Der Skandal des Reichtums (47./48. KW)

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Selig sind die, die nicht mehr haben, als sie wirklich brauchen,
denn ihrer ist das Reich Gottes.

Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,
als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.

Jesus von Nazaret

 

In einer Welt, die nach den Spielregeln des Reiches Gottes eingerichtet ist,
in einer Welt, in der die Menschen weltverbunden leben,
steht jedem Menschen zur Verfügung, was er zum Leben braucht – nicht weniger, aber auch nicht mehr.
Es ist eine Welt, in der niemand mehr arm zu sein braucht und in der niemand mehr reich sein möchte.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 25. November 2022

 

Die Finanzkrise, die wir durchmachen, lässt uns vergessen, dass an ihrem Ursprung eine tiefe anthropologische Krise steht: die Leugnung des Vorrangs des Menschen! Wir haben neue Götzen geschaffen. Die Anbetung des antiken goldenen Kalbs (vgl. Ex 32,1–35) hat eine neue und erbarmungslose Form gefunden im Fetischismus des Geldes und in der Diktatur einer Wirtschaft ohne Gesicht und ohne ein wirklich menschliches Ziel. Die weltweite Krise, die das Finanzwesen und die Wirtschaft erfasst, macht ihre Unausgeglichenheiten und vor allem den schweren Mangel an einer anthropologischen Orientierung deutlich – ein Mangel, der den Menschen auf nur eines seiner Bedürfnisse reduziert: auf den Konsum.

Aus dem am 24. November 2013 veröffentlichten Apostolischen Schreiben “Evangelii gaudium” (“Freude des Evangeliums”) von Papst Franziskus (Absatzziffer 55)

 

Einer Analyse der Londoner Investmentgesellschaft Janus Henderson zufolge, aus der die britische Nachrichtenagentur PA am 16. November 2022 zitierte, hätten die Ölkonzerne ihren Aktionär*innen im dritten Quartal 2022 dank ihrer Milliardengewinne weltweit Dividenden in Höhe von 46,4 Milliarden US-Dollar (44,7 Milliarden Euro) ausgezahlt – ein Plus von mehr als drei Vierteln im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

 

Informationen zur Gesamtthematik finden Sie hier.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 18. November 2022

 

Wir werden uns bemühen, so zu leben, wie die Menschen um uns her üblicherweise leben, im Hinblick auf Wohnung, Essen, Verkehrsmittel und allem, was sich daraus ergibt (vgl. Mt 5,3; 6,33–34; 8,20).

Wir verzichten ein für alle Mal darauf, als Reiche zu erscheinen wie auch wirklich reich zu sein, insbesondere in unserer Amtskleidung (teure Stoffe, auffallende Farben) und in unseren Amtsinsignien, die nicht aus kostbarem Metall – weder Gold noch Silber – gemacht sein dürfen, sondern wahrhaft und wirklich dem Evangelium entsprechen müssen (vgl. Mk 6,9; Mt 10,9; Apg 3,6).

Wir werden weder Immobilien oder Mobiliar besitzen noch mit eigenem Namen über Bankkonten verfügen und alles, was an Besitz notwendig sein sollte, auf den Namen der Diözese bzw. der sozialen oder caritativen Werke überschreiben (vgl. Mt 6,19–21; Lk 12,33–34).

Die ersten drei von insgesamt 13 Verpflichtungen des sogenannten Katakombenpakts „Für eine dienende und arme Kirche“, den 40 Bischöfe der römisch-katholischen Kirche am 16. November 1965, drei Wochen vor dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils, in den Domitilla-Katakomben außerhalb Roms beschlossen haben (Übersetzung: Norbert Arntz)

 

Wie die Beratungsfirma EY am 14. November 2022 mitteilte, verdienten die Vorstandsmitglieder von Spitzenkonzernen in Deutschland im Jahr 2021 im Schnitt 2,4 Millionen Euro. Ihre Gehälter stiegen damit gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 469.000 Euro – ein Anstieg um 24 Prozent – und erreichten einen neuen Höchststand.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 11. November 2022

 

Nemo ibi quicquam proprium habebat, omnia in medium conferebantur.
Keiner besaß dort irgendetwas Eigenes, alles kam der Allgemeinheit zugute.

Sulpicius Severus, Vita sancti Martini (Das Leben des heiligen Martin), 10,6 [von der Lebensweise Martins und seiner Gemeinschaft]

11. November: Gedenktag an Martin von Tours (+ 397)

 

Wie aus dem Report „Carbon Billionaires: The investment emissions of World’s richest people” hervorgeht, den die britische Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam anlässlich der UN-Weltklimakonferenz COP 27 in Scharm El-Scheich am 7. November 2022 veröffentlicht hat, verursachen 125 Milliardär*innen jährlich 393 Millionen Tonnen an Treibhausgasen – so viel wie ganz Frankreich. Jede*r von ihnen ist im Durchschnitt wegen seiner/ihrer Investitionen für so viele Emissionen verantwortlich, wie eine Million Menschen aus den ärmeren 90 Prozent der Weltbevölkerung. Schon die Emissionen, die sie durch ihren Lebensstil – Privatjets, Superjachten, Luxusvillen – verursachen, betragen das Tausendfache der weltweiten pro-Kopf-Emissionen. Nimmt man die Emissionen hinzu, die durch ihre Investitionen mitverursacht werden, sind ihre Treibhausgasemissionen noch um ein Vielfaches höher und entsprechen dem Treibhausgas-Fußabdruck ganzer Länder.
Im Jahr 2021 gab es laut dem US-Magazin „Forbes“ weltweit 2755 Milliardär*innen, die zusammen über 9,44 Billionen US-Dollar verfügten. Ihr Anteil am weltweiten Vermögen betrug demnach 45,8 Prozent.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 4. November 2022

 

Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt.
Selig seid ihr, wenn ihr Unrecht spürt.

Erster und letzter Vers des Liedes „Selig seid ihr“ von Friedrich Karl Barth und Peter Horst (1979)

 

Nach neusten, sich auf das Jahr 2019 beziehenden Berechnungen, die im September 2022 in der Zeitschrift „Nature Sustainability“ veröffentlicht wurden, sind die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung für fast 50 Prozent aller Treibhausgase, die von der gesamten Menschheit emittiert werden, verantwortlich, nämlich für 22 Milliarden Tonnen gegenüber 23 Milliarden Tonnen, die von den restlichen 90 Prozent der Weltbevölkerung verursacht werden. Knapp 800 Millionen Menschen emittieren also annähernd so viel wie fast sieben Milliarden. Jene 50 Prozent mit den geringsten Emissionen verursachten lediglich etwa zwölf Prozent der Gesamtemissionen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 28. Oktober 2022

 

Solidarität ist ein Wort, das nicht immer gut ankommt, ja, ich würde sagen, dass wir es manchmal sogar zu einem unanständigen Wort gemacht haben, das man nicht sagen darf. Aber es ist ein Wort, das viel mehr meint als einige sporadische großherzige Gesten. Es meint, dass man denkt und handelt im Sinne von Gemeinschaft, dass das Leben aller wichtiger ist als die Güteranhäufung einiger weniger.

Aus der Ansprache von Papst Franziskus am 28. Oktober 2014 vor den Teilnehmern am Welttreffen der Sozialen Bewegungen in der Alten Synodenaula in Rom

 

Wie aus dem am 20. September 2022 veröffentlichten Global Wealth Report 2022 der Schweizer Großbank Credit Suisse hervorgeht, verfügte das reichste Prozent der Menschheit im Jahr 2021 über 42,9 Prozent der weltweiten Geldvermögen, den reichsten zehn Prozent gehörten 86,3 Prozent. Fachleute gehen davon aus, dass ein Drittel der Weltbevölkerung überhaupt kein nennenswertes Geldvermögen hat.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 21. Oktober 2022

 

„Eigentum ist Raub – Leben in Fülle für alle“ 

Dieses Transparent der „Ordensleute für den Frieden“ (IOF) hat die Passanten nach Aussage von Gregor Böckermann, Mitarbeiter bei der Initiative IOF, mehr als jedes andere erregt. Die IOF veranstaltet regelmäßig Mahnwachen und Protestaktionen vor der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main, die sie als Symbol des Kapitalismus bzw. des Neoliberalismus betrachtet. Die IOF hat sich im Zusammenhang der Wallfahrt der Deutschen Friedensbewegung vom 19. bis 22. Oktober 1983 von Düsseldorf nach Bonn zur „Volksversammlung für den Frieden“ konstituiert.

 

In der aktuellen Liste der 500 reichsten Deutschen des am 6. Oktober 2022 erschienenen „Manager Magazins“ steht Lidl-Gründer Dieter Schwarz mit einem geschätzten Vermögen von 36 Milliarden Euro auf dem ersten Platz, gefolgt von der Familie Reimann, die Anteile an mehreren Konsumgüterherstellern hält, mit 34 Milliarden Euro. Mit zusammen 33,3 Milliarden Euro liegen die BMW-Großaktionäre Stefan Quandt und Susanne Klatten demnach auf Platz 3.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 14. Oktober 2022

 

Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug.

