13. Kalenderwoche (28. März – 3. April 2022)

 

„Sommerzeit“ Wildnis Sahara/Saharastaub Pilze Zitronenfalter Schimpansen Aufrechter Gang

 

 

Montag

„Sommerzeit“

 

Unsere „innere Uhr“ mit dem Sonnenlicht als ihrem wichtigsten „Zeitgeber“ ist auf die jahreszeitlich bedingte Varianz des Tag-Nacht-Wechsels abgestimmt und hilft uns, uns optimal in unserer Welt zurechtzufinden. Der Lauf der Zeit ist also vorgegeben. Unser Lebensrhythmus ist auf ihn eingestellt. Unsere Uhren, die die Zeit weniger messen als versinnbildlichen, helfen uns dabei, uns an ihm zu orientieren. Mittag, 12 Uhr, ist immer dann, wenn die Sonne – zumindest annähernd – im Zenit steht. Es gibt nur eine Zeit. Man kann an ihr nicht „drehen“. Wer es dennoch tut, offenbart seine Weltentfremdung, den Verlust seiner Weltverbundenheit. Immer mehr Menschen wollen sich diesem Diktat nicht mehr beugen, weil sie es nicht mehr „können“.

Die „Winterzeit“ ist die Normalzeit. Diese orientiert sich am weltweiten Standard, dass das Sonnenlicht den mittleren Teil des Tages erhellt, von leichten Abweichungen im Osten (etwas früher) und Westen (später) einer Zeitzone abgesehen.

Die ersten Lichter, die Sie abends am Sternenhimmel funkeln sehen, sind oft keine Sterne, sondern Planeten. Denn die meisten Planeten strahlen viel heller als alle Sterne, weil sie uns vergleichsweise nah sind und das Sonnenlicht stark reflektieren. Der März bietet wunderschöne Planetenkonstellationen. Morgens strahlt tief im Südosten die helle Venus in enger Begleitung von Mars, der allerdings immer noch schwer zu sehen ist. Ende März taucht auch noch Saturn als dritter Planet auf, ein strahlendes Dreieck über dem Horizont, an dem zugleich noch die Mondsichel vorbeizieht.

 

Dienstag

Wildnis

 

Wildnis ist überall, wo wir sie dulden: Im chemiefreien Hausgarten, in Wäldern, in denen der Luchs geduldet wird, oder in einer Gesellschaft, die Wildnis denken lässt…

Wildnis ist der Traum vom Selbst-sein-Dürfen statt der Fremdbestimmung… Warum lassen wir uns eigentlich ohne Not die Wildnis wegnehmen? Sie gehört uns doch! Sie kostet nichts, während wir uns für immer größere Häuser und Autos und Flugreisen in die angeblich ferne Wildnis nur abrackern und entwürdigen müssen.

Wildnis ist also eine Denkweise. Wildnis ist die Lust, den Garten Eden nicht zu mähen, sondern gelassen auf das Paradies zu warten, Wildnis ist Träumen statt Aufräumen, ist das Gespräch mit der Natur statt über die Natur, was auch so manche Naturschützer und Zu-Tode-Forscher nötig hätten.

Aus: Hubert Weinzierl, Sehnsucht Wildnis, in: BUNDmagazin 2/2000

„Der einfachste Weg ins Universum führt durch eine Waldwildnis. “ (John Muir, 1838–1914, schottisch-US-amerikanischer Universalgelehrter)

Vgl. auch Wildnis in Deutschland

Film: „Unsere Wildnis“ (2015), Regie: Jacques Perrin, Jacques Cluzaud

 

Mittwoch

Sahara – Inbegriff der Trockenheit

 

