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	<title>Reich Gottes jetzt</title>
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	<description>Die Botschaft Jesu vom Reich Gottes</description>
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		<title>Mai</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 08:51:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reich Gottes in Geschichte und Gegenwart]]></category>

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		<description><![CDATA[„Ist nicht der Verlust des ‚moralischen Gedächtnisses’ – scheußliches Wort! – der Grund für den Ruin aller Bindungen, der Liebe, der Ehe, der Freundschaft, der Treue? Nichts haftet, nichts sitzt fest. Alles ist kurzfristig, kurzatmig. Aber die Güter der Gerechtigkeit, der Wahrheit, der Schönheit, alle großen Leistungen überhaupt brauchen Zeit, Beständigkeit, ‚Gedächtnis’, oder sie degenerieren. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Ist nicht der Verlust des ‚moralischen Gedächtnisses’ – scheußliches Wort! – der Grund für den Ruin aller Bindungen, der Liebe, der Ehe, der Freundschaft, der Treue? Nichts haftet, nichts sitzt fest. Alles ist kurzfristig, kurzatmig. Aber die Güter der Gerechtigkeit, der Wahrheit, der Schönheit, alle großen Leistungen überhaupt brauchen Zeit, Beständigkeit, ‚Gedächtnis’, oder sie degenerieren. (Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, hrsg. von Eberhard Bethge, München 1966, 3. Auflage, 107)</p>
<p align="left">Um diesem Verlust entgegenzuwirken, benennt das Kalendarium „Reich Gottes in Geschichte und Gegenwart“ wichtige Ereignisse, Personen, Tage im Reich-Gottes-Zusammenhang, die zum Teil auch näher erläutert werden.</p>
<p><a href="http://www.reich-gottes-jetzt.de/wp-content/uploads/2012/01/Mai1.pdf" target="_blank">Tabelle und Erläuterungen zum Herunterladen</a></p>
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		<title>Positionspapier</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 09:35:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rgj_admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; 1.      Wir wünschen uns eine Reform der Kirchen auf der Basis der Reich-Gottes-Botschaft des Jesus von Nazaret. 2.      Wir möchten erreichen und dazu beitragen, dass unsere Kirchen sich auf ihre jesuanischen Wurzeln zurückbesinnen. 3.      Wir glauben, dass in der Botschaft Jesu Heilung und Befreiung liegen. Er hat diese Botschaft konsequent gelebt. Seine Hinrichtung am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="zw-13194720625172l7abT"><span id="more-849"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>1.  </strong>    Wir wünschen uns eine Reform der Kirchen auf der Basis der Reich-Gottes-Botschaft des Jesus von Nazaret.</p>
<p><strong>2. </strong>     Wir möchten erreichen und dazu beitragen, dass unsere Kirchen sich auf ihre jesuanischen Wurzeln zurückbesinnen.</p>
<p><strong>3. </strong>     Wir glauben, dass in der Botschaft Jesu Heilung und Befreiung liegen. Er hat diese Botschaft konsequent gelebt. Seine Hinrichtung am Kreuz hat nicht verhindern können, dass seine Botschaft vom Reich Gottes weiterlebt.</p>
<p><strong>4.</strong>      Zentrale Inhalte seiner Botschaft sind:</p>
<ul>
<li>Das Reich Gottes ist angebrochen.</li>
<li>Die Erde ist im Begriff zum &#8220;Himmel&#8221; zu werden.</li>
<li>Es geht um diese Welt und dieses Leben.</li>
<li>Es gilt, in allem dem Reich Gottes zu entsprechen.</li>
</ul>
<p id="zw-1319472062519LBM5D9"><strong>5.</strong>      Daraus folgt für uns:</p>
<ul>
<li>Die Welt ist von ihrer Anlage her &#8220;sehr gut&#8221;, heilig, das heißt, sie gehört Gott.</li>
<li>Alles, was wir brauchen, um die Welt zu gestalten, ist uns schon gegeben.</li>
<li>Wir müssen nicht resignieren, sondern wir glauben, dass Lebensfeindlichkeit und Stagnation überwunden werden können.</li>
<li>Wir können Jesu befreiender Botschaft in unserem Leben Raum geben und so in unserer Welt für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung wirken.</li>
</ul>
