15. Kalenderwoche (6.–12. April 2020)

 

Schwarzes Loch
 Quelle  Fraser Island  Kauri-Bäume Feldhamster  Warane  Von Kindern lernen

 

 

Montag

Schwarzes Loch

 

Ein Schwarzes Loch ist ein derart massereiches Objekt im Weltall, dass es eine solch starke Gravitation erzeugt, dass nicht einmal Licht von dort entkommen kann. Schwarze Löcher entstehen beispielsweise, wenn Sterne am Ende ihrer Existenz unter ihrer eigenen Schwerkraft in sich zusammenfallen, weil der Gegendruck durch die Kernfusion im Inneren versiegt. Im Universum gibt es vermutlich unzählige Schwarze Löcher in fast jeder Größe. Im Zentrum unserer Heimatgalaxie befindet sich – wie in den meisten Galaxien – ein supermassereiches Schwarzes Loch mit der millionenfachen Masse unserer Sonne. Zusätzlich enthält die Milchstraße Schätzungen zufolge rund 100 Millionen stellare Schwarze Löcher.

Albert Einstein hatte in seiner allgemeinen Relativitätstheorie vor gut hundert Jahren die Theorie aufgestellt, dass es extreme Orte geben könnte, die alles anziehen, aber kein Licht nach außen lassen. 1967 etablierte der theoretische Physiker John Archibald Wheeler den Begriff „Schwarzes Loch“. Bereits im 18. Jahrhundert dachte der britische Forscher John Michell über „dunkle Sterne“ nach, die Schwarzen Löchern ähneln. Nun gibt es einen ersten sichtbaren Beweis, dass die Schwarzen Löcher tatsächlich existieren: Am 10. April 2019 präsentierten Forscher, die am internationalen Projekt „Event Horizon Telescope“ (EHT) beteiligt sind, auf insgesamt sechs zeitgleich stattfindenden Pressekonferenzen das erste Bild eines Schwarzen Lochs. Es befindet sich – 55 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt – im Zentrum der Galaxie Messier 87 (M87) und hat eine Masse von 6,5 Milliarden Sonnen. Wobei auf dem Bild nicht direkt das Schwarze Loch zu sehen ist, sondern ein orangener „Feuerring“, wie ihn ein Forscher beschreibt. Es ist der sogenannte „Ereignishorizont“, der das Schwarze Loch umgibt und der als „Ort ohne Wiederkehr“ gilt: Materie, die bis hierhin gelangt, wird unweigerlich von der Schwerkraft des Schwarzen Lochs angezogen. Die meisten Schwarzen Löcher wurden dadurch entdeckt, dass sie sich Materie einverleiben, die extrem heißt wird und dadurch hell aufleuchtet.

  • Heino Falcke, Jörg Römer, Licht im Dunkeln. Schwarze Löcher, das Universum und wir, Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart 2020

Mittwoch, 8. April 2020, 04:35:06: Vollmond (dieser wegen seiner Erdnähe umgangssprachlich als Supermond bezeichnete Mond – er wirkt etwas größer und heller als ein Vollmond, der in Erdferne zu sehen ist – wird am 7. April 2020 gegen 19 Uhr im Osten aufgehen und gegen 7 Uhr am 8. April 2020 im Westen untergehen)

 

Dienstag

Quelle

 

Mit dem Begriff Quelle verbinden die meisten Menschen wie bei kaum einem andern Biotoptyp eine angenehme Vorstellung von intakter Natur und Wildnis. Quellen, Ursprungsorte des Wassers und damit allen Lebens, hatten immer eine besondere Bedeutung für den Menschen. Einstmals waren sie heilige Orte, an denen kultische Handlungen vollzogen wurden.
„Wer an einer noch ungestörten Waldquelle fernab vom menschlichen Treiben zur Muße kommt und wer gleichzeitig das Glück hat, in die biologischen Zusammenhänge einzusehen, der verspürt bald eine besondere Nähe zu den einst heiligen Orten.“ (Gerhard Laukötter, Begründer des Quellschutzes in Nordrhein-Westfalen)
In einer Quelle herrschen das ganze Jahr über konstante Bedingungen. Das ist Voraussetzung für die einmalige Quellfauna und -flora. Sommers wie winters müssen die Tiere und Pflanzen mit acht bis zehn Grad Celsius auskommen. Quellen frieren deshalb auch im Winter nicht zu, so dass einige Quellbewohner selbst im tiefsten Winter noch aktiv sein können.
Aus: „Quellen. Ursprung des Lebens“, hrsg. vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. und „Erfolgsprojekt Quellenschutz“, in: Vogelschutz 1/2003