Epikur (um 341 – 271/270 v. Chr., griechischer Philosoph)

 

Laut der am 28. September 2022 veröffentlichten jährlichen Vergleichsstudie der Technischen Universität München (TUM) und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) haben die Vorstandsmitglieder der im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Unternehmen im Jahr 2021 im Schnitt 24 Prozent mehr verdient als noch im Jahr zuvor. Demnach erhielten die Vorstandsmitglieder durchschnittlich 3,9 Millionen Euro. Der Abstand zu ihren durchschnittlichen Beschäftigten vergrößerte sich damit auf das 53-Fache. Im Jahr 2020 war es noch das 47-Fache. Im Ranking der Spitzenvergütungen liegt Linde auf Platz 1 mit einer durchschnittlichen Vergütung von 8,8 Millionen Euro. Linde-Chef Steve Angel war mit 19 Millionen Euro der Spitzenverdiener im DAX. Auf dem zweiten Platz liegt Herbert Diess von Volkswagen mit 12 Millionen Euro, es folgt Christian Klein von SAP mit neun Millionen Euro. Im Schnitt erhielten die Vorstandschef*innen der DAX-Unternehmen 6,1 Millionen Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 7. Oktober 2022

 

Die Erde ist für alle da, denn wir Menschen kommen alle mit der gleichen Würde auf die Welt. Unterschiede in Hautfarbe, Religion, Fähigkeiten, Herkunft, Wohnort und vielen anderen Bereichen können nicht als Rechtfertigung für die Privilegien einiger zum Nachteil der Rechte aller geltend gemacht oder genutzt werden. Folglich sind wir als Gemeinschaft verpflichtet, dafür zu sorgen, dass jeder Mensch in Würde leben kann und angemessene Möglichkeiten für seine ganzheitliche Entwicklung hat.

Papst Franziskus, Enzyklika Fratelli Tutti. Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft, unterschrieben und veröffentlicht am 3. Oktober 2020 am Grab von Franziskus von Assisi (Nr. 118)

 

In den letzten fünf Jahren erzielte Vonovia recht gute Gewinne, sodass die Dividende 2021 „zum achten Mal in Folge gesteigert“ werden konnte, zuletzt auf 1,66 Euro pro Aktie. 2022 wurden mit 1,289 Milliarden Euro Dividende 34,8 Prozent mehr ausgeschüttet als 2021, als es 956 Millionen waren. Zum Vergleich: Die Mieteinnahmen betrugen bei Vonovia 2020 3,069 Milliarden Euro, 2021 3,465 Milliarden. Die Dividenden belaufen sich also auf etwa ein Drittel der Mietzahlungen.

Aus: Christian Kreiß, Unerschwingliche Mieten? Hintergründe und Lösungen. NachDenkSeiten. Die kritische Website, vom 7. Juni 2022

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Zum Börsenschluss am Freitag, 30. September 2022

 

Kapital unser,
das Du bist im Westen,
amortisiert werde Deine Investition.
Dein Profit komme.
Deine Kurse steigen – wie in Wallstreet,
also auch in Europa.
Unser täglich Umsatz gib uns heute
und verlängere uns unsere Kredite,
wie wir sie stunden unsern Gläubigern.
Und führe uns nicht in Konkurs,
sondern erlöse uns von den Gewerkschaften.
Denn dein ist die halbe Welt
und die Macht
und der Reichtum
seit zweitausend Jahren.
Mammon.

SDS Hamburg (1968)

 

Die 40 im deutschen Aktienindex Dax gelisteten Konzerne haben in diesem Jahr 51 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner ausgeschüttet – der höchste Wert seit Beginn der Auswertung 2010. Dividenden sind so genannte Nicht-Arbeits-Einkommen, leistungslose Einkünfte, für die die Empfänger*innen keine Arbeit leisten müssen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 23. September 2022

 

Reduce inequality within and among countries
Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern

Zehntes der am 25. September 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten 17 Ziele für eine weltweite nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals)

 

Wie aus dem am 20. September 2022 veröffentlichten Global Wealth Report 2022 der Schweizer Großbank Credit Suisse hervorgeht, ist die Zahl der Dollarmillionäre weltweit im Vergleich zum Vorjahr um knapp 5,2 Millionen auf fast 62,5 Millionen Menschen gestiegen. Mit fast 24,5 Millionen Menschen lebten die mit Abstand meisten Dollarmillionäre Ende vergangenen Jahres in den USA, in Deutschland waren es etwas weniger als 2,7 Millionen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 16. September 2022

 

Nichts leidet Mangel, keinem steht ein Übermaß zu.

Hildegard von Bingen (1098–1179, Benediktinerin, Äbtissin, Dichterin, Komponistin und eine bedeutende Universalgelehrte; 17. September: Gedenktag an Hildegard von Bingen)

 

Reich und unschön. Eine Kolumne von Verena Kern

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Zum Börsenschluss am Freitag, 9. September 2022

 

The world has enough for everyone’s need, but not enough for everyone’s greed.

Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns Gier.

Mohandas Karamchand Gandhi (1869–1948, indischer Rechtsanwalt, Widerstandskämpfer, Pazifist)

 

Stefan Brändle, Privatjets: Exklusiver Transport mit öffentlichen Kosten. Die französische Regierung will sich aus Klimagründen Privatjet-Flüge vorknöpfen – und drängt auf eine europäische Lösung, Frankfurter Rundschau vom 5. September 2022

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Zum Börsenschluss am Freitag, 2. September 2022

 

Auch ich habe, als ich geboren war, Atem geholt aus der Luft, die allen gemeinsam ist, und bin gefallen auf die Erde, die alle in gleicher Weise trägt; und Weinen war wie bei allen mein erster Laut; (…) alle haben denselben Eingang in das Leben und auch den gleichen Ausgang.

Buch der Weisheit/Weisheit Salomos 7,3.6

 

Die Verringerung der Ungleichheit ist eine der fünf Kehrtwenden, zu denen ein am 30. August 2022 veröffentlichter neuer Report des Club of Rome aufruft, um die globale Erwärmung unterhalb der Zwei-Grad-Marke zu stabilisieren. Es sei sicherzustellen, dass die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung nicht mehr als 40 Prozent des Nationaleinkommens eines Staates erhalten. Aus der Sicht von Co-Autor Jørgen Randers, der auch schon an der vor 50 Jahren erschienenen Studie „Die Grenzen des Wachstums“ mitgearbeitet hatte, spielt eine gerechtere Verteilung von Einkommen eine zentrale Rolle. Die Staaten müssten die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung zur Kasse bitten, um die Kehrtwenden zu finanzieren: „Wenn die Reichen nicht die Rechnung zahlen, werden wir die Welt nicht retten.“ Es zeige sich „bereits heute, wie Ungleichheit nicht nur die Existenz der Menschheit, sondern auch die unseres Planeten aufs Spiel setzt“.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 26. August 2022

 

Christus will für uns ein menschliches Leben,
weder entstellt durch Elend
noch entmenschlicht durch Reichtum.

Dom Hélder Câmara (+ 27. August 1999, Begründer der südamerikanischen Basisgemeinden, Geburtshelfer und Verteidiger der Befreiungstheologie, Prophet eines Christentums der Befreiung und der Gerechtigkeit)

 

Einer Studie der Unternehmensberatung Bain zufolge übertraf der weltweite Umsatz der Luxusgüterindustrie im vergangenen Jahr mit 288 Milliarden Euro bereits wieder das Vor-Corona-Niveau. In diesem Jahr könnte er sogar auf 320 bis 330 Milliarden Euro ansteigen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 19. August 2022

 

Alle Reichtümer stammen aus Ungerechtigkeit,
und ohne dass jemand verloren hat, kann der andere nicht finden.

Hieronymus (347–420 n. Chr., Gelehrter und Theologe der alten Kirche)

 

Über den Verkauf der Universitätskliniken Marburg und Gießen an einen börsennotierten Konzern ist in den vergangenen sechzehn Jahren eigentlich schon alles gesagt worden. Die Hessische Landesregierung hatte ihre gesetzlichen Verpflichtungen der Krankenhausfinanzierung so lange ignoriert, bis die Kliniken in ihrer Bausubstanz soweit heruntergekommen waren, dass CDU und FDP sie für den Spottpreis von 116 Millionen Euro an den Rhön-Konzern verkaufen konnten, DER SEINEN AKTIONÄREN SEITDEM ZEHN PROZENT RENDITE ZUKOMMEN LÄSST.

Erster Absatz des Artikels „Ein Skandal und kein Ende“ von Bernd Hontschik in der Frankfurter Rundschau vom 13./14.8.2022 (Hervorhebung von mir, C.P.)

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Zum Börsenschluss am Freitag, 12. August 2022

 

Wertschöpfung entsteht nur durch Arbeit von Menschen oder Maschinen. Gewinne, Zinsen und Mieten sind dagegen sekundäre Abschöpfung. Milliardenvermögen entstehen nie ohne Abschöpfung von der Arbeit anderer. Je größer der Reichtum, desto größer die Armut oder die Zahl der Armen. In den kommunizierenden Röhren der Ökonomie ist jede Luxusyacht Millionen ausgefallener Schulessen, jeder Luxuswohnturm Hunderte nicht gebauter Obdachlosenwohnungen.