<p id="zw-13194720625195B-2_s"><strong>6. </strong>     Die wichtigsten ethischen Folgerungen aus dem Reich-Gottes-Glauben bestehen für uns in Einfachheit und in der Ehrfurcht vor allem Leben.</p>
<p id="zw-1319472062519QjP-0r"><strong>7.</strong>      Wir erwarten, dass diese Botschaft vom Reich Gottes in den Kirchen als legitimer Ausdruck jesuanischen Glaubens anerkannt wird und liturgisch gefeiert werden kann.</p>
<p id="zw-1319472062520nQ3rxr"><strong>8.</strong>      In den traditionellen Glaubensbekenntnissen und in der überkommenen Liturgie des Abendmahls bzw. der Eucharistie hat der Reich-Gottes-Glauben keinen Ausdruck gefunden.</p>
<p id="zw-1319472062520xLL38Y"><strong>9.</strong>      Es muss daher in unseren Kirchen Platz sein, unseren Glauben an das Reich Gottes zu bekennen und zu feiern.</p>
<p id="zw-1319472062520_PD08g"><strong>10.</strong>   Wir laden zum Gespräch über unsere Thesen und zur Mitarbeit im Reich Gottes ein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wenn Sie das Positionspapier unterzeichnen möchten, klicken Sie bitte <a href="/positionspapier-formular/">hier.</a></strong></p>
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		<title>Rezension von Pfr. i.R. Dr. Wieland Zademach, Unkel</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 10:34:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rgj_admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Originalartikel Die Welt- und Lebensbezogenheit des Reiches Gottes bildet den roten Faden dieses Kalendariums, mit dem sich der unermüdliche Reich-Gottes-Streiter – in seinen Büchern ebenso wie in seiner praktischen Arbeit als Cityseelsorger in Nürnberg – nun bereits seit einer Reihe von Jahren als Jahresbegleiter empfiehlt. Denkanstöße im Horizont des Reiches Gottes sind hier mit großer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><a href="http://www.reich-gottes-jetzt.de/wp-content/uploads/2012/01/Rezension_Zademach.jpg" target="_blank">Originalartikel</a></p>
<p align="justify">Die Welt- und Lebensbezogenheit des Reiches Gottes bildet den roten Faden dieses Kalendariums, mit dem sich der unermüdliche Reich-Gottes-Streiter – in seinen Büchern ebenso wie in seiner praktischen Arbeit als Cityseelsorger in Nürnberg – nun bereits seit einer Reihe von Jahren als Jahresbegleiter empfiehlt. Denkanstöße im Horizont des Reiches Gottes sind hier mit großer Sorgfalt zusammengetragen aus der ganzen Bandbreite der Schöpfungsökumene. Biblische Texte finden ebenso Verwendung wie Quellen aus anderen Religionen; Weisheiten aus Philosophie, Literatur- und Kulturgeschichte werden gebündelt unter dem Focus der Reich-Gottes-Botschaft und gleichzeitig bezogen auf jeweilige Tagesgedenkanlässe. Dabei reicht das Spektrum vom Gedenken an Elisabeth von Thüringen über den Internationalen Tag für die Erhaltung der biologischen Vielfalt bis hin zu den Ostermärschen gegen die Gefahren der Atomtechnik und die Erklärung der Charta 77 in der damaligen Tschechoslowakei, die einen wichtigen Impuls zur Überwindung des Eisernen Vorhangs darstellt. Entsprechende Hinweise an den jeweiligen Tagen und ausführliche Quellenangaben am Ende des Kalenders erleichtern die Nutzung und laden ein zur Vertiefung – sie machen das Büchlein zu einem gut handhabbaren Adhoc-Werkheft für allerlei Anlässe wie Andachten, Gesprächsimpulse etc.</p>
<p align="justify">Wenn denn in der Tat die Themenkomplexe des „Konziliaren Prozesses für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ legitime Bereiche des Reiches Gottes und seines Werdens und Wachsens mitten unter uns sind, dann werden dessen Dimensionen hier spirituell wie auch praktisch reichhaltig aufgefächert. Wenn etwa am 3. Februar Nikolai Berdjajew zu Wort kommt: „Die Sorge um mein tägliches Brot ist eine materielle Frage. Die Sorge um das Brot meines Bruders ist eine geistliche Frage“. Oder wenn in der Woche nach Pfingsten am 30. Mai Bonhoffers Meditation zur friedlichen Sprachverständigung in Bezug gesetzt wird zur Uraufführung von Benjamin Brittens War-Requiem anlässlich der Einweihung der wiedererbauten Kathedrale von Coventry im Jahre 1962. Auch Querverbindungen lassen sich gut herstellen wie etwa von dem Konfuziuswort, dass „der Weise sich am Wasser, der Tugendhafte an den Bergen“ erfreut (25. August) zu der Meditation von Theodor W. Adorno von einer „befreiten Welt“, die durch Widersprüche und Konflikte und immerwährendes Scheitern hindurch nur im Widerstand erreichbar scheint (6. September)&#8230;</p>
