Der Skandal des Reichtums (18. September 2020)

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Selig sind die, die nicht mehr besitzen, als sie wirklich brauchen,
denn ihrer ist das Reich Gottes.

Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,
als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.

Jesus von Nazaret

 

In einer Welt, die nach den Spielregeln des Reiches Gottes eingerichtet ist,
in einer Welt, in der die Menschen weltverbunden leben,
steht jedem Menschen zur Verfügung, was er zum Leben braucht – nicht weniger, aber auch nicht mehr.
Es ist eine Welt, in der niemand mehr arm zu sein braucht und in der niemand mehr reich sein möchte.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 18. September 2020

 

„Während ich dem Unterricht lauschte […], lernte ich das seltsame System der menschlichen Gesellschaft kennen. Ich erfuhr etwas über die Aufteilung der Besitztümer, über unermesslichen Reichtum und elende Armut, über Rang, Abstammung und Adel. […] Ich hatte erfahren, dass deine Mitmenschen eine edle und unbefleckte Abstammung, verbunden mit Reichtum, am höchsten einschätzen. Besaß ein Mensch nur einen dieser Vorzüge, mochte er noch geachtet werden; fehlten ihm jedoch alle, so wurde er, bis auf seltene Ausnahmen, für einen Vagabunden oder Sklaven gehalten, verdammt dazu, seine Arbeitskraft auszubeuten, um den Reichtum einiger Auserwählter zu mehren.“ (Das menschliche Wesen zu Frankenstein, der es geschaffen hat)

Aus: Mary Shelley, Frankenstein oder Der moderne Prometheus (1818); Übersetzung: Karl Bruno Leder und Gerd Leetz

 

Wie aus dem am 10. September 2020 veröffentlichten Bericht „Power, Profits and the Pandemic“ der Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam hervorgeht, profitieren Aktionär*innen von Großunternehmen von der Corona-Pandemie. Auch deutsche Unternehmen wie beispielsweise BMW, Bayer und BASF planen Dividenden-Ausschüttungen oder haben diese bereits getätigt, während sie gleichzeitig von milliardenschweren staatlichen Hilfszahlungen profitierten. Aktionär*innen von BMW, darunter einige der reichsten Menschen Deutschlands, haben sich in diesem Jahr über 1,6 Milliarden Euro an Dividenden auszahlen lassen. Die Aktionär*innen von Bayer haben entschieden, rund drei Milliarden Euro an Dividenden auszuzahlen. Aktionär*innen von BASF haben innerhalb der vergangenen sechs Monate insgesamt 3,4 Milliarden Euro erhalten.

 

Informationen zur Gesamtthematik finden Sie hier.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 11. September 2020

 

Am 17. September 2011 besetzten Demonstranten den Zuccotti-Park in New York, nur wenige Blocks von der Wall Street und der Börse entfernt. Dies markiert den Beginn der Occupy-Bewegung („Occupy Wall Street”, Besetzt die Wall Street), einer Protestbewegung gegen die Macht der Banken und die soziale Ungleichheit. Ihr Motto ist der Slogan „We are the 99 percent“ (Wir sind die 99 Prozent). Ihre Forderung: Ein Prozent der Bevölkerung – die mächtigen Eliten – sollen nicht länger über Wohl und Wehe der übrigen 99 Prozent bestimmen.

 

Laut einer Studie ist das Vermögen der deutschen Privathaushalte auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Die ING Deutschland geht davon aus, dass es per Ende Juni dieses Jahres rund 6,55 Billionen Euro betrug. Das wären 212 Milliarden Euro mehr als zum Ende des ersten Quartals 2020.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 4. September 2020

 

Martin Luther King sagte: „Der Bogen des moralischen Universums ist lang, aber er neigt sich zur Gerechtigkeit.“ Wenn wir davon ausgehen, dass wir in der menschlichen Vorgeschichte in bemerkenswert gleichen Gemeinschaften gelebt und in dieser, wie manche sagen, „ursprünglichen Überflussgesellschaft“ ein stetiges – oder nachhaltiges – Leben geführt haben, können wir uns die Geschichte mit einigem Recht als einen Bogen vorstellen, der sich zu den eigentlich menschlichen Grundprinzipien von Gerechtigkeit und Gleichheit zurückbiegt, die wir bis heute in jedem normalen gesellschaftlichen Zusammenwirken als gute Umgangsformen betrachten. Auf allen Stufen des Wegs zu einer Gesellschaft der Gleichen brauchen wir Menschen, die sagen, was sie denken, die sich für die Sache einsetzen, die organisieren und kämpfen.

Richard Wilkinson und Kate Pickett in „Gleichheit ist Glück. Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind“, 20102, S. 302f.

 

Dem Milliardärs-Ranking des Finanzdienstes Bloomberg zufolge besaß Amazon-Chef Jeff Bezos am 26. August 2020 mehr als 200 Milliarden US-Dollar (knapp 168 Milliarden Euro); Platz 2: Microsoft-Gründer Bill Gates mit 124 Milliarden US-Dollar (rund 104 Milliarden Euro), Platz 3: Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit 115 Milliarden US-Dollar (rund 96,5 Milliarden Euro), Platz 4: Tesla-Gründer Elon Musk mit 100 Milliarden Dollar (rund 84 Milliarden Euro). MacKenzie Scott, Ex-Ehefrau von Jeff Bezos, ist laut dem „Bloomberg Billionaires Index“ von Anfang September mit einem Vermögen von 67,4 Milliarden Dollar die reichste Frau der Welt.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 28. August 2020

 

Ihr Reichen und Hochmögenden braucht nicht so zu tun, als habe Gott zu Euren Leibern einen besonderen Lehm genommen.

Abraham a Sancta Clara (1644–1709, katholischer Geistlicher, Prediger und oberdeutscher Schriftsteller)

 

Mindestens 114.087 Euro kostet der neue Porsche-SUV Cayenne GTS, mindestens 118.490 Euro die Coupé-Version.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 21. August 2020

 

Christus will für uns ein menschliches Leben,
weder entstellt durch Elend
noch entmenschlicht durch Reichtum.

Dom Hélder Câmara (7. Februar 1909 – 27. August 1999, Begründer der südamerikanischen Basisgemeinden, Geburtshelfer und Verteidiger der Befreiungstheologie, Prophet eines Christentums der Befreiung und der Gerechtigkeit)

 

Der Kapitalismus ist weit mehr als nur ein ökonomisches System. Er ist eine Gesellschaftsordnung, die unser Denken, Fühlen und Dasein seit Jahrhunderten prägt. Aus einer kulturhistorischen Perspektive betrachtet die Ausstellung die grundlegenden Eigenschaften des Kapitalismus: Rationalisierung, Individualisierung, Akkumulation, Geld und Investitionen sowie typische kapitalistische Dynamiken wie ungebremstes Wachstum und schöpferische Krisen. Diese „DNA des Kapitalismus“ ist in einem übertragenen Sinne längst Teil unserer eigenen DNA geworden: Wie formt der Kapitalismus unsere Identität und Geschichte, zum Beispiel hinsichtlich Individualität, Zeitempfinden und materiellem Eigentum? Und können – oder wollen – wir daran etwas ändern? (Zur Ausstellung „Wir Kapitalisten. Von Anfang bis Turbo“ vom 13. März bis 30. August 2020 in der Bundeskunsthalle in Bonn)

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Zum Börsenschluss am Freitag, 14. August 2020

 

Manch Reicher, der sich wenig mühte,
Bracht’ sein Geschäft zu hoher Blüte,
Indes mit Sense und mit Schaufel
Gar mancher fleiß‘ge arme Teufel
Bei seiner Arbeit schwitzend stand,
Damit er was zu knabbern fand.

