vatnjökull-Nationalpark  Wiesenschaumkraut  Bienen  Papageien  Spielen

 

 

Montag

Mars – der Rote Planet

 

Der Mars ist, von der Sonne aus gesehen, der vierte Planet im Sonnensystem und der äußere Nachbar der Erde. Er ist der erdähnlichste Planet. Sein Durchmesser ist mit knapp 6800 Kilometer etwa halb so groß wie der Erddurchmesser, sein Volumen beträgt gut ein Siebentel der Erde. Damit ist der Mars nach dem Merkur der zweitkleinste Planet des Sonnensystems. Mit einer durchschnittlichen Entfernung von 228 Millionen Kilometern ist er rund eineinhalb Mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Wegen seiner orange- bis blutroten Farbe wurde er nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt und wird oft auch als der rote Planet bezeichnet. Diese Färbung geht auf Eisenoxid-Staub (Rost) zurück, der sich auf der Oberfläche und in der dünnen CO2-Atmosphäre verteilt hat. Da die Rotationsachse des Mars ähnlich wie die der Erde um 25 Grad zur Senkrechten auf seiner Bahnebene geneigt ist, kommt es auf dem Planeten ebenfalls zu Jahreszeiten. Sie dauern allerdings etwa doppelt so lange wie die irdischen, da Mars zwei Jahre benötigt, um einmal um die Sonne zu gelangen.
Der über 24 Kilometer hohe Mars-Vulkan Olympus Mons ist der höchste Berg und der gewaltigste Vulkan unseres Sonnensystems. An seiner Basis hat er einen Durchmesser von etwa 600 Kilometern. Die Caldera – die runden Einsturzkrater in der Mitte – erreicht eine Tiefe von drei Kilometern. Die gewaltige Höhe von Olympus Mons wurde möglich, weil die Anziehungskraft auf dem Roten Planeten geringer ist als auf der Erde.
Olympus Mons liegt in der sogenannten Tharsis-Aufwölbung, einer Vulkanprovinz, die so groß wie ganz Europa ist. Am östlichen Rand von Tharsis beginnt eine zweite geologische Struktur von gewaltigen Dimensionen: das Talsystem der Valles Marineris. Mit den Valles Marineris, einem insgesamt mehr als 4000 Kilometer langen und bis zu sieben Kilometer tiefen, oft auch Grand Canyon des Mars bezeichneten Graben besitzt der Mars das größte Grabenbruchsystem des Sonnensystems. Im Jahr 2017 haben Wissenschaftler von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften auf dem Grund der Valles Marineris ein Gebiet mit 130 kleinen Vulkanen entdeckt – wo einst vielleicht sogar Leben existiert haben könnte. Im Osten des Talsystems stießen die Wissenschaftler auf Minerale mit einem hohen Siliziumanteil und an einem Kegel sogar auf opalartige Substanzen. Opale sind amorphe, wasserhaltige Silikatminerale, die keine Kristallstruktur ausgebildet haben. Diese Zusammensetzung kann entstehen, wenn Minerale aus übersättigten heißen Lösungen ausfallen und mineralisieren. Auf der Erde bildet eine solche warme, energiespendende und mineralreiche Umgebung den optimalen Lebensraum für Mikroorganismen.
Der Mars besitzt zwei kleine, unregelmäßig geformte Monde, die 1877 entdeckt wurden: Phobos und Deimos (griechisch für Furcht und Schrecken).

Forscher haben nach eigenen Angaben erstmals einen See aus flüssigem Wasser auf dem Mars gefunden. Der rund 20 Kilometer breite See liegt demnach rund 1,5 Kilometer unter dem Eis des Mars-Südpols. Das berichtet ein Team um Roberto Orosei vom italienischen Nationalen Institut für Astrophysik in Bologna am 24. Juli 2018 im US-Fachblatt Science.

Ende April leuchtet der Planet Venus abends hoch am Westhimmel in maximalem Glanz. Ende Mai zieht er sich vom Abendhimmel zurück.