<p align="justify">Ein Jahresbegleiter, der anregt zum Nachdenken und Impulse setzt für eigene Schritte im Reich Gottes für diese Welt!</p>
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		<title>Rundbrief</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 14:18:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rgj_admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Über uns]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehr &#8230; (PDF-Datei zum Herunterladen)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.reich-gottes-jetzt.de/wp-content/uploads/2012/04/Rundbrief_Maerz_2012.pdf" target="_blank">Mehr &#8230; (PDF-Datei zum Herunterladen)</a></p>
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		<title>20. Juli 2012, 18 Uhr</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 12:30:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yandi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Termine]]></category>

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		<description><![CDATA[Reich-Gottes-Gottesdienst mit Mahlfeier in der Jakobskirche in Nürnberg (Jakobsplatz).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Reich-Gottes-Gottesdienst mit Mahlfeier in der Jakobskirche in Nürnberg (Jakobsplatz).</p>
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		<title>20.-22. Juli 2012</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 12:29:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yandi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Termine]]></category>

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		<description><![CDATA[Herzliche Einladung zur Jubiläums-Jahrestagung der Ökumenischen Initiative Reich Gottes – jetzt! vom 20. bis 22. Juli 2012 im Tagungs- und Gästehaus des FrauenWerks Stein e.V. in Stein bei Nürnberg! Das Thema lautet: „Leben im Reich Gottes“. Als Referentin konnte Prof. Dr. Renate Wind gewonnen werden. Renate Wind ist 1950 in Hamm/Westfalen geboren, studierte Theologie und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Herzliche Einladung zur Jubiläums-Jahrestagung der Ökumenischen Initiative Reich Gottes – jetzt! vom 20. bis 22. Juli 2012 im Tagungs- und Gästehaus des FrauenWerks Stein e.V. in Stein bei Nürnberg! Das Thema lautet: „Leben im Reich Gottes“.</p>
<p>Als Referentin konnte Prof. Dr. Renate Wind gewonnen werden. Renate Wind ist 1950 in Hamm/Westfalen geboren, studierte Theologie und Erziehungswissenschaft in Bethel und Heidelberg und lehrt heute als Professorin für Biblische Theologie an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Bekannt geworden ist sie vor allem durch die Trilogie ihrer Biografien über den kolumbianischen Priester Camilo Torres („Bis zur letzten Konsequenz. Die Lebensgeschichte des Camilo Torres“), den Theologen und Widerstandkämpfer Dietrich Bonhoeffer („Dem Rad in die Speichen fallen. Die Lebensgeschichte des Dietrich Bonhoeffer“) und über die Theologin und Pazifistin Dorothee Sölle („Dorothee Sölle. Rebellin und Mystikerin. Die Biografie“). Der Klappentext dieses Buches lautet: „Über Dorothee Sölle kann man nicht reden ohne den Traum, dass die Welt vielleicht doch in Ordnung kommen könnte; dass alle Geschöpfe Gottes ohne Gewalt, ohne Zerstörung von Menschen und Natur miteinander leben könnten; dass Leben und Arbeiten wieder ein menschliches Maß bekämen und dass das Leben in Fülle nicht der Luxus für wenige, sondern für alle möglich wäre, damit der biblische Schalom Wirklichkeit würde, in dem sich Gerechtigkeit und Frieden für immer vereinen.“ (Renate Wind)</p>
]]></content:encoded>
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		<title>19. Oktober 2012, 18 Uhr</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 12:29:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yandi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>