Die Sahara ist mit fast zehn Millionen Quadratkilometern die größte Trockenwüste unseres Planeten. Sie breitet sich über den gesamten Norden des afrikanischen Kontinents aus und bedeckt die gleiche Landmasse wie die USA. Deutschland hätte rund 26-mal in ihr Platz. Sie erstreckt sich von der afrikanischen Atlantikküste bis zur Küste des Roten Meeres und bildet annähernd ein Trapez von 4500 bis 5500 Kilometern westöstlicher und 1500 bis 2000 Kilometern nordsüdlicher Ausdehnung. In den letzten 50 Jahren ist die Sahara durch Klimaveränderung und menschliche Eingriffe um fast zehn Prozent in südlicher Richtung angewachsen. Ihren Namen hat die Sahara aus dem Arabischen erhalten, wo das Wort „sahrā“ schlicht Wüste bedeutet. Gedankliche Assoziationen verbinden die Sahara oft mit riesigen, endlosen Sanddünen, obwohl die typische Sandwüste nur circa 20 Prozent der Sahara ausmacht. Viel charakteristischer sind Landstriche mit Stein-, Fels- oder Geröllwüsten.

Der Staub aus der Sahara wird in die ganze Welt hinausgetragen. Dieses Phänomen ereignet sich regelmäßig, wenn Passatwinde über den Wüsten entlang des Äquators Sand aufwirbeln, der dann in höhere Luftschichten gelangt und dort bis zu einem halben Jahr schweben kann. Bei bestimmten Wetterlagen wird der Staub dann innerhalb weniger Tage zum Beispiel bis nach Mitteleuropa geweht – vor allem zwischen März und Juni sowie im Oktober und November. Der Staub ist nährstoffreich, denn dort, wo sich heute die Sahara befindet, lag früher ein riesiger Süßwassersee, der austrocknete. So dient der Staub vor allem in Südamerika, wohin er regelmäßig gelangt, als Dünger – etwa für die Regenwälder Amazoniens. Aber auch die Böden Spaniens profitieren von Calcium und Magnesium aus der Wüste. Der Sand, der aus der Sahara alljährlich in die Atmosphäre gelangt, macht etwa eine Milliarde Tonnen aus.

 

Donnerstag

Pilze

 

Im untersten Stockwerk des Waldes, im tiefsten Waldschatten, macht sich eine seltsame Gesellschaft breit: Aus Totholz, Laub und Moder brechen die bunten Hüte der Pilze hervor. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden als Pilze nur diese sichtbaren Fruchtkörper bezeichnet. Der eigentliche Pilz ist jedoch überwiegend das feine weitverzweigte unterirdische Netz der Pilze, Mycel genannt. Der größte Teil eines Pilzes lebt also im Verborgenen. Ein feines, weißes Geflecht aus mikroskopisch dünnen Pilzfäden, das Mycel, durchzieht den Boden, das Holz oder ähnliche Substrate, stets auf der Suche nach Wasser und neuer Nahrung. Das Mycel übt alle Funktionen aus, die bei Pflanzen normalerweise von Wurzeln, Stamm und Blättern erfüllt werden.

Der farbige Schirm, den wir auf dem Waldboden und auf stehendem oder liegendem Totholz sehen, ist der Fruchtkörper des Pilzes: Er wurde nur zu einem einzigen Zweck erschaffen: der Vermehrung. Alle höheren Pilze vermehren sich durch Sporen, die an verschiedenen Stellen des Fruchtkörpers sitzen. Die Sporen rieseln millionenfach zu Boden, werden vom leichten Windstoß oder von fließendem Regenwasser erfasst und zu neuen Wuchsplätzen gebracht. Sind Untergrund, Feuchtigkeitsangebot und Temperaturen geeignet, keimt aus den Sporen ein Fadengeflecht, und ein neuer Pilz entsteht.

Pilze, die von totem Material leben, erfüllen als Zerstörer und Zersetzer eine sehr wichtige Aufgabe im Naturhaushalt. Die Mehrzahl der bekannten Waldpilze erschließt sich die Substanz abgestorbener Blätter, Nadeln und Hölzer. Zusammen mit vielen anderen Kleinstlebewesen sorgen die Pilze dafür, dass die toten Pflanzenteile in Humus und Mineralstoffe zersetzt werden, die wiederum für andere Pflanzen eine neue Nahrungsquelle bilden. Ohne diesen umfassenden Recyclingprozess würde die Natur unter der Last ihrer Abfallprodukte ersticken.