Bernhard de Mandeville (1670–1733, niederländischer Arzt und Sozialtheoretiker), aus der „Bienenfabel“

 

Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hat ihre Barreserven in der Coronakrise abermals kräftig erhöht. Im zweiten Quartal stieg der Geldberg, auf dem der 89-jährige Staranleger sitzt, um gut zehn Milliarden auf den Rekordbetrag von 146,6 Milliarden US-Dollar (124,4 Milliarden Euro), wie am 8. August 2020 aus dem jüngsten Geschäftsbericht von Berkshire Hathaway hervorging.

„Ich lade Sie ein: Beobachten sie die Börsenkurse. Mit jeder angekündigten Entlassungswelle steigt die Wahrscheinlichkeit auf Kursgewinne. Für das anlagesuchende Kapital bedeutet dies eine Wertsteigerung. Vermögende werden reicher. Für die Mehrzahl in Deutschland bedeutet es etwas ganz anderes. Massenarbeitslosigkeit meldet sich zurück.“ (Aus dem Artikel „Zukunft für alle. Die Krise verschiebt die Machtverhältnisse“ von Mechtild Schrooten in der Frankfurter Rundschau vom 11. August 2020)

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Zum Börsenschluss am Freitag, 7. August 2020

 

Die Menschen haben den Begriff der Freiheit so manipuliert, dass er schließlich auf das Recht des Stärkeren und Reicheren herausläuft, dem Schwächeren und Ärmeren das wenige abzunehmen, was er noch hat.

Theodor W. Adorno (1903-1969, Philosoph), Minima Moralia Nr. III (Anhang)

 

Diese Reichtumsuhr zeigt das aktuelle Nettoprivatvermögen in Deutschland sowie den Besitz des reichsten und des ärmsten Zehntels der Bevölkerung an.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 31. Juli 2020

 

„Was ich sehe?“ antwortete der Esel. „Einen gedeckten Tisch mit schönem Essen und Trinken, und Räuber sitzen daran und lassen’s sich wohl sein.“ „Das wäre was für uns“, sprach derHahn.

„Der einprägsamste Moment bei den Bremer Stadtmusikanten ist deren gemeinsames Einfallen ins Räuberhaus. Aufeinanderstehend werden sie zu einem gemeinsamen (politischen) Körper und vereinen ihre Stimmen zu einem kampfeslustigen Chor.“ (Aus der Ausstellung „Tierischer Aufstand. 200 Jahre Bremer Stadtmusikanten in Kunst, Kitsch und Gesellschaft“ vom 23. März bis 1. September 2019 in der Kunsthalle Bremen)

Im Juli 1819 wurde das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten in der zweiten Auflage der „Kinder- und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm zum ersten Mal veröffentlicht: Die Ausgebeuteten, Abgeschobenen, Marginalisierten tun sich zusammen, schlagen die Räuber in die Flucht und setzen sich selber zu Tisch.

 

Laut einer am 14. Juli 2020 veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind die Vermögen in Deutschland ungleicher verteilt als bislang angenommen. Die neuen Berechnungen und die Hinzunahme öffentlich zugänglicher Reichenlisten ergaben, dass die oberen zehn Prozent der Bevölkerung gut zwei Drittel des Nettovermögens besitzen (zuvor war man von knapp 59 Prozent ausgegangen). „Allein das reichste Prozent der Bevölkerung vereint rund 35 (statt knapp 22 Prozent) des Vermögens auf sich“, heißt es in der Studie. Etwa 1,5 Prozent der Erwachsenen in Deutschland, also etwa jeder 70. Erwachsene, besitzt ein individuelles Nettovermögen, also das Bruttovermögen abzüglich der Schulden, von mindestens einer Million Euro. Die Studie erfasst das Vermögen von Personen ab 17 Jahren in Deutschland. Dazu zählen unter anderem Immobilienbesitz, Betriebsvermögen, Sparguthaben, Aktien, Ansprüche aus Lebens- und privaten Rentenversicherungen, wertvolle Sammlungen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 24. Juli 2020

 

„Das vom Geld dirigierte Europa erscheint mir inzwischen wie eine riesige Spinne, und jeder, der in ihr Netz gerät, ist verloren.“

Mikis Theodorakis (* 29. Juli 1925, griechischer Musiker, Widerstandskämpfer, Komponist, Dirigent und Politiker) am 23. Juni 2015 in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

 

Wie aus der jährlichen Studie der Technischen Universität München (TUM) und der DSW (Deutsche Schutzvereinigung Wertpapierbesitz) hervorgeht, die am 14. Juli 2020 in Frankfurt vorgestellt wurde, verdienten die Vorstände der im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Unternehmen im Jahr 2019 durchschnittlich 3,4 Millionen Euro. Damit lagen ihre Bruttolöhne im Schnitt 49 Mal höher als die Löhn der anderen Angestellten.
Die Vorstandsvorsitzenden verdienten durchschnittlich 5,3 Millionen Euro. Spitzenverdiener war Herbert Diess von Volkswagen mit 9,9 Millionen Euro. Auf Rang zwei steht Merck-Vorstandsvorsitzender Stefan Oschmann mit 8,5 Millionen Euro vor Joe Kaeser von Siemens mit 7,2 Millionen Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 17. Juli 2020

 

„When Adam delved and Eve span,
Who was then the gentleman?“
Als Adam grub und Eva spann,
wer war da der Edelmann?

John Ball (*1338, hingerichtet am 15. Juli 1381, englischer Priester, der für die soziale Gleichheit aller Menschen eintrat und die Aufhebung der Standesgrenzen forderte), Zitat aus seiner Predigt vor den aufrührerischen „Lollarden“

 

Das Vermögen der Dollar-Millionäre stieg 2019 gegenüber dem Vorjahr um 8,6 Prozent auf insgesamt 74 Billionen US-Dollar (65,58 Billionen Euro). Dies geht aus dem am 9. Juli 2020 veröffentlichten „World Wealth Report“ des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. Zugleich wächst die Zahl der Dollar-Millionäre immer weiter an: Im vergangenen Jahr verfügten 19,6 Millionen Menschen über ein anlagefähiges Vermögen von mehr als einer Million Dollar – 8,8 Prozent mehr als im Jahr 2018. – In Deutschland stieg die Zahl der vermögenden Privatanleger laut Capgemini um 8,6 Prozent auf 1,466 Millionen. Ihr Vermögen legte um 8,8 Prozent auf rund 5,48 Billionen Dollar zu. Deutschland zählt damit weiterhin zu den Ländern mit den meisten Dollar-Millionären. An der Spitze stehen die USA, gefolgt von Japan, Deutschland und China. In diesen Ländern leben nahezu 62 Prozent der Vermögenden weltweit.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 10. Juli 2020

 

Wenn ich daher alle unsere Staaten, die heute irgendwo in Blüte stehen, im Geiste betrachte und über sie nachdenke, so stoße ich, so wahr mir Gott helfe, einzig und allein auf eine Art Verschwörung der Reichen, die unter Missbrauch des Namens- und Rechtstitels eines Staates nur auf ihre persönlichen Interessen bedacht sind.

