43. Kalenderwoche (24.–30. Oktober 2022)

 

Plasmaschild Sümpfe
Nationalpark Yasuní
Kakteen
Fluss-Seeschwalbe Gleithörnchen Armut/Einfachheit

 

 

Montag

Plasmaschild

 

Forscher haben einen zuvor unbekannten unsichtbaren Schutzschild rund um die Erde entdeckt. In rund 11.000 Kilometern Höhe schützt er unseren Planeten vor energiereichen Elektronen aus dem Kosmos – sie prallen an ihm ab wie an einer Glaswand. Das berichtet ein Forscherteam um Daniel Baker von der University of Colorado in Boulder im Fachblatt „Nature“ (Nr. 515 vom 27. November 2014). Die Barriere besteht vermutlich aus kaltem Plasma. Auf den Schutzschild waren die Forscher in den Daten von Raumsonden gestoßen, die die sogenannten Van-Allen-Gürtel untersuchen. Diese beiden reifenförmigen Gürtel umgeben die Erde und sind voller geladener kosmischer Teilchen, die vom Erdmagnetfeld eingefangen werden. Oberhalb der Ionosphäre ist unser Planet von einer Wolke aus kaltem, elektrisch geladenem Gas umgeben. Diese Plasmasphäre beginnt in etwa 900 Kilometern Höhe und reicht dann tausende von Kilometern weit in den Weltraum hinaus. An den Rändern dieser Zone erzeugt dieses Plasma niederfrequente elektromagnetische Wellen, das Plasmasphären-Rauschen. Aus den Daten der beiden Van Allen-Sonden schließen die Forscher, dass dieses Rauschen die Bahn der ultraschnellen Elektronen verändert und sie so ablenkt, dass sie mit neutralen Gasatomen der oberen Atmosphärenschichten kollidieren und absorbiert werden. Offenbar ist diese Barriere dabei so effektiv und scharf, dass sie wie ein undurchdringlicher Schutzschild wirkt, so die Wissenschaftler.

 

Dienstag

Sümpfe

 

Sümpfe sind terrestrische Lebensräume mit zeitweise stark vernässten, schlammigen Böden mit stehendem Wasser, ohne dass sich, im Gegensatz zum Moor, an der Oberfläche Torf ausbildet. Im Gegensatz zu Sümpfen herrscht in Mooren jedoch eine permanente Wassersättigung. Gelegentliches Austrocknen führt in Sümpfen zu einem vollständigen Abbau der organischen Substanz zu Humus, in Mooren ist durch die permanente Wassersättigung dieser Abbau gehemmt, sodass Torf entstehen kann. Große Sümpfe gibt es in unseren Breiten nur selten. Diese bilden sich an flachen Küsten oder entlang großer Flüsse in arktischen Bereichen über Permafrostböden oder in den Tropen und Subtropen.

Sümpfe haben eine eigene, dem nassen Standort angepasste Pflanzenwelt. Wir finden hier unter anderem die Sumpfschwertlilie, verschiedenen Seggenarten und Wolfstrappgewächse. Sumpfpflanzen besitzen ein zusammenhängendes Durchlüftungssystem an ihren untergetauchten Pflanzenteilen, das ihre Sauerstoffversorgung sichert. Aufgrund der guten Nährstoffbedingungen in Sümpfen wächst die krautige Vegetation üppig. Das Sonnenlicht, welches durch fehlende Bäume oder Sträucher bis auf den Boden gelangt, fördert das Pflanzenwachstum stark. Typische Tiere sind Moor- und Springfrosch, Bekassine, Sumpfohreule und vor allem zahlreiche Libellenarten.