Die Fähigkeit der Pilze, tote organische Substanz in Nährstoffe umzuwandeln, machen sich viele höhere Pflanzen, vor allem Waldbäume zunutze. Sie bilden mit den Pilzen eine Lebensgemeinschaft, eine „Symbiose“ – der Fachbegriff dafür heißt Mycorrhiza („Pilz-Wurzel-Beziehung“). Dabei umspinnt das unterirdische Fadengeflecht des Pilzes die Baumwurzeln. Damit erleichtern sie dem Baum die Stoffaufnahme aus dem Boden und versorgen ihn mit Wasser, Mineralsalzen und Stickstoff. Als „Gegenleistung“ bezieht der Pilz vom Baum Kohlenhydrate und andere organische Verbindungen, die dieser mittels Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid (CO2) in seinen grünen Blättern gebildet hat. Die Zusammenarbeit ist für den Baum so wirkungsvoll, dass er an den entsprechenden Wurzeln keine weiteren Fein- oder „Haarwurzeln“ zur Wasser- und Nährstoffaufnahme mehr bildet, sondern die ganze Arbeit dem Pilz überlässt. Ohne das Pilzgeflecht im Boden wäre der Wald nicht lebensfähig. Über die Mycorrhiza tauschen die Bäume auch untereinander Informationen aus, und Pilzmyzelien können mit mehreren Bäumen, ja sogar mit anderen Pilzen verbunden sein. Dieses „Wood Wide Web“, das Internet des Waldes, wie es die Zeitschrift „Nature“ treffend benannte, ist eine gigantische unterirdische Datenautobahn mit Millionen von Verbindungsstraßen. In einem einzigen Teelöffel Walderde befinden sich kilometerlange Pilzgeflechte, winzige Leitungen, die ganze Wälder vernetzen. Doch äußere Faktoren können dieses Zusammenleben stören. Dies sind vor allem hohe Stickstoff-Einträge aus der Landwirtschaft oder Bodenverdichtung bei der Holzernte mit schwerem Gerät, die die empfindliche Mycorrhiza-Gemeinschaft schädigen.

Deutschland beherbergt nach heutigem Kenntnisstand mehr als 14.000 Pilzarten, darunter 6120 verschiedene Großpilze. Verbreitungsdaten und Bilder von Pilzen findet man hier.

Um auf die Gefährdung heimischer Pilze aufmerksam zu machen, wird seit 1994 jährlich durch die Deutsche Gesellschaft für Mykologie der Pilz des Jahres ausgerufen. Pilz des Jahres 2022 ist der Fliegenpilz.

  • Merlin Sheldrake, Verwobenes Leben. Wie Pilze unsere Welt formen und unsere Zukunft beeinflussen. Aus dem Englischen übersetzt von Sebastian Vogel, Ullstein Verlag, Berlin 2020

 

Freitag

Zitronenfalter

 

„Am 23. März 1987 war unter dem immergrünen Efeu an einer Hausmauer auf dem Felsenberg ein Blatt, das wie verwelkt wirkte. Als der Schatten eines Menschen darauffiel, hob sich das Blatt in die Lüfte und öffnete Flügel, die an der Innenseite noch um ein vielfaches gelber waren und geradezu einen Schein von sich gaben, die stärkste Farbe seit langer Zeit. Dann flog auch schon ein zweiter Zitronenfalter um die Hausecke daher, zuckender Schatten an der Wand. Die Falter, wenn sie sich niederließen, zeigten ein dunkles Punktpaar auf ihren fruchtgelben geäderten Flügeln, ein Punkt über dem anderen; die Köpfe der Tiere hatten etwas von den einstigen Raupen. Den Winter über waren sie unbemerkt in den Büschen gehangen, zusammengerollt wie Zigaretten. Neben einem Falter saß auf einmal eine erste Biene, und wieder ging im Auffliegen von den Innenflügeln des Schmetterlings der tiefe Schein in die Welt und machte den Nachblick zum Rundblick. Das war nach den 10-Uhr-Nachrichten im Radio. Die Sonne wurde wärmer, und die beiden Falter verschwanden.“ (Peter Handke, aus: „Für Thukydides“, 1990)

 

Samstag

Schimpansen

 

