Der Skandal des Reichtums (18. Juni 2021)

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Selig sind die, die nicht mehr haben, als sie wirklich brauchen,
denn ihrer ist das Reich Gottes.

Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,
als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.

Jesus von Nazaret

 

In einer Welt, die nach den Spielregeln des Reiches Gottes eingerichtet ist,
in einer Welt, in der die Menschen weltverbunden leben,
steht jedem Menschen zur Verfügung, was er zum Leben braucht – nicht weniger, aber auch nicht mehr.
Es ist eine Welt, in der niemand mehr arm zu sein braucht und in der niemand mehr reich sein möchte.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 18. Juni 2021

 

Es stimmt, dass wir uns darum kümmern müssen, dass andere Lebewesen nicht verantwortungslos behandelt werden. Doch in besonderer Weise müssten uns die Ungerechtigkeiten in Wut versetzen, die unter uns bestehen, denn wir dulden weiterhin, dass einige sich für würdiger halten als andere. Wir bemerken nicht mehr, dass einige sich in einem erniedrigenden Elend dahinschleppen ohne wirkliche Möglichkeiten, es zu überwinden, während andere nicht einmal wissen, was sie mit ihrem Besitz anfangen sollen, voll Eitelkeit eine vorgebliche Überlegenheit zur Schau stellen und ein Ausmaß an Verschwendung hinter sich zurücklassen, das unmöglich verallgemeinert werden könnte, ohne den Planeten zu zerstören. Wir lassen in der Praxis weiterhin zu, dass einige meinen, mehr Mensch zu sein als andere, als wären sie mit größeren Rechten geboren.

Papst Franziskus in der am 18. Juni 2015 veröffentlichten Enzyklika „Laudato si“ von 2015 (aus Nr. 90)

 

Die Investigativ-Plattform ProPublica veröffentlichte am 8. Juni 2021 die Ergebnisse einer Recherche, wonach die 25 reichsten amerikanischen Bürger in den Jahren 2014 bis 2018 im Verhältnis zu ihren Einkommen und Vermögenszuwächsen nur vergleichsweise wenig an die Bundesbehörden abgeliefert haben sollen. Milliardäre wie Warren Buffett, Jeff Bezos, Michael Bloomberg, Elon Musk und 21 andere hätten im genannten Zeitraum Vermögenszuwächse von 401 Milliarden US-Dollar verbucht, aber nur 13,9 Milliarden US-Dollar Bundessteuern gezahlt. Aus diesen beiden Zahlen errechnen die investigativen Journalisten nach der Analyse eines Fundus von Daten der Steuerbehörden eine Abgabenquote von 3,4 Prozent, während der Durchschnittsamerikaner 14 Prozent abführe und der Spitzensteuersatz für gutverdienende Paare bei 37 Prozent liege. Warren Buffet, der sich immer wieder für höhere Steuern für Spitzenverdiener ausspricht, zahlte laut „ProPublica“ von 2014 bis 2018 die geringsten Steuern von den 25 Superreichen.

 

Informationen zur Gesamtthematik finden Sie hier.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 11. Juni 2021

 

Also keine Gerechtigkeit bei ungleicher sozialer Lage und auch keine Freiheit. Eine Gesellschaft von Freien und Gleichen anzustreben ist keine moralische Frage. Es macht sehr viel glücklicher, in einer Welt zu leben, die nicht von Hass, sozialer Gewalt und Not durchsetzt ist. Eine Gesellschaft, in der Kinder nicht früh gebrochen und zu ängstlichen, selbstwertlosen, unfreien Menschen gemacht werden. Es ist die schönste vorstellbare Utopie, in einer Welt zu leben, in der alle Menschen, die geboren werden, die Chance haben, ihr ganzes soziales, intellektuelles und kreatives Potenzial frei zu entfalten.

Jutta Ditfurth (* 1951, deutsche Sozialwissenschaftlerin, Publizistin und Politikerin), aus: Jutta Ditfurth, Zeit des Zorns. Streitschrift für eine gerechte Gesellschaft, Ulm 2009, S. 223

 

Sonja Buckel und Judith Kopp erinnern in ihrer am 7. Juni 2021 veröffentlichten Studie „Das Recht, nicht gehen zu müssen. Europäische Politik und Fluchtursachen“ daran, dass das global reichste eine Prozent durch seinen Luxuskonsum mehr als doppelt so viele klimaschädliche Emissionen verursacht wie die ärmere Hälfte der gesamten Weltbevölkerung.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 4. Juni 2021

 

Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam (et habebant omnia communia). Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte.

Apostelgeschichte 2,44–45

 

Während 50 Prozent der Deutschen über kein oder nur ein geringes Vermögen von bis zu 22.800 Euro verfügen (laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung beträgt das Nettovermögen dieser Gruppe im Durchschnitt nur rund 3700 Euro), besitzt ein Prozent der Bevölkerung mehr als ein Drittel der Vermögen in Deutschland.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 28. Mai 2021

 

Viel erben doch nur die, die vorher schon viel hatten und nie was dafür tun mussten. Und die, die nicht viel erben, die wohnen bei den Erben zur Miete oder putzen denen die Villa.

Kommissarin Franziska Tobler (Eva Löbau) am 25. April 2021 im ARD-Tatort „Was wir erben“

 

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer Erbschaft, sondern auch ihre Höhe vom Vermögen abhing: Je höher das Haushaltsnettovermögen, desto größer die erhaltene Erbschaft. Vermögende können wegen der Erbschaft vermögend geworden sein, genauso gut können bereits Wohlhabende ihr Vermögen durch die Erbschaft weiter mehren.

