Exkurs 6

RICHTIG LEBEN – HIER UND JETZT

DIE WELT-RELIGION JESU

BASISKURS BASILEIOLOGIE

 

 

„Der Mehlkrug soll nie leer werden“ – ein „Reich-Gottes-Wort“ im Alten Testament

 

1. Könige 17,14aß

 

Vollständig lautet dieser Satz in 1. Könige 17,14aß (= der zweite Teil der ersten Vershälfte):

 

Der Mehlkrug soll nicht zu Ende gehen,
und das Ölgefäß soll nicht leer werden.

 

Wieder begegnet uns hier die in der althebräischen poetischen Literatur überaus häufige Stilform des Parallelismus membrorum, die innere Zusammengehörigkeit zweier Satzglieder. Hier handelt es sich um einen sogenannten synthetischen Parallelismus. Beide Zeilen ergänzen einander: In der ersten geht es um das Mehl, in der zweiten um das Öl. Beide Male ist von dem entsprechenden Gefäß die Rede und davon, dass ihr Inhalt niemals ausgehen darf. Abgesehen von der jeweiligen Füllung des Kruges beziehungsweise Gefäßes aber laufen beide Versteile absolut parallel. Sie sind nicht nur inhaltlich völlig gleichförmig formuliert, sondern auch sprachlich und metrisch genau aufeinander abgestimmt. Man erkennt dies natürlich nur in der Originalsprache. Deshalb seien die beiden Zeilen hier noch einmal in der hebräischen Lautschrift wiedergegeben:

 

kad haqqämach lo tichla
wezappachat haschschämän lo tächsar

 

Die Betonung (durch Fettdruck der jeweiligen Vokale hervorgehoben) liegt auf vier Silben der jeweils genau vier Wörter. In der ersten Zeile könnte Alliteration, der gleiche Anfangslaut zweier benachbarter Wörter vorliegen: kad haqqämach, und auch das ch in tichla ist ein Kehllaut. kad bezeichnet im Alten Testament normalerweise einen Behälter für Wasser (1. Mose 24,14–20.43–46; 1. Könige 18,34; Kohelet 12,6). Als Mehlgefäß kommt er nur in unserem Text (und seinem Zusammenhang, nämlich in den Versen 12 und 16) vor, vielleicht eben der Alliteration wegen. Auch zappachat ist sonst ein Wasserbehälter. Eventuell wurde das Wort hier verwendet, um einen Gleichklang der beiden ersten Wörter in der zweiten Zeile herzustellen ([we]zappachat haschschämän). Winfried Thiel weist in seinem Kommentar (Könige, BK IX/2, Lfg. 1, Neukirchen-Vluyn 2000, S. 20) noch darauf hin, dass es am Ende der ersten Zeile nach den Regeln der Grammatik eigentlich tichlä und nicht tichla hätte heißen müssen. Möglicherweise geschah dies, um beide Zeilen mit demselben Vokal enden zu lassen (tichla / tächsar), „wodurch die parallele Struktur der beiden Sätze hervorgehoben würde“.

Dass gerade Mehl und Öl genannt werden, ist sicher von besonderer Bedeutung, auch wenn beide Begriffe im Alten Testament sonst nur noch im 4. Buch Mose (5,15) in ein und demselben, allerdings anderem Zusammenhang vorkommen. Wahrscheinlich werden, wie im jetzigen Kontext, die beiden wesentlichen Bestandteile eines Fladenbrotes genannt: Brot wurde in aller Regel aus Gerste oder Weizen gebacken, den beiden wichtigsten Getreidearten im alten Israel. Das zu Mehl oder Grieß gemahlene Getreide wurde mit Wasser und Salz zu Teig geknetet. Als weitere Zutaten für Brotfladen kommt zum Beispiel Öl in Frage, wodurch das Brot gehaltvoller war. (Nicht auszuschließen ist allerdings, dass von zwei unterschiedlichen Grundnahrungsmitteln die Rede ist: Mehl zum Backen von Brot, Olivenöl – wo im Alten Testament von Öl gesprochen wird, ist in der Regel Olivenöl gemeint – als kalorienreicher Fettersatz, das anstelle von Butter und Fett zur Zubereitung von Speisen verwendet wurde und somit seinerzeit neben Brot eines der wichtigsten Lebensmittel war.) So schlagen diese beiden eng zusammengehörenden Sätze ein grundsätzliches, geradezu existenzielles Thema an: Immer soll genug Mehl und genug Öl vorhanden sein, um daraus Brot backen zu können. Zusammenfassend könnte man also durchaus feststellen, dass die äußerst sorgsame Formulierung dieses Doppelsatzes seinem äußerst wertvollen Inhalt voll und ganz entspricht.