 

Mittwoch

Nationalpark Yasuní

 

Der Nationalpark Yasuní ist ein riesiges, 9800 Quadratkilometer großes Naturschutzgebiet im Amazonasgebiet Ecuadors, das entspricht einem Viertel der Schweiz. Zum Nationalpark gehört der gleichnamige Fluss Yasuní, ein Nebenfluss des Napo. Der Nationalpark Yasuní gilt als einer der Orte mit der größten Artenvielfalt weltweit. Die Wissenschaftler sind sich angesichts der außergewöhnlichen Artenvielfalt, dem guten Erhaltungszustand und seines Status als kulturellem Erbe über den einzigartigen Wert des Parks einig. Bei insgesamt 2.274 Baum- und Buscharten finden sich in diesem Park auf einem einzigen Hektar 665 Arten. Das sind mehr als alle einheimischen Baumarten der Vereinigten Staaten und Kanadas zusammen. Man hat zudem 593 Vogelarten registriert, sodass der Park auch in dieser Hinsicht zu den artenreichsten Orten der Welt gehört. Es gibt außerdem 80 Fledermausarten, 150 Amphibien und 121 Reptilienarten, sowie mehr als 4000 verschiedene Gefäßpflanzen pro 1.000.000 Hektar. Nirgendwo sonst auf dem Planeten gibt es mehr Insektenarten als hier. Man schätzt sie auf 100.000 Arten pro Hektar. In der Flora und Fauna gibt es zudem einen hohen Anteil endemischer Arten. Der Yasuní-Park ist auch der traditionelle Lebensraum der Huaorani-Indianer sowie der Tagaeri und der Taromenane, zweier Urvölker, die dem Kontakt mit der westlichen Zivilisation aus dem Weg gehen.

Der Park wurde 1979 von der ecuadorianischen Regierung ausgewiesen und 1989 von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt.

Zum Schutz des Yasuní-Naturparks, in dem sich das größte noch unangetastete Ölfeld des Landes befindet, hat Ecuadors damaliger Staatspräsident Rafael Correa der Weltgemeinschaft folgendes Abkommen vorgeschlagen: Die Regierung Ecuadors verpflichte sich, 846 Millionen Barrel Erdöl im Boden zu lassen, um die einzigartige biologische Vielfalt und die indigenen Völker, die in diesem Gebiet leben, zu schützen, wenn die internationale Gemeinschaft 50 Prozent der entgehenden Öl-Einnahmen (3,6 Milliarden US-Dollar, 2,7 Milliarden Euro) aufbringe. Bis Mitte August 2013 kamen jedoch lediglich 13,3 Millionen Dollar, nicht einmal ein Prozent der erwarteten Summe, zusammen, sodass Correa das Abkommen am 15. August 2013 in einer Fernsehansprache für gescheitert erklärte. Am 3. Oktober 2013 stimmte das Parlament mit 108 gegen 25 Stimmen dem Regierungsvorschlag zu, die Ölbohrungen unter Auflagen zu erlauben. Im Mai 2014 erteilte das zuständige Ministerium die Umweltlizenz für die Ölfelder Tiputini und Tambacocha, die im Norden des Yasuní-Nationalparks liegen.

 

Donnerstag

Kakteen

 

Das natürliche Vorkommen der Kakteen ist, mit Ausnahme der Rhipsalis baccifera, der am weitesten verbreiteten Kakteenart, auf den amerikanischen Kontinent beschränkt. Dort erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet vom südlichen Kanada bis nach Patagonien in Argentinien und Chile. Die größte Dichte an Kakteenvorkommen findet man in den Gebieten um den nördlichen (Mexiko) und südlichen Wendekreis (Argentinien/Bolivien). In der Chihuahua-Wüste in den USA und Mexiko kommt etwa ein Viertel aller weltweit bekannten 1500 Kakteenarten vor. Kakteen besiedeln die verschiedensten Lebensräume, von Tiefebenen bis zu Hochgebirgen, von tropischen Regenwäldern über Steppen und Halbwüste bis zu Trockenwüsten. Allen Lebensräumen ist gemein, dass das zum Überleben notwendige Wasser nicht ganzjährig, sondern nur saisonal zur Verfügung steht.