Aus dem am 12. Mai 2021 vom Bundeskabinett beschlossenen Sechsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung

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Zum Börsenschluss am Freitag, 21. Mai 2021

 

All the money you made
Will never buy back your soul.

Alles Geld, das ihr verdient habt,
Wird eure Seele nicht zurückkaufen.

Bob Dylan (* 24. Mai 1941) aus dem Song “Masters Of War” (1963)

 

Betrachtet man die Haushalte nach der Höhe des Vermögens, entfielen auf die Haushalte in der unteren Hälfte der Verteilung rund 1 bis 3 Prozent des gesamten Nettovermögens, während die vermögensstärksten 10 Prozent der Haushalte über die Hälfte des gesamten Nettovermögens auf sich vereinten. (…) Über ein hohes individuelles Vermögen ab 500.000 Euro verfügten 3,8 Prozent der Bevölkerung.

Aus dem am 12. Mai 2021 vom Bundeskabinett beschlossenen Sechsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung

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Zum Börsenschluss am Freitag, 14. Mai 2021

 

Der Buchdrucker und Buchführer Hans Hergot, der am 20. Mai 1527 auf dem Leipziger Marktplatz hingerichtet wurde, gilt als Autor der von Müntzer, den Ideen Sebastian Francks und der Täuferbewegung beeinflussten sozialutopischen Schrift „Von der newen Wandlung eynes Christlichen Lebens“, die anonym 1527 erschien. In dieser Schrift wird eine universale christliche Gemeinschaft entworfen. Darin heißt es:

„Und es werden die leutte alle erbeyten, ynn gemeyn, eyn ytzlicher wo zu er geschickt ist und was er kan, und alle dinge werden ynn gemeynen brauch komen, so das es keyner besser haben wird denn der ander.“

 

Am oberen Ende der Einkommensverteilung zeigte sich, dass etwa 7 bis 8 Prozent der Bevölkerung über mindestens das Doppelte des mittleren Äquivalenzeinkommens verfügten, etwa 2 Prozent über das Dreifache oder mehr. Die Anteile lagen seit dem Jahr 2005 konstant auf diesem Niveau.

Aus dem am 12. Mai 2021 vom Bundeskabinett beschlossenen Sechsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung

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Zum Börsenschluss am Freitag, 7. Mai 2021

 

Quis sit divitiarum modus quaeris?
primus habere quod necesse est,
proximus quod sat est.

Was ist des Reichtums Maß, fragst du?
Das erste, besitzen, was notwendig ist,
das nächste, was genug ist.

Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.–65 n.Chr., römischer Philosoph und Schriftsteller), aus dem ersten Brief an Lucilius

 

Der am 29. April 2021 veröffentlichten Mitteilung des Beratungsunternehmens hkp-Group zufolge haben die Chefs der Dax-Konzerne im Jahr 2020 einer Neuberechnung zufolge im Schnitt doch nicht weniger verdient als im Jahr zuvor, sondern mehr: Danach erhöhten sich ihre durchschnittlichen Bezüge um 14,6 Prozent auf den Rekordwert von 8,5 Millionen Euro. Grund sind zwei hinzugekommene Rekordvergütungen: Steve Angel, der Chef des Linde-Konzerns, kommt nach nun vorliegenden Zahlen auf 53,4 Millionen Euro Gesamtvergütung. Beim Vorstandsvorsitzenden des Essenslieferanten Delivery Hero, Niklas Östberg, sind es nach hkp-Angaben gut 45,7 Millionen Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 30. April 2021

 

„Verschämte Armut ist längst zur Kehrseite unverschämten Reichtums geworden.“

Aus dem 1.-Mai-Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Jahr 2006

 

Laut der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion, aus der die Rheinische Post am 22. April 2021 zitierte, ist der Anteil der reichsten zehn Prozent der Haushalte in Deutschland am gesamten privaten Nettovermögen in den 20 Jahren von 1998 bis 2018 um zwölf Prozent gestiegen. Dagegen lag der Anteil des ärmsten Zehntels der Haushalte am gesamten Vermögen in diesem Zeitraum gleichbleibend bei minus 0,4 Prozent, das heißt, diese Haushalte mussten sich verschulden. Die Regierung beruft sich in der Antwort auf die letzte Einkommens- und Verbrauchsstichprobe der amtlichen Statistik von Bund und Ländern.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 23. April 2021

 

„… dafür sorgen, dass jeder Mensch ungefähr gleich viel Geld hat“.

Kian (8 Jahre) auf die Frage „Was würdest du tun, wenn du Bundeskanzler wärst?“

Der Deutsche Kinderschutzbund hatte vor der Bundestagswahl am 22. September 2013 Kinder und Jugendliche aufgefordert, sich zu dieser Frage zu äußern. 3000 haben mitgemacht.

 

Nach Daten der Deutschen Bundesbank vom 16. April 2021 sind die Menschen in Deutschland in der Summe so reich wie noch nie: Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen belief sich Ende 2020 den Angaben zufolge auf den Rekordwert von 6,95 Billionen Euro – 211 Milliarden Euro oder 3,1 Prozent mehr als im dritten Quartal 2020. Pro Haushalt wären das gut 167.430 Euro. Studien haben jedoch mehrfach die sehr ungleiche Verteilung der Vermögen in Deutschland aufgezeigt. So kam das Deutsche Institut der Wirtschaft (DIW) zu dem Ergebnis, dass die reichsten zehn Prozent mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens (56 Prozent) besitzen. Die ärmere Hälfte habe dagegen nur einen Anteil von 1,3 Prozent.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 16. April 2021

 

Wir leben in einer Welt, deren Regeln für die Superreichen gemacht sind.