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		<description><![CDATA[Reich-Gottes-Gottesdienst mit Mahlfeier in der Jakobskirche in Nürnberg (Jakobsplatz).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Reich-Gottes-Gottesdienst mit Mahlfeier in der Jakobskirche in Nürnberg (Jakobsplatz).</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Das jesuanische Evangelium</title>
		<link>http://www.reich-gottes-jetzt.de/reich_gottes/theologie/das-jesuanische-evangelium-2/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 15:11:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yandi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Das paulinische Evangelium von der Heilsbedeutung des Kreuzestodes Jesu und der Auferstehung, das christologische Evangelium vom Glauben an Jesus als den Christus und Gottessohn – und das jesuanische Evangelium von der Gegenwart des Reiches Gottes Der Begriff „Evangelium“ steht im Neuen Testament für den Charakter der christlichen Glaubensüberzeugung: Sie ist „gute Nachricht“, „frohe Botschaft“, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="center"><strong>Das paulinische Evangelium von der Heilsbedeutung des Kreuzestodes Jesu und der Auferstehung, das christologische Evangelium vom Glauben an Jesus als den Christus und Gottessohn – und das jesuanische Evangelium von der Gegenwart des Reiches Gottes</strong></p>
<p><strong></strong>Der Begriff „Evangelium“ steht im Neuen Testament für den Charakter der christlichen Glaubensüberzeugung: Sie ist „gute Nachricht“, „frohe Botschaft“, wie der griechische Terminus wörtlich zu übersetzen ist. Worin aber besteht diese Botschaft? Drei neutestamentliche Texte erklären den Begriff näher, und zwar jeder auf eine ganz spezifische Weise:</p>
<p>Der Apostel Paulus beruft sich für seine Verkündigung auf ein sehr altes nachjesuanisches Bekenntnis, das er im 15. Kapitel des 1. Korintherbriefes zitiert (V.1-5):</p>
<p style="padding-left: 60px;"> „Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das <em>Evangelium</em>, das ich euch verkündigt habe…<br />
Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe:<br />
Dass Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift;<br />
und dass er begraben worden ist!<br />
Und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift;<br />
und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen&#8230;“</p>
<p> Dies ist, so könnte man etwas abgekürzt sagen, <strong>das nachjesuanisch-paulinische Evangelium von Kreuz und Auferstehung</strong>: Jesus ist gestorben wegen unserer Sünden, um unsere Sünden zu sühnen, unsere Schuld zu bezahlen durch seinen Tod am Kreuz, und er ist auferstanden bzw. von Gott auferweckt worden, wodurch eben dies von Gott bestätigt und besiegelt wird.</p>
<p>Eine weitere, anders gefüllte Verwendungsweise des Begriffs „Evangelium“ findet sich im ersten Vers des Markusevangeliums:</p>
<p style="padding-left: 60px;"> „Dies ist der Anfang des <em>Evangeliums</em> von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.“</p>
<p> Für den Verfasser ist Jesus selbst der Gegenstand des Evangeliums, allerdings nicht einfach als Mensch, sondern als Christus und Gottessohn. Dieses <strong>christologische, also auf die Person Jesu als des Christus, des Gesalbten und Gottessohnes bezogene Verständnis des Begriffs „Evangelium“</strong> bestimmt denn auch den Aufbau seines eigenen Evangeliums: Gleich zu Beginn (1,11), unmittelbar nach Jesu Taufe, adoptiert Gott gleichsam diesen Jesus als seinen Sohn: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen!“ Die Mitte des Markusevangeliums ist – auch im ganz wörtlichen Sinn – das Bekenntnis des Petrus in Kapitel 8,29. „Du bist der Christus“. Und am Ende (15,39), unmittelbar nach Jesu Tod, bekennt der Hauptmann: „Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!“ In all diesen Worten schlägt sich nieder, wie man die Person Jesu nach seinem Tod verstanden hat bzw. verstanden wissen wollte.</p>