Thomas Morus (englischer Staatsmann und Humanist, hingerichtet am 6. Juli 1535), aus „Utopia“ (1516)

 

Wie aus dem am 18. Juni 2020 veröffentlichten „Global Wealth Report 2020“ des Beratungskonzerns Boston Consulting Group (BCG) weiter hervorgeht, hat sich die Zahl der Dollar-Millionäre in den vergangenen zwei Jahrzehnten verdreifacht. Wärend Ende 1999 8,9 Millionen Menschen über ein Vermögen von einer Million US-Dollar oder mehr verfügten, waren es Ende 2019 bereits 24 Millionen Menschen. Zudem besitzen diese Millionäre mittlerweile etwas mehr als die Hälfte des gesamten Finanzvermögens.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 3. Juli 2020

 

Was ist das für eine Gerechtigkeit, dass jeder beliebige Edelmann oder Goldschmied oder Wucherer oder sonst irgendeine von der Menschenklasse, die überhaupt nichts leistet, oder wenigstens eine Beschäftigung treibt, die für den Staat nicht dringend nötig ist, dass der ein üppiges und glänzendes Leben führen darf aus einem Erwerb, der ihm sein Nichtstun oder sein überflüssiges Geschäft einbringt, während gleichzeitig der Tagelöhner, der Fuhrmann, der Schmied, der Bauer mit aller seiner harten und beständigen Arbeit, wie sie kein Zugtier aushalten würde, die so dringend nötig ist, dass ohne sie die Gesellschaft nicht ein Jahr auskommen könnte, sich doch nur ein so knappes Auskommen verdient, ein so erbärmliches Leben führen muss, dass einem die Lage der Zugochsen weit besser erscheinen könnte?

Thomas Morus (englischer Staatsmann und Humanist, hingerichtet am 6. Juli 1535), aus „Utopia“ (1516)

 

Nachdem die privaten Vermögen weltweit 2018 gerade mal 1,6 Prozent wuchsen, legten sie 2019 um zehn Prozent zu – auf insgesamt 226,4 Billionen US-Dollar (etwa 201 Billionen Euro). Im Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre lag dieser Wert bei nur fünf Prozent. Das geht aus dem am 18. Juni 2020 veröffentlichten „Global Wealth Report 2020“ des Beratungskonzerns Boston Consulting Group (BCG) hervor. Die gesamte Wirtschaft ist im vorigen Jahr weltweit aber nur um 2,9 Prozent gewachsen. Das bedeutet auch: Die Reichen und Superreichen profitierten deutlich stärker als der Mittelstand und untere Einkommensgruppen von der Aufwärtsentwicklung. Mehr als die Hälfte des Privatvermögens entfällt heute auf Dollar-Millionäre, in Deutschland liegt dieser Anteil bei knapp 42 Prozent.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 26. Juni 2020

 

Stattdessen sprudele das Recht wie Wasser,
Gerechtigkeit wie ein unversieglicher Bach!

Amos 5,24

 

Wie aus einer am 4. Juni 2020 veröffentlichten Untersuchung der Unternehmensberatung hkp hervorgeht, erhielten die Chefs der 71 großen europäischen Unternehmen, die im Stoxx Europe 50 und im Euro Stoxx 50 notiert sind, im vergangenen Jahr im Durchschnitt 6,0 Millionen Euro. Das war ein Plus von 0,5 Prozent zum Vorjahr. In den USA heimsten die Chefs der im Dow Jones gelisteten Konzerne dagegen umgerechnet durchschnittlich 19,8 Millionen Euro ein. Höchstbezahlter CEO der in Europa einbezogenen Unternehmen war 2019 der Chef des deutschen Industriekonzerns Linde, der Amerikaner Stephen Angel, mit einem Gehalt von 16,5 Millionen Euro. Bestbezahlter CEO der im Dow Jones gelisteten US-Unternehmen war der Chef des Halbleiterherstellers Intel, Robert Swan, mit umgerechnet 59,5 Millionen Euro. Nach Ländern betrachtet kassierten 2019 in Europa die Chefs von Schweizer Firmen mit umgerechnet 9,9 Millionen Euro am meisten, gefolgt von Deutschland mit 7,1 Millionen Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 19. Juni 2020

 

Es stimmt, dass wir uns darum kümmern müssen, dass andere Lebewesen nicht verantwortungslos behandelt werden. Doch in besonderer Weise müssten uns die Ungerechtigkeiten in Wut versetzen, die unter uns bestehen, denn wir dulden weiterhin, dass einige sich für würdiger halten als andere. Wir bemerken nicht mehr, dass einige sich in einem erniedrigenden Elend dahinschleppen ohne wirkliche Möglichkeiten, es zu überwinden, während andere nicht einmal wissen, was sie mit ihrem Besitz anfangen sollen, voll Eitelkeit eine vorgebliche Überlegenheit zur Schau stellen und ein Ausmaß an Verschwendung hinter sich zurücklassen, das unmöglich verallgemeinert werden könnte, ohne den Planeten zu zerstören. Wir lassen in der Praxis weiterhin zu, dass einige meinen, mehr Mensch zu sein als andere, als wären sie mit größeren Rechten geboren.

Papst Franziskus in der am 18. Juni 2015 veröffentlichten Enzyklika „Laudato si“ von 2015 (aus Nr. 90)

 

Die Corona-Pandemie hat das Vermögen der 1000 reichsten Menschen in Großbritannien erstmals seit rund einem Jahrzehnt schrumpfen lassen. Wie die „Sunday Times“ berichtete, verloren die Superreichen von Mitte März bis Mitte Mai insgesamt 54 Milliarden Pfund (60 Milliarden Euro). Die Zahl der Milliardäre sank demnach um vier auf 147. Gemeinsam verfügen die Superreichen laut der Liste über ein Vermögen von 743 Milliarden Pfund (823,5 Milliarden Euro).

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Zum Börsenschluss am Freitag, 12. Juni 2020

 

Ich will mit dir durch Kohlengruben gehn.
Ich will dir Parks mit Marmorvillen zeigen.
Du wirst mich anschaun und es nicht verstehn.
Ich werde dich belehren, Kind, und schweigen.

 Erich Kästner (1899–1974, deutscher Schriftsteller, Publizist, Drehbuchautor und Kabarettdichter) im Jahr 1931 an seinen Sohn („Brief an meinen Sohn“, in: Gesang zwischen den Stühlen. Gedichte, Stuttgart 1932)

 

Cash dank Corona: Laut einer Berechnung des Magazins „Forbes“ wuchs das Vermögen der 600 reichsten Amerikaner zwischen dem 18. März und dem 19. Mai 2020 um insgesamt 434 Milliarden Dollar, was einem Plus von fast 15 Prozent entspricht. So sind die Besitzer der Tech-Firmen noch erheblich reicher geworden: Amazon-Chef Jeff Bezos gewann rund 35 Milliarden Dollar hinzu, Facebook-Chef Mark Zuckerberg 25 Milliarden Dollar. Auch Ex-Microsoft-Chef Steve Ballmer und Oracle-Chef Larry Ellison profitierten kräftig. Zeitgleich verloren fast 39 Millionen Amerikaner wegen der Krise ihren Job.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 5. Juni 2020

 

Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam (et habebant omnia communia). Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte.

Apostelgeschichte 2,44–45

 

Rund 102.000 Steuerpflichtige verdienten im Jahr 2016 laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 27. Mai 2020 mehr als 254.447 Euro (beziehungsweise mehr als 508.894 Euro bei gemeinsam veranlagten Personen). Sie mussten den höchsten Steuersatz – die sogenannte Reichensteuer – bezahlen. Inzwischen greift der Satz von 45 Prozent ab einem jährlich zu versteuernden Einkommen in Höhe von 270.501 Euro. Das heißt, alles, was über 270.501 Euro liegt, wird zu 45 Prozent versteuert. Für zusammen veranlagte Personen verdoppeln sich die Beträge.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 29. Mai 2020

 

Omnia sunt communia (Alles gehört allen),
und sollten eynem jeden nach seyner notdurft ausgeteylt werden.