Tobias Hauschild, Referent für Entwicklungsfinanzierung bei Oxfam Deutschland (2016)

 

Wie das amerikanische Magazin „Forbes“ am 6. April 2021 bekanntgegeben hat, ist der 18-jährige Kevin David Lehmann aus Karlsruhe mit einem Vermögen von 3,3 Milliarden Dollar der jüngste Multimilliardär der Welt. 2017 hatte sein Vater Günther Lehmann seine 50-Prozent-Anteile an der Drogeriemarktkette dm auf den Sohn übertragen. Bis zu seinem 18. Geburtstag im September 2020 verwaltete ein Treuhänder sein Vermögen. Kevin David Lehman steht auf Rang 925 der „Forbes“-Liste.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 9. April 2021

 

When machines and computers, profit motives and property rights, are considered more important than people, the giant triplets of racism, extreme materialism, and militarism are incapable of being conquered.

Wenn Maschinen und Computer, Profite und Eigentum mehr zählen als die Menschen selbst, dann werden wir nie das gigantische Dreigestirn von Rassismus, Materialismus und Militarismus überwinden.

Aus der Rede, die Martin Luther King am 4. April 1967, genau ein Jahr vor seiner Ermordung, in der New Yorker Riverside Church gehalten hat („Riverside-Rede“)

 

Die neue Luxus-Limousine von Audi, der e-tron GT quattro, kostet mindestens 100.000 Euro, die RS-Version beginnt bei 138.200 Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 1. April 2021

 

Dem Revolutionär Jesus zum Geburtstag

Zweitausend Jahre sind es fast,
seit du die Welt verlassen hast,
du Opferlamm des Lebens!
Du gabst den Armen ihren Gott.
Du littest durch der Reichen Spott.
Du tatest es vergebens!

Du sahst Gewalt und Polizei.
Du wolltest alle Menschen frei
und Frieden auf der Erde.
Du wusstest, wie das Elend tut,
und wolltest alle Menschen gut,
damit es schöner werde!

Du warst ein Revolutionär
und machtest dir das Leben schwer
mit Schiebern und Gelehrten.
Du hast die Freiheit stets beschützt
und doch den Menschen nichts genützt.
Du kamst an die Verkehrten!

Du kämpftest tapfer gegen sie
und gegen Staat und Industrie
und die gesamte Meute.
Bis man an dir, weil nichts verfing,
Justizmord, kurzerhand, beging.
Es war genau wie heute.

Die Menschen wurden nicht gescheit.
Am wenigsten die Christenheit,
trotz allem Händefalten.
Du hattest sie vergeblich lieb.
Du starbst umsonst. Und alles blieb
beim Alten.

Erich Kästner (1899–1974, deutscher Schriftsteller, Publizist, Drehbuchautor und Verfasser von Texten für das Kabarett), in: Ein Mann gibt Auskunft (1930)

 

Wie aus einer Auswertung der Geschäftsberichte des Jahres 2020 hervorgeht, die die Unternehmensberatung hkp am 29. März 2021 vorstellte, lag die durchschnittliche Gesamtvergütung der Vorstandsvorsitzenden der Dax-Unternehmen im Jahr 2020 bei rund 5,3 Millionen Euro. Spitzenverdiener mit dem im vergangenen Jahr einzigen zweistelligen Millionengehalt war Deutsche-Post-Chef Frank Appel mit etwas mehr als zehn Millionen Euro. Noch mehr, nämlich 15,1 Millionen Euro, erhielt die ehemalige SAP-Co-Chefin Jennifer Morgan. Oliver Steil und Stefan Gaiser, der Chef und der Finanzchef des schwäbischen Software-Unternehmens Teamviewer, das nicht im Dax gelistet ist, erhielten im vergangenen Jahr 71,7 Millionen und 36 Millionen Euro, nachdem sie schon 2019 mit 41,3 Millionen und 20,8 Millionen Euro hierzulande Spitzenverdiener waren.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 26. März 2021

 

Das Privateigentum ist für niemand ein unbedingtes und unumschränktes Recht. Niemand ist befugt, seinen Überfluss ausschließlich sich selbst vorzubehalten, wo andern das Notwendigste fehlt.

Papst Paul VI., Enzyklika „Populorum progressio“ (Über die Entwicklung der Völker) vom 26. März 1967 (Nr. 23)

 

Zum Richtpreis von 19,5 Millionen US-Dollar (gut 16 Millionen Euro) will das auf Luxusimmobilien spezialisierte US-Auktionshaus Concierge Auctions ab dem 26. März 2021 die Insel Little Ragged Island, auch St. Andrew’s genannt, versteigern. Sie gehört zu den Bahamas und liegt am südlichen Ende einer Inselkette, rund 220 Kilometer nördlich von Kuba. Den Angaben zufolge ist die Insel rund 295 Hektar groß, von azurblauem Meer umgeben und von unberührten Sandstränden gesäumt. Dem Auktionshaus zufolge kann die Insel als „malerische private Wohnsiedlung, Kronjuwel eines tropischen Anwesens mit kilometerlangen Privatstränden zum Schlendern oder Boutique-Resort“ dienen mit ausreichend Platz für den obligatorischen 18-Loch-Golfplatz.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 19. März 2021

 

In der Existenzweise des Habens findet der Mensch sein Glück in der Überlegenheit gegenüber anderen, in seinem Machtbewusstsein und in letzter Konsequenz in seiner Fähigkeit, zu erobern, zu rauben und zu töten. In der Existenzweise des Seins liegt es im Lieben, Teilen, Geben.