 

Mittwoch

Fraser Island

 

Fraser Island ist eine zum australischen Bundesstaat Queensland gehörende Insel. Sie liegt etwa 190 Kilometer nördlich von Brisbane vor der Ostküste Australiens. Mit einer Fläche von 1840 Quadratkilometern ist sie die größte Sandinsel der Welt. In der Sprache der Aborigines heißt sie K’gari, was so viel wie „Paradies“ bedeutet. Nach der Legende ist K’gari ein Geist, der dem Gott Beeral half, die Welt zu erschaffen. K’gari liebte die Erde dermaßen, dass sie darum bat, dort leben zu dürfen. Beeral verwandelte sie in eine Insel mit Seen, durch die sie den Himmel anschauen konnte – in Fraser Island. Auf der Fraser-Insel gibt es fast 200 Süßwasserseen verschiedenen Typs, die ein extrem sauberes und klares Wasser aufweisen.

Im Jahr 1992 wurde die Insel zum Unesco-Weltnaturerbe erklärt. Sie wurde als außergewöhnliches Beispiel für merkliche ökologische und biologische Prozesse sowie als riesenhaftes Naturphänomen ausgewählt und erfüllte damit zwei der damals vier Kriterien.

Mittwoch, 8. April 2020, 04:35:06: Vollmond (dieser wegen seiner Erdnähe umgangssprachlich als Supermond bezeichnete Mond – er wirkt etwas größer und heller als ein Vollmond, der in Erdferne zu sehen ist – wird am 7. April 2020 gegen 19 Uhr im Osten aufgehen und gegen 7 Uhr am 8. April 2020 im Westen untergehen)

 

Donnerstag

Kauri-Bäume

 

Die immergrünen Kauris sind die größten Regenwald-Bäume der Welt und nur in Neuseeland zu finden. Einst bedeckten die Baumriesen große Teile der Nordinsel. Doch nach der massiven Abholzung Anfang des 20. Jahrhunderts existieren nur noch wenige Exemplare.

Der Tāne Mahuta oder Lord of the Forest, wie er in Neuseeland genannt wird, ist Neuseelands größter bekannter noch lebender Kauri-Baum. Dieses Exemplar weist eine Gesamthöhe (mit Krone) von 51,2 Metern bei einem Stammumfang von 13,77 Metern auf. Die Stammhöhe vom Erdboden bis zum Kronenansatz beträgt 17,68 Meter, das Stamm-Volumen 244,5 Kubikmeter. Das Alter des Tāne Mahuta wird auf zirka 2000 Jahre geschätzt, womit er der älteste (bekannte) Kauri ist.

Der Kauri im Allgemeinen, vor allem aber einige ausgewählte Exemplare im Besonderen, spielen in der Mythologie der Māori eine wichtige Rolle. Tāne, der Gott des Waldes, ist im Māori-Kosmos der Sohn des Himmelsvaters und der Mutter Erde. Tāne drückte seine Eltern auseinander, die in Liebe eng umschlungen waren und damit die Erde in Finsternis ließen. Dadurch brachte er Licht, Raum zwischen Himmel und Erde und Luft zum Atmen an die Erde. Tāne ist danach der Lebensbringer, alle lebenden Kreaturen sind seine Kinder. Bäume sind für die Māori die Urväter aller Lebewesen.

 

Freitag

Feldhamster – Architekt unter dem Acker

 

Der Feldhamster ist durch seinen Körperbau perfekt an das Leben unter dem Acker angepasst. Die kurzen, kräftigen Gliedmaßen und starke Krallen eignen sich perfekt zum Graben. Mithilfe seiner Tasthaare an Schnauze und an den Handgelenken der Vorderpfoten kann er sich auch im Dunkel seines Baus perfekt orientieren. Als Nagetier sind die Zähne für den Hamster ein überlebenswichtiges Werkzeug. Da diese ohne Unterlass genutzt werden, ist auch der Verschleiß sehr stark. Daher wachsen die Hamsterzähne ein Leben lang nach. Durch das braun rötliche Rückenfell ist der Feldhamster auf dem Erdboden von oben betrachtet perfekt getarnt.