Vermächtnis Thomas Müntzers (Theologe, Reformator, Drucker und Revolutionär in der Zeit des Bauernkrieges, hingerichtet am 27. Mai 1525 in Mühlhausen/Thüringen), formuliert 1525 unter der Folter auf der Wasserburg in dem nordthüringischen Städtchen Heldrungen

 

Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 27. Mai 2020 hatten im Jahr 2016 knapp 22.900 aller in Deutschland erfassten Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen Einkünfte von mindestens einer Million Euro – knapp 1.700 Steuerpflichtige mehr als 2015. Das Durchschnittseinkommen dieser Gruppe betrug 2,7 Millionen Euro. In Hamburg war die Millionärsdichte am höchsten. Dort hatte gut jeder Tausendste mehr als eine Million Euro verdient. 

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Zum Börsenschluss am Freitag, 22. Mai 2020

 

All the money you made
Will never buy back your soul.

Alles Geld, das ihr verdient habt,
Wird eure Seele nicht zurückkaufen.

Bob Dylan (* 24. Mai 1941) aus dem Song “Masters of War” (1963)

 

Die Corona-Pandemie hat das Vermögen der 1000 reichsten Menschen in Großbritannien erstmals seit rund einem Jahrzehnt schrumpfen lassen. Wie die „Sunday Times“ berichtete, verloren die Superreichen in den vergangenen zwei Monaten insgesamt 54 Milliarden Pfund (60 Milliarden Euro). Die Zahl der Milliardäre sank danach um vier auf 147.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 15. Mai 2020

 

Der Buchdrucker und Buchführer Hans Hergot, der am 20. Mai 1527 auf dem Leipziger Marktplatz hingerichtet wurde, gilt als Autor der von Müntzer, den Ideen Sebastian Francks und der Täuferbewegung beeinflussten sozialutopischen Schrift „Von der newen Wandlung eynes Christlichen Lebens“, die anonym 1527 erschien. In dieser Schrift wird eine universale christliche Gemeinschaft entworfen. Darin heißt es:

„Und es werden die leutte alle erbeyten, ynn gemeyn, eyn ytzlicher wo zu er geschickt ist und was er kan, und alle dinge werden ynn gemeynen brauch komen, so das es keyner besser haben wird denn der ander.“

 

Diese Reichtumsuhr zeigt das aktuelle Nettoprivatvermögen in Deutschland sowie den Besitz des reichsten und des ärmsten Zehntels der Bevölkerung an.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 8. Mai 2020

 

„Mein Freund, ich tue dir kein Unrecht. Bist du nicht um einen Denar mit mir übereingekommen? So nimm das Deine und geh. Ich will diesem Letzten dasselbe geben wie dir.”

Matthäus 20,14, letzter Satz des Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg, die trotz höchst unterschiedlicher Arbeitsleistung am Ende des Arbeitstages allesamt den gleichen Lohn erhalten, nämlich das, was sie und ihre Familien für einen Tag zum Leben brauchen

 

Diese Reichtumsuhr zeigt das aktuelle Nettoprivatvermögen in Deutschland sowie den Besitz des reichsten und des ärmsten Zehntels der Bevölkerung an.

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Zum Börsenschluss am Donnerstag, 30. April 2020

 

Wir Arbeiter sind endlich müde, für die Faulenzer zu arbeiten, in Entbehrung zu leiden, während andere im Überfluss schwelgen. (…) Wir wollen frei werden und wollen, dass alle Menschen so leben wie wir, dass keiner besser und keiner schlechter bedacht werde als der andere, sondern sich alle in die gesamten Lasten, Mühen, Freuden und Genüsse teilen, das heißt in Gemeinschaft leben.

Aus der Erklärung des „Bundes der Gerechten“, eines Vorläufers und der Keimzelle der späteren sozialistischen und kommunistischen Parteien Europas und der Welt (der „Bund der Gerechten“ ging 1836 auf Initiative des Frühsozialisten mit christlichen Überzeugungen und ersten deutschen Theoretikers des Kommunismus, Wilhelm Weitling, in Paris aus dem dort schon seit 1834 bestehenden Bund der Geächteten hervor)

 

Das Vermögen von Amazon-Chef Jeff Bezos ist dem Bloomberg Billionaires Index zufolge seit Jahresbeginn um 23,6 Milliarden auf 138 Milliarden Dollar (126,1 Milliarden Euro) gestiegen. Keine andere Person auf Bloombergs Top-100-Liste der reichsten Menschen der Welt hat seit Jahresbeginn ihr Vermögen so stark vermehrt wie der Amazon-Chef. Grund ist der anhaltende Höhenflug der Amazon-Aktie, wovon der Konzerngründer als Großaktionär profitiert.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 24. April 2020

 

Numquam parum est quod satis est.
Niemals ist zu wenig, was genug ist.

Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.–65 n.Chr., römischer Philosoph und Schriftsteller), Epistulae morales 119,7

 

Wie die Deutsche Bundesbank am 17. April 2020 in Frankfurt mitteilte, summierte sich das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen Ende des vierten Quartals 2019 auf den Rekordwert von rund 6458 Milliarden Euro. Pro Haushalt sind das durchschnittlich etwa 156.000 Euro. Wie das Geldvermögen verteilt ist, geht aus den Bundesbank-Daten nicht hervor. Eine Studie des Deutschen Instituts der Wirtschaft (DIW) war im vergangenen Herbst zu dem Ergebnis gekommen, dass die reichsten zehn Prozent mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens (56 Prozent) besitzen. Die ärmere Hälfte hat dagegen nur einen Anteil von 1,3 Prozent.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 17. April 2020

 

Wir müssen ein neues System schaffen, das die Harmonie mit der Natur und zwischen den Menschen wiederherstellt. Gleichgewicht mit der Natur kann es nur geben, wenn es Gleichheit zwischen den Menschen gibt.

Aus der Erklärung der Weltkonferenz über den Klimawandel und die Rechte der Mutter Erde vom 20. bis 22. April 2010 in Cochabamba (Bolivien)

 

In den Geschichtsbüchern wurde mit Blick auf das Verhalten Hindenburgs und die durch ihn erfolgte Ernennung Hitlers immer wieder auf das Greisenalter des Reichspräsidenten hingewiesen. Die Zeitgenossen wussten es besser. In den großen Zeitungen der Republik und im Reichstag überschlugen sich in den Wochen vor der Ernennung Hitlers die Diskussionen über die Osthilfe, die im Prinzip bereits seit 1928 die Kassen der ostelbischen Großgrundbesitzer mit vielen Millionen Reichsmark füllte.

Während im Gefolge der Weltwirtschaftskrise das Heer der Arbeitslosen in Deutschland wuchs und Reichskanzler Brüning mit einschneidenden Sparprogrammen eine soziale und bald auch politische Katastrophe heraufbeschwor, kassierten die ostelbischen Junker mit dubiosen Bewilligungsentscheidungen und betrügerischen Tricks enorme Summen an Staatsgeldern.

Aus der Rezension des Buches „Dieter Hoffmann, Der Skandal. Hindenburgs Entscheidung für Hitler, Bremen 2020“ von Wilhelm von Sternburg in der Frankfurter Rundschau vom 1. April 2020

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Zum Börsenschluss am Freitag, 10. April 2020

 

Dem Revolutionär Jesus zum Geburtstag

Zweitausend Jahre sind es fast,
seit du die Welt verlassen hast,
du Opferlamm des Lebens!
Du gabst den Armen ihren Gott.
Du littest durch der Reichen Spott.
Du tatest es vergebens!