Aus dem Artikel „Die zwei Seiten der Medaille. Je größer der Reichtum, desto größer die Armut“ von Günther Moewes, Frankfurter Rundschau vom 28. Februar 2017

 

Laut der von Thomas Tørsløv von der Dänischen Zentralbank, Ludvig Wier vom dänischen Finanzministerium und dem US-Ökonomen Gabriel Zucman verfassten Studie „The Missing Profits of Nations“ verschieben Konzerne weltweit 36 Prozent aller Gewinne, die sie außerhalb ihres Heimatstandorts erzielen, in Steuerparadiese (dies bezieht sich auf das Jahr 2015, neuere Daten sind noch nicht verfügbar). Deutschland entgehen durch diese Gewinnverschiebung 28 Prozent seiner Gesamteinnahmen aus Unternehmenssteuern.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 5. August 2022

 

In einem Staate, der nicht in den schwersten Krankheitszustand verfallen soll (…), soll sich ebenso wenig bei einer Anzahl von Mitgliedern eine krasse Armut finden als ein krasser Reichtum; denn jedes davon erzeugt das andere.

Platon (428/427–348/347 v. Chr., antiker griechischer Philosoph), Nomoi (Gesetze), Fünftes Buch

 

Die europäischen Energiekonzerne Shell, TotalEnergies und Repsol legten am 28. Juli 2022 Rekordergebnisse vor. Dank gestiegener Ölpreise im zweiten Quartal 2022 erzielte Shell, der größte Ölkonzern Europas, einen bereinigten Gewinn von 11,5 Milliarden Dollar, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Der französische Konzern Total steigerte seinen Gewinn um 158 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar. Der spanische Konzern Repsol erzielte im ersten Halbjahr 2022 einen Gewinn von mehr als 2,5 Milliarden Euro, gut doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Der britische Ölkonzern BP hat im zweiten Quartal 2022 seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 9,3 Milliarden Dollar (9,03 Milliarden Euro) verdreifacht, wie BP am 2. August 2022 mitteilte. Norwegens Gaskonzern Equinor verdreifachte im zweiten Quartal 2022 seinen Nettogewinn auf umgerechnet 6,7 Milliarden Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 29. Juli 2022

 

Seit der ersten Veröffentlichung des Märchens von den Bremer Stadtmusikanten in der zweiten Auflage der „Kinder- und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm im Juli 1819 sind gut 200 Jahre vergangen. Die Ausgebeuteten, Abgeschobenen, Marginalisierten tun sich zusammen, schlagen die Räuber in die Flucht und setzen sich selber zu Tisch:

Der Esel, als der größte, näherte sich dem Fenster und schaute hinein. „Was siehst du, Grauschimmel?“ fragte der Hahn. „Was ich sehe?“ antwortete der Esel. „Einen gedeckten Tisch mit schönem Essen und Trinken, und Räuber sitzen daran und lassen‘s sich wohl sein.“ „Das wäre was für uns“, sprach der Hahn. „Ja, ja, ach, wären wir da!“ sagte der Esel. Da ratschlagten die Tiere, wie sie es anfangen müssten, um die Räuber hinauszujagen, und fanden endlich ein Mittel. Der Esel musste sich mit den Vorderfüßen auf das Fenster stellen, der Hund auf des Esels Rücken springen, die Katze auf den Hund klettern, und endlich flog der Hahn hinauf und setzte sich der Katze auf den Kopf.
Wie das geschehen war, fingen sie auf ein Zeichen insgesamt an, ihre Musik zu machen: der Esel schrie, der Hund bellte, die Katze miaute, und der Hahn krähte; dann stürzten sie durch das Fenster in die Stube hinein, dass die Scheiben klirrten. Die Räuber fuhren bei dem entsetzlichen Geschrei in die Höhe, meinten nicht anders, als ein Gespenst käme herein, und flohen in größter Furcht in den Wald hinaus.
Nun setzten sich die vier Gesellen an den Tisch, nahmen mit dem vorlieb, was übriggeblieben war, und aßen, als wenn sie vier Wochen hungern sollten.

 

Maha Vajiralongkorn, König von Thailand, der am 28. Juli 2022 70 Jahre alt wurde, gilt mit einem geschätzten Vermögen von umgerechnet gut 29 Milliarden Euro als reichster Monarch der Welt.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 22. Juli 2022

 

„Der Luxus der wenigen ist das Elend der vielen.“

Abgewandelter Slogan der Blockupy-Bewegung

 

Seit einigen Monaten wirbt die Entwicklungsagentur der Vereinten Nationen (UNDP) für ein – zeitlich befristetes – Grundeinkommen für jene 2,48 Milliarden Menschen in 132 Entwicklungsländern, die unter der Armutsgrenze leben. Von dem Geld könnten sie sich Lebensmittel und Medikamente kaufen sowie Arzt- und Bildungskosten bezahlen. Benötigt würden dafür 465 Milliarden US-Dollar, eine auf den ersten Blick gigantische Summe. Würde man jedoch die Vermögen aller Millionär*innen mit zwei Prozent und die aller Milliardär*innen mit fünf Prozent besteuern, käme Berechnungen zufolge etwa das Fünffache dieser Summe zusammen, nämlich 2520 Milliarden US-Dollar im Jahr…

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Zum Börsenschluss am Freitag, 15. Juli 2022

 

„When Adam delved and Eve span,
Who was then the gentleman?“
Als Adam grub und Eva spann,
wer war da der Edelmann?

John Ball (* 1338, hingerichtet am 15. Juli 1381, englischer Lollarden-Priester, der für die soziale Gleichheit aller Menschen eintrat, die Aufhebung der Standesgrenzen forderte und eine prominente Rolle im Bauernaufstand von 1381 spielte), Zitat aus seiner Predigt vor den aufrührerischen Lollarden

 

„Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit haben Finanzinvestoren in den vergangenen Jahren hunderte Arztpraxen in Deutschland aufgekauft. Sie spekulieren auf hohe Gewinne. Und das hat Folgen für Ärzte und Patienten.“

Zur Sendung „Spekulanten greifen nach Arztpraxen“ des ARD-Magazins „Panorama“ am 7. April 2022

 

Informationen zur Gesamtthematik finden Sie hier.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 8. Juli 2022

 

»Freilich, mein lieber Morus, wenn ich dir meine letzte Überzeugung offen sagen soll, so dünkt mich in der Tat: Wo es noch Privatbesitz gibt, wo alle Menschen alle Werte am Maßstab des Geldes messen, da wird es kaum jemals möglich sein, eine gerechte und glückliche Politik zu treiben. Du müsstest es denn für einen gerechten Zustand halten, wenn immer der beste Teil den Schlechtesten zufällt, oder für ein Glück, wenn aller Besitz unter ganz wenige verteilt wird, und auch die nicht einmal in jeder Hinsicht gut daran sind, die anderen aber vollends im Elend stecken.«

Thomas Morus (englischer Staatsmann und Humanist, hingerichtet am 6. Juli 1535), aus „Utopia“ (Erstes Buch)

 

Die Automarke DeLorean will im Jahr 2024 mit dem vor kurzem enthüllten vollelektrischen Sportwagen Alpha5 in Produktion gehen. Es werden nur 88 Fahrzeuge hergestellt. Der Preis liegt noch nicht fest, dürfte sich aber jenseits von 150.000 Euro bewegen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 1. Juli 2022

 

Wenn alle Dinge in den Städten Gemeingut wären, wären auch Herren und Jedermann gemein. Wenn niemand die Interessen seiner Nachbarn verletzte, wenn ein jeder für das gemeinsame Wohl arbeitete, würde es nicht Kampf und Zwietracht geben (…) Tretet herzu und helft alle Ungleichheiten zu zerstören, durch die die ganze Welt in Trümmern liegt.

Aus der „Reformatio Sigismundi“ (ab 1476 in immer neuen Auflagen gedruckt; eine der verbreitetsten Flugschriften der deutschen Bauernkriege und des Reformationszeitalters)

 

„Das Ziel der Private-Equity-Investoren ist natürlich nicht gute Medizin, sondern gute Rendite. So entstehen immer neue, immer größere Konstruktionen: Ein augenärztliches Oligopol wie die Ober-Scharrer-Gruppe hatte in einem Jahrzehnt vier verschiedene Eigentümer: 2011 die Londoner Private-Equity-Gesellschaft Palamon Capital Partners, 2018 dann der schwedische Nordish Capital Fund, und ab 2021 gehörten sie zu Veonet, einem augenärztlichen Leistungsanbieter in Deutschland, der Schweiz, Holland und Großbritannien mit knapp 200 Augenarztzentren. Veonet wurde zuletzt im Dezember 2021 an den kanadischen Pensionsfonds Ontario Teacher’s Pension Plan Board bei einer Gewinnerwartung von 125 Millionen Euro für geschätzte zwei Milliarden Euros verkauft.“

Aus dem Artikel „Gute Rendite statt guter Medizin. Jetzt geht es auch den Arztpraxen an den Kragen“ von Berd Hontschik in der Frankfurter Rundschau vom 14. Mai 2022

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Zum Börsenschluss am Freitag, 24. Juni 2022

 

„Die emanzipatorische Grundforderung der Befreiung des Menschen, weiblich wie männlich, und die soziale Gleichheit aller Menschen steht so lange auf der Tagesordnung, bis sie eingelöst ist.”