<p>Erstaunlicherweise und kaum wirklich beachtet, stößt man im ersten Kapitel des Markusevangeliums schon nach wenigen Versen erneut auf den Begriff „Evangelium“, doch ist dieser nochmals ganz anders gefüllt. Es ist ein sehr markanter Vers, denn in ihm ergreift Jesus nach dem Markusevangelium erstmals selbst das Wort:</p>
<p style="padding-left: 30px;"> „Erfüllt ist die Zeit.<br />
Herbeigekommen ist das Reich Gottes.<br />
Kehrt um<br />
und glaubt an das <em>Evangelium</em>!“</p>
<p>In diesem Vers geht es nicht um die frohe Botschaft von Jesus, sondern um die gute Nachricht, die Jesus selbst verkündigt hat. Er fungiert hier nicht als der Verkündigte, sondern ist selber der Botschafter, der Verkündiger. Es handelt sich also um eine eventuell schon vormarkinische Zusammenfassung des <strong>jesuanischen Evangeliums</strong> selbst.</p>
<p>Betrachten wir den Vers etwas genauer: „Erfüllt ist die Zeit. Herbeigekommen ist das Reich Gottes. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Die ungewöhnliche Wortstellung der beiden ersten Sätze entspricht dem griechischen Urtext. Auch hier sind entgegen der üblichen Syntax die Verben jeweils vorangestellt, weil auf ihnen, eben auf dem Erfüllt- und Gekommensein der Zeit bzw. des Reiches Gottes, der Ton liegt. Das präsentische und eben nicht futurische Verständnis der beiden Verben im ersten Versteil ergibt sich eindeutig auch aus der hier gewählten Vergangenheitsform. Beide Male wird nicht der so genannte Aorist verwendet, sondern das Perfekt, das einen Zustand bezeichnet, der sich aus dem Sich-Nähern ergeben hat, also das Gekommensein, das Da-Sein! und nicht – wie jener – ein im Gang befindliches, noch nicht abgeschlossenes Geschehen (wie hier meistens fälschlich übersetzt wird). Deshalb gilt es jetzt wirklich „umzudenken“, wie dieses griechische Verb wörtlich zu übersetzen ist. Kehrt um, <em>metanoeite</em>, denkt um, schenkt dem Evangelium Glauben. Welchem Evangelium? Welcher frohen Botschaft? (Das Wort „Evangelium“ ist auch im griechischen Urtext das letzte Wort, auf das alles hinausläuft.) Natürlich der Botschaft, dass das Reich Gottes da ist, dass es Gegenwart ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Impulsreferat von Dr. Claus Petersen beim ersten Biblisch-theologischen Nachtcafé am 18. März 2011 in der Christuskirche in Nürnberg</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Biblische Grundlagen</title>
		<link>http://www.reich-gottes-jetzt.de/reich_gottes/biblische-grundlagen/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 14:08:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yandi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reich Gottes]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Papier möchten wir der Frage nachgehen, inwieweit die von Claus Petersen vorgetragene exegetische Grundlage von 21 Jesusworten ausreichend ist – m.a.W. ob sie der Ergänzung bedarf oder zumindest der Ergänzung fähig ist. Im jetzigen Bearbeitungsstand sind diese Worte ohne weitergehenden Kommentar zunächst nur aufgeführt. Die Aufzählung geschieht in rein formaler Reihenfolge: An erster [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Papier möchten wir der Frage nachgehen, inwieweit die von Claus Petersen vorgetragene exegetische Grundlage von 21 Jesusworten ausreichend ist – m.a.W. ob sie der Ergänzung bedarf oder zumindest der Ergänzung fähig ist.</p>
<p>Im jetzigen Bearbeitungsstand sind diese Worte ohne weitergehenden Kommentar zunächst nur aufgeführt. Die Aufzählung geschieht in rein formaler Reihenfolge:</p>
<p>An erster Stelle stehen Traditionen im Markusevangelium, des ältesten schriftlich erhaltenen neutestamentlichen Evangeliums. Sowohl der Verfasser des Matthäus- als auch des Lukasevangeliums haben bei der Komposition ihres jeweiligen Evangeliums auf Texte des Markusevangeliums zurückgegriffen.</p>