Erich Fromm (1900–1980, Psychoanalytiker und Philosoph)

 

Das Vermögen der US-Investors Warren Buffet ist laut dem US-Magazin „Forbes“ am 10. März 2021 auf 100,3 Milliarden US-Dollar (84 Milliarden Euro) gestiegen und liegt damit erstmals über der 100-Milliarden-Dollar-Marke. Grund ist der Anstieg des Aktienkurses seiner Investmentholding Berkshire Hathaway. Damit ist Buffet jetzt der fünftreichste Mensch der Welt. An erster Stelle steht Amazon-Chef Jeff Bezos (derzeit rund 180 Milliarden Dollar), es folgen Tesla-Chef Elon Musk (rund 165 Milliarden), Bernard Arnault und seine Familie vom Luxusgüterkonzern LVMH (159 Milliarden) sowie Microsoft-Gründer Bill Gates (125 Milliarden).

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Zum Börsenschluss am Freitag, 12. März 2021

 

Numquam parum est quod satis est.

Niemals ist zu wenig, was genug ist.

Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr.–65 n. Chr., römischer Philosoph und Schriftsteller), Epistulae morales 119,7

 

In China ist die Zahl der Supereichen weiter gestiegen. Laut dem aktuellen Hurun Report – die chinesische Version der Forbes-Liste – kamen im vergangenen Jahr 253 neue Milliardäre hinzu, die Zahl kletterte auf 922. Damit liegt die Volksrepublik inklusive Hongkong weit vor den USA mit 696 Milliardären und Indien mit 177 dieser Superreichen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 5. März 2021

 

Es ist die Gleichheit, die die Freiheit das Fliegen lehrt, während Freiheit ohne Mittel für ihren Gebrauch ein hohles Versprechen bleibt. Ich wünsche mir, in einem Land zu leben, in dem die Freien gleich und die Gleichen frei sind.

Wolfgang Nešković (* 1948, deutscher Politiker und ehemaliger Richter am Bundesgerichtshof)

 

Die Linksfraktion hat eine Reform der Erbschaftssteuer gefordert. „Deutschland ist eine Steueroase für Großerben. Je höher die Erbschaften, desto geringer die Besteuerung“, sagte Linksfraktionschef Dietmar Bartsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er beruft sich dabei auf eine Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine von ihm gestellte Anfrage zur jüngsten Erbschafts- und Schenkungssteuerstatistik. Sie bezieht sich auf das Jahr 2019. Bartsch kritisierte, dass danach 40 Personen in Deutschland jeweils über 100 Millionen Euro erhalten und auf dieses Gesamterbe von 9,4 Milliarden Euro nur 172 Millionen Euro an Steuern gezahlt hätten . „Das ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit.“ Für das „leistungslose Einkommen von Großerben gelten offenkundig Mini-Steuersätze von unter zwei Prozent, sowie zahlreiche Ausnahmen“. Nach der Statistik hätten mehr als 11.000 Personen ein Vermögen von mehr als einer Million Euro geerbt oder geschenkt bekommen – insgesamt mehr als 43 Milliarden Euro. Davon seien rund 3,7 Milliarden Steuern gezahlt worden. Das entspreche einer faktischen Besteuerung von rund acht Prozent bei Menschen, die über eine Million Euro geerbt hätten.

 

Informationen zur Gesamtthematik finden Sie hier.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 26. Februar 2021

 

„Nicht nur Armut, auch Reichtum muss ein Thema der politischen Debatte sein.“

Aus dem unter dem Titel „Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“ am 28. Februar 1997 veröffentlichten „Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland“ (Sozialwort); Nr. 24 und 220

 

Der Sportartikelkonzern Adidas kündigte am 22. Februar 2021 an, für das abgelaufene Jahr Gewinne in Höhe von 585 Millionen Euro an seine Aktionärinnen und Aktionäre auszuschütten.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 19. Februar 2021

 

Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt.
Selig seid ihr, wenn ihr Unrecht spürt.

Erster und letzter Vers des Liedes „Selig seid ihr“ von Friedrich Karl Barth und Peter Horst (1979)

 

Nach Schätzungen der DZ Bank werden die Unternehmen in Deutschland ihren Aktionären in diesem Jahr trotz anhaltender Pandemie kaum weniger Dividenden zahlen als im vergangenen Jahr. Die Bank schätzt, dass die in den drei Aktienindizes DAX, MDAX und TecDAX notierten Firmen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 rund 40 Milliarden Euro Gewinnbeteiligung ausschütten werden. Nach Einschätzung der Dekabank dürfte die Dividenden-Summe der 30 DAX-Konzerne voraussichtlich mindestens 32 Milliarden Euro betragen. 2022 könnten 36 Milliarden Euro und im Jahr darauf bereits wieder 39 Milliarden Euro ausgezahlt werden.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 12. Februar 2021

 

Das könnte den Herren der Welt ja so passen,
wenn hier auf der Erde alles so bliebe,
wenn hier die Herrschaft der Herren,
wenn hier die Knechtschaft der Knechte
so weiterginge wie immer.

