37. Kalenderwoche (7.–13. September 2020)

 

Ozonschicht
 Permafrostboden Tropischer Regenwald
Wildkräuter
Altweiber-sommer  Krill  Grundvertrauen

 

 

Montag

Ozonschicht

 

Die Ozonschicht spannt sich in der Stratosphäre in einer Höhe von 15 bis 50 Kilometern über unsere Erde. Trotz ihrer Dicke ist sie ein äußerst zartes Gebilde, wie ein hauchdünner Schleier, der sich normalerweise immer wieder regeneriert. Sie schützt die Erde vor der schädlichen Ultraviolettstrahlung der Sonne, durch deren Strahlung sie überhaupt erst gebildet wird.

In der mittleren Stratosphäre treffen die kurzwelligen „harten“ Sonnenstrahlen auf den Sauerstoff unserer Atmosphäre. Diese Sauerstoffmoleküle bestehen aus je zwei Sauerstoffatomen, die fest aneinandergekoppelt sind (O2). Treffen kurzwellige Sonnenstrahlen auf eines dieser Moleküle, so sprengen sie diese Atome auseinander. Ein solcher Volltreffer nimmt dem Sonnenlicht seine für das Leben auf der Erde zerstörerische Energie. Es wird „entschärft“, gefiltert und kommt als Lebensspender bei uns hier unten an. Viele der dabei frei gewordenen Atome lagern sich zu einem weiteren Sauerstoffmolekül, zu O3, dem dreiatomigen Sauerstoff, dem Ozon zusammen. Auch dessen Moleküle werden durch die ultraviolette Strahlung wieder zerstört und in den zweiatomigen Sauerstoff zurückverwandelt. Dabei wird wiederum Strahlenenergie aufgezehrt. Dieser ständige Auf- und Abbau von Ozon stellt ein empfindliches Gleichgewicht dar. Damit es in der Balance bleibt, müssen beide Prozesse einander aufwiegen.

Am 16. September 1987 wurde das Montreal-Protokolls über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen, verabschiedet; 16. September: Internationaler Tag für die Erhaltung der Ozonschicht.

Nach Einbruch der Dunkelheit dominieren weiterhin Jupiter und Saturn, die beiden größten Planeten des Sonnensystems, das Himmelsgeschehen. Am späteren Abend erscheint der rötliche Mars am Osthimmel. Er wird deutlich heller und übertrifft im Laufe des Monats sogar Jupiter an Glanz.

 

Dienstag

Permafrostboden

 

Permafrostböden sind Böden, die laut Definition zwei Jahre und länger durchgängig gefroren sind. Es handelt sich um Relikte aus der letzten Eiszeit, die vor etwa 10.000 Jahren endete. Sie machen fast ein Viertel der Landfläche auf der Nordhalbkugel aus, insgesamt 23 Millionen Quadratkilometer. Im Norden Sibiriens, Kanadas und Alaskas, teils auch außerhalb der Arktis wie im Hochland von Tibet ist der Boden ganzjährig zum Teil mehrere hundert Meter tief gefroren. Auf der Südhalbkugel gibt es nur kleine Areale rund um die Antarktis. In der gefrorenen Erde sind riesige Mengen abgestorbener Pflanzenreste gespeichert, die beim Tauen durch Bakterien zersetzt werden, wodurch der in den Pflanzen gespeicherte Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangt.

Diese Permafrostböden sind seit Tausenden von Jahren gigantische Kohlenstoffspeicher. Eine so massive Anreicherung war nur möglich, weil dauerhaft niedrige Temperaturen den Abbau des in Pflanzenresten gebundenen Kohlenstoffs verhinderten. Schmelzende Permafrostböden könnten riesige Mengen Kohlenstoff freigeben und so die globale Erwärmung dramatisch beschleunigen: In den polaren Gebieten steigen die Temperaturen durch die Klimaveränderung doppelt so stark wie im globalen Mittel; dadurch tauen die Permafrostböden auf, bislang inaktive Mikroben beginnen den Bodenkohlenstoff in die Treibhausgase Kohlendioxid und Methan abzubauen, die dann in die Atmosphäre gelangen. Allein in den oberen Bereichen stecken bis zu 1500 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, etwa doppelt so viel wie in der gesamten Erdatmosphäre mit bislang rund 800 Milliarden Tonnen. Bei zwei Grad Erwärmung könnten 2,5 Millionen Quadratkilometer der globalen Permafrostböden schmelzen, schätzt eine britische Studie.

Eine globale Vergleichsstudie des internationalen Permafrost-Netzwerks GTN-P (Global Terrestrial Network for Permafrost), an der auch das Alfred-Wegener-Institut (AWI) maßgeblich beteiligt ist, zeigt, dass in allen Gebieten mit Dauerfrostboden die Temperatur in mehr als zehn Metern Tiefe im Zeitraum von 2007 bis 2016 um durchschnittlich 0,3 Grad Celsius gestiegen ist. Beobachtet wurden die Arktis ebenso wie die Antarktis, aber auch die Hochgebirge Zentralasiens und sogar die Alpen. Besonders hoch fiel die Erwärmung in Sibirien aus: Dort erwärmte sich der gefrorene Boden an einzelnen Bohrlöchern um 0,9 Grad Celsius. Die Ergebnisse erschienen am 16. Januar 2019 im Fachmagazin Nature Communications.