<p>An zweiter Stelle stehen die Traditionen der sogenannten Logienquelle, ein nicht mehr erhaltenes Evangelium, das die Verfasser des Matthäus- und des Lukasevangeliums ebenfalls gekannt haben müssen. Beide Evangelien enthalten nämlich über die Texte hinaus, die sich auch bei Markus finden, Überlieferungen, die dort fehlen, aber sowohl bei Matthäus als auch bei Lukas vorkommen und deshalb wohl aus derselben Quelle stammen (es sind so gut wie ausschließlich Worte Jesu, keine Erzählungen über ihn, daher die Bezeichnung Logien- oder Spruchquelle).</p>
<p>Schließlich werden die Jesustraditionen des sogenannten Sonderguts des Matthäus und des sogenannten Sonderguts des Lukas aufgeführt. Dies sind Texte, die ausschließlich vom Matthäus- bzw. ausschließlich vom Lukasevangelium überliefert werden.</p>
<p><strong>Die Jesusworte:</strong></p>
<p>„Können etwa die Söhne des Brautgemachs fasten?“   Markus 2,19a</p>
<p>„Niemand näht einen aus einem neuen Stoffstück bestehenden Flicken auf ein altes Gewand. Andernfalls reißt das Füllstück von ihm ab, und der Riss wird schlimmer. Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche. Andernfalls wird der Wein die Schläuche zerreißen, und der Wein geht verloren mitsamt den Schläuchen.“   Markus 2,21-22</p>
<p>„Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, und nicht der Mensch um des Sabbats willen.“   Markus 2,27</p>
<p>„Siehe, ein Sämann ging aus, um zu säen. Beim Säen geschah folgendes: Einiges fiel auf den Weg; und es kamen die Vögel und fraßen es auf. Anderes fiel auf Steine; und als die Sonne aufging, wurde es versengt. Wieder anderes fiel unter Dornpflanzen; und die Dornpflanzen wuchsen auf und erstickten es. Alles Übrige aber fällt auf guten Boden; und es gibt Frucht, nachdem es aufgegangen und gewachsen ist, und trägt dreißigfach.“   Markus 4,3-8 (ohne spätere Erweiterungen)</p>
<p>„Mit dem Reich Gottes verhält es sich so, wie wenn ein Mensch Samen auf die Erde gestreut hat, und er schläft ein und er erwacht, Nacht und Tag, und der Same sprosst und wird groß – er weiß selbst nicht wie. Von selbst bringt die Erde Frucht: zuerst den Halm, dann die Ähre, schließlich das voll ausgereifte Korn in der Ähre.“   Markus 4,26-28</p>
<p>„Wem gleicht das Reich Gottes? Womit soll ich es vergleichen? Es ist gleich einem Senfkorn, wenn es auf die Erde gesät ist, kleiner als alle Samenkörner auf Erden: Wenn es gesät ist, wächst es und wird größer als alle Gartengewächse und bildet große Zweige, so dass unter seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.“   Markus 4,30-32</p>
<p>„Amen, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, der kommt bestimmt nicht hinein.“   Markus 10,15</p>
<p>„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Reich Gottes gelangt.“   Markus 10,25</p>
<p>„Wer unter euch groß sein will, soll euer Diener sein, und wer unter euch Erster sein will, soll der Knecht aller sein.“   Markus 10,43b-44</p>
<p>„Selig sind die Armen! Ihnen gehört das Reich Gottes.“   Matthäus 5,3 = Lukas 6,20b</p>
<p>„Dem, der dich auf die Wange schlägt, halte auch die andere hin!“   Matthäus 5,39b = Lukas 6,29a</p>
<p>„Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!“   Matthäus 8,22 = Lukas 9,60</p>
<p>„Das Gesetz und die Propheten – bis Johannes. Von da ab setzt sich das Reich Gottes machtvoll durch, und Gewalttätige reißen es an sich.“   Matthäus 11,12f. = Lukas 16,16 (zum Teil rekonstruiert)</p>
<p>„Wenn ich mit dem Finger Gottes die Dämonen austreibe, dann ist das Reich Gottes zu euch gekommen.“   Matthäus 12,28 = Lukas 11,20</p>
<p>„Mit dem Reich Gottes ist es wie mit einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen halben Zentner Mehl mengte, bis er das Ganze durchsäuert hatte.“   Matthäus 13,33 = Lukas 13,21</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Ein Mensch veranstaltete ein großes Gastmahl, lud viele dazu ein und schickte, als es soweit war, seinen Diener aus, der den Eingeladenen sagen sollte: ‚Kommt, denn es ist schon bereit!‘ Da fingen alle ohne Ausnahme an sich zu entschuldigen. Der erste sagte zu ihm: ‚Ich habe einen Acker gekauft und muss ihn unbedingt besichtigen gehen; ich bitte dich: Betrachte mich als entschuldigt.‘ Der nächste sagte: ‚Ich habe fünf Ochsengespanne gekauft und bin gerade auf dem Weg, um sie mir genauer anzusehen; ich bitte dich: Betrachte mich als entschuldigt.‘ Der dritte sagte: ‚Ich habe geheiratet und kann deshalb nicht kommen.‘ Der Diener kehrte zurück und berichtete seinem Herrn davon. Da wurde der Hausherr zornig und sagte zu seinem Diener: ‚Geh schnell hinaus auf die Plätze und Straßen der Stadt und bring die Armen hierher.‘“   (Matthäus 22,1-9) = Lukas 14,16-21a</p>
