20. Kalenderwoche (16.–22. Mai 2022)

 

Gezeiten Lebensraum Salzwiese
Great Barrier Reef
Maiglöckchen Bienen
(Riesen-)Schildkröten Familie, Freunde

 

 

Montag

Gezeiten

 

Wenn sich am Strand das Wasser ganz langsam zurückzieht, dann hat der Mond seine unsichtbare Hand im Spiel. Doch wie die Höhe und die Dauer der Gezeiten im Einzelnen zustande kommen, ist nur mit dem Zusammenwirken der Anziehungskräfte zwischen Erde und Mond sowie zwischen Erde und Sonne zu erklären. Auch die Neigung der Erdachse, die Neigung der Erdumlaufbahn zur Bahn des Mondes sowie die Geografie beeinflussen die Gezeiten. Das Grundphänomen spielt sich jedoch zwischen Erde und Mond ab. Die Gravitationskraft des Mondes zerrt an der Materie des Planeten. Weil die Stärke dieser Kraft sich mit zunehmendem Abstand verringert, entstehen die Gezeiten.

Auf den Mond bezogen dauert eine Erdumdrehung knapp 25 Stunden. In dieser Zeit gibt es an den meisten Küsten je zweimal Hochwasser und zweimal Niedrigwasser. Bei Voll- und Neumond addieren sich die Gezeitenkräfte von Sonne und Mond zu einer besonders großen Tide, der Springtide, bei Halbmond dagegen ergibt sich eine besonders kleine Tide, die Nipptide. Die Gezeitenkräfte der Sonne betragen etwa 46 Prozent derjenigen des Mondes. Besonders große Gezeitenkräfte und Springtiden ergeben sich, wenn sich zusätzlich der Mond im erdnahen Bereich seiner Umlaufbahn befindet. Durch die zur Erdachse veränderliche Neigung der Mondbahn ergibt sich eine etwa jährliche Variation der Tiden.

Tausende Touristen haben am 21. März 2015 am Klosterberg Mont-Saint-Michel an der nordfranzösischen Küste das Naturspektakel einer „Jahrhundertflut“ bestaunt. Das Wasser stieg am Samstagmorgen rasch an und umschloss schließlich die Weltkulturerbestätte komplett. Der Meeresspiegel stieg vom tiefsten Punkt der Ebbe bis zum höchsten Punkt der Flut um rund 14 Meter. Möglich wird diese sogenannte Jahrhundertflut, die in Wirklichkeit alle 18 Jahre vorkommt, durch die Tatsache, dass Erde, Mond und Sonne seinerzeit auf einer Achse lagen. Dadurch wirken die Anziehungskräfte von Mond und Sonne auf das Meereswasser, die für Flut und Ebbe verantwortlich sind, besonders stark.

Die von Sonne und Mond erzeugten Gezeitenwellen sorgen für eine Durchmischung der Meere. Besonders in der Nähe ausgeprägter Unterwasserlandschaften wie Meeresrücken oder unterseeischen Bergen werden die Wassermassen von oben nach unten umverteilt, schreiben australische und US-Wissenschaftler im Fachblatt „Science“ (Bd. 301). Ein Großteil der Energie, die für diese Prozesse nötig ist, stecke in den Gezeitenwellen.

Montag, 16. Mai 2022, 06:14:12 Uhr: Vollmond

Detaillierte Informationen zum Sternenhimmel im Mai 2022 finden Sie zum Beispiel hier.

 

Dienstag

Lebensraum Salzwiese

 

Salzwiesen bilden den natürlichen Übergang und die biologische Grenze zwischen Land und Meer. Periodisch oder unregelmäßig werden sie vom Meer überflutet. Salzwiesen oder Salzsümpfe finden sich weltweit, in der gemäßigten Klimazone an strömungsarmen Flachküsten im Bereich der mittleren Hochwasserlinien, unter tropischen Klimabedingungen bei entsprechenden geomorphologischen Voraussetzungen als Mangrovenwälder. Die artenreichen Lebensgemeinschaften aus Salzpflanzen und den in Salzwiesen lebenden Tieren sind an die Überflutung und hohe Salzgehalte des Meereswassers und des Bodens in höchstem Maße angepasst. (Quelle: Wikipedia)