Schimpansen sind eine Gattung aus der Familie der Menschenaffen (Hominidae). Sie sind die nächsten lebenden Verwandten des Menschen – ihr Erbgut stimmt zu 98 Prozent mit dem unsrigen überein – und bewohnen das mittlere Afrika. Die Gattung teilt sich in zwei Arten, den Gemeinen Schimpansen, der häufig auch nur „Schimpanse“ genannt wird, und den Bonobo oder Zwergschimpansen. Dieser ist ausschließlich in den tief liegenden primären Regenwäldern des zentrale Zaire-Beckens, der Cuvette Centrale, in der Demokratischen Republik Kongo heimisch. Seinen Lebensraum begrenzen große Flüsse – schwimmen kann er nicht. Schätzungen zufolge trennten sich die beiden Arten vor 1,8 bis 0,8 Millionen Jahren.

Schimpansen sind intelligente und soziale Tiere. Sie benutzen ein breites Spektrum von Werkzeugen, um beispielsweise Nüsse zu knacken, Termiten zu angeln oder Leoparden zu vertreiben. Der Kommunikation untereinander dient eine Vielzahl akustischer und visueller Signale. Schimpansen können sowohl am Boden als auch auf den Bäumen nach Nahrung suchen, meist geschieht dies jedoch auf Bäumen. Am Boden bewegen sie sich wie Gorillas im Knöchelgang fort, das heißt dass sie sich auf die zweiten und dritten Fingerglieder aufstützen. Im Geäst klettern sie entweder mit allen vier Gliedmaßen oder bewegen sich an den Armen hängend fort. In der Regel sind Schimpansen tagaktiv. Zur Nachtruhe legen sie ein Blätternest in den Bäumen an, wobei sie üblicherweise jede Nacht ein neues Nest errichten. Schimpansen sind Allesfresser, die sich aber zum überwiegenden Teil von Pflanzen ernähren. Früchte und Nüsse stellen den Hauptbestandteil der Nahrung dar, daneben verzehren sie auch Blätter, Blüten, Samen und anderes Pflanzenmaterial. Schimpansen fressen aber auch regelmäßig Insekten und verschiedene kleine Säugetiere. Sie leben in Gemeinschaften von bis zu 80 Tieren, die sich aus mehreren Kleingruppen zusammensetzen. Während sich die Mitglieder innerhalb einer Gruppe in der Regel freundschaftlich verhalten, kann es mit anderen Schimpansengruppen zu heftigen Auseinandersetzungen kommen. Bei Revierkämpfen kommt es mitunter zu regelrechten Verfolgungsjagden, die nicht selten zu ernsthaften Verletzungen und sogar zum Tod einzelner Tiere führen können. Solch aggressives Verhalten ist ungewöhnlich für Primaten und findet sich außer bei den Schimpansen nur noch beim Menschen.

Während es vor 50 Jahren weltweit noch 1,5 Millionen Schimpansen gab, sind es heute infolge des Verschwindens ihres Lebensraums und durch Wilderei nur noch rund 100.000. Bonobos gelten als bedrohte Tierart, sowohl auf Grund des Verlustes ihres Lebensraumes als auch auf Grund der Bejagung durch den Menschen zum Verzehr. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN listet sie als stark gefährdet. Die Umweltstiftung WWF ging 2009 von höchstens 50.000 Tieren aus.