<p>„Mit dem Reich Gottes ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker verborgen war. Ein Mensch fand ihn und verbarg ihn wieder. Und in seiner Freude geht er hin, verkauft alles, was er besitzt, und kauft jenen Acker.“   Matthäus 13,44</p>
<p>„Mit dem Reich Gottes verhält es sich so: Ein Gutsbesitzer ging gleich am frühen Morgen hinaus, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Nachdem er mit den Arbeitern um einen Tageslohn von einem Denar übereingekommen war, schickte er sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus und sah andere auf dem Marktplatz stehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: ‚Geht auch ihr in den Weinberg. Ich werde euch geben, was recht ist.‘ Und sie gingen hin. Um die sechste und um die neunte Stunde ging er nochmals hinaus und tat genauso. Als er um die elfte Stunde hinausging, fand er andere dastehen und sagte zu ihnen: ‚Was steht ihr hier den ganzen Tag ohne Arbeit?‘ Sie antworteten ihm: ‚Weil uns niemand angeworben hat.‘ Da sagte er zu ihnen: ‚Geht auch ihr in den Weinberg.‘</p>
<p>Als es Abend geworden war, sagte der Weinbergbesitzer zu seinem Verwalter: ‚Rufe die Arbeiter und zahle ihnen ihren Lohn aus. Beginne bei den Letzten bis zu den Ersten.‘ Da kamen die, die um die elfte Stunde eingestellt worden waren, und erhielten jeweils einen Denar. Als dann die Ersten kamen, meinten sie, dass sie mehr erhalten würden. Aber auch sie erhielten jeweils einen Denar. Als sie ihn erhielten, empörten sie sich über den Gutsbesitzer und sagten: ‚Diese letzten haben eine einzige Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgemacht, die wir die Last des Tages und die Hitze ertragen haben.‘ Er aber antwortete einem von ihnen: ‚Mein Freund, ich tue dir kein Unrecht. Bist du nicht um einen Denar mit mir übereingekommen? So nimm das Deine und geh. Ich will diesem Letzten das gleiche geben wie dir. Kann ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder sieht dein Auge böse drein, weil ich gütig bin?‘“   Matthäus 20,1-15</p>
<p>„Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.“   Lukas 9,62</p>
<p>„Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.“   Lukas 10,18</p>
<p>„Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte; man wird auch nicht sagen: siehe hier! oder: dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“   Lukas 17,20b-21</p>
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		<title>Reich Gottes &#8211; wo findet es sich?</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 12:27:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Yandi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Texte aus der Initiative]]></category>

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		<description><![CDATA[Ansprache von Dr. Hans Bischlager im Reich-Gottes-Gottesdienst am 15. Juli 2011 in der Jakobskirche in Nürnberg „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte; man wird auch nicht sagen: siehe, hier! oder: dort! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ Lukas 17,20b-21 Was ich vortragen möchte, ist von bestimmten Strömungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: medium;"><strong></strong>Ansprache von Dr. Hans Bischlager im Reich-Gottes-Gottesdienst<br />
am 15. Juli 2011 in der Jakobskirche in Nürnberg</span></span></span></p>
<p>„Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte;<br />
man wird auch nicht sagen: siehe, hier! oder: dort!<br />
Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“<br />
Lukas 17,20b-21</p>
<p>Was ich vortragen möchte, ist von bestimmten Strömungen in der Kunst und Philosophie des 20. Jahrhunderts inspiriert, trifft sich aber in erstaunlicher Weise mit der Reich Gottes Botschaft Jesu.</p>