Kurt Marti (31. Januar 1921 – 11. Februar 2017, Schweizer Pfarrer und Schriftsteller), aus dem Gedicht “Anderes Osterlied”

 

Erbschaften und Schenkungen machen Vermögende in Deutschland noch reicher, vergrößern die Vermögensdifferenzen und verschärfen damit die absolute Ungleichheit: Laut einer am 3. Februar 2021 veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschafsforschung (DIW) haben zehn Prozent aller Erwachsenen in Deutschland in den vergangen 15 Jahren geerbt oder eine größere Schenkung erhalten. Die durchschnittliche Höhe dieser Erbschaften beläuft sich dabei real auf etwas mehr als 85.000 Euro pro Person, jene der Schenkungen auf 89.000 Euro. Die Hälfte dieser Transfers entfällt allerdings auf nur zehn Prozent der Begünstigten, die anderen 90 Prozent teilen sich die verbleibende Hälfte. Der Abstand beim Vermögen zwischen denen, die erben, und denen, die leer ausgehen, wird immer größer. Wird das individuelle Nettovermögen dieser beiden Gruppen verglichen, beträgt die Differenz im Jahr 2017 rund 142.000 Euro. Bei den Reichsten hat sich die Vermögensdifferenz seit 2012 sogar verdreifacht.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 5. Februar 2021

 

Der Kommunismus ist die auf alle Menschen in den gleichen Verhältnissen ausgedehnte Gerechtigkeit, folglich begeht jeder Arbeitsfähige, der mehr genießt und weniger schafft als Andere, gegen diese ein Unrecht, einen Diebstahl, folglich kann sich ein jeder von denjenigen bestohlen betrachten, die mehr genießen und weniger arbeiten als er, folglich hat ein Jeder das Recht, das Gestohlene zurückzunehmen.

Wilhelm Weitling (+ 25. Januar 1871, Frühsozialist mit christlichen Überzeugungen, Pionier der Arbeiterbewegung; gilt als erster Theoretiker des Kommunismus in Deutschland)

 

Einige der größten Konzerne der Welt schütteten auch in Zeiten der Krise Milliardengewinne an die Aktionär*innen aus. Dazu gehören auch deutsche Konzerne. So wurden 2020 an Aktionär*innen von BMW, darunter einige der reichsten Menschen Deutschlands, über 1,6 Milliarden Euro an Dividenden ausgezahlt. Davon kam rund die Hälfte den Hauptaktionär*innen Susanne Klatten und Stefan Quandt zugute, während im Frühjahr 2020 20.000 Mitarbeiter*innen Kurzarbeitergeld bezogen. (Quelle: Das Ungleichheitsvirus. Wie die Corona-Pandemie soziale Ungleichheit verschärft und warum wir unsere Wirtschaft gerechter gestalten müssen. Herausgeber: Oxfam Deutschland e. V., Januar 2021)

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Zum Börsenschluss am Freitag, 29. Januar 2021

 

„Für eine gerechte Welt. Ohne Armut.“ Und ohne Reichtum.

Von uns ergänztes Motto von Oxfam Deutschland

 

Die Covid-19-Pandemie verschärft weltweit die soziale Ungleichheit. Während die 1.000 reichsten Milliardäre und Milliardärinnen ihre Verluste in der Corona-Krise in nur neun Monaten wettmachten, könnte es mehr als ein Jahrzehnt dauern, bis sich die Ärmsten von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie erholt haben. Darauf weist die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam in einem neuen, am 25. Januar 2021 vorgestellten Bericht hin, der im Vorfeld der virtuellen Veranstaltung „Davos-Agenda“ erschienen ist. Das Vermögen der (im Dezember 2020) zehn reichsten Männer der Welt ist seit Februar 2019 – trotz der Pandemie – um fast eine halbe Billion US-Dollar (gut 400 Milliarden Euro) auf 1,12 Billionen US-Dollar (920 Milliarden Euro) gestiegen. Gleichzeitig erlebt die Welt die schlimmste Jobkrise seit über 90 Jahren, mit Hunderten Millionen Menschen, die Einkommen oder Arbeit verloren haben.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 22. Januar 2021

 

Die Schönheit einer Stadt liegt nicht in ihren Museen, nicht in ihren Theatern und Parkanlagen, ja nicht einmal in ihren Kathedralen. Die wahre Schönheit, die wahre Größe einer Stadt besteht vor Gott und den Menschen darin, dass sie frei ist von Elendsquartieren und Obdachlosen.

Abbé Pierre, bürgerlich Henri Antoine Grouès († 22. Januar 2007, französischer katholischer Priester und Kapuziner), in einer seiner berühmt gewordenen Reden

 

Das 34. “European Media Art Festival” (EMAF) vom 21. bis 25. April 2021 in Osnabrück nimmt mit seinem Thema „Possessed“ (Besessen) Fragen des Eigentums und Formen des Besitzens in den Blick. Gezeigt werden Filme, Installationen, Performances und Vorträge, die untersuchen, wie Besitzverhältnisse unsere globale Gegenwart und Zukunft bestimmen und wie sie mit unserer jüngeren Vergangenheit verwoben sind. Wie die Festivalleitung mitteilt, nimmt die Ausstellung Besitz und Kolonialismus beziehungsweise (rassistischen) Kapitalismus als Ausgangspunkt. In den ausgewählten Arbeiten geht es um Ungleichheiten, die dieses System des Besitztums (und Eigentumsrechts) hervorgebracht hat: die Enteignung oder den Entzug von Land, Subjektivität, Geschichte(n), Erinnerungen und Rechten. Sie werfen ein Licht darauf, wie sich dies im Bereich des Digitalen fortsetzt und auf die Verbindung von Technologie und Abstraktion zurückwirkt. Die Schau präsentiert zudem Werke von Künstlern und Künstlerinnen, Aktivisten und Aktivistinnen, die alternative Formen des Besitzes, verschiedene Modelle des Zusammenlebens unter Verzicht auf Eigentum sowie veränderte gesellschaftliche Realitäten imaginieren.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 15. Januar 2021

 

In aller Objektivität müssen wir zugeben, dass der Kapitalismus oft eine Kluft von Überfluss und Armut aufgerissen hat. Er schuf Bedingungen, die den Massen das Notwendigste vorenthielten, um den Luxus der wenigen zu ermöglichen.