Erstmals haben Forscher eine in der Wildnis lebende Schimpansen-Mutter bei der Fürsorge für ihr behindertes Baby beobachtet. Sie erhoffen sich davon Erkenntnisse über die Entwicklung menschlichen Sozialverhaltens. In einer am 9. November 2015 veröffentlichten Zusammenfassung einer Studie in der Onlineausgabe von „Primates“ beschreiben die Wissenschaftler von der Universität Kyoto, dass sie 2011 im Mahale Mountains National Park in Tansania ein schwer behindertes Schimpansenjunges mit Symptomen, die dem Down-Syndrom ähnelten, entdeckt hätten. Sie beobachteten daraufhin die Affen-Gruppe über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Junge Zwergschimpansen (Bonobos) gehen mit ihren Emotionen ganz ähnlich um wie kleine Kinder. Dabei spiele wie beim Menschen offenbar eine stabile Mutter-Kind-Beziehung eine große Rolle, berichteten Verhaltensforscher in den „Proceedings“ der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften (PNAS). Affenjunge, die gut mit eigenen Frustrationen umgehen können, seien eher bereit, auf andere zuzugehen und diese zu trösten. Zanna Clay und Frans de Waal von der Emory Universität in Atlanta (USA) hatten über fünf Monate zwei Gruppen junger Bonobos in einem Reservat in der Republik Kongo beobachtet und gefilmt. Insbesondere analysierten die Forscher, wie die einzelnen Tiere mit Stress umgingen und wie sie sich gegenüber ihren Artgenossen verhielten. Die Forscher stellten fest, dass einige Jungtiere eine Zurückweisung, etwa bei einem verlorenen Gerangel, schneller verkrafteten. Sie schrien kürzer und gingen schnell wieder zu ihrer normalen Tätigkeit über. Auffallend war, dass genau diese Jungen auch größeres Mitgefühl zeigten – sie streichelten, umarmten und beruhigten eher andere Jungtiere, denen ähnliches widerfahren war. In der Schutzstation leben neben einigen dort geborenen Jungen viele Waisen, deren Mütter Wilderern zum Opfer fielen. Diese konnten den Beobachtungen nach deutlich weniger gut mit Stress umgehen und zeigten auch geringere soziale Kompetenz als die Jungtiere mit intakter Mutterbeziehung. Dies zeige, dass bei Bonobos, ebenso wie schon für den Menschen nachgewiesen, die Mutter-Kind-Beziehung enorm wichtig für die Ausbildung emotionaler Selbstkontrolle und sozialer Beziehungen ist. Die Beobachtungen zeigten, dass dies bei den Zwergschimpansen ganz ähnlich wie beim Menschen gelernt wird, schließen die Forscher.

Lydia Luncz, deutsche Primatologin, die drei Jahre mit frei lebenden Schimpansen in der Elfenbeinküste verbracht hat, betont in einem in den Nürnberger Nachrichten vom 27./28.2.2016 veröffentlichten Gespräch mit Birk Grüling, „dass die Unterschiede zwischen Menschen und Affen deutlich kleiner sind, als wir lange wahrhaben wollten. Sie empfinden wie wir Empathie, sehnen sich nach Konformität in der Gruppe und haben enge soziale Beziehungen.“

Erstmals konnte beobachtet werden, dass Schimpansen sich nicht nur selbst, sondern auch Artgenossen medizinisch versorgen. Die neuen Erkenntnisse wurden am 7. Februar 2022 in der Fachzeitschrift „Current Biology“ veröffentlicht.

3. April 1934: Jane Goodall, die Mutter der heutigen Schimpansenforschung, *

 

Sonntag

Aufrechter Gang

 

Der aufrechte Gang gilt als ein Schlüsselereignis in der Evolution des Menschen und hatte tiefgreifende Folgen: Die Hände wurden endgültig von Fortbewegungsaufgaben befreit und konnten verstärkt Aufgaben der Nahrungsgewinnung, Nahrungsaufbereitung, Verteidigung und auch des Gebrauchs und der Herstellung von Werkzeugen übernehmen. Auf die Entstehung des aufrechten Ganges folgte stammesgeschichtlich die enorme Entfaltung von Schädel und Gehirn.

„Der Zielinhalt, das Zielbild im Naturrecht ist nicht das menschliche Glück, sondern aufrechter Gang, menschliche Würde, Orthopädie des aufrechten Gangs, also kein gekrümmter Rücken vor Königsthronen usw., sondern Entdeckung der menschlichen Würde, die eben gleichwohl zum großen Teil nicht aus den Verhältnissen abgeleitet wird, denen man sich anpaßt, sondern (…) von dem neuen, stolzen Begriff des Menschen als einem nicht kriecherischen, reptilhaften, vielmehr einem mit hoch erhobenem Kopf…“ (Ernst Bloch im Gespräch mit José Marchand 1974, in: Tagträume vom aufrechten Gang, herausgegeben von Arno Münster, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1977, S. 83)


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