 

Dienstag

Dünen

 

Dünen sind ein empfindliches Stück Natur, und die kleine Berglandschaft schützt die Küste auf natürliche Weise. Sie entsteht durch den Wind. Er bläst den Sand zusammen, und auf den Sandhügeln wachsen dann robuste Pflanzen, die an diesen Lebensraum angepasst sind.

Den festen spröden Stängeln und Blättern der Dünengräser kann der heiße Sandwind nichts anhaben. Dem starken Wind widerstehen sie durch ihre meterlangen Wurzeln. Damit halten sie den Sand unter sich fest. Wenn der Wind sie mit Sand zuschüttet, wachsen sie oben wieder heraus. Erst durch die langen Wurzeln und Sprosse der Dünengräser kann sich aus losem Sand eine Düne bilden. Wenn aus abgestorbenen Teilen der Gräser Humus entsteht, können auch andere Pflanzen dort Fuß fassen. Je älter die Düne wird, umso mehr ändern sich die Pflanzendecke und der farbliche Eindruck.

„Wie mannigfaltig ist der Aufbau der Dünen, diese wunderbaren Gebilde von Sandstürmen und Fluten, die eigenartigen Täler, von welchen eins kaum dem anderen gleicht, der außerordentliche Reichtum der Pflanzenwelt, mehr als 800 Arten aus allen Formationen, außer den eigentlichen Dünenpflanzen solche der Geest (Wald, Wiesen, Heide Sumpf), des Moores und der Marsch, auf den Hellern, die dem Binnenland fehlenden Salzpflanzen dem sinnigen Naturfreunde Bewunderung, dem Forscher reiche Anregungen bietend.“ (Otto Leege, 1862–1951, deutscher Pädagoge und Naturwissenschaftler)

Sie sind vielleicht das puristischste aller Naturschauspiele, kilometerweite Sandwogen in monochromem Beige.

 

Mittwoch

Vatnajökull-Nationalpark

 

Vatnajökull ist der größte Gletscher Islands und zudem außerhalb des Polargebiets auch der größte Europas. Seine Fläche beträgt rund 8100 Quadratkilometer, was etwa acht Prozent der Fläche Islands entspricht. Das Eisvolumen wird auf über 3.000 Kubikkilometer geschätzt. Eine seiner Gletscherzungen kalbt an der Südküste in die Lagune Jökulsarlon: Zum Teil über tausend Jahre altes, hochkomprimiertes und reines Eis treibt dann im Gletschersee. An warmen Tagen tauen die Eisberge, die Oberfläche wird glatt und reflektiert strahlendes Blau. Die anderen Farbtöne des Lichtspektrums werden verschluckt und für unser Auge unsichtbar. In den Vertiefungen sammelt sich schmutziges Gletscherwasser, denn immer wieder fällt Asche aus einem der vielen Vulkane Islands auf die Gletscher herab. Mit Schmelzwasser vermischt entsteht so ein schmutzig-grauer Cocktail in tausendjährigem Eis.

Am 7. Juni 2008 wurde das Gebiet des Gletschers in den neu gegründeten Vatnajökull-Nationalpark eingegliedert. Er nimmt mit 13.000 Quadratkilometern etwa 13 Prozent der Fläche Islands ein und ist damit der größte Nationalpark in Europa. Vulkanisches Feuer, Gletschereis, Wassermassen und Wind haben ein Areal von wilder Schönheit geschaffen. Majestätisch zeigt sich die Mischung aus Lava-Formationen, Sanddünen, Bergen und Gletschern. Eines der spektakulärsten Naturschauspiele ist der sogenannte „jökulhlaup“, ein Gletscherlauf: Durch Vulkanaktivitäten unter der Eisdecke stauen sich große Mengen Schmelzwasser in subglazialen Seen an, die bei einem neuerlichen Ausbruch in Form von Flutwellen austreten können und die umliegenden Ebenen und Täler überschwemmen. Dadurch entstehen einzigartige Sanderflächen, verzweigte Flusssysteme und tief eingeschnittene Schluchten. Das Grundwasser der vulkanischen Gebiete ist zudem Lebensraum für endemische Tierarten, die die letzte Eiszeit überlebt haben.