Jutta Ditfurth (* 1951, deutsche Sozialwissenschaftlerin, Publizistin und Politikerin)

 

Im Jahr 2021 ist die Zahl der Dollar-Millionär*innen, das heißt derjenigen Personen, die ein investierbares Vermögen von mehr als einer Million Dollar besitzen, weltweit um 7,8 Prozent auf 22,5 Millionen gestiegen. Dies geht aus dem am 14. Juni 2022 veröffentlichten World Wealth Report (WWR) 2022 des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. Capgemini zufolge legte ihr Vermögen um acht Prozent auf 86 Billionen Dollar (rund 82 Billionen Euro) zu. Fast zwei Drittel (63,6 Prozent) aller Dollar-Millionär*innen kommen aus nur vier Ländern. Mit 7,5 Millionen leben die meisten Dollar-Millionär*innen weiterhin in den USA, gefolgt von Japan (3,65 Millionen) und Deutschland (1,633 Millionen – deren Vermögen stieg in dieser Zeit um 7,4 Prozent auf knapp 6,3 Billionen Dollar, das heißt auf durchschnittlich etwa dreieinhalb Millionen Euro pro Person) vor China.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 17. Juni 2022

 

Es stimmt, dass wir uns darum kümmern müssen, dass andere Lebewesen nicht verantwortungslos behandelt werden. Doch in besonderer Weise müssten uns die Ungerechtigkeiten in Wut versetzen, die unter uns bestehen, denn wir dulden weiterhin, dass einige sich für würdiger halten als andere. Wir bemerken nicht mehr, dass einige sich in einem erniedrigenden Elend dahinschleppen ohne wirkliche Möglichkeiten, es zu überwinden, während andere nicht einmal wissen, was sie mit ihrem Besitz anfangen sollen, voll Eitelkeit eine vorgebliche Überlegenheit zur Schau stellen und ein Ausmaß an Verschwendung hinter sich zurücklassen, das unmöglich verallgemeinert werden könnte, ohne den Planeten zu zerstören. Wir lassen in der Praxis weiterhin zu, dass einige meinen, mehr Mensch zu sein als andere, als wären sie mit größeren Rechten geboren.

Papst Franziskus in der am 18. Juni 2015 veröffentlichten Enzyklika „Laudato si“ von 2015 (aus Nr. 90)

 

Laut einer am 9. Juni 2022 veröffentlichten Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) wuchs die Gruppe der Superreichen mit einem Finanzvermögen von jeweils mehr als 100 Millionen Dollar im vergangenen Jahr weltweit um etwa 300 Personen. Rund 69.000 Ultrareiche hielten demnach 15 Prozent des investierbaren Finanzvermögens. Den Spitzenplatz belegten die USA mit 25.800 Superreichen, gefolgt von China mit 8.500 Mitgliedern. Deutschland belegt mit 3.100 Superreichen, die mehr als ein Fünftel des gesamten privaten Finanzvermögens besitzen, Rang drei.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 10. Juni 2022

 

Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Äcker oder Häuser besaß, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte.

Apostelgeschichte 4,32.34f.

 

Mercedes-Benz, die wertvollste Luxusautomobilmarke der Welt, konnte im ersten Quartal 2022 den weltweiten Absatz der S-Klasse um 67 Prozent steigern. Vor allem aufgrund starker Verkaufserfolge bei Mercedes-Maybach steigerte sich der Absatz von Fahrzeugen im Top-End-Segment (Mercedes-AMG, Mercedes-Maybach, G-Klasse, S-Klasse, GLS und EQS) auf 76.200.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 3. Juni 2022

 

Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam (et habebant omnia communia). Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte.

Apostelgeschichte 2,44–45

 

Wie das Statistische Bundesamt am 31. Mai 2022 mitteilte, hatten knapp 26.300 aller in Deutschland erfassten Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen im Jahr 2018 Einkünfte von mindestens einer Million Euro. Im Durchschnitt verdienten sie 2,6 Millionen Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 27. Mai 2022

 

Omnia sunt communia (Alles gehört allen), und sollten eynem jeden nach seyner notdurft ausgeteylt werden.

Vermächtnis Thomas Müntzers (Theologe, Reformator, Drucker und Revolutionär in der Zeit des Bauernkrieges, hingerichtet am 27. Mai 1525 in Mühlhausen/Thüringen), formuliert 1525 unter der Folter auf der Wasserburg in dem nordthüringischen Städtchen Heldrungen

 

Dem Bericht „Profiting from Pain“ zufolge, den die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam am 23. Mai 2022 anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlichte, gab es zum Stichtag 11. März 2022 weltweit 2.668 Milliardäre und Milliardärinnen, die zusammen über ein Vermögen von 12,7 Billionen Dollar verfügten. Gleichzeitig drohen 263 Millionen Menschen in extreme Armut abzurutschen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 20. Mai 2022

 

Der Buchdrucker und Buchführer Hans Hergot, der am 20. Mai 1527 auf dem Leipziger Marktplatz hingerichtet wurde, gilt als Autor der von Thomas Müntzer, den Ideen Sebastian Francks und der Täuferbewegung beeinflussten sozialutopischen Schrift „Von der newen Wandlung eynes Christlichen Lebens“, die im Jahr 1527 anonym erschienen ist. In dieser Schrift wird eine universale christliche Gemeinschaft entworfen. Darin heißt es:

„Und es werden die leutte alle erbeyten, ynn gemeyn, eyn ytzlicher wo zu er geschickt ist und was er kan, und alle dinge werden ynn gemeynen brauch komen, so das es keyner besser haben wird denn der ander.“

 

Laut der am 12. Mai 2022 veröffentlichten Sportler-Geldrangliste des Wirtschaftsmagazins „Forbes“ ist Fußball-Star Lionel Messi zum zweiten Mal nach 2019 der bestverdienende Sportler. Demnach verdiente er in den vergangenen zwölf Monaten 130 Millionen US-Dollar (123,617 Millionen Euro) und damit ebenso viel wie im Vorjahreszeitraum. Die „Forbes“-Liste basiert auf Recherchen der Redakteure des Magazins sowie auf Schätzungen und gilt als zuverlässig. Insgesamt haben die ersten Zehn der Rangliste zwischen Mai 2021 und Mai dieses Jahres 992 Millionen US-Dollar (943,293 Millionen Euro) verdient.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 13. Mai 2022

 

Der Glaube, dass Wissenschaft und Technologie die Erde vor den Folgen des Klimawandels bewahren wird, ist irreführend. Nichts wird unsere Kinder und Kindeskinder vor einer irdischen Hölle retten. Es sei denn: Wir organisieren den Widerstand gegen die Gier des globalen Kapitalismus.

Josef Weizenbaum (1923–2008, deutsch-US-amerikanischer Informatiker sowie Wissenschafts- und Gesellschaftskritiker)

 

Laut dem am 4. April 2022 veröffentlichten dritten und letzten Teil des 6. Weltklimaberichts des Weltklimarats sind die zehn reichsten Prozent der Menschheit für 36 bis 45 Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das sei zehnmal so viel wie der Beitrag der ärmsten zehn Prozent. Dieses Zehntel der Weltbevölkerung habe lediglich drei bis fünf Prozent zu verantworten. In der Zusammenfassung des Berichts heißt es: »Die Konsummuster von Verbrauchern mit höherem Einkommen sind mit einem großen Kohlenstoff-Fußabdruck verbunden. Die Spitzenemittenten dominieren die Emissionen in Schlüsselsektoren, so sind beispielsweise die oberen 1 Prozent für 50 Prozent der Emissionen aus dem Luftverkehr verantwortlich.«

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Zum Börsenschluss am Freitag, 6. Mai 2022

 

Wir Arbeiter sind endlich müde, für die Faulenzer zu arbeiten, in Entbehrung zu leiden, während andere im Überfluss schwelgen. (…) Wir wollen frei werden und wollen, dass alle Menschen so leben wie wir, dass keiner besser und keiner schlechter bedacht werde als der andere, sondern sich alle in die gesamten Lasten, Mühen, Freuden und Genüsse teilen, das heißt in Gemeinschaft leben.

Aus der Erklärung des „Bundes der Gerechten“, eines Vorläufers und der Keimzelle der späteren sozialistischen und kommunistischen Parteien Europas und der Welt (der „Bund der Gerechten“ ging 1836 auf Initiative des Frühsozialisten mit christlichen Überzeugungen und ersten deutschen Theoretikers des Kommunismus, Wilhelm Weitling, in Paris aus dem dort schon seit 1834 bestehenden Bund der Geächteten hervor)

 

Auf der Hauptversammlung der Mercedes-Benz-Group 29. April 2022 haben die Aktionäre für das Geschäftsjahr 2021 eine Rekord-Dividende in Höhe von 5,00 Euro pro Mercedes-Benz-Group-Aktie beschlossen. Somit wird der Konzern insgesamt mehr als fünf Milliarden Euro ausschütten.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 29. April 2022

 

„Verschämte Armut ist längst zur Kehrseite unverschämten Reichtums geworden.“

Aus dem 1.-Mai-Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Jahr 2006

 

Nach Angaben der Bundesbank vom 14. April 2021 ist das Geldvermögen der privaten Haushalte im vierten Quartal 2021 um 161 Milliarden Euro auf 7,618 Billionen Euro gestiegen und war damit so hoch wie nie zuvor. Nach Abzug der Schulden betrug es zum Ende des vierten Quartals 5,575 Billionen Euro – ebenfalls eine Rekordsumme. Die Statistik der Bundesbank macht keine Angaben über die Verteilung des Vermögens und berücksichtig auch keinen Immobilienbesitz. Allerdings ist das Vermögen in Deutschland sehr ungleich verteilt. Das Deutsche Institut der Wirtschaft kam in einer im Jahr 2019 veröffentlichen Studie zu dem Ergebnis, dass die reichsten zehn Prozent 56 Prozent des gesamten Vermögens besitzen, die ärmere Hälfte dagegen habe nur einen Anteil von 1,3 Prozent. Diversen Studien zufolge hat sich die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland im Jahr 2021 noch weiter geöffnet.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 22. April 2022