Jetzt im April erwacht der Feldhamster aus seinem Winterschlaf. Seine Vorräte sind aufgefuttert, neue müssen her. Aber das wird schwierig. Er kann keine Supermarktregale leerräumen, sondern ist auf das angewiesen, was auf den Äckern zu finden ist. Seinen Teil zur Bodenfruchtbarkeit hat er beigetragen, kein anderes Tier lebt so tief unter der Erde und durchwühlt beim Röhrenbau den Boden so gut wie er. Doch die intensive Landwirtschaft mit ihren effizienten Maschinen, das Ausbringen von zu viel Gülle und Pestiziden machen es dem Nager schwer, seine Hamsterbacken zu füllen, er ist fast ausgerottet. Damit Deutschland »Feldhamsterland« bleibt, will das gleichnamige Bundesprojekt jetzt Landwirte finanziell motivieren, den Feldhamster zu schützen, indem sie Getreide an einigen Stellen stehen lassen, Blühstreifen anlegen und Brachen zulassen. (Dieser Absatz stammt von der Webseite https://www.publik-forum.de/Publik-Forum-07-2020/nichts-zu-hamstern des Internetauftritts von Publik-Forum)

Informationen über das Projekt »Feldhamsterland« zur Rettung des Feldhamsters und weitere Informationen über den Feldhamster finden Sie hier.

 

Samstag

Warane

 

Warane kommen in den tropischen und subtropischen Gebieten von Afrika, Asien und Australien vor und bewohnen eine Vielzahl von Lebensräumen. Die meisten Warane sind lang gestreckte Echsen mit spitz zulaufendem Kopf und einem langen Schwanz. Je nach Art wird eine Länge von 20 Zentimetern bis drei Metern erreicht. Ein auffallendes Merkmal der Warane ist die lange und an der Spitze tief gespaltene Zunge; sie dient beim Züngeln der geruchlichen Wahrnehmung. Die meisten Warane suchen große Gebiete züngelnd nach Beute ab. Nahezu alle Warane sind Fleischfresser und ernähren sich von Insekten oder auch kleinen bis mittelgroßen Wirbeltieren. Alle Warane sind tagaktiv und verbringen die Nacht je nach Art in selbst gegrabenen Bauen, Baumhöhlen oder ähnlichen Unterschlüpfen.

Die größte heute lebende Echse, der Komodowaran, bevölkert die Erde schon seit vier Millionen Jahren. Nach jüngsten Zahlen der Behörden leben heute weniger als 3000 dieser bis zu 70 Kilogramm schweren Riesenechsen im Komodo-Nationalpark in Indonesien, der sich aus den Inseln Rinca, Komodo und Padar zusammensetzt. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Varanus komodoensis als gefährdet ein.

 

Sonntag

Von Kindern lernen

 

„…Pablo Picasso versuchte sich zeitlebens die Fähigkeit anzueignen, die Welt mit den Augen eines Kindes zu betrachten: unbefangen und ohne Schablonen. Er blieb immer stehen, wenn er sah, dass Kinder gerade etwas mit Kreide aufs Pflaster malten. ‚Ich lerne oft dabei‘, sagte er. Zum Beispiel zeichnen kleinere Kinder ein Gesicht mitunter aus der Seiten- und der Vorderansicht – so wie Picasso es tat. Oder sie fassen in einem einzigen Bild eine Abfolge von Ereignissen zusammen. (…)
Die vielleicht wichtigste Lektion, die Kinder Erwachsenen geben können, heißt: Lebe jetzt! Kinder leben in der Gegenwart, sie grübeln nicht über Vergangenes nach und planen auch nicht für die Zukunft. Damit geht einher, dass sie groß im Verzeihen sind: Streit und Traurigkeit sind schnell wieder vergessen.“

Aus einem Artikel von Christoph Driessen

 


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