Im Jahr 2019 wurde der Nationalpark Vatnajökull in das Weltnaturerbe der Unesco aufgenommen.

 

Donnerstag

Wiesenschaumkraut

 

Das Wiesenschaumkraut ist noch nicht wirklich selten. Im April und Mai verwandelt es feuchte Wiesen oft noch in ein weißrosa Blütenmeer. Das freut den Aurorafalter, dessen Raupen an den Blättern nagen – und nur dort. Das freut auch den Naturkostler, denn die Blätter und jungen Sprossen schmecken ähnlich wie Kresse würzig und gut. Indes: Feuchtwiesen sind schwer zu bewirtschaften und werden daher oft drainiert. Mit dem Grundwasser verschwindet das Wiesenschaumkraut. Und mit ihm der Aurorafalter und die Wiesenschaumzikaden, die dem Kraut den Namen gegeben haben. In Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern ist es schon soweit. Dort steht das Wiesenschaumkraut bereits auf der Roten Liste.

 

Freitag

Bienen

 

Bienen leben seit 40 Millionen Jahren auf unserem Planeten. Da sie in erheblichem Maße zum Erhalt von Wild- und Kulturpflanzen und deren Erträgen beitragen, ist ihre ökologische Bedeutung beträchtlich. Bienen zählen weltweit zu den wichtigsten Bestäubern. Bis zu 4400 Blüten fliegt die Honigbiene täglich auf der Suche nach Nektar an und legt dabei eine Strecke von durchschnittlich 85 Kilometern zurück. Rund 80 Prozent des hiesigen Obst-, Getreide- und Gemüseanbaus ist auf die Bienen angewiesen. Wenn sie Obstbaumblüten bestäuben, haben die Früchte eine höhere Qualität, sind größer, gleichmäßiger geformt und schwerer. Bestäubung der Blüten durch die Bienen ist aber nicht nur für viele Nutzpflanzen unersetzbar, sondern auch für Wildpflanzen: Sie sind Teil der Nahrungskette, und mit der ausbleibenden Bestäubung ist unsere gesamte Kulturlandschaft und der Fortbestand vieler Tierarten bedroht. Die Bienen wiederum sind umgekehrt auf Blütenstaub und Nektar der Pflanzen als ihre einzige Nahrung angewiesen. Es ist ein Kreislauf von Geben und Nehmen. Nach Auskunft des Weltrats für Biodiversität werden 75 Prozent der Nahrungspflanzen und 90 Prozent der wildwachsenden Blütenpflanzen von Tieren bestäubt.

Die Honigbiene (Apis mellifera) ist wie kaum ein anderes Tier mit dem Leben der Menschen eng verknüpft. Vermutlich ist die Biene das erste Tier, das der Mensch in Pflege nahm, indem er für die Schwärme Unterkünfte bereitstellte. Wahrscheinlich wurden bereits in der Steinzeit hohle Baumstämme in die Nähe der Behausungen geholt, um wilde Bienen dort anzusiedeln. Der bislang älteste Beleg für die Vebindung von Mensch und Biene ist etwa 10.000 Jahre alt. In den Cuevas de la Araña, einer Gruppe von Höhlen im Osten Paniens, wurden Zeichnungen entdeckt, die einen Mann zeigen, der Honig aus dem Bienenbau holt.

Weltweit gibt es rund 20.000 Bienenarten, davon gelten 39 in Europa als verschollen oder ausgestorben. 586 davon sind in Deutschland heimisch. Weltweit schwindet die Zahl der Bienenvölker in den letzten Jahren zunehmend. Unklar ist noch, wer oder was die Auslöser dafür sind. Aus Forschungsergebnissen wird aber immer deutlicher, dass verschiedene Faktoren zusammenwirken: die Klimaveränderung, Parasiten und sekundäre Krankheitserreger sowie nicht zuletzt die zunehmend industrialisierte Landwirtschaft mit dem damit verbundenen Einsatz von Pestiziden und der dadurch bedingten fehlenden Pflanzenvielfalt.