Mit allen Tricks gegen das Salz

Die Salzwiesen, in Ostfriesland auch Heller genannt, werden regelmäßig vom Nordseewasser überflutet. Die Pflanzen halten feinste Schwebstoffe aus dem Wasser zurück. Dadurch wächst die Salzwiese allmählich in die Höhe. Je höher der Boden aufwächst, umso seltener wird er überflutet.
Die Salzwiesenpflanzen haben verschiedene Überlebensstrategien gegen das Salzwasser entwickelt. Manche Pflanzen scheiden überflüssiges Salz über Drüsen aus (z.B. der Strandflieder). Andere werfen salzhaltige Blätter oder Haare ab. Viele schützen sich mit einer wachshaltigen Oberhaut gegen den Verlust von Süßwasser und verhindern damit eine zu hohe Salzkonzentration. Der Queller verdünnt das aufgenommene Salz mit Wasser und wird dadurch dick und fleischig – er „quillt“ auf.
In einer naturbelassenen Salzwiese leben bis zu 2000 Tierarten, vor allem Insekten und Spinnen. Sie trotzen Salzeinfluss, Wind und Wellenschlag, indem sie ihre Wohnbauten verschließen oder in hohlen Pflanzenstängeln ausharren.
Etwa 25 Vogelarten brüten in den Salzwiesen, darunter Rotschenkel, Austernfischer und verschiedene Möwen- und Seeschwalbenarten.

Schautafel auf der Insel Juist

 

Mittwoch

Great Barrier Reef

 

Das Great Barrier Reef vor der nördlichen Ostküste Australiens gilt als der größte lebende Organismus der Welt. Dieses größte Korallenriff der Erde hat eine Gesamtlänge von 2300 Kilometern und erstreckt sich über eine Fläche von 345.000 Quadratkilometern; damit ist es größer als Italien. Es besteht aus mehr als 3000 Einzelriffen, die die Heimat von 1500 Fisch- und 400 Korallenarten bilden. Seit Millionen von Jahren ist das Great Barrier Reef langsam herangewachsen. Seine Erbauer sind unzählige Polypen, die sich in ein schützendes Kalkskelett hüllen. Diese auch Hart-Korallen genannten Tiere haben das größte von Lebewesen geschaffene Bauwerk der Erde entstehen lassen, das sogar aus dem Weltraum gut zu sehen ist.

Das Great Barrier Reef, das im Jahr 1981 durch die Unesco zum Weltnaturerbe erklärt wurde, beherbergt eine unglaubliche Artenvielfalt vom mikroskopisch kleinen Plankton bis hin zu 100-Tonnen-Walen. Es umfasst laut WWF ein Drittel der weltweit vorhandenen Weichkorallen und 411 Typen von Hartkorallen. Sechs von sieben bedrohten Meeresschildkrötenarten sind hier zu finden. Die 360 Hart- und 80 Weichkorallenarten dieses einzigartigen Ökosystems sind Heimat für über 1500 Fischarten, 1500 Schwammarten, 5000 Weichtierarten und 200 Vogelarten. Viele von ihnen sind vom Aussterben bedroht.

Die Unesco hat Australien am 23. Juli 2021 eine weitere Bewährungsfrist eingeräumt und das Great Barrier Reef nicht sofort, wie zuvor angedeutet, auf die Liste der gefährdeten Weltnaturerbe gesetzt.

Im Oktober 2020 haben Meeresforscher im Great Barrier Reef ein riesiges, freistehendes Korallenriff entdeckt. Das Riff ist mehr als 500 Meter hoch, an seiner Basis 1,5 Kilometer breit und liegt an seinem obersten Punkt 40 Meter unter der Meeresoberfläche.