Du sahst Gewalt und Polizei.
Du wolltest alle Menschen frei
und Frieden auf der Erde.
Du wusstest, wie das Elend tut,
und wolltest alle Menschen gut,
damit es schöner werde!

Du warst ein Revolutionär
und machtest dir das Leben schwer
mit Schiebern und Gelehrten.
Du hast die Freiheit stets beschützt
und doch den Menschen nichts genützt.
Du kamst an die Verkehrten!

Du kämpftest tapfer gegen sie
und gegen Staat und Industrie
und die gesamte Meute.
Bis man an dir, weil nichts verfing,
Justizmord, kurzerhand, beging.
Es war genau wie heute.

Die Menschen wurden nicht gescheit.
Am wenigsten die Christenheit,
trotz allem Händefalten.
Du hattest sie vergeblich lieb.
Du starbst umsonst. Und alles blieb
beim Alten.

Erich Kästner (1899–1974, deutscher Schriftsteller, Publizist, Drehbuchautor und Verfasser von Texten für das Kabarett)

 

Angesichts der Kriegsbeschädigten und Kriegsverwaisten, angesichts der durch die Inflation Enterbten und Beraubten unseres Volkes, angesichts der Arbeitsinvaliden und der vom Lebenskampf Zerbrochenen protestieren wir gegen die Verschleuderung von Volksgut an die Fürsten, bedauern nach wie vor auf das tiefste die verfehlte Stellungahme großer kirchlicher Verbände und stehen als religiöse Sozialisten auf dem Standpunkt, dass es eine Versündigung im Geist des Evangeliums ist, Millionäre zu schaffen, solange das Geld den höchsten Wert des Lebens darstellt, und Menschen aus Hunger heraus sich selbst das Leben nehmen müssen.

Aus der „Kundgebung!“ des Bundes der religiösen Sozialisten Deutschlands, erlassen auf seinem  III. Kongress in Meersburg vom 1. bis 5. August 1926 (Hervorhebungen im Original)

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Zum Börsenschluss am Freitag, 3. April 2020

 

A true revolution of values will soon look uneasily on the glaring contrast of poverty and wealth. With righteous indignation, it will look across the seas and see individual capitalists of the West investing huge sums of money in Asia, Africa, and South America, only to take the profits out with no concern for the social betterment of the countries, and say, „This is not just.“

Eine echte Revolution der Werte wird den schreienden Gegensatz von Armut und Reichtum sehr bald mit großer Unruhe betrachten. Sie wird nach Übersee blicken und mit gerechter Empörung darauf hinweisen, dass einzelne Kapitalisten des Westens riesige Geldbeträge in Asien, Afrika und Lateinamerika investieren, nur um zu verdienen und ohne Interesse an sozialen Fortschritten in jenen Ländern, und sie wird ausrufen: „Das ist ungerecht.“

Aus der Rede, die Martin Luther King am 4. April 1967, genau ein Jahr vor seiner Ermordung, in der New Yorker Riverside Church gehalten hat („Riverside-Rede“)

 

Diese Reichtumsuhr zeigt das aktuelle Nettoprivatvermögen in Deutschland sowie den Besitz des reichsten und des ärmsten Zehntels der Bevölkerung an.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 27. März 2020

 

We confess our growing national sin of putting the rich over the poor. We reject the immoral logic of cutting services and programs for the poor while cutting taxes for the rich. Budgets are moral documents. We commit ourselves to opposing and reversing those policies…

 Wir bekennen uns schuldig der wachsenden Sünde, dass wir die Reichen über die Armen stellen. Wir verwerfen die unmoralische Logik, dass für die Armen Dienste und Programme gekürzt werden, während gleichzeitig Steuern für die Reichen reduziert werden. Öffentliche Haushalte sind Dokumente, die eine Moral haben. Wir verpflichten uns, solchen politischen Entscheidungen zu widerstehen und sie umzukehren.

Aus dem am 22. März 2018 von Kirchenführern der USA veröffentlichen Dokument „Reclaming Jesus. A Confession of Faith in a Time of Crisis“ (Zurück zu Jesus. Ein Glaubensbekenntnis in Krisenzeiten), mit dem der oberste Bischof der Anglikanischen Kirche der USA und Vertreter anderer Kirchen, Glaubensgemeinschaften und Hochschulen ihre Stimmen gegen eine Politik der Ausgrenzung erheben

 

„Allein das Nettogeldvermögen der privaten Haushalte, ohne Immobilien- und Sachvermögen, lag im ersten Quartal 2019 bei etwa 4,4 Milliarden Euro. Hier sind Verbindlichkeiten bereits abgezogen. Rechnet man diese dazu, so kommt man auf ein Bruttogeldvermögen von 6,17 Milliarden Euro. Das Geldvermögen halten jedoch hochkonzentriert nur wenige. (…) Dazu muss die neoliberale Politikerelite (…) sofort eine dreijährige Vermögensabgabe in Höhe von zehn Prozent auf das Nettogeldvermögen der Deutschen – bei einem Freibetrag von 100.000 Euro – erheben. Der Staat könnte dann etwa über die drei Jahre mit Einnahmen von rund einer Billion Euro rechnen. Diese Billion ist bitter notwendig. Nicht nur zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, sondern auch zur Gestaltung eines sozial-ökologischen Umbaus der deutschen Volkswirtschaft.“ Aus dem Artikel „Diesmal müssen die Reichen zahlen“ von Heinz-Josef Bontrup (Frankfurter Rundschau vom 24. März 2020)

 

Informationen zur Gesamtthematik finden Sie hier.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 20. März 2020

 

»Not me. Us
Nicht ich. Wir.

Motto der Bewegung des US-amerikanischen Politikers Bernhard „Bernie“ Sanders (* 1941)

 

Die drei Milliardäre Warren Buffet, Bill Gates und Jeff Bezos besitzen gemeinsam mehr Vermögen als die unteren 50 Prozent der US-Amerikaner zusammen. Die Einkommenszuwächse gingen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugunsten der oberen zehn Prozent der Einkommensbezieher.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 13. März 2020

 

“Mein Freund, ich tue dir kein Unrecht. Bist du nicht um einen Denar mit mir übereingekommen? So nimm das Deine und geh. Ich will diesem Letzten das gleiche geben wie dir.”

Matthäus 20,14, letzter Satz des Gleichnisses Jesu von den Arbeitern im Weinberg, die trotz höchst unterschiedlicher Arbeitsleistung am Ende des Arbeitstages allesamt den gleichen “Lohn” erhalten, nämlich das, was sie und ihre Familien für einen Tag zum Leben brauchen)

 

Wenn das heutige Wirtschaftssystem nicht zutiefst verwandelt wird, um es in den einzelnen Ländern, aber auch zwischen ihnen egalitärer, gerechter und nachhaltiger zu machen, dann könnte es sein, dass der fremdenfeindliche «Populismus» und seine möglichen Wahlerfolge es sind, die sehr bald die hyper-kapitalistische und digitale Globalisierung der Jahre 1990–2020 in einen Zerfallsprozess eintreten lassen.

Aus dem Vorwort des am 11. März 2020 im Verlag C.H.Beck erschienenen Buches „Kapital und Ideologie“ von Thomas Piketty

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Zum Börsenschluss am Freitag, 6. März 2020

 

Ich glaube nicht an die Macht,
die aus Reichtum und Privilegien erwächst,
noch an irgendeine bestehende Ordnung,
die Menschen versklavt.