Der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm „More than Honey“ des Schweizer Regisseurs Markus Imhoof aus dem Jahr 2012 thematisiert das Drama des weltweiten Bienensterbens am Beispiel einer einzigen Biene und zeigt die Wertschöpfungskette des Honigs bis hin zum Menschen.

Neben der Honigbiene sind derzeit 585 Arten von Wildbienen für Deutschland nachgewiesen. Wildbienen werden dringend benötigt, da sie auf andere Pflanzen spezialisiert sind als Honigbienen. Da sie häufig kleiner sind, gelangen sie in Blüten, die Honigbienen verschlossen sind. Seit 2013 wählt der Arbeitskreis Wildbienen-Kataster in Stuttgart die Wildbiene des Jahres. Die Kampagne will zeigen, wie stark diese Tiere heute in ihrem Bestand bedroht sind. Wildbiene des Jahres 2020 ist die Auen-Schenkelbiene.

Erstmals ist die Wallace-Riesenbiene wieder gesichtet worden. Forscher berichteten am 21. Februar 2019, sie hätten Exemplare der größten Bienenart der Welt auf einer Molukken-Insel in Indonesien entdeckt. Die Bienenart war laut der Umweltschutzorganisation Global Wildlife Conservation (GWC) zuletzt 1981 in freier Wildbahn gesichtet worden. Es sei „einfach unglaublich“ gewesen, „tatsächlich zu sehen, wie schön und groß diese Art ist, das Geräusch ihrer riesigen Flügel zu hören“, sagte Bienenfotograf Clay Bolt in einer Mitteilung.

20. Mai: Weltbienentag

 

Samstag

Papageien

 

Papageien leben in der geologischen Gegenwart auf allen Kontinenten mit Ausnahme von Europa und Antarktis. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in den Tropen und Subtropen. Allen Papageien gemeinsam ist die aufrechte Körperhaltung und der kräftige Schnabel. Sie ernähren sich von Samen, Beeren, Früchten, Blüten und Knospen sowie Wurzeln. Viele Arten fressen auch Insekten und deren Larven. Die Herkunft des Wortes „Papagei“ ist nicht ganz klar. Die wissenschaftliche Bezeichnung Psittaciformes leitet sich vom antiken Psittacus oder Sittacus ab, das wiederum eine Übernahme aus dem Altindischen ist. Weitere Bezeichnungen wie Kakadu oder Ara stellen ebenso Übernahmen aus Sprachen der jeweiligen Herkunftsgebiete dar oder besitzen geografische Bezüge. Fast 50 Prozent aller Papageienarten sind bedroht, fast 25 Prozent der Arten sehr stark gefährdet. Die Hauptgründe hierfür sind die anhaltende Lebensraumzerstörung, wie etwa durch Brandrodung oder Besiedelung auf der einen Seite, aber auch nach wie vor der Vogelhandel, der immer noch Wildfänge anbietet.

Der Kakapo, der nur in Neuseeland vorkommt, sei der „größte, fetteste und flugunfähigste Papagei der Welt“, schrieb der britische Zoologe Mark Carwardine einmal. Kakapos leben auf dem Waldboden, legen dort ihre Eier und haben keinerlei Verteidigungsstrategien. Der Nachtpapagei („Kakapo“ bedeutet „Nachtpapagei“) wäre vor wenigen Jahren fast ausgestorben, weil ihn Ratten, Marder, Frettchen, Katzen und andere Tiere bedrohten, die Siedler eingeschleppt hatten. Am Tiefpunkt der Artbestands in der 1990er Jahren gab es weniger als 50 Exemplare. Heute sind es – dank des Einsatzes von Experten aus vielen Ländern – wieder dreimal so viele. Wie die neuseeländische Naturschutzbehörde im August 2019 mitteilte, gebe es jetzt wieder 200 der Tiere, die aus der Küken-Phase herausgewachsen seien. Das sei wohl der höchste Wert seit mindestens 70 Jahren. Vor Beginn der Brutsaison lebten weniger als 150 der Vögel auf den Inseln Codfish Island und Anchor Island.