 

Der Bischof von Assisi, den Franziskus öfter um Rat fragte, nahm ihn stets gütig auf. Doch sagte er gerne: „Euer Leben erscheint mir hart, und nichts Irdisches zu besitzen, ist schwer.“ Darauf Franz: „Herr, wollten wir etwas besitzen, dann müssten wir auch Waffen zu unserer Verteidigung haben. Daher kommen ja die Streitigkeiten und Kämpfe alle und verhindern die Liebe. Aus diesem Grund wollen wir nichts besitzen.“

Aus der Drei-Gefährten-Legende

 

Nach Schätzungen der Pariser Anlageberatung Phitrust verdiente Carlos Tavares, Chef des Autokonzerns Stellantis, voriges Jahr 66 Millionen Euro. Im Vorfeld der Hauptversammlung am 13. April 2022 monierten die Gewerkschaften die selbst im internationalen Vergleich „astronomischen“ Einkünfte des Konzernchefs. VW-Boss Herbert Diess erhalte zum Beispiel 8,6 Millionen Euro, Renault-Chef Luca de Meo 4,7 Millionen, und sogar in den USA, wo viel höhere Spitzengehälter Usus seien, streiche Mary Barra, Chefin von General Motors, „nur“ umgerechnet 21 Millionen Euro ein.

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Zum Börsenschluss am Donnerstag, 14. April 2022

 

Dem Revolutionär Jesus zum Geburtstag

Zweitausend Jahre sind es fast,
seit du die Welt verlassen hast,
du Opferlamm des Lebens!
Du gabst den Armen ihren Gott.
Du littest durch der Reichen Spott.
Du tatest es vergebens!

Du sahst Gewalt und Polizei.
Du wolltest alle Menschen frei
und Frieden auf der Erde.
Du wusstest, wie das Elend tut,
und wolltest alle Menschen gut,
damit es schöner werde!

Du warst ein Revolutionär
und machtest dir das Leben schwer
mit Schiebern und Gelehrten.
Du hast die Freiheit stets beschützt
und doch den Menschen nichts genützt.
Du kamst an die Verkehrten!

Du kämpftest tapfer gegen sie
und gegen Staat und Industrie
und die gesamte Meute.
Bis man an dir, weil nichts verfing,
Justizmord, kurzerhand, beging.
Es war genau wie heute.

Die Menschen wurden nicht gescheit.
Am wenigsten die Christenheit,
trotz allem Händefalten.
Du hattest sie vergeblich lieb.
Du starbst umsonst. Und alles blieb
beim Alten.

Erich Kästner (1899–1974, deutscher Schriftsteller, Publizist, Drehbuchautor und Verfasser von Texten für das Kabarett), in: Ein Mann gibt Auskunft (1930)

 

Am 9. April 2022 hat die Crew der ersten komplett privaten Mission an die Internationale Raumstation ISS angedockt. In einer SpaceX-Kapsel reisen die Weltraumtouristen, drei Unternehmer und ein Ex-NASA-Astronaut, für eine Woche ins All. Medienberichten zufolge hat jeder von ihnen rund 55 Millionen Dollar (etwa 50 Millionen Euro) für den Ausflug bezahlt. Organisiert wird ihre Reise zur ISS von dem privaten Raumfahrtunternehmen Axiom Space in Zusammenarbeit mit der Nasa und Elon Musks Firma SpaceX.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 8. April 2022

 

Tanto es lo de más como lo de menos
Zu viel zu haben ist genauso schlimm wie zu wenig zu haben

Aus: Miguel de Cervantes Saavedra, Don Quijote de la Mancha, Teil 2, Kapitel 4 (1615)

 

Laut einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 31. März 2022 finanzierten im vergangenen Jahr rund 800.000 Personen in Deutschland (1 Prozent der Bevölkerung) ihren Lebensunterhalt überwiegend durch das eigene Vermögen (einschließlich Ersparnisse, Zinsen sowie Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung).

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Zum Börsenschluss am Freitag, 1. April 2022

 

A true revolution of values will soon look uneasily on the glaring contrast of poverty and wealth. With righteous indignation, it will look across the seas and see individual capitalists of the West investing huge sums of money in Asia, Africa, and South America, only to take the profits out with no concern for the social betterment of the countries, and say, „This is not just.“

Eine echte Revolution der Werte wird den schreienden Gegensatz von Armut und Reichtum sehr bald mit großer Unruhe betrachten. Sie wird nach Übersee blicken und mit gerechter Empörung darauf hinweisen, dass einzelne Kapitalisten des Westens riesige Geldbeträge in Asien, Afrika und Lateinamerika investieren, nur um zu verdienen und ohne Interesse an sozialen Fortschritten in jenen Ländern, und sie wird ausrufen: „Das ist ungerecht.“

Aus der Rede, die Martin Luther King am 4. April 1967, genau ein Jahr vor seiner Ermordung, in der New Yorker Riverside Church gehalten hat („Riverside-Rede“)

 

Bernd Hontschik, Auf Einkaufstour, in: Frankfurter Rundschau vom 25. März 2022

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Zum Börsenschluss am Freitag, 25. März 2022

 

Das Privateigentum ist für niemand ein unbedingtes und unumschränktes Recht. Niemand ist befugt, seinen Überfluss ausschließlich sich selbst vorzubehalten, wo andern das Notwendigste fehlt.

Papst Paul VI., Enzyklika „Populorum progressio“ (Über die Entwicklung der Völker) vom 26. März 1967 (Nr. 23)

 

Die Steuerbehörden haben im Jahr 2020 in Deutschland 602 Erbschaften oder Schenkungen von mehr als zehn Millionen Euro registriert – insgesamt 14,2 Milliarden Euro. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Politikers Dietmar Bartsch hervor. In knapp 60 Prozent dieser Fälle wurde demnach Erbschafts- oder Schenkungssteuer festgesetzt, und zwar insgesamt knapp 1,4 Milliarden Euro. In den Zahlen erfasst sind nur jene Fälle, die über die hohen Freibeträge für Hinterlassenschaften in der Familie hinausgehen und damit für die Schenkungs- oder Erbschaftssteuer relevant waren. Insgesamt waren dies laut Antwort des Finanzministeriums 224.047 Fälle mit Vermögenswerten in Höhe von 84,4 Milliarden Euro. Für 163.422 dieser Fälle wurde Erbschafts- oder Schenkungssteuer mit einem Gesamtvolumen von 8,5 Milliarden Euro festgesetzt.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 18. März 2022

 

In der Existenzweise des Habens findet der Mensch sein Glück in der Überlegenheit gegenüber anderen, in seinem Machtbewusstsein und in letzter Konsequenz in seiner Fähigkeit, zu erobern, zu rauben und zu töten.
In der Existenzweise des Seins liegt es im Lieben, Teilen, Geben.

Erich Fromm (23. März 1900–18. März 1980, Psychoanalytiker und Philosoph)

 

Wie die Deutsche Bank am 11. März 2022 anlässlich der Veröffentlichung ihres Geschäftsberichts mitteilte, steigt die Gesamtvergütung von Konzernchef Christian Sewing binnen Jahresfrist von rund 7,4 Millionen Euro auf gut 8,8 Millionen Euro. Deutsche-Bank-Vize-Chef Karl von Rohr kommt auf gut 7,1 Millionen Euro nach rund 5,9 Millionen Euro im Jahr 2020. Ein Teil dieser Summen wird erst mit Zeitverzug abhängig vom Geschäftserfolg ausgezahlt. Auch der Vorstand bekommt deutlich mehr: Die Manager und Managerinnen kommen zusammen auf eine Gesamtvergütung – also Grundgehalt plus variable Vergütung – von rund 66,5 Millionen Euro nach gut 47,3 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Vorstand hat zehn Mitglieder, die Summe verteilt sich aber auf elf Köpfe, weil es im Jahresverlauf einen personellen Wechsel gegeben hatte. 2020 hatte der Vorstand wegen der Corona-Pandemie auf ein Zwölftel seiner Bezüge und damit auf insgesamt auf 4,6 Millionen Euro verzichtet. Inklusive der Vorstände erhalten 520 Mitarbeiter der Deutschen Bank Gesamtbezüge über eine Million Euro. Die höchste Dotierung liegt zwischen zehn Millionen und elf Millionen Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 11. März 2022

 

Reichtum und Armut sind gleichmäßig verkehrte Zustände; sie gehören nicht in einen geordneten Staat, sie sind mit dem Bürger- und Völkerfrieden unvereinbar.

