Verletzungen der Welt. 20. KW: Ausbeutung und Verwüstung der Weltmeere

Unter der Rubrik Verletzungen der Welt werden die wohl gravierendsten Verletzungen der Welt aufgeführt. Zu Beginn wird die jeweilige Thematik in den Reich-Gottes-Zusammenhang gerückt, es folgen grundsätzliche Informationen, sodann Beispiele für ein sich der entsprechenden Verletzung widmendes heilendes Engagement. Ein letzter Punkt weist schließlich darauf hin, dass die Realisierung unserer Weltverbundenheit bzw. eine Reich-Gottes-Spiritualität dem verletzenden Handeln selbst den Boden entziehen, aber vielleicht auch die stärksten und nachhaltigsten Kräfte zur Heilung der Welt freisetzen würde. Die Seiten werden kontinuierlich überarbeitet und aktualisiert.
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20. Mai: Europäischer Tag der Meere

AUSBEUTUNG UND VERWÜSTUNG DER WELTMEERE

Die Tiefsee-Wunderwelt
Faszinierend, wo intakt
Im Gang ist aber die Vernichtung
Gespalten also das Gehirn

Ob Fische Schmerz empfinden
Dass ihre Haut so spürt
Wie die der Säugetiere
Der Konsument will’s  gar nicht wissen

Es wird ein Krieg geführt
Die Walze, die zermalmt und frisst
Das Kapital kennt kein Tabu
Der Titel „Mensch“ steht da in Frage

Der Naturbeherrscher-Mensch
Der fühlt sich nicht zu ihr gehörig
Tatsächlich sind wir selbst Natur
Kein Mangel, sondern Glück und Fülle

Hans Bischlager

(jetzt veröffentlicht in: Hans Bischlager, Entschieden wird im Untergrund. Politische Gedichte, Verlag tredition GmbH, Hamburg 2017, Seite 19) 

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„Und Mose sprach: …Kann man alle Fische des Meeres einfangen, dass es für sie genug sei?…“ (4. Mose 11,22b)

„Der Schatz der Schätze ist das Meer.“ (Fernand Braudel, 1902-1985, französischer Historiker)

»Wie ein Doge von Venedig, der zur Feier der Vermählung mit dem Meer schreitet.« [Anm.: Die Dogen (oder Herzöge) von Venedig warfen alljährlich am Himmelfahrtstag einen Ring in die Adria, um so die »Verehelichung« der Stadt mit dem Meer zu veranschaulichen] (Victor Hugo, Der Glöckner von Notre-Dame, Erstes Buch [1832])

Das Festland als die Fortsetzung des Meeres zu begreifen, für diesen radikalen Perspektivwechsel plädierte Elisabeth Mann Borgese († 8.2.2002), seinerzeit Professorin für Seerecht, in ihrem Bericht an den Club of Rome. Ausgangspunkt des engagierten Plädoyers der jüngsten Tochter von Katia und Thomas Mann ist die vor mehr als 30 Jahren vom damaligen Botschafter Maltas bei den UN gehaltene Rede über die Meere: Arvid Pardo forderte die Weltstaatengemeinschaft dazu auf, die Weltmeere als „gemeinsames Erbe der Menschheit“ zu schützen. Mit den Meeren leben erfordere eine neue Ordnungspolitik für eine – im besten Sinne – grenzenlose Welt. (Nach einer Besprechung des Buches „Elisabeth Mann Borgese, Mit den Meeren leben“ [1999] von Nicola Schuldt in der Frankfurter Rundschau)

 

INFORMATIONEN

 

Unter Weltmeer werden alle großen Ozeane unseres Planeten zusammengefasst. Insgesamt sind 71 Prozent der Erdoberfläche von Meeren bedeckt. Eine wichtige Aufgabe der Ozeane besteht darin, die Wärme aus den Tropen in höhere Breiten zu transportieren. Die Weltmeere enthalten 97 Prozent der Wassermenge auf unserem Planeten. Darin leben 50 Prozent aller Arten von Lebewesen. Zurzeit stehen etwa 1,6 Prozent der Meeresflächen der Weltozeane unter Schutz, im Gegensatz zu 15 Prozent an Land. Die Vertragsstaaten des weltweiten Abkommens zur Biologischen Vielfalt (CBD) verpflichteten sich im Oktober 2010, bis zum Jahr 2020 mindestens zehn Prozent der Ozeane als Meeresschutzgebiete auszuweisen.