Ich glaube, dass eine auf Gewalt und Ungerechtigkeit
gegründete Ordnung keine Ordnung ist.

Ich glaube an die Schönheit der Einfachheit,
an Liebe mit offenen Händen,
an Frieden auf Erden.

Aus dem Glaubensbekenntnis der Weltversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung im Jahr vom 5. bis 12. März 1990 in Seoul (Südkorea)

 

Laut einer Mitteilung der Deutschen Bundesbank vom 17. Januar 2020 besaßen die deutschen Privathaushalte mit insgesamt 6,30 Billionen Euro zum Ende des dritten Quartals 2019 ein so hohes Geldvermögen wie noch nie. Durchschnittlich verfügte damit jeder deutsche Privathaushalt über ein Geldvermögen von gut 150.000 Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 28. Februar 2020

 

„Nicht nur Armut, auch Reichtum muss ein Thema der politischen Debatte sein.“

Aus dem unter dem Titel „Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit“ am 28. Februar 1997 veröffentlichten „Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland“ (Sozialwort); Nr. 24 und 220

 

262 Millionen Pfund will der Hongkonger Milliardär Cheung Chung Kiu für eine 45-Zimmer-Villa am Hyde Park in London zahlen, wie Anfang des Jahres bekannt wurde. Mehr Geld hat noch niemand in Großbritannien für eine Immobilie angeboten.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 21. Februar 2020

 

„Denn es ist eine Kluft zwischen oben und unten (…) und was oben vorgeht, erfährt man unten nicht, und nicht oben, was unten vorgeht, und es sind zwei Sprachen oben und unten und zwei Maße zu messen, und was Menschengesicht trägt, kennt sich nicht mehr.“

Bertolt Brecht, Die heilige Johanna der Schlachthöfe, in: Gesammelte Werke 2, Frankfurt am Main 1968, S. 780

 

Auf 2,2 Milliarden US-Dollar schätzt das US-Magazin Forbes das Vermögen von Isabel dos Santos, der ersten Milliardärin und reichsten Frau Afrikas. Nachdem die Existenz von mehr als 700.000 Dokumenten, den „Luanda Leaks“, bekannt geben wurde, die der in London und Dubai lebenden Tochter des angolanischen Ex-Präsidenten José Eduardo dos Santos Diebstahl, Geldwäsche und Korruption in Milliardenhöhe vorwerfen, erhob der angolanische Generalstaatsanwalt Helder Pitta Groz Ende Januar 2020 Anklage wegen Betrugs und Geldwäsche. Insgesamt soll sich die „Prinzessin“, wie sie nicht ohne Bitterkeit in Angola genannt wird, mehr als eine Milliarde Euro an angolanischen Staatsgeldern widerrechtlich angeeignet haben, wie das Gericht in der Hauptstadt Luanda jüngst mitteilte, das zumindest ihr in dem südwestafrikanischen Land gehaltenes Vermögen einfrieren ließ.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 14. Februar 2020

 

Putemus nos ad contionem vocatos: lex de abolendis divitis fertur.

Lass uns annehmen, wir seien zu einer Volksversammlung einberufen: ein Gesetz über die Abschaffung des Reichtums wird eingebracht.

Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.–65 n.Chr., römischer Philosoph und Schriftsteller), Epistulae morales 87,41

 

Nachdem in der Nacht zum 1. Februar 2020 der britische EU-Austritt vollzogen wurde, profitiert der britische Politiker Nigel Farage, der 20 Jahre Mitglied des Europäischen Parlaments war und sich vor allem für den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs eingesetzt hat, finanziell erheblich: Er hat Anspruch auf Übergangsgeld in Höhe von exakt 178.657,20, zusätzlich steht dem 55-Jährigen ab Vollendung seines 63. Lebensjahrs eine Rente in Höhe von monatlich 6253 Euro zu; darüber hinaus wird er Geld aus dem Pensionsfonds der EU beziehen. Das Magazin „People With Money“ führte ihn kürzlich mit einem geschätzten Einkommen von 96 Millionen Dollar (rund 87 Millionen Euro) allein zwischen Dezember 2018 und 2019 als bestbezahlten Politiker der Welt. Das Vermögen des früheren Investment-Bankers gab das Blatt mit geschätzten 275 Millionen Dollar (249 Millionen Euro) an.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 7. Februar 2020

 

Die Schönheit einer Stadt liegt nicht in ihren Museen, nicht in ihren Theatern und Parkanlagen, ja nicht einmal in ihren Kathedralen. Die wahre Schönheit, die wahre Größe einer Stadt besteht vor Gott und den Menschen darin, dass sie frei ist von Elendsquartieren und Obdachlosen.

Abbé Pierre, bürgerlich Henri Antoine Grouès († 22. Januar 2007, französischer katholischer Priester und Kapuziner), in einer seiner berühmt gewordenen Reden

 

In Deutschland gab es nach Forbes-Zahlen zum Februar 2019 114 Milliardär*innen (in USD) mit einem Gesamtvermögen von 485 Milliarden US-Dollar. Laut aktuellen Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) verfügte die ärmere Hälfte der deutschen Bevölkerung zusammen im Jahr 2017 über nur 1,3 Prozent des Gesamtvermögens. Den reichsten zehn Prozent gehörten gemeinsam 56 Prozent des Vermögens. Innerhalb dieser Gruppe ist das Vermögen nochmals extrem konzentriert: Die fünf reichsten Menschen bzw. Familien verfügten über mehr Vermögen als die ärmere Hälfte der hiesigen Bevölkerung.

Aus dem Bericht der internationalen Hilfsorganisation Oxfam vom 21. Januar 2020; Oxfam veröffentlicht  jedes Jahr zum Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos einen Report, der die soziale Ungleichheit sowie den Trend der zunehmenden Konzentration von Vermögen aufzeigt.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 31. Januar 2020

 

The world has enough for everyone’s need, but not enough for everyone’s greed.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns Gier.

Mohandas Karamchand Gandhi (* 1869, † 30. Januar 1948, indischer Rechtsanwalt, Widerstandskämpfer, Pazifist)

 

Der Finanzdienstleister Bloomberg bescheinigt den 500 reichsten Menschen eine Vermögenssteigerung von durchschnittlich 25 Prozent im Jahr 2019.

Aus dem Bericht der internationalen Hilfsorganisation Oxfam vom 21. Januar 2020; Oxfam veröffentlicht  jedes Jahr zum Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos einen Report, der die soziale Ungleichheit sowie den Trend der zunehmenden Konzentration von Vermögen aufzeigt.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 24. Januar 2020

 

„Für eine gerechte Welt. Ohne Armut.“ Und ohne Reichtum.

Von uns ergänztes Motto von Oxfam Deutschland

 

Zum Februar 2019 verfügten nach Forbes-Zahlen 2153 Milliardär*innen über ein Vermögen von insgesamt 8,7 Billionen Dollar – mehr, als 60 Prozent der Weltbevölkerung gemeinsam aufbringen. 162 Milliardär*innen verfügten über genauso viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.

Aus dem Bericht der internationalen Hilfsorganisation Oxfam vom 21. Januar 2020; Oxfam veröffentlicht  jedes Jahr zum Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos einen Report, der die soziale Ungleichheit sowie den Trend der zunehmenden Konzentration von Vermögen aufzeigt.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 17. Januar 2020

 

When machines and computers, profit motives and property rights, are considered more important than people, the giant triplets of racism, extreme materialism, and militarism are incapable of being conquered.