 

Der Kontext

 

Allerdings haben wir bislang den Kontext dieses Satzes völlig außer Acht gelassen. Zwar hebt er sich durch seine poetische Struktur deutlich von seiner prosaischen Umgebung ab, ist aber jetzt ganz und gar in eine Erzählung eingebunden und bezieht von ihr her seinen – ganz anderen – Sinn. Es handelt sich um die Anekdote von der Begegnung des Propheten Elia mit einer Witwe in Zarpat. Nachdem Jahwe eine Dürre über das ganze Land Israel verhängt hatte, Elia jedoch auf dessen Wort hin in einem Bachtal Zuflucht gefunden hatte, bis auch dieser Bach ausgetrocknet war, fordert Jahwe ihn auf, sich nach Zarpat zu begeben; eine Witwe werde ihn dort versorgen. Elia handelt wie geboten und begegnet denn auch gleich am Stadttor dieser Frau, die allerdings nicht den Eindruck erweckt, auf sein Kommen vorbereitet gewesen zu sein. Er bittet sie, ihm ein wenig Wasser zu bringen. Als sie sich bereits auf den Weg gemacht hat, ruft er sie auffälligerweise und überraschend noch einmal zurück – eingeleitet mit dem wortwörtlich wiederholten „Er rief sie und sagte“ – und äußert einen weiteren Wunsch: Sie möge ihm doch auch noch ein Stück Brot mitbringen. Darauf entgegnet die Witwe, sie habe nichts Gebackenes, nur eine Handvoll Mehl im Krug und ein wenig Öl im Gefäß. Gerade sammle sie etwas Holz, um es für sich und ihren Sohn zuzubereiten; sie würden es gemeinsam essen und dann sterben. Damit wird, ausgelöst durch die erneute, aber anders ausgerichtete Bitte Elias, mitten in der Erzählung ein neues Thema angeschlagen: Jetzt geht es nicht mehr um die Dürre und den darauf zurückgehenden Wassermangel und die Versorgung Elias, sondern um die nicht auf die Dürre zurückgeführte, sondern wahrscheinlich durch ihre soziale Situation bedingte Notlage dieser Witwe und um deren Versorgung. Elia erwidert darauf, sie möge tun, was sie geplant habe, jedoch zuvor von dem Teig ihm einen kleinen Brotfladen zubereiten und bringen, danach dann einen für sie selbst und für ihren Sohn backen. Dann fügt er noch die Worte hinzu: „Denn so spricht Jahwe, der Gott Israels: Der Mehlkrug soll nicht zu Ende gehen, und das Ölgefäß soll nicht leer werden bis zu dem Tag, an dem Jahwe Regen auf den Ackerboden geben wird.“ Der poetische Text ist jetzt gar nicht mehr auf Anhieb als ein solcher zu erkennen, allerdings fällt eine weitere Ungereimtheit auf, die wiederum zeigt, dass der Text dieser Erzählung nicht aus einem Guss besteht, sondern offensichtlich aus verschiedenen Überlieferungen zusammengesetzt ist: Wenn Elia hier gleichsam ein Wort Jahwes zitiert, dann dürfte es nicht lauten: „bis zu dem Tag, an dem Jahwe Regen auf den Ackerboden geben wird“, sondern es müsste heißen: „bis zu dem Tag, an dem ich Regen auf den Ackerboden geben werde“. Dieser Versteil (Vers 14b) könnte also später ergänzt worden sein, um nachträglich einen Bezug zur Dürre herzustellen, von der vorher ja nicht mehr die Rede war. Dabei unterlief dann diese Ungereimtheit im Satzbau. Vers 14b ist also sicher ein späterer Zusatz. Doch selbst wenn man diesen zweiten Versteil streicht, besteht eine weitere Auffälligkeit, die daran zweifeln lässt, dass der vorangehende Vers 14aβ ursprünglich überhaupt in dem Zusammenhang stand, in den er jetzt eingebettet ist. Wäre er von Anfang an ein integraler Bestandteil der Elia-Geschichte, hätte Elia doch nicht neutral, sondern in der zweiten Person formulieren müssen: „Dein Mehlkrug soll nicht zu Ende gehen, und dein Ölgefäß soll nicht leer werden.“ Denn um genau diese beiden Gefäße geht es doch – jedenfalls im jetzigen Kontext. Es folgen dann noch weitere kleine Unebenheiten, auf die ich jetzt aber nicht näher eingehe.