Viele Informationen über Meere und Ozeane finden sich auf der Website des Wissenschaftsjahres, einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Die Tiefsee, die etwa ab 300 Meter unter der Wasseroberfläche beginnt, ist bis heute einer der geheimnisvollsten Orte auf unserem Planeten und gleichzeitig das mit Abstand größte Ökosystem der Erde; sie bedeckt mehr als 60 Prozent davon. Wissenschaftler vermuten, dass sich Millionen noch weitgehend unbekannte Arten in den Tiefen der Ozeane tummeln. „Es ist, als würde man einen geheimnisvollen Wald betreten, in den noch kein Mensch zuvor einen Fuß gesetzt hat. Es ist einzigartig.“ (Justin Marshall, australischer Meeresbiologe)

Fischerei, die Suche nach Öl und Gas, die Einleitung von Abwässern oder die Entsorgung von radioaktiven Abfällen und anderem Müll: Die Nutzung und Ausbeutung der Meere erreicht immer größere Ausmaße.

Meeresbiologen schätzen, dass weltweit jedes Jahr 110 Millionen Tonnen Fisch aus dem Meer geholt werden. Die Weltmeere sind Analysen zufolge weit stärker überfischt als offiziell angegeben. „Von allen Beständen sind 24 Prozent zusammengebrochen und nicht nur drei Prozent“, sagt der Fischereibiologe Rainer Froese. Dies hätten Berechnungen ergeben, die alle weltweiten Bestände einbeziehen. In Europa, China und Japan sei die Lage besonders besorgniserregend. Weltweit würden 80 Millionen Tonnen Fisch pro Jahr angelandet – mit immer mehr motorisierten Fangfahrzeugen. Ihre Ergebnisse veröffentliche das Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung im März 2012 im Fachmagazin Marine Biology.
Die Hochseefischerei und damit die Überfischung der Weltmeere werden etwa in Form von Steuererleichterungen oder verbilligtem Diesel, mit bis zu 35 Milliarden US-Dollar jährlich subventioniert. Einer Studie der Europäischen Kommission zufolge zahlt China seinen 2900 Fangschiffen jährlich umgerechnet 5,6 Milliarden Euro an Subventionen, gefolgt von den USA mit 1,6 Milliarden, Südkorea (1,5 Milliarden) sowie Japan (1,2 Milliarden).
Laut der UN-Welternährungsorganisation FAO kommt die illegale Fischerei auf 35 Prozent des weltweiten Fischfangs und ein Volumen von 23,5 Milliarden Dollar.
Die Zahl der getöteten Fische lässt sich schwer berechnen bzw. überschlagen, weil die Fänge in Gewicht angegeben werden und es unterschiedlich viel Beifang gibt. Die Schätzungen für Wildfische liegen bei unglaublichen 970 bis 2700 Milliarden Tieren jährlich. – In Busan, der zweitgrößten Stadt Südkoreas, werden täglich knapp 250 Tonnen Thunfisch vermarktet.
Überall, wo viel gefischt wird, sinkt der Anteil pflanzenfressender Fische – mit fatalen Folgen für die Korallenriffe, wie australische und US-amerikanische Forscher berichten. Denn die Fische halten auf den Riffen das Algenwachstum in Grenzen und spielen damit für deren Gesundheit eine wesentliche Rolle.
Dass zunächst die größeren Arten gefangen werden, hat laut einer am 16. September 2016 im Fachblatt „Science“ veröffentlichten Studie verheerende Auswirkungen auf die marinen Ökosysteme: Die großen Meeresbewohner stehen zumeist an der Spitze der Nahrungskette, so dass ihr Verschwinden das gesamte Nahrungsgefüge beeinträchtigt. Zudem verteilen vor allem die großen Lebewesen wie etwa Wale durch das Umherschwimmen Nährstoffe im gesamten Lebensraum.