Martin Luther King Martin Luther King (1929–1968, US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler); am dritten Montag im Januar wird seit 1986 in allen US-Staaten jedes Jahr zum Gedenken an den Geburtstag Martin Luther Kings am 15. Januar 1929 der Martin Luther King Day begangen.

 

Enorme Kursgewinne der Tesla-Aktien haben Firmenchef Elon Musk laut dem Milliardärsranking »Bloomberg Billionaires Index« zum reichsten Menschen der Welt gemacht. Sein Vermögen ist demnach am 7. Januar 2021 auf 188,5 Milliarden US-Dollar (153,7 Milliarden Euro) gestiegen und lag damit zuletzt etwa 1,5 Milliarden über dem des Amazon-Gründers Jeff Bezos.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 8. Januar 2021

 

Um zweierlei bitte ich dich,
versag es mir nicht, bevor ich sterbe:
Falschheit und Lügenwort halt fern von mir;
gib mir weder Armut noch Reichtum.

Sprüche 30,7–8a

 

Nach Berechnungen der DZ Bank dürfte das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 um 393 Milliarden Euro auf den Rekordwert von 7,1 Billionen Euro zugenommen haben. Pro Haushalt wären das gut 173.000 Euro. Studien haben jedoch mehrfach die sehr ungleiche Verteilung der Vermögen in Deutschland aufgezeigt. So kam das Deutsche Institut der Wirtschaft (DIW) zu dem Ergebnis, dass die reichsten zehn Prozent mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens (56 Prozent) besitzen. Die ärmere Hälfte habe dagegen nur einen Anteil von 1,3 Prozent.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 30. Dezember 2020

 

Wir mögen Demokratie haben oder Reichtum in den Händen der wenigen, aber wir können nicht beides haben.

Louis Brandeis (1856–1941, US-amerikanischer Jurist)

 

Die im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung erstellte Studie von Christoph Trautvetter „Wem gehört die Stadt? Analyse der Eigentümergruppen und ihrer Geschäftspraktiken auf dem Berliner Immobilienmarkt“ vom Oktober 2020 kam zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte des Berliner Wohnungsbestandes wenigen tausend Multimillionären und Multimillionärinnen gehört.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 23. Dezember 2020

 

Heilige Nacht

So war der Herr Jesus geboren
Im Stall bei der kalten Nacht.
Die Armen, die haben gefroren,
Den Reichen war’s warm gemacht.

Sein Vater ist Schreiner gewesen,
Die Mutter war eine Magd.
Sie haben kein Geld nicht besessen,
Sie haben sich wohl geplagt.

Kein Wirt hat ins Haus sie genommen;
Sie waren von Herzen froh,
Daß sie noch in Stall sind gekommen.
Sie legten das Kind auf Stroh.

Die Engel, die haben gesungen,
Daß wohl ein Wunder geschehn.
Da kamen die Hirten gesprungen
Und haben es angesehn.

Die Hirten, die will es erbarmen,
Wie elend das Kindlein sei.
Es ist eine G’schicht’ für die Armen,
Kein Reicher war nicht dabei.

Ludwig Thoma (1867–1921, bayerischer Schriftsteller)

 

Im Dezember ist die neue Mercedes S-Klasse an den Start gegangen. Als „Einstiegsmodel“ fungiert der Diesel, der ab Januar 2021 mindestens 97.000 Euro kostet. Das Top-Modell, der Maybach, dessen Vorgängermodell zuletzt mindestens 146.757 Euro gekostet hat, dürfte knapp unter 160.000 Euro liegen. Von der aktuellen Generation der rund um den Globus meistverkauften Luxuslimousine wurden seit 2013 rund eine halbe Million Exemplare an Regierungsvertreter, Vorstände, Promis und die Reichen der Welt verkauft.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 18. Dezember 2020

 

Er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.

Lukas 1,52–53, aus dem „Lobgesang der Maria“ (Magnifikat)

 

Die Corona-Krise verschärft die Ungleichheit zwischen hohen und niedrigen Einkommen. Dem am 19. November 2020 veröffentlichten Verteilungsbericht 2020 des Wissenschafts- und sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung zufolge sind Erwerbspersonen mit schon vorher niedrigen Einkommen im bisherigen Verlauf der Corona-Krise fast doppelt so häufig von Einbußen betroffen wie Menschen mit hohen Einkommen und haben zudem relativ am stärksten an Einkommen verloren: Je niedriger ihr Einkommen schon vor der Krise war, desto häufiger haben Befragte im Zuge der Pandemie an Einkommen eingebüßt. Zudem steigt mit abnehmender Einkommenshöhe der Anteil, um den sich das Einkommen reduziert hat: Wer weniger hatte, hat also relativ auch noch besonders viel verloren. Konkret haben im Durchschnitt aller Befragten bis Juni 2020 knapp 32 Prozent Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. In den Gruppen mit niedrigen Haushaltseinkommen unter 1500 Euro netto monatlich lag der Anteil aber deutlich über 40 Prozent. Von den Befragten mit hohen Haushaltsnettoeinkommen über 4500 Euro berichteten dagegen lediglich rund 26 Prozent über Einbußen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 11. Dezember 2020