Im Jahr 2016 hat das Great Barrier Reef die nach den Massenbleichen in den Jahren 1998 und 2002 schlimmste bis dato je erfasste Korallenbleiche erlebt. In einer 700 Quadratkilometer großen Region im nördlichen Teil des Riffs seien zwei Drittel der Korallen abgestorben, manche Korallenbänke hätten gar keine lebenden Korallen mehr, teilten Forscher der James-Cook-Universität im Bundesstaat Queensland am 29. November 2016 mit. Als Bleiche wird ein Verblassen der farbenprächtigen Steinkorallen bezeichnet: Steinkorallen sind normalerweise eine Lebensgemeinschaft aus Polypen und Algen. In Stresssituationen, wozu hohe Wassertemperaturen, aber auch Stickstoff aus Abwässern und Düngemitteln zählen, stoßen die Nesseltiere die für die Färbung sorgenden winzigen Algen, sogenannte Zooxanthellen, ab, mit denen sie sonst in einer Gemeinschaft zu gegenseitigem Nutzen leben. Zurück bleiben die bleichen, leeren Korallenskelette.
Im Jahr 2017 musste das Riff bereits das zweite Jahr in Folge eine Korallenbleiche verkraften. Bislang lagen zwischen den Bleichen im Great Barrier Reef immer einige Jahre, in denen sich das Riff erholen konnte. Laut Experten sind dazu normalerweise fünf Jahre erforderlich. Von dieser Korallenbleiche war fast ein Drittel des Great Barrier Reefs betroffen. Die Erwärmung schädigte die Korallen auf einer mehr als 1000 Kilometer langen Strecke des Riffs, berichten Wissenschaftler aus Australien und den USA am 18. April 2018 in der Fachzeitschrift Nature. Nach einer Untersuchung australischer Wissenschaftler ging die Zahl neuer Korallen im Great Barrier Reef im Jahr 2018 um 89 Prozent zurück. In manchen Gebieten waren es sogar 95 Prozent, wie das Team im Fachmagazin „Nature“ berichtet. Grundlage für den Vergleich waren Jahre mit normalem Wachstum.
Wie die Great Barrier Reef Marine Park Authority (GBRMPA) am 26. März 2020 mitteilte, sind Teile des Great Barrier Reef wegen wärmerer Meerestemperaturen erneut von einer massiven Korallenbleiche heimgesucht worden – der dritten binnen fünf Jahren. Luftüberwachungen hätten gezeigt, dass einige südliche und bisher ganz oder weitgehend verschont gebliebene Gebiete des weltgrößten Riffs eine gemäßigte oder sogar schwere Bleiche aufwiesen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der australischen James-Cook-Universität in Queensland berichteten unter Berufung auf aktuelle Luftaufnahmen von 1036 Einzelriffs, dass sich die Bleiche in allen drei Regionen des größten Korallenriffsystems der Welt so stark ausgebreitet hat, wie es bisher so noch nie beobachtet wurde.
Angesichts wärmerer Meerestemperaturen ist das Great Barrier Reef vor Australiens Nordostküste erneut einer ernsthaften Korallenbleiche ausgesetzt. Luftaufnahmen hätten eine weit verbreitete Bleiche entlang des rund 2300 Kilometer langen Naturwunders gezeigt, teilte die für das Riff zuständige Marineparkbehörde (GBRMPA) am 18. März 2022 mit. Die Auswirkungen an der Weltnaturerbe-Stätte reichten „von geringfügig bis schwerwiegend“. – Inzwischen scheint sich das Riff, zumindest teilweise, wieder zu erholen.
Einer am 14. Oktober 2020 im Fachblatt „Proceedings of the Royal Society B“ veröffentlichten Studie zufolge hat das Great Barrier Reef innerhalb von gut zwei Jahrzehnten mehr als die Hälfte seiner Korallen verloren. Betroffen seien Korallen fast aller Gruppen und sämtlicher Größenordnungen, berichten Forscher nach einer systematischen Bestandsaufnahme. Die Entwicklung begründen die Forscher vor allem mit den hohen Wassertemperaturen und den resultierenden Korallenbleichen in den Jahren 2016 und 2017. Klimaprognosen zufolge werden in den kommenden Jahrzehnten praktisch alle Korallenriffe weltweit Korallenbleichen ausgesetzt sein, sofern der Ausstoß von Treibhausgasen nicht zurückgehe.

Auch der Kohlebergbau sowie Waldrodungen an der Küste bedrohen das Riff. Wissenschaftlern zufolge fördern die Rodungen die Bodenerosion. Mehr Sediment rutsche in den Ozean und blockiere dort das einfallende Sonnenlicht, was zum Absterben von Korallen und Seegras führe. Die Abholzung von Bäumen an den Küsten hat sich mit 300.000 Hektar pro Jahr seit 2011 mehr als verdoppelt.

Das längste Barriereriff in der nördlichen Hemisphäre und nach dem australischen Great Barrier Reef zweitgrößte Korallenriff der Welt ist das Belize Barrier Reef in der Karibik. Im Jahr 1996 wurde es durch die Unesco zum Weltnaturerbe erklärt. Die erste Korallenbleiche in Belize wurde 1995 aufgezeichnet, seit 1998 wiederholt sie sich fast jedes Jahr.