 

Mittwoch

Tropischer Regenwald – „grüner Ozean“, Klimaanlage der Welt

 

Der tropische Regenwald befindet sich in der Nähe des Äquators zwischen 10° südlicher und 10° nördlicher Breite, wo Niederschläge regelmäßig stattfinden und ca. 250 Zentimeter im Jahr übersteigen. Es gibt keine ausgeprägten Trockenzeiten – der Wald ist im Gegensatz zu den zwei anderen Typen tropischer Wälder (tropische Trockenwälder, tropische laufabwerfende Wälder) immerfeucht und immergrün. Er beheimatet die größte Artenvielfalt, und die Baumarten werden bis zu 60 Meter hoch. (Quelle: Wikipedia)

Endloses Grün, exotische Geräusche, betörende Düfte, drückende Schwüle und Dämmerlicht umschreiben nur unvollständig eines der faszinierendsten Ökosysteme der Welt. Zwölf Millionen Quadratkilometer Regenwald bedecken etwa acht Prozent der Erdoberfläche (gegenüber 1950 hat sich die Fläche halbiert!) und bieten Lebensraum für mehr als die Hälfte aller bekannten Tier- und Pflanzenarten auf unserem Planeten. Tropischer Regenwald bedeckt die Erde auf einer Gesamtfläche von 1.681 Millionen Hektar, davon befinden sich rund 900 Millionen Hektar in Südamerika, 500 Millionen in Afrika (das Kongo-Becken in Zentralafrika beherbergt etwa ein Viertel des weltweiten Regenwaldes) – das Amazonasgebiet in Südamerika und der Urwald in Zentralafrika sind die zwei letzten großen Urwälder der Welt – und 260 Millionen in Asien. Da diese Regionen von den letzten Eiszeiten kaum betroffen waren, ist die biologische Vielfalt hier so groß wie nirgendwo sonst auf der Welt. Schätzungsweise 70 Prozent aller landgebundenen Arten dieser Erde leben in der tropischen Regenwaldzone. Sechs Quadratkilometer Urwald enthalten ca. 1500 verschiedene blühende Pflanzen, 750 Bäume, 400 Vogelarten, 150 Schmetterlingsarten, 100 Reptilienarten und 42.000 Insektenarten.

Die Regenwälder sind gigantische Klimamaschinen, die das Wetter weiträumig durch den von ihnen ausgelösten permanenten Wechsel von Verdunstung und Niederschlag beeinflussen. Sie gelten als „grüner Ozean“, und sie sind enorme Kohlenstoffspeicher, was für die globale CO2-Bilanz von entscheidender Bedeutung ist.

Am 22. August 2002 wurde mit dem Nationalpark Tumucumaque im Nordwesten Brasiliens das größte Regenwaldschutzgebiet der Welt gegründet. Er dehnt sich auf einer Fläche von 38.464 Quadratkilometern aus und erreicht damit eine Größe, die fast der Fläche der Schweiz entspricht.

Am 2. Juli 2018 hat die kolumbianische Regierung im Süden des Landes den größten Tropenwald-Nationalpark der Welt geschaffen: Präsident Juan Manuel Santos erweiterte den Nationalpark Serranía de Chiribiquete um 1,5 Millionen Hektar. Mit einer Gesamtfläche von 4,3 Millionen Hektar ist das Schutzgebiet nun größer als die Niederlande. Bereits am Wochenende zuvor war der Nationalpark von der Unesco zum Welterbe erklärt worden.

Die Demokratische Republik Kongo will künftig erlauben, dass u.a. in Teilen des zentralen Salonga-Parks, der als eines der größten Regenwald-Schutzgebiete der Welt gilt und zum Unesco-Weltnaturerbe zählt, nach Öl gebohrt werden darf. Zunächst solle es nur Probebohrungen geben, heißt es in dem Ende Juni 2018 veröffentlichten Kabinettsbeschluss.

Der letzte Regenwald auf der Nordhalbkugel ist der „Great Bear Rainforest„, eine 85.000 Quadratkilometer umfassende Wildnis entlang der Küste von British Columbia (Kanada).

14. September: Tag der Tropenwälder

 

Donnerstag

Wildkräuter

 