Silvio Gesell (17. März 1862–11. März 1930, deutscher Kaufmann, Finanztheoretiker, Sozialreformer und Begründer der Freiwirtschaftslehre), aus „Die Natürliche Wirtschaftsordnung“ (1920)

 

Die deutschen Supermärkte machen Profite wie nie zuvor. Während die Arbeiter*innen am Anfang der Lieferkette weiter für Löhne weit unter der Existenzsicherung arbeiteten oder ihre Arbeit ganz verloren, wuchs das Vermögen der Eigentümer*innen deutscher Supermarktkonzerne im ersten Pandemiejahr 2020 um bis zu 30 Prozent. (…) Doch getan hat sich entlang der untersuchten Lieferketten für die Arbeiter*innen in den vergangenen Jahren, trotz vollmundiger Versprechungen der Supermärkte, bislang wenig. Zeitgleich wuchsen die Vermögen der Supermarkt-Eigentümer und dabei die globale Ungleichheit, aufgrund der Pandemie-Rekordumsätze weiter an. (…) Das alles macht deutlich: Es handelt sich hier nicht um Einzelfälle, sondern um ein ausbeuterisches, menschenverachtendes System – ein System, für das deutsche Supermärkte mit Verantwortung tragen. Denn sie diktieren die Regeln für den Zugang zum deutschen Markt, drücken mit ihrer Preispolitik die Löhne und fördern Ausbeutung. Das muss sich ändern.

Aus der im Februar 2022 erschienenen Oxfam-Studie „Grenzenlose Ausbeutung. Arbeitsmigrant*innen in den Lieferketten deutscher Supermärkte“

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Zum Börsenschluss am Freitag, 4. März 2022

 

Die Falschheit des Reichtums besteht darin, dass wir das, was wir haben, mit dem verwechseln, was wir sind. Wir denken, wir wären mehr, wenn wir mehr haben. Wir kaufen einen schicken Wagen und denken, dieser Wagen wäre nun ein Teil unserer selbst, wie ein weiteres Glied unseres Körpers. (…) Wenn die anderen unseren Wagen bewundern, fühlen wir uns, als ob sie uns selbst bewunderten. Wir betrachten die Dinge, die uns gehören, als ob sei ein Teil unserer selbst wären (…). Und darum ist Besitz eine Verfälschung unserer selbst.

Ernesto Cardenal (20. Januar 1925–1. März 2020, katholischer Priester, sozialistischer Politiker und Dichter), aus: „Das Buch von der Liebe“ (1971)

 

Die Preise der neuen elektrischen S-Klasse von Mercedes beginnen bei 97.806,10 Euro für den EQS 350, bei 107.326,10 Euro für den EQS 450+, bei 135.529,10 Euro für den EQS 580 4Matic und bei 152.546,10 Euro für den Mercedes-AMG EQS 53 4MATIC+. Die neue Luxuslimousine Audi 8 kostet mindestens 99.500 Euro oder sogar 144.800 Euro (für den S8). Die Preisskala beim neuen britischen Luxus-SUV Range Rover beginnt bei 120.000 Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 25. Februar 2022

 

Die Schönheit einer Stadt liegt nicht in ihren Museen, nicht in ihren Theatern und Parkanlagen, ja nicht einmal in ihren Kathedralen. Die wahre Schönheit, die wahre Größe einer Stadt besteht vor Gott und den Menschen darin, dass sie frei ist von Elendsquartieren und Obdachlosen.

Abbé Pierre, bürgerlich Henri Antoine Grouès (1912–2007, französischer katholischer Priester und Kapuziner) in einer seiner berühmt gewordenen Reden

 

Im „Grand Tower“ in Frankfurt am Main, dem höchsten Wohnturm Deutschlands, sind noch drei Wohnungen frei. Die kleinste, zwei Zimmer, kostet fast zwei Millionen Euro. (Quelle: Frankfurter Rundschau vom 12. Februar 2022)

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Zum Börsenschluss am Freitag, 18. Februar 2022

 

Von allen menschlichen gesellschaftlichen Institutionen der zivilisierten Völker ist die Institution des Erbrechts ohne Zweifel die am meisten anti-egalitäre, die am meisten anti-brüderliche. Es hat den Fehler, einer parasitären und untätigen Minderheit das Produkt der kollektiven Arbeit auszuliefern. Das Erbrecht ist die Kette der Sklaverei des Volkes.

Virginie Barbet, in den 1860 und 1870er Jahren eine anarchistische Aktivistin in Lyon und Vorkämpferin für die Abschaffung des Erbrechts (1869)

 

Allein in Deutschland werden nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) jährlich zwischen 250 und 400 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt. Wegen exorbitant hoher Freibeträge – Ehepartner können bis zu 500.000 Euro, die eigenen Kinder bis zu 400.000 Euro erben, ohne dafür Steuern zu zahlen – wurden laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2020 lediglich auf Erbschaften und Schenkungen in Höhe von 84,4 Milliarden Euro Steuern in Höhe von 8,5 Milliarden Euro gezahlt. Die meisten Erbschaften und Schenkungen liegen unterhalb der Freibeträge und tauchen in den Zahlen der Finanzverwaltungen nicht auf.

Laut einer Studie, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gemeinsam mit der Universität Vechta und dem Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) erstellt und im Jahr 2021 veröffentlicht hat, haben lediglich zehn Prozent aller Erwachsenen in Deutschland in den vergangenen 15 Jahren geerbt oder eine größere Schenkung erhalten. Dabei entfiel wiederum fast die Hälfte dieser Transfers auf nur zehn Prozent derer, die überhaupt geerbt oder eine größere Schenkung erhalten haben.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 11. Februar 2022

 

Quis sit divitiarum modus quaeris?
primus habere quod necesse est,
proximus quod sat est.

Was ist des Reichtums Maß, fragst du?
Das erste, besitzen, was notwendig ist,
das nächste, was genug ist.

Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.–65 n.Chr., römischer Philosoph und Schriftsteller), aus dem ersten Brief an Lucilius

 

Der Luxuswagenhersteller Lamborghini war bereits im Januar für 2022 „fast ausverkauft“, wie Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann der „Automobilwoche“ sagte, und will nach den Rekordverkäufen 2021 die Produktion erhöhen. Die italienische VW-Tochter lieferte im vergangenen Jahr 8405 Autos aus – 13 Prozent mehr als 2020.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 4. Februar 2022

 

In einer wahrhaften Gesellschaft darf es weder Reiche noch Arme geben. Ungleichheit und Unterdrückung sind gleichbedeutend. Unglück und Sklaverei kommen von der Ungleichheit und diese vom Eigentum. Das Eigentum ist also die schlimmste Geißel der Gesellschaft.

François Noël Babeuf (1760–1797, Journalist und ein linksrevolutionärer französischer Agitator während der ersten französischen Revolution)

 

Dem am 5. Januar 2022 veröffentlichten European Wealth Report des Schweizer Thinktanks Redisigning Financial Services (RFS) zufolge nimmt die Ungleichheit in Europa weiter zu: Die reichsten zehn Prozent der europäischen Haushalte verfügten im Jahr 2020 über 51 Prozent des gesamten europäischen Nettovermögens, und die reichsten ein Prozent der Europäer besaßen 19 Prozent des europäischen Vermögens. Insgesamt stieg das Privatvermögen der Europäer im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent und erreichte mit 69 Billionen Euro einen neuen Höchststand.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 28. Januar 2022

 

„Für eine gerechte Welt. Ohne Armut.“ Und ohne Reichtum.

Von uns ergänztes Motto von Oxfam Deutschland

 

„Auch in Deutschland nimmt die im Vergleich zu anderen EU-und OECD-Ländern sehr starke Konzentration der Vermögen weiter zu. Die zehn reichsten Personen haben ihr kumuliertes Vermögen seit Beginn der Pandemie von ca. 144 Milliarden auf etwa 256 Milliarden US-Dollar gesteigert – ein Anstieg um rund 78 Prozent. Allein dieser Gewinn entspricht annähernd dem Gesamtvermögen der ärmsten 40 Prozent, also von 33 Millionen Deutschen. Währenddessen erreicht die Armutsquote in Deutschland mit 16,1 Prozent einen Höchststand. 13,4 Millionen Menschen leben hierzulande in Armut.“

Aus dem am 17. Januar 2022 anlässlich der virtuellen „Davos Agenda“ des Weltwirtschaftsforums veröffentlichten Bericht „Inequality kills“ (Ungleichheit tötet) der internationalen Nothilfeorganisation Oxfam.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 21. Januar 2022

 

„Für eine gerechte Welt. Ohne Armut.“ Und ohne Reichtum.

Von uns ergänztes Motto von Oxfam Deutschland

 

„Seit März 2020 ist das Vermögen der aktuell 2.755 Milliardär*innen um fünf Billionen US-Dollar gestiegen, von 8,6 auf 13,8 Billionen. Sie haben ihr Vermögen damit während der Pandemie stärker vermehrt als in den gesamten vierzehn Jahren zuvor – vierzehn Jahre, die selbst schon einem Goldrausch für Superreiche glichen.“ „Während sich das Vermögen der zehn reichsten Männer seit Beginn der Corona-Pandemie verdoppelt hat, der Markt für Superjachten einen Rekordzuwachs verzeichnet und einige Milliardäre Ausflüge ins All unternehmen, sind Millionen Menschen in die Armut abgerutscht.“

Aus dem am 17. Januar 2022 anlässlich der virtuellen „Davos Agenda“ des Weltwirtschaftsforums veröffentlichten Bericht „Inequality kills“ (Ungleichheit tötet) der internationalen Nothilfeorganisation Oxfam.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 14. Januar 2022

 

In aller Objektivität müssen wir zugeben, dass der Kapitalismus oft eine Kluft von Überfluss und Armut aufgerissen hat. Er schuf Bedingungen, die den Massen das Notwendigste vorenthielten, um den Luxus der wenigen zu ermöglichen.

