Kapitel 3

RICHTIG LEBEN – HIER UND JETZT

DIE WELT-RELIGION JESU

BASISKURS BASILEIOLOGIE

 

 

Einundzwanzig Leitgedanken

 

Bereits an dieser Stelle, noch vor Beginn unserer detaillierten Untersuchungen, sollen die Konturen jener „Welt-Religion“ schon einmal angedeutet werden, wie sie mit Jesus von Nazaret vor 2000 Jahren in Erscheinung getreten ist. Die Leitgedanken beziehen sich auf jene 21 Worte, die höchstwahrscheinlich auf Jesus von Nazaret selbst zurückgehen und ihm nicht, wie so sehr viele andere, erst später in den Mund gelegt worden sind.

 

Erster Leitgedanke:

Das Leben, dieses unser einziges und einzigartiges Leben, will gefeiert werden. Nichts und niemand darf es einschränken, behindern oder fremden Interessen unterwerfen.

 

Zweiter Leitgedanke:

Die Welt-Religion Jesu ist etwas völlig Neues. Sie lässt sich weder aus dem Judentum ableiten, noch hat das Christentum sie aufgenommen. Jedes Vorverständnis verstellt sehr schnell den Blick.

 

Dritter Leitgedanke:

Der Ruhetag am Ende der Woche tut uns gut. Wir brauchen ihn, um das richtige Leben nicht zu verlernen. Er muss ein Tag der Arbeitsruhe, der Orientierung und der Gemeinschaft bleiben.

 

Vierter Leitgedanke:

Widerstände, Vorbehalte, krasse Ablehnung müssen uns nicht verunsichern. Eine richtige, weil weltbezogene und weltverbundene Existenzweise wird Bestand haben. Ein der Welt noch nicht oder nicht mehr entfremdetes Menschsein bringt sie von selbst hervor.

 

Fünfter Leitgedanke:

Manchmal geschieht etwas ganz und gar Wunderbares. Es läuft es wie von selbst. Man weiß nicht, wie einem geschieht. Da ist etwas wirksam, dass viel mehr ist als die eigene Energie.

 

Sechster Leitgedanke:

Wer mit der Welt, mit den Menschen in Verbindung ist, nimmt wahr, was getan werden muss – und wird entsprechend reagieren, und sei es noch so geringfügig, und seien die Erfolgsaussichten noch so gering. Man tut es, weil es richtig ist, weil man es nicht unterlassen darf, weil der Weltzusammenhang, der unser Leben ausmacht, auf dem Spiel steht. Und manchmal zieht es – ganz überraschend – weiteste Kreise.

 

Siebter Leitgedanke:

Nicht wir Erwachsenen sind die Lehrmeister*innen oder gar die Erzieher*innen der Kinder. Es ist genau umgekehrt: Sie zeigen uns, wie man richtig lebt.

 

Achter Leitgedanke:

Wer zu viel besitzt, wer mehr hat, als er braucht, erhebt sich über seine Mitwelt und vergreift sich an ihr. Sie ist zu einem Objekt geworden. Gut und richtig zu leben ist jetzt nicht mehr möglich.

 

Neunter Leitgedanke:

Nicht im Übertrumpfen, Austricksen und Besiegen, sondern im Füreinander und Miteinander erfüllt sich unser Menschsein.

 

Zehnter Leitgedanke:

Nur dann leben wir im Einklang mit unserer Mitwelt, nur dann ist eben deshalb unser Leben richtig und gut, wenn wir ihr nur das entnehmen, was wir tatsächlich brauchen.

 

Elfter Leitgedanke:

Jeglicher Form von Gewalt muss Einhalt geboten werden. Sie zu überwinden, erfordert höchsten, aber für den Menschen, der ihr nicht mehr unterworfen ist, auch möglichen Einsatz.

 

Zwölfter Leitgedanke:

Es gilt, das Leben zu wählen und es zu leben. Es gilt, mit seiner ganzen Existenz den Todesmächten abzusagen. Jetzt gilt: Nicht Geld, sondern Leben!

 

Claus Petersen


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