Verletzungen der Welt. 3. KW: Mütter- und Kindersterblichkeit

Unter der Rubrik Verletzungen der Welt werden die wohl schlimmsten Verletzungen der Welt aufgeführt. Zu Beginn wird die jeweilige Thematik in den Reich-Gottes-Zusammenhang gerückt, es folgen grundsätzliche Informationen, sodann Beispiele für ein sich der entsprechenden Verletzung widmendes heilendes Engagement. Ein letzter Punkt weist schließlich darauf hin, dass die Realisierung unserer Weltverbundenheit bzw. eine Reich-Gottes-Spiritualität dem verletzenden Handeln selbst den Boden entziehen, aber vielleicht auch die stärksten und nachhaltigsten Kräfte zur Heilung der Welt freisetzen würde. Die Seiten werden kontinuierlich überarbeitet und aktualisiert.
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MÜTTER- UND KINDERSTERBLICHKEIT

Gebären und Geborenwerden ist eine besonders prekäre Station auf dem Weg ins Leben für Mutter und Kind. Zerbrechlich und gefährdet kommt das Leben in eine Welt, die es als schützende Hülle braucht und in die wir alle eingebunden sind.

„Mütter und Kinder haben Anspruch auf besondere Fürsorge und Unterstützung. Alle Kinder, eheliche wie außereheliche, genießen den gleichen sozialen Schutz.“ (Art. 25, Abs. 2 der  Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen)

 

INFORMATIONEN

 

Die Müttersterblichkeit sei weltweit in den vergangenen 25 Jahren dank vielfältiger Anstrengungen fast um die Hälfte zurückgegangen, teilten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Weltbank am 12. November 2015 mit. Während 1990 noch 532.000 Frauen während der Schwangerschaft oder innerhalb von 42 Tagen nach Beendigung der Schwangerschaft aufgrund von Ursachen, die in Beziehung zur Schwangerschaft oder deren Behandlung stehen, starben (so die Definition der Müttersterblichkeit), werden es 2015 Schätzungen gemäß 303.000 sein. Laut den World Health Statistics 2017 der WHO starben im Jahr 2015 jeden Tag 830 Frauen bei der Geburt (216 Todesfälle pro 100.000 Geburten). Gemäß der Studie starben rund zwei Drittel der Frauen in Afrika südlich der Sahara. Jede 400. afrikanische Mutter stirbt, wenn sie ein Kind zur Welt bringt. Nach wie vor verzeichnen Entwicklungsländer 99 Prozent aller Fälle von Müttersterblichkeit. Der Hauptgrund: Vor allem in ländlichen Regionen müssen die Gebärenden weiterhin ohne professionelle Geburtshilfe auskommen, in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara und Südasien ist es die Hälfte aller gebärenden Frauen.

Das Sterberisiko für Mütter ist in den ärmsten Ländern 25-mal so hoch wie in Industriestaaten. Das geht aus dem Datenreport 2015 hervor, den die Stiftung Weltbevölkerung am 18. August 2015 veröffentlicht hat. Zu den ärmsten Ländern der Welt zählen 48 Staaten in Afrika südlich der Sahara, Asien und der Karibik. In den ärmsten Ländern stirbt jede 260. Frau an den Folgen einer Schwangerschaft oder Geburt. Das sind etwa 25-mal so viele wie in Industriestaaten. Das Sterberisiko von Säuglingen ist 13-mal so hoch: Während in den ärmsten Ländern jeder 16. Säugling seinen ersten Geburtstag nicht erlebt, ist es in Industrieländern jeder zweihundertste. Der Studie zufolge ist die Müttersterblichkeit weltweit seit 1990 zwar um etwa die Hälfte gesunken. Die Vereinten Nationen hatten sich aber eine Reduzierung um drei Viertel vorgenommen.

Das Hilfswerk Save the Children legt jedes Jahr einen Bericht zur Lebenssituation von Müttern weltweit  („State of the World’s Mothers“) vor. Es vergleicht darin jedes Jahr die Lebenssituation von Müttern in 179 Ländern. Der 16. Bericht erschien am 5. Mai 2015.

Maßnahmen wie die Bereitstellung von Eisen, Zink und Vitamin A, das ausschließliche Stillen und verbesserte Hygiene könnten das Leben von Millionen Kindern und Frauen dauerhaft verbessern. Weniger als 40 Prozent der Säuglinge in Entwicklungsländern werden voll gestillt. An den Folgen sterben jährlich weltweit rund 2,6 Millionen Kinder.

Zwar ist es gelungen, die weltweite Kindersterblichkeit seit 1990 von damals 12,7 Millionen Kindern unter fünf Jahren zu halbieren und erstmals unter sechs Millionen zu senken. Gleichwohl macht Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, in seinem neuesten, am 19. Oktober 2017 veröffentlichten Report auf eine stille Tragödie aufmerksam: Schätzungsweise 2,6 Millionen Neugeborene überlebten im Jahr 2016 die ersten 28 Tage ihres Lebens nicht – täglich starben über 7.000 Babys in ihrem ersten Lebensmonat. Fast die Hälfte (46 Prozent) aller Todesfälle bei Kleinkindern unter fünf Jahren entfielen auf diesen Zeitraum. Für rund eine Million Babys war der Tag ihrer Geburt auch ihr Todestag.

1,4 Millionen Kinder sterben jährlich an Lungenentzündungen (Pneumonie) und Durchfallerkrankungen – mehr als durch alle anderen gefährlichen Kinderkrankheiten zusammen. Das geht aus dem am 11. November 2016 veröffentlichten Unicef-Berichts „One is Too Many: Ending Child Deaths from Pneumonia and Diarrhoea“ hervor. Insbesondere Kinder aus armen Familien in Afrika und Südasien sind gefährdet. Lungenentzündung ist heute die Haupttodesursache bei Kindern unter fünf Jahren. Im Jahr 2015 starb alle 35 Sekunden ein Kind durch diese Krankheit – das sind beinahe eine Million Kinder in nur einem Jahr. Dies übersteigt sogar die Zahl der Todesfälle von Kindern durch Malaria, Tuberkulose, Masern und AIDS zusammen. Ungefähr die Hälfte aller Sterbefälle von Kindern durch Lungenentzündung ist auf Luftverschmutzung zurückzuführen.

 

ENGAGEMENT

 

Die Ökumenische Initiative Reich Gottes – jetzt! erinnert an die Botschaft Jesu von der Gegenwart des Reiches Gottes, von der Heiligkeit der Welt, in die wir eingebunden sind. Diese Weltverbundenheit befreit unmittelbar zu einem Lebensstil der Einfachheit, des Genug, des „Soviel du brauchst“.

 


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