Mindestens 40 Prozent aller Meerestiere, die in die Netze der weltweiten Fischindustrie gehen, sind sogenannter unerwünschter Beifang und werden als toter Müll über Bord geworfen. Das berichtete die Umweltschutzorganisation WWF am 15. April 2009 in Hamburg. Die im Report untersuchten Fischereien haben einen geschätzten jährlichen Gesamtumfang von 95,2 Millionen Tonnen. Davon wurden rund 38,5 Millionen Tonnen als Beifang identifiziert. In der EU werden derzeit jährlich rund 1,9 Millionen Tonnen von Fischen zurück ins Wasser geworfen, das sind fast 40 Prozent des gesamten Fangs. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich mehr als 250.000 Meeresschildkröten in die Netze der Fangflotten schwimmen und qualvoll verenden. Jährlich sterben 300.000 Delfine als Beifang beim Fischen.

Als ökologisch verheerend gilt nach einhelliger Ansicht der Experten vor allem die Grundschleppnetzfischerei auf Krebse, Shrimps und Schollen. Sie fügt Korallenwäldern, Schwämmen, Riffen und Seebergen in der Tiefsee, die über Jahrtausende aufgebaut wurden, beispiellosen Schaden zu. Über ein Drittel der Riffe weltweit sind vom Absterben bedroht – vor allem durch zerstörerische Fischfangmethoden, aber auch durch Schadstoffe sowie die Versauerung und Erwärmung der Meere. Im südostasiatischen Raum sind 95 Prozent der Riffe bedroht. Große mit Ketten und Rollen beschwerte Netze durchwühlen den Meeresboden, ein Kahlschlag unter Wasser, dem weltweit jährlich eine Fläche zum Opfer fällt, die 150-mal größer ist als die aller Waldrodungen zusammen. Auch beispielsweise in der Ostsee rasieren Trawler Sandbänke und Riffe mit sogenannten Vorgeschirr- und Scherbrettern, um am Meeresboden lebende Plattfische wir Scholle und Butt „einzusammeln“ – wobei die „Bretter“, die tatsächlich aus Stahl sind, bis zu 1,2 Tonnen schwer sein können. Es braucht Jahre, bis der Boden sich nach einer solchen Bearbeitung wiederbesiedelt – wenn überhaupt, denn es ist durchaus „normal“, dass dieselbe Fläche über kurz oder lang erneut mit derselben Methode abgefischt wird und der natürliche Zustand sich nicht wieder einstellt.

Die Langleinenfischerei ist eine Art des Fischens in der industriell betriebenen Hochseefischerei, bei der an einer aus Kunststoff gefertigten Hauptleine mit unzähligen Köderhaken versehene Nebenleinen ausgelegt werden. Langleinen können bis zu 200 Kilometer lang und mit mehr als 30.000 Köderhaken versehen sein; die Anzahl der Köder und Länge der Leine variieren allerdings stark. Laut einer WWF-Studie sterben bei der Langleinenfischerei auf Thunfisch, Schwertfisch und Seehecht alleine im Südost-Atlantik jährlich mehr als sieben Millionen Haie und Rochen, 34.000 Seevögel und mehr als 4.000 Meeresschildkröten. Die Dunkelziffer liegt jedoch wesentlich höher, da die genannten Zahlen nur die offiziellen Fangergebnisse zu Grunde legen und nicht die illegale Fischerei berücksichtigen.

Die Küstenfischerei mit Stell- und Schleppnetzen ist nach Ansicht von Umweltschützern dafür verantwortlich, dass die Population der Maui-Delfine bei Neuseeland auf derzeit nur noch 46 lebende Tiere zurückgegangen ist; vor 40 Jahren waren es 1800.