Martin Luther King Martin Luther King (1929–1968, US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler); am dritten Montag im Januar wird seit 1986 in allen US-Staaten jedes Jahr zum Gedenken an den Geburtstag Martin Luther Kings am 15. Januar 1929 der Martin Luther King Day begangen.

 

Das britische Traditionsunternehmen Rolls-Royce hat im vergangenen Jahr 49 Prozent mehr Autos verkauft als im Jahr zuvor. Wie die BMW-Tochter am 10. Januar 2022 mitteilte, gingen insgesamt 5586 Luxuskarossen an Käuferinnen und Käufer in aller Welt. Laut Unternehmenschef Torsten Müller-Ötvös habe Rolls-Royce mehr Autos ausgeliefert als jemals in der 117-jährigen Firmengeschichte.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 7. Januar 2022

 

So you see that what I should most rejoice at would be to have something good to do with my money: I should like it to make other people’s lives better to them. It makes me very uneasy—coming all to me who don’t want it.

Sie sehen also, dass mir am liebsten wäre, mit meinem Geld etwas Gutes zu bewirken; ich würde es gerne darauf verwenden, anderen das Leben leichter zu machen. Ich habe kein gutes Gefühl dabei, so viel Geld zu besitzen, das ich gar nicht brauche.

George Eliot, Middlemarch (1872), aus Kapitel 76; Übersetzung: Melanie Walz (2019)

 

Wie eine Anfang Januar veröffentlichte Studie des DZ BANK Research ergeben hat, dürfte das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland im vergangenen Jahr um über sieben Prozent auf ein Rekordhoch von 7,7 Billionen Euro gestiegen sein. Offizielle Zahlen der Deutschen Bundesbank dazu werden im Frühjahr erwartet. Allein durch Aktiengewinne seien Privathaushalte im Jahr 2021 um 130 Milliarden Euro reicher geworden.
Allerdings ist das Vermögen in Deutschland sehr ungleich verteilt. Das Deutsche Institut der Wirtschaft kam in einer im Jahr 2019 veröffentlichen Studie zu dem Ergebnis, dass die reichsten zehn Prozent 56 Prozent des gesamten Vermögens besitzen, die ärmere Hälfte dagegen habe nur einen Anteil von 1,3 Prozent.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 31. Dezember 2021

 

Wenn du erkennst, dass es dir an nichts fehlt,
gehört dir die ganze Welt.

Laotse (chinesischer Philosoph, 6. Jahrhundert v. Chr.)

 

Laut einer Mitteilung der Nürnberger Datev vom 22. Dezember 2021 profitieren Beschäftigte in mittleren und höheren Gehaltklassen am meisten von die Steuer betreffenden gesetzlichen Änderungen, die am 1. Januar 2022 in Deutschland in Kraft treten. In der Gruppe der Singles sind beispielsweise die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem Einkommen von 7.500 Euro oder darüber die größten Gewinner. Sie haben über das Jahr 304 Euro mehr zur Verfügung. Am meisten begünstigt sind Alleinerziehende mit einem Bruttoeinkommen von 7.500 Euro und mehr im Monat. Sie verzeichnen gar ein Plus von 1.323 Euro im Jahr, ein Wert, der die Entlastungen in den anderen Gruppen um mehr als das Dreifache übersteigt.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 23. Dezember 2021

 

Heilige Nacht

So war der Herr Jesus geboren
Im Stall bei der kalten Nacht.
Die Armen, die haben gefroren,
Den Reichen war’s warm gemacht.

Sein Vater ist Schreiner gewesen,
Die Mutter war eine Magd.
Sie haben kein Geld nicht besessen,
Sie haben sich wohl geplagt.

Kein Wirt hat ins Haus sie genommen;
Sie waren von Herzen froh,
Daß sie noch in Stall sind gekommen.
Sie legten das Kind auf Stroh.

Die Engel, die haben gesungen,
Daß wohl ein Wunder geschehn.
Da kamen die Hirten gesprungen
Und haben es angesehn.

Die Hirten, die will es erbarmen,
Wie elend das Kindlein sei.
Es ist eine G’schicht’ für die Armen,
Kein Reicher war nicht dabei.

Ludwig Thoma (1867–1921, bayerischer Schriftsteller)

 

Laut einem Preis-Ranking des Immobilienportal-Portals „immowelt“, das sowohl das teuerste Haus als auch die teuerste Wohnung enthält, die zwischen Januar und November 2021 auf den Seiten von „immowelt“ zum Verkauf standen, konnte in München-Bogenhausen für 14,4 Millionen Euro das kostspieligste Haus erworben werden; das Anwesen in unmittelbarer Isar-Nähe umfasst zwölf Zimmer, eine Dachterrasse sowie eine eigene Tiefgarage. Die Rangliste der kostspieligsten Wohnungen wird von einem Penthouse im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst angeführt: Für 8,9 Millionen Euro erhielt der Käufer ein Domizil mit sechs Zimmern und 430 Quadratmetern Wohnfläche mit direkter Lage an der Außenalster.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 17. Dezember 2021

 

Er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.

Lukas 1,52–53, aus dem „Lobgesang der Maria“ (Magnifikat)

 

Der Präsident des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, die Chefin des Steuerrechtsinstituts der Universität Köln, Johanna Hey, und der Mannheimer Ökonom Christoph Spengel fordern die Abschaffung der Steuerprivilegien für Immobilienbesitz. Investitionen in Immobilien würden in Deutschland seit Jahrzehnten massiv steuerlich begünstigt. „Diese Steuersubventionierung führt zur Fehllenkung von Investitionen und zur Anhäufung von Grundvermögen in den Händen weniger Menschen sowie Unternehmen“, heißt es in dem am 17. November 2021 im ifo-Schnelldienst veröffentlichten Aufsatz. Immobilienbesitz macht demnach mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens in Deutschland aus, und den wohlhabendsten zehn Prozent der deutschen Haushalte gehören 70 Prozent der nicht selbst genutzten Immobilien.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 10. Dezember 2021

 

Imagine no possessions
I wonder if you can…

Stell dir vor, es gäbe keinen Besitz mehr.
Ich frage mich, ob du das kannst…

John Lennon (1940–1980, britischer Musiker, Komponist, Autor und Friedensaktivist; wurde am 8. Dezember 1980 vor seinem Appartementhaus in New York erschossen), aus: „Imagine“ (1971)

 

„In Deutschland ist die Vermögensungleichheit im europäischen Vergleich sehr hoch, hier besitzt das reichste Prozent der Bevölkerung rund 35 Prozent des Gesamtnettovermögens, die reichsten 10 Prozent sogar 67 Prozent des Vermögens. Wesentlicher Treiber ist hier der überproportionale Zuwachs der Betriebsvermögen einerseits und der Wertzuwachs bei Sachwerten wie Aktien und Immobilien anderseits. So haben einige große Unternehmen auch während der Pandemie Milliardenausschüttungen getätigt. Dadurch steigt das Vermögen der Aktionär*innen weiter, während Angestellte in Kurzarbeit Lohneinbußen hinnehmen mussten: BMW hat beispielsweise für das Geschäftsjahr 2020 1,25 Milliarden Euro an Dividenden ausgeschüttet, von denen fast die Hälfte an die Familien Klatten und Quandt ging – deren Familienmitglieder Susanne Klatten und Stefan Quandt zu den zehn reichsten Deutschen gehören. Im selben Jahr waren 30.000 Angestellte von BMW in Kurzarbeit.“ (Aus dem Bericht der Nichtregierungsorganisation Oxfam und der Bürgerbewegung Finanzwende, der unter dem Titel „Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit. Wie Konzerne Aktionärsinteressen bedienen, statt Klima und Menschenrechte zu schützen“ am 4. November 2021 veröffentlicht wurde)

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Zum Börsenschluss am Freitag, 3. Dezember 2021

 

einfacher leben – einfach überleben – Leben entdecken

Motto der 1977 vom evangelischen Hilfswerk „Brot für die Welt“ ausgerufenen „Aktion e“, die zu einer Veränderung des Lebensstils der reichen Nationen anregen wollte

 

„Das Kakaobarometer 2020 macht am Beispiel des Familienkonzern Ferrero (Nutella) folgende Rechnung auf: Die Familie schüttete sich 2020 eine Dividende von 642 Millionen Euro aus. Um den geschätzt 90.000 Bauern, die den Kakao für sie anbauen, ein existenzsicherndes Einkommen zu bezahlen, müsste der Konzern 450 Millionen Euro mehr für den Rohstoff ausgeben. Es blieben immer noch 192 Millionen Euro Gewinn für die Familie Ferrero übrig – und Nutella müsste nicht teurer werden. Doch die Konzerne weigern sich seit 20 Jahren, diesen Weg zu gehen…“ (aus Schrot&Korn 09/2021).

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Zum Börsenschluss am Freitag, 26. November 2021

 

Ebenso wie das Gebot “Du sollst nicht töten” eine deutliche Grenze setzt, um den Wert des menschlichen Lebens zu sichern, müssen wir heute ein “Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der Disparität der Einkommen” sagen. Diese Wirtschaft tötet.