Das drittgrößte Korallenriff der Welt, das Florida Reef, wird seit 2014 von einer rätselhaften Krankheit verwüstet. Sie greift das Gewebe der Korallen an und verwandelt gesunde, lebendige Meeresökosysteme in graue, tote Welten. 800 Jahre alte Korallen sterben innerhalb weniger Wochen völlig ab.

Meeresforscher haben im November 2021 bei einer Expedition vor Französisch-Polynesien, die Teil einer internationalen Mission zur Erfassung des Meeresbodens ist, vor der Küste Tahitis in den Tiefen des Südpazifiks ein mehr als drei Kilometer langes Korallenriff entdeckt. Die von Nesseltieren gebildete Struktur befinde sich in 35 bis 70 Metern Tiefe und scheine in einem guten Zustand zu sein, berichtete die Fachzeitschrift New Scientist am 20. Januar 2022. Es handele sich um eines der größten in dieser Tiefe entdeckten Riffe. „Es war magisch, riesige, wunderschöne, rosenförmige Korallen zu sehen, die sich so weit erstrecken, wie das Auge reicht“, sagte Alexis Rosenfeld, französischer Fotograf und Leiter des internationalen Taucherteams. Es sei „wie ein Kunstwerk“ gewesen.

Laut dem Weltklimarat IPCC ist selbst bei einer Erwärmung von nur 1,5°C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit mit einem Absterben von 70 bis 90 Prozent der tropischen Korallenriffe zu rechnen, bei einer Erwärmung von 2°C sogar mit einem Absterben von 99 Prozent. Zusätzlich belasten die Überdüngung und Überfischung der Meere die Korallen.

 

Donnerstag

Maiglöckchen

 

Wie aus feinstem Porzellan geformt erscheinen die kugeligen Blütenglocken unseres Maiglöckchens (Convallaria majalis). Trotz dieser Eleganz ist die Pflanze selber robust, und dank sich stark ausbreitender Rhizomwurzeln bildet sie schnell ansehnliche, dichte Bestände. In der Natur tut sie dies vor allem in Eichen- und Buchenwäldern. Von dort ist sie vermutlich schon im frühen Mittelalter in die Klostergärten und später auch in die Hausgärten gewandert. Von ihrem intensiven Duft angezogen, finden sich viele Insekten an den Blüten. Was man auf den ersten Blick kaum glauben kann: Das Maiglöckchen ist unmittelbar mit dem Spargel verwandt. Wer schon einmal die roten Beerenfrüchte beider Arten gesehen hat, kann die Ähnlichkeit sofort bemerken. Einen Wermutstropfen gibt es bei so viel Schönheit aber: Alle Pflanzenteile sind stark giftig. Allerdings schadet es nicht, an den Blüten zu schnuppern!

 

Freitag

Bienen

 

Bienen leben seit 40 Millionen Jahren auf unserem Planeten. Da sie in erheblichem Maße zum Erhalt von Wild- und Kulturpflanzen und deren Erträgen beitragen, ist ihre ökologische Bedeutung beträchtlich. Bienen zählen weltweit zu den wichtigsten Bestäubern. Bis zu 4400 Blüten fliegt die Honigbiene täglich auf der Suche nach Nektar an und legt dabei eine Strecke von durchschnittlich 85 Kilometern zurück. Rund 80 Prozent des hiesigen Obst-, Getreide- und Gemüseanbaus ist auf die Bienen angewiesen. Wenn sie Obstbaumblüten bestäuben, haben die Früchte eine höhere Qualität, sind größer, gleichmäßiger geformt und schwerer. Bestäubung der Blüten durch die Bienen ist aber nicht nur für viele Nutzpflanzen unersetzbar, sondern auch für Wildpflanzen: Sie sind Teil der Nahrungskette, und mit der ausbleibenden Bestäubung ist unsere gesamte Kulturlandschaft und der Fortbestand vieler Tierarten bedroht. Die Bienen wiederum sind umgekehrt auf Blütenstaub und Nektar der Pflanzen als ihre einzige Nahrung angewiesen. Es ist ein Kreislauf von Geben und Nehmen. Nach Auskunft des Weltrats für Biodiversität werden 75 Prozent der Nahrungspflanzen und 90 Prozent der wildwachsenden Blütenpflanzen von Tieren bestäubt.