Bleiben wir bei dem Vers 14aβ. Vieles deutet inzwischen darauf hin, dass er sich nicht nur durch seinen poetischen Charakter von seinem – prosaischen – Umfeld abhebt, sondern ursprünglich einmal ein eigenständiges, ganz „weltliches“ Wort, fast so etwas wie ein Sprichwort gewesen sein könnte. Erst jetzt, erst im Zusammenhang mit dieser Elia-Anekdote wird der Doppelsatz zu einem Wort Jahwes und beschreibt ein übernatürliches, göttliches, einmaliges und nur dieser Witwe geltendes, zeitlich auf die Dürre begrenztes Wunder. Damit hat er seine ursprüngliche Bedeutung vollkommen preisgegeben, anders gesagt: wurde seiner Strahlkraft, seiner Allgemeingültigkeit, seiner ihm einmal innewohnenden Weisheit beraubt. Gut möglich allerdings – Gleiches gilt ja für die Jesusüberlieferung –, dass wir gar nicht mehr von diesem „Grundsatz“ wüssten, wenn er nicht in jene Wundergeschichte eingebunden (die Wundergeschichte eventuell sogar aus ihm heraus entwickelt) und uns im Zusammenhang der Elia-Tradition überliefert worden wäre. Doch wenn die ursprüngliche Aussage durch den Kontext auch praktisch vollkommen zugeschüttet worden ist – sie lässt sich doch noch ermitteln. Durch eine genaue Analyse des Textes, so wie er uns jetzt vorliegt, lässt sich noch rekonstruieren, wie er höchstwahrscheinlich entstanden ist, welche Vorstufen er möglicherweise aufweist und welche älteren Traditionen eventuell in ihn eingearbeitet worden sind. Es sind – und glücklicherweise auch in diesem Punkt in derselben Weise wie bei den Jesusworten – Indizien zurückgeblieben, die uns auf die Spur auch dieses Schatzes geführt haben, sodass wir ihn heben konnten.

Ich möchte an dieser Stelle allerdings darauf hinweisen, dass die These einer rein profanen Herkunft dieser Worte, soweit ich sehe, bislang in der exegetischen Literatur zum 1. Königsbuch nirgendwo begegnet. Zwar wird bisweilen vermutet, dass es sich bei diesem Versteil um eine eigenständige Tradition handeln könnte, doch wird diese Annahme nicht weiter vertieft. So meint zum Beispiel der schon erwähnte Alttestamentler Winfried Thiel, dass dieser Spruch „zunächst separat überliefert (wurde), bevor er in die Prosa-Überlieferung Eingang fand“ (a.a.O., S. 29). Seine Annahme, dass er aus der Elisa-Tradition stamme (ebd.), kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Dass es sich ursprünglich nicht nur um einen eigenständigen, sondern auch um einen nichttheologischen Satz handeln könnte, kommt nirgendwo in den Blick.