 

Wenn alle Dinge in den Städten Gemeingut wären, wären auch Herren und Jedermann gemein. Wenn niemand die Interessen seiner Nachbarn verletzte, wenn ein jeder für das gemeinsame Wohl arbeitete, würde es nicht Kampf und Zwietracht geben (…) Tretet herzu und helft alle Ungleichheiten zu zerstören, durch die die ganze Welt in Trümmern liegt.

Aus der „Reformatio Sigismundi“ (ab 1476 in immer neuen Auflagen gedruckt; eine der verbreitetsten Flugschriften der deutschen Bauernkriege und des Reformationszeitalters)

 

Recherchen der Verbraucherorganisation Finanzwende zufolge, die am 9. Dezember 2020 veröffentlicht wurden, hat die Finanzlobby in Deutschland 1.500 Mitarbeiter und ein Budget von mindestens 200 Millionen Euro. Besonders deutlich zeigt sich die Schieflage bei den Stellungnahmen zu Referentenentwürfen: Auf eine Kommentierung aus der Zivilgesellschaft kommen neun von der Finanzlobby. Finanzwende-Vorstand Gerhard Schick ordnet die Ergebnisse wie folgt ein: „Kein Wunder, dass angesichts dieser gefährlichen Schieflage die Interessen der Finanzlobby so oft über die der Bürgerinnen und Bürger gestellt werden. In der Realität siegt eben doch meist der Goliath und viel zu selten ein David.“ Die Übermacht der Finanzlobby steht laut Schick einer bürgerfreundlichen Finanzmarktpolitik im Weg: „Wenn die Interessen weniger so überrepräsentiert sind, dann stellt dies eine immense Gefahr für unsere demokratische Gesellschaft dar. Die Interessen der Bürgerinnen und Bürger werden in der Finanzmarktpolitik vernachlässigt. Dies muss sich schleunigst ändern.“ Finanzwende fordert neben mehr Lobbytransparenz eine Korrektur des Ungleichgewichts. Zum einen solle die Politik auf eine gleichmäßige Vertretung unterschiedlicher Interessen achten. Zum anderen müsse die Stimme der Zivilgesellschaft stärker werden.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 4. Dezember 2020

 

einfacher leben – einfach überleben – Leben entdecken

Motto der 1977 vom evangelischen Hilfswerk „Brot für die Welt“ ausgerufenen „Aktion e“, die zu einer Veränderung des Lebensstils der reichen Nationen anregen wollte

 

Laut einer Pressemitteilung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY vom 16. November 2020 haben die Vorstände deutscher börsennotierter Unternehmen im Jahr 2019 durchschnittlich 1,99 Millionen Euro verdient. In der obersten Börsenliga der 30 Dax-Konzerne verdiente ein weibliches DAX-30-Vorstandsmitglied im Mittel 2,93 Millionen Euro, bei den Männern waren es 2,9 Millionen Euro. Bei den 60 Firmen im M-Dax lag ihr Gehalt mit 1,44 Millionen Euro durchschnittlich um etwa 115.000 Euro und damit 8,7 Prozent höher.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 27. November 2020

 

Ebenso wie das Gebot “Du sollst nicht töten” eine deutliche Grenze setzt, um den Wert des menschlichen Lebens zu sichern, müssen wir heute ein “Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der Disparität der Einkommen” sagen. Diese Wirtschaft tötet.

Aus dem am 24. November 2013 veröffentlichten Apostolischen Schreiben “Evangelii gaudium” (“Freude des Evangeliums”) von Papst Franziskus (Absatzziffer 53)

 

Während sich die Pandemie und mit ihr der Hunger über die ganze Welt ausbreitete, schütteten laut Oxfam die acht größten Nahrungsmittel- und Getränkeunternehmen ihren Aktionär*innen von Januar bis Anfang Juli 2020 über 18 Milliarden Dollar aus.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 20. November 2020

 

Wir werden uns bemühen, so zu leben, wie die Menschen um uns her üblicherweise leben, im Hinblick auf Wohnung, Essen, Verkehrsmittel und allem, was sich daraus ergibt (vgl. Mt 5,3; 6,33–34; 8,20).

Wir verzichten ein für alle Mal darauf, als Reiche zu erscheinen wie auch wirklich reich zu sein, insbesondere in unserer Amtskleidung (teure Stoffe, auffallende Farben) und in unseren Amtsinsignien, die nicht aus kostbarem Metall – weder Gold noch Silber – gemacht sein dürfen, sondern wahrhaft und wirklich dem Evangelium entsprechen müssen (vgl. Mk 6,9; Mt 10,9; Apg 3,6).

Wir werden weder Immobilien oder Mobiliar besitzen noch mit eigenem Namen über Bankkonten verfügen und alles, was an Besitz notwendig sein sollte, auf den Namen der Diözese bzw. der sozialen oder caritativen Werke überschreiben (vgl. Mt 6,19–21; Lk 12,33–34).