Die Honigbiene (Apis mellifera) ist wie kaum ein anderes Tier mit dem Leben der Menschen eng verknüpft. Vermutlich ist die Biene das erste Tier, das der Mensch in Pflege nahm, indem er für die Schwärme Unterkünfte bereitstellte. Wahrscheinlich wurden bereits in der Steinzeit hohle Baumstämme in die Nähe der Behausungen geholt, um wilde Bienen dort anzusiedeln. Der bislang älteste Beleg für die Verbindung von Mensch und Biene ist etwa 10.000 Jahre alt. In den Cuevas de la Araña, einer Gruppe von Höhlen im Osten Paniens, wurden Zeichnungen entdeckt, die einen Mann zeigen, der Honig aus dem Bienenbau holt. Bienen besuchen etwa zehn Millionen Pflanzen, um Nektar für etwa ein halbes Kilo Honig zu sammeln.
Honigbienen sind die einzigen Tiere, die das Baumaterial für ihr Zuhause selbst herstellen. Das Wachs, genauer: kleine Wachsplättchen, bilden sie in den acht Drüsen auf ihrem Hinterleib. Aus den Plättchen bauen sie dann die sechseckigen Zellen für die Waben.

Neben den neun Arten der Honigbiene sind derzeit 585 Arten von Wildbienen für Deutschland nachgewiesen. Wildbienen werden dringend benötigt, da sie auf andere Pflanzen spezialisiert sind als Honigbienen. Da sie häufig kleiner sind, gelangen sie in Blüten, die Honigbienen verschlossen sind. Zudem fliegen sie auch, wenn es den Honigbienen schon zu kalt oder zu nass ist. „In Deutschland kann die Förderung der Wildbienen –  meist sind sie wichtigere Bestäuber als die Honigbienen – den Ertrag an Erdbeeren und Kirschen verdoppeln.“ (Insektenatlas 2020, S. 12) Mit 2,5 Zentimeter Körperlänge ist die Blauschwarze Holzbiene die größte Wildbiene Deutschlands (sie wurde zum Gartentier des Jahres 2022 gewählt). Seit 2013 wählt der Arbeitskreis Wildbienen-Kataster in Stuttgart die Wildbiene des Jahres. Die Kampagne will zeigen, wie stark diese Tiere heute in ihrem Bestand bedroht sind. Wildbiene des Jahres 2022 ist die Rainfarn-Maskenbiene.

Weltweit gibt es rund 20.000 Bienenarten, davon gelten 39 in Europa als verschollen oder ausgestorben. Über die Hälfte der Wildbienenarten in Deutschland stehen auf der Roten Liste. Weltweit schwindet die Zahl der Bienenvölker in den letzten Jahren zunehmend. Unklar ist noch, wer oder was die Auslöser dafür sind. Aus Forschungsergebnissen wird aber immer deutlicher, dass verschiedene Faktoren zusammenwirken: die Klimaveränderung, Parasiten und sekundäre Krankheitserreger sowie nicht zuletzt die zunehmend industrialisierte Landwirtschaft mit dem damit verbundenen Einsatz von Pestiziden und der dadurch bedingten fehlenden Pflanzenvielfalt.

Der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm „More than Honey“ des Schweizer Regisseurs Markus Imhoof aus dem Jahr 2012 thematisiert das Drama des weltweiten Bienensterbens am Beispiel einer einzigen Biene und zeigt die Wertschöpfungskette des Honigs bis hin zum Menschen.

Erstmals ist die Wallace-Riesenbiene wieder gesichtet worden. Forscher berichteten am 21. Februar 2019, sie hätten Exemplare der größten Bienenart der Welt auf einer Molukken-Insel in Indonesien entdeckt. Die Bienenart war laut der Umweltschutzorganisation Global Wildlife Conservation (GWC) zuletzt 1981 in freier Wildbahn gesichtet worden. Es sei „einfach unglaublich“ gewesen, „tatsächlich zu sehen, wie schön und groß diese Art ist, das Geräusch ihrer riesigen Flügel zu hören“, sagte Bienenfotograf Clay Bolt in einer Mitteilung.