 

Noch einmal 1. Könige 17,14aß: „Der Mehlkrug soll nicht zu Ende gehen, / und das Ölgefäß soll nicht leer werden.“

 

Befreit man den Doppelsatz von dem Kontext, wie dies ja auch bei den Jesusworten von so entscheidender Bedeutung war, um ihren ursprünglichen Sinn wieder freizulegen, erstrahlt er in seiner ganzen Schönheit. Immer soll es, und zwar für jeden Menschen, zu einem guten Leben reichen. Das darf gerade keine Ausnahme, sondern soll und muss ein dauerhafter und verlässlicher Zustand sein. „Immer soll genug Mehl im Krug, in deinem Krug, im Krug jedes Menschen sein, immer soll genug Öl im Gefäß, in deinem Gefäß, im Gefäß jedes Menschen sein.“

Den Menschen wird nicht einfach Brot zugesagt, sondern die Mittel, es selbst herzustellen – ein wesentliches Element für ein Leben in Würde. So soll es sein, und zwar für immer. So soll es sein – überall. Kein Mensch soll hungern. Die Zutaten, die nötig sind, um Brot zu backen, dürfen nie ausgehen. Das „nicht“ kann nur im Sinn eines „nie“ gemeint sein: Der Mehlkrug soll nie zu Ende gehen und das Ölgefäß nie leer werden. Nur dann ist ein gutes Leben möglich, wenn dies für immer und für alle gewährleistet ist.

Zum einen geht es also um ein Grundbedürfnis des Menschen, jedes Menschen: Um gut leben zu können, muss er genug zu essen haben. Zum anderen wird hier jedem Menschen mehr oder weniger garantiert, dass er jederzeit in der Lage ist, dieses Grundbedürfnis auch zu stillen. Anders kann dieses Satz nicht gemeint sein. Es ist undenkbar, nichts deutet darauf hin, ja die Annahme verbietet sich geradezu, dass sich diese Worte lediglich auf Angehörige der eigenen Familie, Sippe oder Ethnie beschränken könnten.

Und hier bekommt die Einzahl („der Mehlkrug“, „das Ölgefäß“) und der Vetitiv („soll nicht“) doch einen tieferen Sinn: Hier wird kein Menschenrecht proklamiert, uns wird kein Gesetz aufoktroyiert, keine abstrakte Norm. Hier wird nicht das Menschenrecht auf Nahrung kodifiziert. Es wird kein Anspruch festgeschrieben und damit objektiviert. Der, der diesen Doppelsatz formuliert, ist vielmehr selbst an dem beteiligt, was er sagt – und der, der ihn hört oder liest, kann ihn nicht einfach zur Kenntnis nehmen, sondern wird selbst sofort mit hineingezogen. Im Grunde wird hier vorausgesetzt, dass der Satz bei jedem Menschen auf Resonanz stößt, dass jedem sofort klar ist, dass es „natürlich“ gar nicht anders geht, dass auch sein Menschsein gar nichts anderes zulässt. Es geht es um etwas, was jedem Menschen, was uns allen damals und heute und zu jeder Zeit ein Anliegen sein und bleiben sollte. Der Doppelsatz ist ganz konkret und ganz persönlich gemeint: Es darf nicht geschehen – und es gilt, darauf jederzeit sorgsam zu achten –, dass auch nur der Mehlkrug, dass auch nur das Ölgefäß eines einzigen Menschen vollkommen zur Neige geht. Gerade die Tatsache, dass konkrete Gefäße genannt werden, die in jedem Haushalt gebräuchlich waren, macht geradezu sinnlich klar, dass hier nicht ein allgemeiner, aber letztlich unverbindlicher Wunsch in Worte gefasst wird, sondern der konkrete Mitmensch im Blick ist. Jede*r, alle sollen, ja müssen satt werden.