Kakteen wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu Modepflanzen, der Kreis der Liebhaber wuchs ständig. Die Nachfrage wurde durch den Import der Kakteen vom heimatlichen Standort gedeckt, weil die Anzucht aus Samen als zu langwierig und damit zu wenig gewinnbringend betrachtet wurde. Somit sind viele Kakteenarten vom Aussterben bedroht, weil sie auch ihrer natürlichen Umgebung entfernt werden, um als Sammlerstücke oder Zierrat in Gewächshäuser und Wohnzimmern zu landen.

 

Freitag

Fluss-Seeschwalbe

 

Fluss-Seeschwalben fliegen während ihres Lebens viel weiter zwischen Arktis und Antarktis hin und her als bislang gedacht. Im Laufe ihres rund 30-jährigen Lebens bringen es die gerade mal 125 Gramm schweren Tiere auf rund 2,4 Millionen Kilometer – das ist so weit wie dreimal zum Mond und wieder zurück. In einem Jahr schaffen die Tiere bis zu 80.000 Kilometer, doppelt so viel wie bisher angenommen. Forscher hatten einige der grazilen Fischjäger im Süden Grönlands mit winzigen, 1,6 Gramm schweren elektronischen Geräten zum Sammeln von Positionsdaten ausgestattet. Diese zeichneten die Routen auf. Die täglich zurückgelegten Strecken der stromlinienförmigen Tiere schwankten von 390 bis 670 Kilometer. Die aufgezeichneten Strecken sind die längsten jemals mitgeschnittenen Reisen des Tierreiches.

 

Samstag

Gleithörnchen

 

Ein, zwei, drei und Absprung! Im Wipfel eines Baums breitet ein Gleithörnchen Arme und Beine aus und stürzt sich in die Dunkelheit der Nacht. Doch statt wie ein Stein herunterzufallen, gleitet das Tier elegant durch die Luft, denn zwischen seinen Vorder- und Hinterbeinen spannt sich eine Gleithaut, die wie ein Gleitschirm wirkt, wenn es von einem Ast springt. 50 Meter weit kann das Hörnchen auf diese Weise segeln. Bei den Riesengleithörnchen wurden im Einzelfall und unter günstigen Bedingungen sogar 450 Meter gemessen. Vor der Landung drehen Gleithörnchen ihre Körperachse, so dass sie senkrecht zum Boden stehen und mit Hilfe der weit gespreizten Gleithaut abbremsen. Mit weit gekrümmtem Körper und abstehendem Schwanz landen die Gleithörnchen mit allen vieren auf der Unterlage, die ihr Ziel ist. Gleithörnchen können mit Hilfe ihres Schwanzes sogar im Flug die Richtung ändern.

Obwohl Gleithörnchen auch in Nordamerika, Europa und Nordasien leben, liegt der Schwerpunkt ihres Verbreitungsgebiets eindeutig auf Ost- und Südostasien. Vor allem in der indonesischen Inselwelt gibt es einen bemerkenswerten Artenreichtum; viele dieser Arten sind kaum erforscht.

 

Sonntag

Armut/Einfachheit

 

„Selig sind die Armen [die, die nicht mehr haben, als sie brauchen]; denn ihrer ist das Reich Gottes.“
Jesus von Nazaret

„Jesus Christus war der erste, der die Armut lehrte, der erste ‚Lehrer der Armut‘. Vor ihm kannte man ihre Bedeutung nicht. Nur der Reichtum wurde geschätzt. Der Armut legte man keinen Wert bei, da man ihren Segen nicht erkannte. Auch durch die Propheten hatte Gott sie nicht lehren wollen. Er hat es sich vorbehalten. Er selbst kam, um sie uns zu lehren: Durch sein Wort und durch sein Beispiel hat der Sohn Gottes Sinn und Wert der Armut geoffenbart.“
Vinzenz von Paul (1581–1660, Priester, gilt als Begründer der neuzeitlichen Caritas)

„Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt.“
Friedrich Karl Barth/Peter Horst


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