20. Mai: Welttag der Bienen

 

Samstag

(Riesen-)Schildkröten

 

Als Riesenschildkröten bezeichnet man die Galápagos-Riesenschildkröte, die Seychellen-Riesenschildkröte und einige Arten der Familie der Weichschildkröten. Die Galápagos-Riesenschildkröte lebt auf dem Galápagos-Archipel, einer Inselgruppe im Pazifischen Ozean (es wurde nach dem spanischen Wort für Schildkröte, galapago, benannt). Auf den größeren Inseln mit üppiger Vegetation in regenfeuchten, höheren Regionen leben Unterarten mit kuppelförmigem Panzer, die sog. „Graser“. Auf den kleineren und flacheren Inseln, mit spärlicher Vegetation und sehr heißem, trockenen Klima, leben Tiere mit sattelförmigem Panzer. Inseln mit beiden Vegetationszonen werden von mehreren Unterarten bevölkert.

Lange stand es schlecht um die Riesenschildkröten auf der Galapagos-Insel Española: Zuerst schlachteten Piraten und Walfänger die Tiere, später setzten Fischer Ziegen auf der Insel aus, die das Grasland kahl fraßen, sodass für die Schildkröten nichts übrig blieb. Vor fünfzig Jahren drohte die Art auszusterben. Um sie zu retten, brachten Biologen die letzten Tiere auf eine Nachbarinsel, gründeten mit zwölf Weibchen und zwei Männchen einen Schildkrötenharem und brachten den Nachwuchs mit fünf Jahren nach Española zurück. Die Ziegen wurden indes von Naturschützern von der Insel entfernt. Mittlerweile leben wieder tausend Riesenschildkröten in Freiheit auf ihrer Insel und brüten selbstständig. Eine seltene Erfolgsgeschichte.

Nachdem im Jahr 2019 der Versuch chinesischer Wissenschaftler scheiterte, eines der letzten Weibchen der Jangtse-Riesenweichschildkröten zu befruchten – das Tier starb während des Eingriffs –, sind weltweit nur noch drei lebende Exemplare bekannt.

Der Schildkrötenpanzer ist einzigartig im Tierreich und bringt einen Körperbau mit sich, den es sonst bei keiner anderen Tierart gibt. Die einzige heimische Schildkrötenart ist die Europäische Sumpfschildkröte. Sie ist vom Aussterben bedroht, doch seit einiger Zeit erholen sich die Bestände des interessanten Reptils (weitere Infos finden Sie hier).

Mehr als die Hälfte der 360 Schildkrötenarten ist vom Aussterben bedroht, berichten 51 Experten aus aller Welt in einer am 23. Juni 2020 im Fachjournal «Current Biology» veröffentlichten Studie. «Jedes Jahr werden weltweit Hunderttausende von Schildkröten für den Wildtierhandel gesammelt, vor allem um sie als Heimtiere zu halten oder – insbesondere in Ostasien – zu essen», teilte die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung mit. Wenn der Handel nicht verboten oder eingeschränkt werde, verliere man in den nächsten Jahren zahlreiche Schildkrötenarten unwiederbringlich.

Die Europäische Sumpfschildkröte ist die einzige Schildkrötenart, die im Mitteleuropa natürlicherweise vorkommt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz steht sie jedoch auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Tiere. Die Tiere leben in kleinen Gewässern, aber auch Mooren, in denen sie sich von Mückenlarven, Regenwürmern und Krebstieren ernähren und keine Fische als Nahrungskonkurrenten haben.

23. Mai: Weltschildkrötentag

 

Sonntag

Familie, Freunde

 

„(…) jemanden zu haben, den du kennst und der ein Auge auf dich hat, der dich die ganze Zeit beobachtet. Das ist eines der Dinge, um die es bei einer Familie geht, nicht nur um Liebe, sondern darum zu wissen, dass jemand da ist, der auf dich aufpasst. Das ist es, was mir so sehr fehlte, als meine Mutter starb – ich nenne es die ’spirituelle Sicherheit‘ eines Menschen –: zu wissen, dass deine Familie dasein wird und auf dich aufpasst. Es gibt nichts anderes auf der Welt, das dir jenes Gefühl vermitteln kann. Kein Geld. Keine Berühmtheit.“ (Mitch Albom, Dienstags bei Morrie. Die Lehre eines Lebens, Wilhelm Goldmann Verlag, München 2002, 7. Auflage, S. 108)

„Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selber einer zu sein.“ (Ralph Waldo Emerson, 1803–1882, US-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller)

Auch Tiere schließen Freundschaften. Darüber berichtet die Sendung „Freunde bevorzugt“ in der Reihe „Die sozialen Netzwerke der Tiere“ auf Arte.

15. Mai: Internationaler Tag der Familie


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