Die ersten drei von insgesamt 13 Verpflichtungen des sogenannten Katakombenpakts „Für eine dienende und arme Kirche“, den 40 Bischöfe der römisch-katholischen Kirche am 16. November 1965, drei Wochen vor dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils, in den Domitilla-Katakomben außerhalb Roms beschlossen haben (Übersetzung: Norbert Arntz)

 

Weil die Erträge traditioneller Investitionen zurückgegangen sind, legen reiche Privatpersonen ihr Kapital zunehmend im Agrarsektor an und tragen dadurch direkt zur Entwaldung im globalen Süden bei, insbesondere in den Tropen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die von Graziano Ceddia am Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern durchgeführt wurde. Sie untersuchte erstmals, wie sich die Landwirtschaftsinvestitionen von Superreichen auf die Ausdehnung von Anbauflächen für die Produktion von Zuckerrohr, Soja oder Palmöl im globalen Süden auswirken. Die Studie, die sich über den Zeitraum von 1991 bis 2014 auf 21 Länder in Lateinamerika und Südostasien konzentriert, belegt: Stiegen die Vermögen der Superreichen um ein Prozent, wuchsen die Anbauflächen in den untersuchten Ländern um 2,4 bis zehn Prozent.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 13. November 2020

 

Nemo ibi quicquam proprium habebat, omnia in medium conferebantur.
Keiner besaß dort irgendetwas Eigenes, alles kam der Allgemeinheit zugute.

Sulpicius Severus, Vita sancti Martini (Das Leben des heiligen Martin), 10,6 [von der Lebensweise Martins und seiner Gemeinschaft]

 

Wie am 4. November 2020 aus Pflichtmitteilungen an die amerikanische Börsenaufsicht SEC hervorging, hat Amazon-Chef Jeff Bezos Aktien seines Unternehmens im Wert von mehr als 3,0 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) verkauft. SEC-Daten zufolge hat er in diesem Jahr bereits Amazon-Anteile im Wert von mehr als 10,2 Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro) zu Geld gemacht. Bezos ist bis heute größter Einzelaktionär des weltgrößten Internethändlers. Mit einem geschätzten Vermögen von rund 190 Milliarden Dollar ist er laut „Forbes“ und „Bloomberg Billionaires“ der reichste Mensch der Welt.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 6. November 2020

 

Martinus hatte eine rohgezimmerte Zelle, ebenso auch viele seiner Brüder. Manche hatten den Fels des überhängenden Berges ausgehöhlt und sich so eine Wohnstätte geschaffen. Es waren ihrer gegen achtzig Jünger. Diese suchten sich nach dem Vorbild des heiligen Meisters zu bilden. Keiner besaß dort Eigentum, alles war Gemeingut. (Nemo ibi quicquam proprium habebat, omnia in medium conferebantur.) Keiner durfte etwas kaufen oder verkaufen, wie dies bei den Mönchen vielfach üblich ist.

Sulpicius Severus, Vita sancti Martini (Das Leben des heiligen Martin), 10,4–6 [Das Datum des Martinstages am 11. November ist von der Grablegung des Bischofs Martin von Tours am 11. November 397 abgeleitet]

 

Während vor einem Jahr lediglich der Turbo (Preis: ab 149.158 Euro) und der Turbo S des Porsche-Taycan zur Verfügung standen (Preis: ab 181.638 Euro), wird jetzt auch das Basismodell angeboten (Preis: ab 103.802 Euro). Im eigens für diese Luxus-Limousinen gebauten Werk in Stuttgart-Zuffenhausen laufen täglich inzwischen 150 Autos vom Band.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 30. Oktober 2020

 

Die Erde ist für alle da, denn wir Menschen kommen alle mit der gleichen Würde auf die Welt. Unterschiede in Hautfarbe, Religion, Fähigkeiten, Herkunft, Wohnort und vielen anderen Bereichen können nicht als Rechtfertigung für die Privilegien einiger zum Nachteil der Rechte aller geltend gemacht oder genutzt werden. Folglich sind wir als Gemeinschaft verpflichtet, dafür zu sorgen, dass jeder Mensch in Würde leben kann und angemessene Möglichkeiten für seine ganzheitliche Entwicklung hat.

Papst Franziskus, Enzyklika Fratelli Tutti. Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft, unterschrieben und veröffentlicht am 3. Oktober 2020 am Grab von Franziskus von Assisi (Nr. 118)

 

SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner hat den Kurssturz der Aktien des Softwareherstellers zu einem Großeinkauf genutzt. Anfang der Woche deckte sich der Mitgründer des Dax-Unternehmens für insgesamt rund 248,5 Millionen Euro mit Papieren ein. Laut einer Stimmrechtsmitteilung des Konzerns kaufte er demnach zu Kursen von durchschnittlich um die 101 Euro. Zur Wochenmitte erwarb Plattner für 49,7 Millionen Euro weitere Aktien, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung vom 29. Oktober 2020 hervorgeht. Je Aktie zahlte er im Schnitt einen Preis von 93,48 Euro. Plattner ist vor Gründungskompagnon Dietmar Hopp der größte Einzelaktionär des wertvollsten deutschen börsennotierten Unternehmens und hielt zuletzt laut jüngsten Stimmrechtsmitteilungen rund sechs Prozent der Anteile. Als Gründungsaktionär der Firma verdient er laut „Vermögenmagazin“ Jahr für Jahr Millionen allein dank der Dividendenausschüttungen. Das geschätzte Vermögen von Hasso Plattner beträgt 11,78 Milliarden Euro.

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Beispiele für das Jahr 2019/2020 finden Sie hier.


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