Unter dem Begriff Wildkräuter werden all jene krautigen Pflanzen zusammengefasst, die zum Verzehr geeignet und nicht züchterisch bearbeitet sind, sondern im jeweiligen Land heimisch sind, also auf Wiesen und Äckern oder in Flussauen und Wäldern gedeihen. Beispielsweise können die Blüten des Gänseblümchens oder die Blätter des Gewöhnlichen Löwenzahns für Salate verwendet werden. Wilder Schnittlauch ist als Würzbeigabe geeignet. Brennnesseln können wie Spinat verarbeitet werden. Die Wildkräuter schmecken in der Regel intensiver als die gezüchteten Sorten. Man kann ohne großen Aufwand im Garten eine entsprechende Wiese mit den bevorzugten Wildgemüsesorten einsäen. Der Pflegeaufwand beschränkt sich auf die Ernte und eine Mahd im Spätsommer. Allerdings werden immer nur die Wildkräuter gut gedeihen, deren Standortansprüche durch die individuell dort vorhandenen Standortbedingungen wie Bodenbeschaffenheit, Wärme, Feuchte, Lichtverhältnisse usw. ausreichend befriedigt werden.
Neben den Wildkräutern, die den Speiseplan bereichern können, gibt es auch zahlreiche Heilkräuter, deren Wirksamkeit nachgewiesen ist. Dazu zählen unter anderem die Kamille, das Johanniskraut und die Schafgarbe, die man auf Magerwiesen finden oder ebenfalls im Garten selbst anbauen kann. (Quelle: Wikipedia)

 

Freitag

Altweibersommer

 

Es ist, als ob sie die Rückkehr des Sommers fühlen könnten: Um die Mitte des Septembers herum fliegen die Spinnen aus und künden vom Altweibersommer. Schon seit Jahrhunderten wird damit ein jährlich fast sicher wiederkehrendes Wetterphänomen bezeichnet: eine Mitte bis Ende September auftretende stabile Hochdruckwetterlage über Mitteleuropa, in der trocken-warme Winde aus Süd-Ost vorherrschen. Jetzt beginnt die Reisesaison der Spinnen. Winzige Jungspinnen machen sich auf und fliegen, getragen vom Wind, an ihrem feinen, silbrig schimmernden Faden durch die Luft. Diese Flugfäden, die oft unvermutet über unser Gesicht streifen, glitzern im Sonnenlicht wie lange, silbergraue Haare.

„Die Ursache des Spinnenfluges sind Nahrungsmangel und der Instinkt zur Verbreitung“, so Volker Hartmann, Spinnenexperte des Naturschutzbundes Nabu in Siegen. Spinnenweibchen legen so viele Eier an einer Stelle ab, dass die geschlüpften Jungtiere dort nicht lange zusammenbleiben können, weil die Nahrung knapp wird. Sobald die Jungspinnen halbwegs krabbeln können, sagt ihnen ihr Instinkt, den Geburtsort zu verlassen. Weite Entfernungen zu überwinden, ist aber nicht so einfach, wenn man zwar acht Beine besitzt, aber gerade erst ein bis zwei Millimeter groß ist. Daher bedienen sie sich eines Tricks: Sie gehen in die Luft.

 

Samstag

Krill

 

Im Ozean, der die Antarktische Halbinsel umgibt, befindet sich eine fantastische Fauna. Die außerordentliche Artenvielfalt von Tieren ernährt sich von winzigen, garnelenförmigen Krebstieren, dem Krill. Ob Wale, Robben, Pinguine oder Fische – als Nahrungsquelle aller größeren Tiere der Antarktis spielt der Krill eine Schlüsselrolle im antarktischen Ökosystem und ist, hinsichtlich einer Biomasse von ungefähr 500 Millionen Tonnen, die wahrscheinlich meistverbreitete Tierart der Welt. Doch in den letzten 30 Jahren gingen die Krill-Bestände signifikant zurück. Manche Wissenschaftler sprechen gar von 80 Prozent – eine Gefahr für die gesamte Nahrungskette.

Die Leuchtgarnelen werden bis zu 68 Millimeter groß und gehören zu den Krebstieren. Pro Kubikmeter Wasser können sich 10.000 bis 30.000 der wirbellosen Geschöpfe tummeln. Die Tiere filtern ihre Nahrung zum einen aus dem Wasser, zum anderen weiden sie an der Unterseite des Meereises und am Meeresboden in bis zu 1000 Metern Tiefe. Zahlreiche Robben-, Fisch- und Vogelarten sind nahezu völlig von ihnen abhängig. Gleichzeitig ernährt sich der Krill selbst äußerst energieeffizient von anderen Planktonorganismen und hält so das Ökosystem in den kalten Fluten der Antarktis intakt.

 

Sonntag

Grundvertrauen

 

Nach Hilarion Petzold liegt der Ursprung des Grundvertrauens „in der totalen Verbundenheit zwischen Mutter und Kind im intra-uterinen Mikrokosmos, der realen Konfluenz zwischen dem Leibe der Mutter und dem Leibe des Kindes. Diese innige Verbundenheit, die mit der Einnistung des Eies beginnt, schafft eine jenseits aller Sprache und Reflexivität liegende Bewußtheit (awareness) auf der organismischen Ebene, daß wir getragen sind, eingebettet, bezogen.“ (231) Dieses Grundvertrauen, als Bewußtheit einer grundlegenden Koexistenz, ist jedem Menschen mitgegeben und „bietet die Basis allen therapeutischen Handelns“, denn es ist nicht „eine ‚sozialisierte‘ Größe“, sondern eine „Grundqualität“ menschlicher Existenz (232).

Zitiert aus: Ludwig Frambach, Identität und Befreiung in Gestalttherapie, Zen und christlicher Spiritualität, Verlag Via Nova, Petersberg 1994, S. 393 Anm. 2.


RSS