Aus dem am 24. November 2013 veröffentlichten Apostolischen Schreiben “Evangelii gaudium” (“Freude des Evangeliums”) von Papst Franziskus (Absatzziffer 53)

 

Statt ausreichend in den Klimaschutz zu investieren, schütten 30 DAX-Konzerne insgesamt einen zunehmenden Teil ihrer Gewinne an Aktionäre und Aktionärinnen aus oder bauen damit Finanzreserven auf. Dabei hätten viele den finanziellen Spielraum für die Investitionen, die laut EU erforderlich sind, um bis 2050 klimaneutral zu werden. Darauf macht ein Bericht der Nichtregierungsorganisation Oxfam und der Bürgerbewegung Finanzwende aufmerksam, der unter dem Titel „Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit. Wie Konzerne Aktionärsinteressen bedienen, statt Klima und Menschenrechte zu schützen“ am 4. November 2021 veröffentlicht wurde. Der Studie zufolge stiegen die Ausschüttungen der untersuchten 30 Unternehmen, die im Berichtszeitraum mindestens fünf Jahre zum DAX30 gehört haben, von 20,3 Milliarden im Jahr 2009 auf 41,97 Milliarden im Jahr 2020, haben sich also mehr als verdoppelt.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 19. November 2021

 

Wir werden uns bemühen, so zu leben, wie die Menschen um uns her üblicherweise leben, im Hinblick auf Wohnung, Essen, Verkehrsmittel und allem, was sich daraus ergibt (vgl. Mt 5,3; 6,33–34; 8,20).

Wir verzichten ein für alle Mal darauf, als Reiche zu erscheinen wie auch wirklich reich zu sein, insbesondere in unserer Amtskleidung (teure Stoffe, auffallende Farben) und in unseren Amtsinsignien, die nicht aus kostbarem Metall – weder Gold noch Silber – gemacht sein dürfen, sondern wahrhaft und wirklich dem Evangelium entsprechen müssen (vgl. Mk 6,9; Mt 10,9; Apg 3,6).

Wir werden weder Immobilien oder Mobiliar besitzen noch mit eigenem Namen über Bankkonten verfügen und alles, was an Besitz notwendig sein sollte, auf den Namen der Diözese bzw. der sozialen oder caritativen Werke überschreiben (vgl. Mt 6,19–21; Lk 12,33–34).

Die ersten drei von insgesamt 13 Verpflichtungen des sogenannten Katakombenpakts „Für eine dienende und arme Kirche“, den 40 Bischöfe der römisch-katholischen Kirche am 16. November 1965, drei Wochen vor dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils, in den Domitilla-Katakomben außerhalb Roms beschlossen haben (Übersetzung: Norbert Arntz)

 

„Nach der Fusion der Universitätskliniken Marburg und Gießen 2005 wurden alsbald 95 Prozent der Geschäftsanteile für 112 Millionen Euro an den Rhön-Klinikkonzern verkauft. Während bundesweit Krankenhäuser rote Zahlen schrieben, versprachen die Rhön-Kliniken ihren Aktionären eine Rendite von zehn Prozent. Und sie hielten ihr Versprechen! Woher kommen diese zehn Prozent? Dazu muss man Tarifverträge mit Füßen treten, unrentable Abteilungen schließen, auf Teufel komm raus Personal einsparen und Fremdleistungen von Lohndrücker-Firmen in Anspruch nehmen.“ (Aus dem Artikel „Grün war die Hoffnung“ von Dr. Bernd Hontschik in der Frankfurter Rundschau vom 6./7. November 2021)

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Zum Börsenschluss am Freitag, 12. November 2021

 

»Sie leben im Reichtum«, sagte Aljoscha leise.
»Ist es denn besser, wenn man arm ist?«
»Es ist besser.«

Fjodor M. Dostojewski (1821–1881, russischer Schriftsteller), aus: „Die Brüder Karamasow“ (1880); Übersetzung: Swetlana Geier

 

„Mit einem einzigen Weltraumflug verursacht ein Milliardär mehr Emissionen, als jemand aus der ärmsten Milliarde Menschen in einem ganzen Leben zusammenbringt“, sagte Nafkote Dabi, Klimaexpertin der Entwicklungsorganisation Oxfam, am 5. November 2021 bei der Vorstellung einer Oxfam-Studie auf der Weltklimakonferenz in Glasgow. Danach wird das reichste Prozent der Menschheit bis 2030 für 16 Prozent der weltweiten Gesamtemissionen verantwortlich sein. Ihre Pro-Kopf-Emissionen würden dann den für das 1,5-Grad-Ziel verträglichen Wert um das 30-Fache übersteigen. Wollten sie ihre Emissionen in die Nähe der Paris-Verträglichkeit bringen, müssten sie sie um 97 Prozent reduzieren. Im Gegensatz dazu werden die Pro-Kopf-Emissionen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung im Jahr 2030 deutlich unter der angestrebten 1,5-Grad-Grenze für die globale Erwärmung bleiben. Der Report basiert nach Angaben der Entwicklungsorganisation auf Studien des Instituts für Europäische Umweltpolitik (IEEP) und des Stockholm Environment Institute (SEI). Tim Gore, Autor der Studie am IEEP, betonte, dass die Regierungen ihre Politik auf die extrem Reichen ausrichten müssen. „Dazu gehören Maßnahmen zur Begrenzung des CO2-Verbrauchs für Luxusgüter wie Megayachten, Privatjets und private Raumfahrt sowie zur Begrenzung klimaintensiver Investitionen wie Beteiligungen an der fossilen Brennstoffindustrie.“

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Zum Börsenschluss am Freitag, 5. November 2021

 

„Solidarität ist ein Wort, das nicht immer gut ankommt, ja, ich würde sagen, dass wir es manchmal sogar zu einem unanständigen Wort gemacht haben, das man nicht sagen darf. Aber es ist ein Wort, das viel mehr meint als einige sporadische großherzige Gesten. Es meint, dass man denkt und handelt im Sinne von Gemeinschaft, dass das Leben aller wichtiger ist als die Güteranhäufung einiger weniger.“

Aus der Ansprache von Papst Franziskus am Dienstag, 28. Oktober 2014, vor den Teilnehmern am Welttreffen der Sozialen Bewegungen in der Alten Synodenaula in Rom

 

Wie aus der neuen Reichenliste hervorgeht, die das Shanghaier Magazin „Hurun“ am 27. Oktober 2021 vorlegte, ist die Zahl der Dollar-Milliardäre und Dollar-Milliardärinnen in China im vergangenen Jahr um 307 auf 1185 gestiegen, fünfmal mehr als vor zehn Jahren. Der reichste Chinese ist demnach der 67-jährige Mineralwasserunternehmer Zhong Shanshan mit einem Vermögen von 60,6 Milliarden Dollar.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 29. Oktober 2021

 

Von unseren derzeitigen globalen Ausgaben fließt viel Geld in die Beeinflussung von Gruppenverhalten. Disziplinen wie Marketing und Betriebswirtschaft, Politik und Werbung werden in der ganzen Welt gelehrt. In diesen Kursen wird den Studentinnen und Studenten beigebracht, eine Zielgruppe zu definieren, indem man eine Population anhand einer Reihe demografischer Merkmale segmentiert. Die Bedürfnisse dieser Population werden dann manipuliert, wobei der Zweck der Manipulation nicht das Wohl der betroffenen Personen oder die Verbreitung von Frieden ist, sondern etwas zu maximieren, das wir Profit nennen. Dieser kann finanzieller, politischer, sozialer oder anders gearteter Profit sein.

Doch diese Sache, die wir Profit nennen, gibt es nicht. Absolut gesehen ist das Konzept des Profits ein Trugschluss. In menschlicher Hinsicht und in der Welt, in der wir physisch leben, sind Ereignisse und Dinge in Zeit und Raum verortet. Wert, der zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort erscheint, ist der Wert, der aus einer anderen Zeit und von einem anderen Ort abgezogen wurde. Ein System, das auf Profit basiert – darauf, mehr zu erhalten, als man gibt – ist ein System der Ausbeutung. Ein System, das einerseits Konzentration und andererseits ein Defizit erzeugt, ist ein System des Ungleichgewichts. So ein System ist notwendigerweise instabil und deshalb auch nicht nachhaltig. Wie ist es möglich, dass wir in ein instabiles, nicht nachhaltiges System investieren, das uns zwangsläufig in den Untergang führt?

Aus der Dankesrede von Tsitsi Dangarembga anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels am 24. Oktober 2021 in der Paulskirche in Frankfurt am Main (Aus dem Englischen von Anette Grube)

 

„Durch den Einstieg von Investoren ändert sich oftmals die bisherige Logik im Pflegesektor. Es geht immer weniger um das Wohl der Patientinnen und Patienten. Der Gewinn für die Anteilseigner des Fonds rückt dagegen immer mehr in den Fokus. Anders geht es auch nicht, wenn man mitunter zweistellige Renditen erzielen will. Die Folgen dieses Agierens sind dramatisch.“ (Aus der am 14. Oktober 2021 veröffentlichten Studie „Private-Equity-Investoren in der Pflege“ der Bürgerbewegung Finanzwende)

Nach Daten des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2019 von 15.380 Pflegeheimen in Deutschland 6570 Häuser, also gut 40 Prozent, in den Händen von Finanzinvestoren – doppelt so viele wie noch vor zwei Jahrzehnten.

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Beispiele für das Jahr 2020/2021 finden Sie hier.


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