Neuseeländische Papageien stecken sich durch bestimmte Schreie gegenseitig mit Spielfreude an, schrieben Forscher um Raoul Schwing von der Veterinärmedizinischen Universität Wien in der Fachzeitschrift „Current Biology“ (März 2017) Demnach gelingt es Keas mit einem speziellen Laut, ihre Artgenossen zum Spielen zu animieren. Bislang seien solche „emotional ansteckenden“ Töne nur bei Säugetieren bekannt gewesen. „Keas verfügen nicht nur über erstaunliche kognitive Fähigkeiten, etwa beim Umgang mit Gegenständen, sondern auch über ein komplexes Spielverhalten“, berichtet Schwing. „Dabei stoßen sie spezielle Laute aus.“ In einem Experiment spielten die Forscher wildlebenden Keas fünf Minuten lang Spiellaute von anderen Keas vor, die sie zuvor aufgenommen hatten. Einige der Vögel begannen dann spontan zu spielen. Als Kontrolle dienten andere Rufe der Papageien sowie des Südinsel-Rotkehlchens. Durch diese Laute wurde aber kein Kea zum Spielen gebracht. „Das zeigt, dass das Trällern einen ähnlich ansteckenden Effekt hat wie das Lachen bei uns Menschen“, sagte Schwing. „Wenn Tiere lachen können, dann sind wir nicht so anders als sie.“ Die Keas – benannt nach ihrem Ruf „Kea Kea“ – werden etwa 45 Zentimeter groß. Die Papageien mit ihrem olivfarbenen Federkleid gelten nicht nur als spielverliebt, sondern auch als schlau und neugierig. Nach Angaben der Tierschutzorganisation Kea Conservation Trust gibt es auf Neuseelands Südinsel davon heute allerdings nur noch etwa 5000 Exemplare.

 

Sonntag

Spielen

 

Spiele haben einen Selbstzweck. Man spielt um des Spielens willen. Genauer gesagt spielen wir, um einen gewissen „flow“ zu erleben beziehungsweise eine optimale Beanspruchung von Körper und Geist zu erfahren, ohne dass wir uns dafür – und das ist der Knackpunkt – konzentrieren müssen. Wir gehen quasi im Spiel auf, nehmen es nicht mehr als eine bestimmte Tätigkeit wahr, sondern vergessen uns und die Zeit im Spiel.

Das zweckfreie Spiel erwächst unmittelbar aus dem Spieltrieb. Das Kind verfolgt dabei nicht die Absicht zu lernen oder gesund zu werden. Der zweckfrei Spielende lebt die reine Funktionslust der Bewegung, der Phantasie, der Kreativität oder der Sprache aus. Er bedarf dazu keiner weiteren Begründung oder Rechtfertigung. Die Wissenschaft spricht von primärmotiviertem Spielen. Auch das Spiel der Tiere folgt weitestgehend der Funktionslust, nicht bestimmten Lernabsichten.

Diese originäre Art des Spiels hat Friedrich von Schiller mit seinem viel zitierten Satz im Blick: „Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ (Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen, 1795, 15. Brief)

Das Spiel „ist Ausdruck einer Freiheit ohne jeglichen Zwang, es wird darin eine Welt ohne jeglichen praktischen Nutzen erschaffen, in der es keinen Profit und keine persönlichen Vorteile gibt“. (Leonardo Boff, Herzenssache. Warum uns die Vernunft allein nicht weiterbringt, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer 2016, 114)

28. Mai: Weltspieltag

 


RSS