Noch nie wurde in aller Welt so viel Fisch gegessen. Pro Kopf hat sich der Konsum von Fisch und Meeresfrüchten in den letzten 50 Jahren verdoppelt. Wie aus dem am 19. Mai 2014 in Rom veröffentlichen Jahresbericht der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) zur Fischerei und Aufzucht hervorgeht, ist der Konsum von Fischen weltweit auf mehr als 19 Kilogramm im Jahr pro Kopf der Weltbevölkerung gestiegen.

Während unverändert 80 Millionen Tonnen gefischt wurden, stieg die gesamte Produktion der Aquakulturen auf die Rekordhöhe von mehr als 90 Millionen Tonnen an. Oftmals müssen Mangrovenwälder den Aquakulturen weichen. Zwischen 1980 und 2005 sind weltweit 20 Prozent der Mangrovenwälder durch menschliche Eingriffe zerstört worden, mehr als die Hälfte davon (52 Prozent) wegen der Errichtung von Aquakulturen. Allein auf den Philippinen sind wegen Shrimpsfarmen zwei Drittel der Mangrovenwälder abgeholzt worden.
Die Verwendung von Fischmehl und -öl in der Aquakultur ist umstritten. Für Fischmehl, das in erster Linie die Proteine liefert, die für ein schnelles Wachstum der Zuchtfische sorgen, werden nicht nur Produktionsreste verwendet, sondern auch Jungfische und Sardinen. Es trägt somit zur Überfischung der Meere bei.

In Deutschland stieg der Pro-Kopf-Verbrauch an Fisch im Jahr 2016 von 13,5 auf 14,2 Kilogramm. Nach vorläufigen Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung wurden Fisch und Meeresfrüchte im Fanggewicht von gut 1,16 Millionen Tonnen konsumiert. Seit dem 2. Mai 2016 war der Verzehr von Fisch in Deutschland für 2016 rein rechnerisch nur noch mithilfe von Importen möglich, wie Entwicklungsorganisationen wie Brot für die Welt, Slow Food Deutschland oder Fair Oceans mitteilten.

Wie Fische umkommen: Nach dem Einfangen mit großen Netzen wirft man die Fische an Land oder Bord und lässt sie ersticken. Das kann 15 bis 60 Minuten dauern. Wenn sie auf Eis gelegt werden, bleiben Forellen bis zu 200 Minuten bei Bewusstsein, Lachse 60 Minuten und Seebrassen 20 bis 40 Minuten.

Eine weitere Bedrohung der Weltmeere ist der Tiefseebergbau. Auf den Böden der Ozeane schlummern wertvolle Rohstoffe. Die Ernte in der Tiefsee wäre allerdings ein Hightech-Unterfangen, das bisher nur in der Theorie existiert. Doch das könnte sich bald ändern. Zuständig für Grünes Licht wäre die Internationale Meeresboden Behörde ISA mit Sitz in Kingston auf Jamaika. Sie verwaltet die Tiefe der Ozeane außerhalb der staatlichen Hoheitsgewässer als Erbe der Menschheit. Bisher verteilte sie 17 Erkundungslizenzen. Neben Deutschland, das seit 2006 eine Lizenz für zwei riesige Gebiete im Pazifik zwischen Mexiko und Hawaii hält, die zusammen größer sind als Bayern, sind etwa China, Russland, Frankreich, Japan und Korea im Rennen. (Nürnberger Nachrichten vom 14. Mai 2013)

Film:

Das Umweltmandat der Vereinten Nationen (Unep) warnt in einem aktuellen Bericht vor den riesigen Staubsauger-Schiffen, die weltweit über die Ozeane kreuzen und Sand vom Meeresboden holen – mit verheerenden Folgen für die Flora und Fauna. Viele Meeresbewohner können sich auf den abgebauten Flächen nicht mehr ansiedeln, andere werden vom aufgewirbelten Sand erstickt. Korallenriffe sind bedroht, sogar Meeresströmungen könnten sich nach Meinung der Experten verändern. (Nürnberger Nachrichten vom 12.12.2014)

Zum Thema „Walfang“ klicken Sie bitte hier.