Diese Aussage wird nicht weiter begründet. Offensichtlich wird vorausgesetzt, dass sie etwas Allgemeingültiges, etwas im Grunde für jeden Menschen Selbstverständliches zum Ausdruck bringt. Dazu bedarf es keiner göttlichen Legitimation. Gleichwohl: Dies ist etwas so Kostbares und eben vielleicht doch nicht mehr immer Selbstverständliches, dass es festgehalten werden muss, und zwar in einer ihrem so kostbaren Inhalt korrespondierenden poetischen Sprache, und immer wieder zu realisieren ist.

„Der Mehlkrug soll nicht zu Ende gehen, und das Ölgefäß soll nicht leer werden.“ Das ist ein vollkommen weltlicher Satz. Ursprünglich handelte es sich, wie wir ja festgestellt haben, eben nicht um ein Gotteswort. Es ist keine göttliche Autorität, aus der sich seine Relevanz ableitet. Es ist auch kein Gebot. Es weist keinerlei theologische Färbung auf. Aber es ist auch kein alltägliches, einfach die Realität wiedergebendes Wort. Es drückt aus, wie es sein und bleiben soll, damit alles richtig und gut bleibt. Damit wir es nicht vergessen und verlieren. Damit wir es uns nicht ausreden oder abgewöhnen lassen. Unser gutes, glückliches, ja eben beseligendes Leben hängt von ihm ab. Insofern ist es eben doch und in diesem Sinn ein religiöser, kein theologischer, sondern ein basileiologischer Satz, ein „Reich-Gottes-Wort“.

So ist dieses Wort in der Tat ein Schatz, das, was es besagt, ist doch immer wieder neu ein Wunder – allerdings in einem völlig anderen Sinn, als es im Zusammenhang mit der Elia-Anekdote verstanden werden sollte. Es ist ein Wunder, dass Menschen trotz aller, gewiss auch schon vor mehreren Jahrtausenden eingetretenen Entfremdungen so genau über das, was gut und richtig ist, orientiert waren und es heute immer noch sind. Und es ist und bleibt wunderbar, dass wir so leben können – und dass dies auch geschieht. So haben wir mit diesem Wort tatsächlich einen Schatz geborgen. Dies ist es und dies bleibt es – in jedem Moment, in dem wir dafür sorgen, dass eben nicht eintritt, was nicht eintreten darf.

 

Noch ein bedenkenswerter Nachtrag: Der Theologe, Pädagoge und Schriftsteller Johann Peter Hebel (1760–1826) kommt der ursprünglichen Bedeutung des Verses 14aß in seiner Nacherzählung dieser biblischen Geschichte erstaunlich nahe. Darin erklärt er das Wunder des nicht zu Ende gehenden Mehls und Öls in den Gefäßen der Witwe nämlich zumindest auch mit der Fürsorge ihrer Mitmenschen. In seinem Werk „Biblische Geschichten. Für die Jugend bearbeitet“ aus dem Jahr 1824, Seite 205f., beendet er, nachdem er Vers 14aß mehr oder weniger wörtlich wiedergegeben hat, die Elia-Erzählung mit diesen Worten:

Die liebe Armuth hat oft ein größeres Vertrauen zu Gott und zu unbekannten Menschen, als der Reichthum, der nur die Sorgen und die Furcht vor der Zukunft mehrt und so leicht die Herzen abkühlt. Die arme Frau theilte gutherzig ihr Leztes mit dem Propheten, und beherbergte ihn in ihrer Wohnung, bis die herbe Zeit vorüber war, und hatte es nicht zu bereuen. So lange Elias bei ihr war, hatte sie keinen Mangel mehr. Das Mehl verzehrte sich nicht, und das Oel im Krüglein versiegte nicht. Es ist wohl zu glauben, daß es gute Menschen aus der Nachbarschaft waren, welche der guten Frau täglich so viel zum Unterhalt des Propheten zutrugen, daß sie und ihr Kind auch davon zu leben hatten. Wiewohl Gott kann auch wunderbar die Seinigen retten und segnen, und die Gutmüthigkeit einer vertrauenden Seele belohnen. „Weg hat er alle Wege, an Mitteln fehlts ihm nicht.“

Claus Petersen


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