Wenn Maschinen und Computer, Profite und Eigentum mehr zählen als die Menschen selbst, dann werden wir nie das gigantische Dreigestirn von Rassismus, Materialismus und Militarismus überwinden.

Martin Luther King (1929–1968, US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler), aus der Riverside-Rede vom 4. April 1967 (am dritten Montag im Januar wird seit 1986 in allen US-Staaten jedes Jahr zum Gedenken an den Geburtstag Martin Luther Kings am 15. Januar 1929 der Martin Luther King Day begangen)

 

„Das derzeit größte deutsche Vermögen beträgt etwa 37 Milliarden Euro, das Durchschnittsvermögen 232.000 Euro. Im gleichen Maßstab dargestellt, wäre das erste 3,7 Kilometer hoch, das zweite lediglich 2,3 Zentimeter. Auch das wäre noch untertrieben, denn das Durchschnittsvermögen fällt durch die darin enthaltenen Milliardärsvermögen viel zu hoch aus. Realistischer ist das Vermögen, das auf einer Reihe aller Vermögen genau in der Mitte liegt, das Medianvermögen: Es beträgt derzeit 38.800 Euro oder 3,9 Millimeter. 3,7 Kilometer gegen 3,9 Millimeter!“ (Aus: Günther Moewes, Galaktisch reich, in: Frankfurter Rundschau vom 15. Januar 2020)

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Zum Börsenschluss am Freitag, 10. Januar 2020

 

Alle Reichtümer stammen aus Ungerechtigkeit,
und ohne dass jemand verloren hat, kann der andere nicht finden.

Hieronymus (347–420 n. Chr., Gelehrter und Theologe der alten Kirche)

 

„Wir wollen nicht mehr und nicht weniger, als dass Grundbesitzer, die ohne eigenes Zutun durch die Umwidmung von Flächen in Bauland zu Multimillionären werden, ihrer Kommune einmalig einen Teil davon abgeben müssen“, sagte der SPD-Chef Walter-Borjans dem „Handelsblatt“. Zuvor hatte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gesagt, man sollte „den extremen Wertzuwachs von Grund und Boden in Deutschland ein Stück weit abschöpfen – etwa mit einer Bodenwertzuwachssteuer“.

Wird Ackerland von einer Kommune in Bauland umgewidmet, bedeutet das für den Besitzer der Flächen in der Regel einen enormen Wertzuwachs. Wird das Bauland veräußert, ist der Gewinn für den Verkäufer steuerfrei, wenn das Grundstück länger als zehn Jahre gehalten wurde. Ansonsten ist ein Steuersatz von 25 Prozent fällig.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 3. Januar 2020

 

Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt.
Selig seid ihr, wenn ihr Unrecht spürt.

Erster und letzter Vers des Liedes „Selig seid ihr“ von Friedrich Karl Barth und Peter Horst (1979)

 

Laut P.E. Morgan erzielten Private-Equity-Fonds aus den USA in den vergangenen zehn Jahren einen Ertrag von durchschnittlich über 15 Prozent pro Jahr und damit doppelt so viel wie europäische Aktien. In den vergangenen 25 Jahren waren es immerhin 13 Prozent. Private-Equity-Gesellschaften finanzieren sich durch die Übernahme, den Umbau und Wiederverkauf von Unternehmen. Mitte 2016 verwalteten Private-Equity-Fonds weltweit ein Vermögen von rund 2,5 Billionen US-Dollar – der bislang höchste Wert in der Geschichte dieses Fondssegments. In den USA gehören ihnen schon mehr Unternehmen, als an der Börse notiert sind.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 27. Dezember 2019

 

Heilige Nacht

So war der Herr Jesus geboren
Im Stall bei der kalten Nacht.
Die Armen, die haben gefroren,
Den Reichen war’s warm gemacht.

Sein Vater ist Schreiner gewesen,
Die Mutter war eine Magd.
Sie haben kein Geld nicht besessen,
Sie haben sich wohl geplagt.

Kein Wirt hat ins Haus sie genommen;
Sie waren von Herzen froh,
Daß sie noch in Stall sind gekommen.
Sie legten das Kind auf Stroh.

Die Engel, die haben gesungen,
Daß wohl ein Wunder geschehn.
Da kamen die Hirten gesprungen
Und haben es angesehn.

Die Hirten, die will es erbarmen,
Wie elend das Kindlein sei.
Es ist eine G’schicht’ für die Armen,
Kein Reicher war nicht dabei.

Ludwig Thoma (1867–1921, bayerischer Schriftsteller)

 

Laut Armutsbericht 2019 des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands war Hamburg im Jahr 2018 das am stärksten von Ungleichheit geprägte Bundesland Deutschlands. In der rein regionalen Betrachtung weise Hamburg nicht nur die höchste Armutsquote aller Länder auf (18,4 Prozent), sondern mit 9,6 Prozent auch die zweithöchste Reichtumsquote, mit der das Statistische Bundesamt alle Personen zählt, die mehr als das Doppelte des mittleren Einkommens zur Verfügung haben.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 20. Dezember 2019

 

Er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.

Lukas 1,52–53, aus dem „Lobgesang der Maria“ (Magnifikat)

 

Laut der am 18. Dezember 2019 veröffentlichten Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung zur Nachhaltigkeit der Wirtschaftspolitik in Deutschland hat sich die Ungleichheit der Haushaltseinkommen trotz der guten Wirtschaftsentwicklung verschlechtert. Das reichste Fünftel der Haushalte verfügte 2017 – dem aktuellsten Jahr, für das Daten vorliegen – über das 5,1-fache Einkommen des ärmsten Fünftels. Im Vergleichsjahr 2014 war es das 4,8.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 13. Dezember 2019

 

Imagine no possessions
I wonder if you can…

Stell dir vor, es gäbe keinen Besitz mehr.
Ich frage mich, ob du das kannst…

John Lennon (1940–1980, britischer Musiker, Komponist, Autor und Friedensaktivist; wurde am 8. Dezember 1980 vor seinem Appartementhaus in New York erschossen), aus: „Imagine“ (1971)

 

Diese Reichtumsuhr zeigt das aktuelle Nettoprivatvermögen in Deutschland sowie den Besitz des reichsten und des ärmsten Zehntels der Bevölkerung an.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 6. Dezember 2019

 

einfacher leben – einfach überleben – Leben entdecken

Motto der 1977 vom evangelischen Hilfswerks „Brot für die Welt“ ausgerufenen „Aktion e“, die zu einer Veränderung des Lebensstils der reichen Nationen anregen wollte

 

Auf Erbschaften oder Schenkungen über zehn Millionen Euro mussten 2018 in Deutschland kaum Steuern gezahlt werden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, über die die „Süddeutschen Zeitung“ am 2. Dezember 2019 berichtete. Demnach erhielten gut 600 Deutsche zusammen 31 Milliarden Euro, auf die im Schnitt nur fünf Prozent Steuern fällig wurden. Zwei Drittel der knapp 40 Bürger, die sogar 100 Millionen Euro und mehr erbten oder geschenkt bekamen, gingen komplett steuerfrei aus. Wer im vergangenen Jahr 100 Millionen Euro oder mehr geschenkt bekam, zahlte im Schnitt nur eine Steuer von 0,2 Prozent, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Die durchschnittliche Steuer der Großerben ist nach den Daten halb so hoch wie für Erbschaften von ein bis zehn Millionen Euro.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 29. November 2019

 

Wir werden uns bemühen, so zu leben, wie die Menschen um uns her üblicherweise leben, im Hinblick auf Wohnung, Essen, Verkehrsmittel und allem, was sich daraus ergibt (vgl. Mt 5,3; 6,33–34; 8,20).