Literatur:

  • Meer ohne Fische? Profit und Welternährung, herausgegeben von Peter Cornelius Mayer-Tasch, Campus Verlag, Frankfurt am Main 2007
  • Der von dem Ozeanografen und Sprecher des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ am Institut für Meereswissenschaften IFM-Geomar in Kiel zusammen mit dem Hamburger Mare-Verlag herausgegebene World Ocean Review ist ein gut verständlicher Bericht zur Lage der Ozeane. Er ist kostenlos erhältlich.
  • Yann Arthus-Bertrand und Brian Skerry, Der Mensch und die Weltmeere. Aus dem Französischen von Antoinette Gittinger und Ursula Held, Knesebeck-Verlag, München 2013
  • Jean-Sébastien Mora, Europas Raubzüge zur See, Le Monde diplomatique, Januar 2013
  • Mojib Latif, Das Ende der Ozeane. Warum wir Menschen ohne die Meere nicht überleben werden, Herder Verlag, Freiburg 2014
  • „Daten und Fakten über unseren Umgang mit dem Ozean“ bietet der Meeresatlas 2017, ein Kooperationsprojekt von Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, Heinrich-Böll-Stiftung (Bundesstiftung), Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und Le Monde diplomatique
  • Esther Gonstalla, Das Ozeanbuch. Über die Bedrohung der Meere, Oekom-Verlag, München 2017
  • Kyle G. Brown, Die Fischräuber. Industrielle Wilderei vor Afrikas Küsten, Le Monde diplomatique, Mai 2018
  • Mojib Latif, Die Meere, der Mensch und das Leben. Bilanz einer existenziellen Beziehung. Überarbeitete und aktualisierte Neuauflage, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2017

 

ENGAGEMENT

 

  • Die Vereinten Nationen haben sich am 25. September 2015 auf 17 Nachhaltigkeitsziele geeinigt. Ziel Nummer 14 lautet: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.
  • Die Vertragsstaaten der Biodiversitäts-Kommission der UN hatten 2010 vereinbart, bis 2020 zehn Prozent der Meeresfläche unter Schutz zu stellt. Bislang sind nur drei Prozent davon als Schutzgebiete ausgewiesen.
  • Vom 11. bis 15. Mai 2009 fand im indonesischen Manado die erste Welt-Ozean-Konferenz statt. An ihr nahmen 5000 Wissenschaftler, Umweltschützer und Regierungsvertreter aus 87 Staaten teil. Die Staats- und Regierungschefs unterzeichneten einen Aktionsplan, der Meeresverschmutzung reduzieren, zerstörerische Fischfangmethoden unterbinden und Schutzzonen einrichten soll, damit sich der Fischbestand erholt.
  • Vom 5. bis 9. Juni 2017 fand in New York die erste UN-Ozean-Konferenz statt. Die Staaten wollen sich auf freiwillige Aktionen zum Meeresschutz verständigen.
  • Am 16. Juli 2015 unterzeichneten die Anrainer der Arktis, USA, Russland, Kanada, Dänemark für Grönland und Norwegen, ein Abkommen, wonach in einer 2,8-Millionen-Quadratmeter-Zone rund um den Nordpol die kommerzielle Fischerei verboten ist. Auf dieser Grundlage wollen die Arktis-Länder weitere Staaten dazu ringen, den unregulierten Fischfang im Polarmeer zu stoppen.
  • US-Präsident Barack Obama erklärte am 21. Dezember 2016 große Gebiete in der Arktis und im Atlantik zu Schutzzonen, für die keine neuen Lizenzen für Öl- und Gasbohrungen vergeben werden dürfen. Die neuen Schutzzonen in der Arktis umfassen eine Fläche von mehr als 50 Millionen Hektar und sind damit ungefähr so groß wie Spanien, außerdem wurden 31 unterseeische Täler im Atlantik unter Schutz gestellt. Obama traf die Entscheidung in Abstimmung mit der kanadischen Regierung, die gleichzeitig ihre Hoheitsgewässer in der Arktis zum Schutzgebiet erklärte.
  • Bislang legen Europas Fischereiminister jedes Jahr in der Woche vor Weihnachten die Fangquoten für das neue Jahr fest. Bislang sind sie dabei aber nicht an die Vorschläge des Internationalen Rates zur Erforschung der Meere (ICES) gebunden. Im Dezember 2012 jedoch ist beschlossen worden, dass dies ab 2020 zu geschehen habe. Von da ab sollen Europas Gewässer nachhaltig befischt werden. Auch der Beifang, der in den Netzen landet und jetzt einfach zurück ins Meer geworfen wird, soll künftig mit an Land gebracht und auf die Fangquoten angerechnet werden. Im Mai 2013 haben sich die Vertreter der 27 EU-Staaten, des Europaparlaments und der EU-Kommission auf eine Reform der gemeinsamen Fischereipolitik geeinigt. Bis 2020 sollen die Fischbestände ein Niveau erreichen, auf dem sie langfristig stabil sind. Das Zurückwerfen von ungewollt gefangenem Fisch ins Meer soll nur noch in Ausnahmefällen erlaubt sein. Doch reichen diese Maßnahmen kaum aus, um die Ausbeutung der Weltmeere wirksam einzudämmen, wird doch ein Großteil des in Europa konsumierten Fischs aus Afrika und Asien importiert.
  • World Wide Fund For Nature (WWF). Der WWF wird die bislang unbeobachtete illegale Fischerei auf hoher See ab sofort mit modernster Satellitentechnik verfolgen und transparent machen; ein vom WWF entwickelte und am 26. September 2012 in Berlin vorgestellte Monitoringprogramm nutzt dazu die Positionsdaten des in der weltweiten Schifffahrt üblichen automatischen Identifikationssystems AIS.
  • Viele Naturschützer haben sich in der Deep Sea Conservation Coalition (DSCC) zusammengeschlossen, darunter Greenpeace, Oceana und BirdLife International. Hauptziel der Organisation ist die Errichtung eines globalen und dauerhaften Moratoriums zum Schutz der Tiefseegewässer. Die UN-Generalversammlung ist dem diesbezüglichen Aufruf bisher nicht nachgekommen.
  • Die 1977 von Paul Watson, einem Mitbegründer von Greenpeace, ins Leben gerufene Organisation Sea Shepherd Conservation Society hat sich dem Schutz der Meere und ihrer Bewohner verschrieben und geht gegen Walfang und illegale Fischerei vor.
  • Deadline: Das Meer will leben“. Eine Kampagne zum Schutz der Weltmeere.
  • Die US-Amerikanerin Sylvia Earle hat die Organisation Mission Blue gegründet. Mit ihr vergibt sie die Auszeichnung „Hope Spots“, Hoffnungsflecken, für nachhaltiges Wirtschaften; Küsten- oder Inselbewohner und ihre Verwaltungen sollen für ihren vorbildlichen Gewässerschutz gewürdigt werden. Bis 2020 will Earle auf diese Weise weltweit 20 Prozent des Meeres ausgezeichnet haben. Noch (2016) sind es vier Prozent.
  • Um das überaus empfindliche Ökosystem der Tiefsee und die Fischbestände zu schützen, empfehlen Wissenschaftler um Rashid Sumaila von der University of British Columbia in Vancouver in einem im Februar 2015  im Fachblatt „Scientific Reports“ veröffentlichten Artikel den Stopp der Hochseefischerei.
  • Wer Fisch verzehrt, dem sei der Greenpeace-Fischratgeber empfohlen.

Die Ökumenische Initiative Reich Gottes – jetzt! erinnert an die Botschaft Jesu von der Gegenwart des Reiches Gottes, von der Heiligkeit der Welt, in die wir eingebunden sind. Diese Weltverbundenheit befreit unmittelbar zu einem Lebensstil der Einfachheit, des Genug, des „Soviel du brauchst“.

 


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