Die erste von 13 Verpflichtungen des sogenannten Katakombenpakts „Für eine dienende und arme Kirche“, den 40 Bischöfe der römisch-katholischen Kirche am 16. November 1965, drei Wochen vor dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils, in den Domitilla-Katakomben außerhalb Roms beschlossen (Übersetzung: Norbert Arntz)

 

»Schauen wir uns […] die entscheidende Größe in einer marktwirtschaftlich-kapitalistischen Ordnung an: die Profitrate. Also wie verzinst sich das eingesetzte Kapital mit Gewinn? Der Befund erstaunt und macht gleichzeitig wütend. Hier lag von 2005 bis 2016 bei den Mittelständlern die Eigenkapitalrendite jahresdurchschnittlich bei sage und schreibe 40,4 Prozent vor und 35,7 Prozent nach Steuern. Die Großunternehmen kommen im gleichen Zeitraum auf Werte von „nur“ 16,7 und 13,9 Prozent. […] Einmal abgesehen davon, dass auch die Profitraten der Großunternehmen unanständig hoch ausfallen, muss man bei den Mittelständlern erst noch die Vokabel für die Höhen der Profitraten erfinden. Es macht einen geradezu sprachlos.«

Aus dem Artikel „Unanständige Profitraten. Die Mittelstandsförderung muss überdacht werden“ von Heinz-J. Bontrup in der Frankfurter Rundschau vom 26. November 2019

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Zum Börsenschluss am Freitag, 22. November 2019

 

Wir werden weder Immobilien oder Mobiliar besitzen noch mit eigenem Namen über Bankkonten verfügen und alles, was an Besitz notwendig sein sollte, auf den Namen der Diözese bzw. der sozialen oder caritativen Werke überschreiben (vgl. Mt 6,19–21; Lk 12,33–34).

Die dritte von 13 Verpflichtungen des sogenannten Katakombenpakts „Für eine dienende und arme Kirche“, den 40 Bischöfe der römisch-katholischen Kirche am 16. November 1965, drei Wochen vor dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils, in den Domitilla-Katakomben außerhalb Roms beschlossen (Übersetzung: Norbert Arntz)

 

BMW plant, nächstes Jahr mehr als doppelt so viele Luxusautos zu verkaufen wie im vergangenen Jahr. Die Nachfrage in dieser Klasse steige weltweit, sagte Finanzchef Nicolas Peter am 10. Oktober 2019 in München. Gemeint sind damit Modelle wie der Geländewagen X7 oder die 8er-Reihe, also Fahrzeuge mit einem Verkaufspreis von teils weit über 100.000 Euro und relativ hohem Schadstoffausstoß. Im vergangenen Jahr habe BMW gut 65.000 Luxusautos verkauft, im laufenden Jahr dürften es über 110.000 werden und nächstes Jahr 135.000 bis 140.000.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 15. November 2019

 

Wir verzichten ein für alle Mal darauf, als Reiche zu erscheinen wie auch wirklich reich zu sein, insbesondere in unserer Amtskleidung (teure Stoffe, auffallende Farben) und in unseren Amtsinsignien, die nicht aus kostbarem Metall – weder Gold noch Silber – gemacht sein dürfen, sondern wahrhaft und wirklich dem Evangelium entsprechen müssen (vgl. Mk 6,9; Mt 10,9; Apg 3,6).

Die zweite von 13 Verpflichtungen des sogenannten Katakombenpakts „Für eine dienende und arme Kirche“, den 40 Bischöfe der römisch-katholischen Kirche am 16. November 1965, drei Wochen vor dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils, in den Domitilla-Katakomben außerhalb Roms beschlossen (Übersetzung: Norbert Arntz)

 

Laut der „Washington Post“ kassierte Boeing-Chef Dennis Muilenburg im Jahr 2018 ein Gehalt von 30 Millionen Dollar. Zum fixen Jahresgehalt von 1,7 Millionen Dollar kamen üppige Bonus-Zahlungen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 8. November 2019

 

Martinus hatte eine rohgezimmerte Zelle, ebenso auch viele seiner Brüder. Manche hatten den Fels des überhängenden Berges ausgehöhlt und sich so eine Wohnstätte geschaffen. Es waren ihrer gegen achtzig Jünger. Diese suchten sich nach dem Vorbild des heiligen Meisters zu bilden. Keiner besaß dort Eigentum, alles war Gemeingut. (Nemo ibi quicquam proprium habebat, omnia in medium conferebantur.) Keiner durfte etwas kaufen oder verkaufen, wie dies bei den Mönchen vielfach üblich ist.

Sulpicius Severus, Vita sancti Martini (Das Leben des heiligen Martin), 10,4-6 [Das Datum des Martinstages am 11. November ist von der Grablegung des Bischofs Martin von Tours am 11. November 397 abgeleitet]

 

Laut einer am 2. Oktober 2019 veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind die Vermögen in Deutschland sehr ungleich verteilt. Demnach besitzen die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung den aktuellen Zahlen zufolge mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens (56 Prozent). Die ärmere Hälfte der Bevölkerung über 17 Jahren hat dagegen nur einen Anteil von 1,3 Prozent des Gesamtvermögens. Das oberste eine Prozent besitzt 18 Prozent des Gesamtnettovermögens – so viel wie die unteren 75 Prozent zusammen.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 1. November 2019

 

Es schickt sich nicht, dass einer aufgrund der Arbeit des anderen müßiggehe, reich sei und gut lebe, während ein anderer übel lebt, wie jetzt der verkehrte Missbrauch ist. Denn Sankt Paulus sagt: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“ Es ist niemandem von Gott verordnet, von den Gütern der anderen zu leben.

Martin Luther (1483 – 1546, zentrale Persönlichkeit der Reformation)

 

Unter dem Titel „Purer Luxus“ geht eine Ausstellung vom 11. September 2019 bis 13. April 2020 im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig dem Phänomen Luxus und seinen sich verändernden Bedeutungen nach. In sieben Themenbereichen erzählt sie Geschichten vom Wandel des Luxus-Begriffs in Deutschland seit 1945. Von begehrten Gütern bis Schluss mit Luxus: Mit rund 400 Originalobjekten, Dokumenten, Filmen und Fotografien zeigt die Ausstellung Luxus als Traum, Leitbild und Lebensstil und stellt auch die Frage nach einer Gesellschaft ohne Luxus.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 25. Oktober 2019

 

Gleichheit ist immer der Probestein der Gerechtigkeit, und beides macht das Wesen der Freiheit aus.

Johann Gottfried Seume (1763–1810, deutscher Schriftsteller und Dichter)

 

Laut der am 10. Oktober 2019 veröffentlichten Reichenliste des chinesischen Magazins „Hurun“ bleibt Jack Ma, Gründer des chinesischen Internet-Konzern Alibaba, mit einem geschätzten Vermögen von 275 Milliarden Yuan (etwa 35 Milliarden Euro) reichster Mann Chinas. Auf dem zweiten Platz der „Hurun“-Liste folgt Ma Huateng vom Internetkonzern Tencent mit umgerechnet 33 Milliarden Euro. An dritter Stelle steht der Immobilienunternehmer Xu Jiayin mit umgerechnet 30,5 Milliarden Euro. Um auf die „Hurun“-Liste zu kommen, muss jemand zwei Milliarden Yuan, umgerechnet 254 Millionen Euro, besitzen. Insgesamt führt die aktuelle „Hurun“-Liste 192 Personen auf.

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Beispiele für das Jahr 2018/2019 finden Sie hier.


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