<p>Gerade wenn man glaubt, dass das Reich Gottes etwas ist, das zu dieser Welt gehört, wirkt es irritierend zu hören, dass man es nicht beobachten kann und nicht sagen kann, hier sei es oder dort sei es. Das heißt im Klartext, man kann das Reich Gottes auch nicht an all dem vielen Guten festmachen, das in der Welt geschieht. Man kann also nicht sagen, so wunderbare Aktionen wie „Ferien vom Krieg“ oder „Rettet den Regenwald“ seien ein Ort, wo das Reich Gottes sei oder beginne. Umgekehrt braucht das Böse, die Gewalt, die Ungerechtigkeit, der Hunger, der Krieg nicht als Beweis für eine Nicht-Existenz des Reiches Gottes gewertet zu werden.</p>
<p>Wie aber soll das Reich Gottes dann noch „mitten unter uns“ sein? Vom Alltagsverstand her ist das ein Rätsel. Einerseits ist es nichts Objektives, das man beobachten und auf das man hinzeigen könnte. Andererseits aber ist es nichts Überweltliches, existiert nicht in einer anderen Welt, sondern eben mitten unter uns. Wie soll man mit diesem Widerspruch umgehen?</p>
<p>Als erstes fällt vielleicht auf, dass Frage und Antwort nicht auf derselben Ebene liegen. Gefragt wird nach einem objektiven Geschehen, das unabhängig vom Fragenden stattfinden würde. Das ist die Haltung des Zuschauers, der dem Ganzen skeptisch distanziert gegenübersteht, wie etwa dem Geschehen auf der politischen Bühne. Man überlegt höchstens, ob man selber  davon profitieren könnte, wenn da andere Verhältnisse, genannt Reich Gottes, kämen. In seiner Antwort geht Jesus auf die Frage nach den zu erwartenden objektiven Verhältnissen gar nicht ein, sondern antwortet grundsätzlicher, indem er die Zuschauerposition zurückweist. Das Reich Gottes ist nicht etwas, über das man von außen ein distanziertes Wissen erwerben könnte. Es ist nur da, wenn man selber mitten drin ist.</p>
<p>Um die Zuschauerposition wirklich aufzugeben, gibt es eigentlich nur einen Weg: nämlich das Reich Gottes mit unserer <strong>leiblichen Existenz</strong> zu verbinden. Wenn das Reich Gottes nicht gegenständlich festzumachen ist, aber gleichzeitig auch nicht in eine abgehobene geistige Sphäre verlagert werden soll, so ist der zuverlässigste Garant dafür unser leibliches Dasein, aus dem niemand heraus kann. Dies ist zu unterscheiden vom Körper, den man zum Objekt machen kann, dessen Organe man auf ihre Funktionsfähigkeit untersuchen kann, den der Geist oder die Ratio in dieser oder jener Weise manipulieren kann.</p>
<p>Der Leib dagegen ist das Lebende, das Leben selbst, was er aber  nicht als in sich und für sich abgrenzbarer Gegenstand ist, sondern als einer, der von vornherein und nur in einem großen Umfassenden existieren kann, wie es die Luft ist, ein <strong>Medium</strong>, das zu uns dazugehört wie die Lunge und das Herz. Der Leib hört nicht an der Haut als Grenze auf. Zu ihm dazu gehört der Boden des Planeten Erde, auf den er seinen Fuß setzen kann. Deswegen leben wir nicht als gegenständliche Einzelexistenz, sondern als Medium-Wesen, als Mediumlebewesen, oder als mediales Wesen.</p>
<p>Wenn man sagt, dass der Mensch nur im Medium der Luft, der Wärme, des Lichtes, der Natur insgesamt existieren kann, dann ist das im Sinn des wissenschaftlichen objektiven Wissens nicht gerade neu und umwerfend. Es ist aber durchaus umstürzend, diese mediale Existenzweise zur Grundstruktur der Wahrnehmung und des Denkens werden zu lassen. Denn die Wahrnehmung und das Denken, das in den letzten Jahrhunderten entstanden ist und das wir alle in unserem Gehirn haben, funktioniert nach dem Prinzip der  Herauslösung einzelner Objekte aus den Medien der Natur. Dieses objektivistische Denken sah in der Möglichkeit der Kernspaltung die Verheißung einer paradiesischen Zukunft der Energieversorgung, völlig herausgelöst aus dem großen Lebenszusammenhang. So wie man unsere leibliche Existenz nicht aus dem Medium der Luft herauslösen kann, weil man dann schon nach wenigen Minuten tot wäre, so kann man das Denken, die Tätigkeit des Verstandes und des Geistes nicht aus unserer leiblich-medialen Existenz herausschneiden. Wenn man es doch macht, wird es lebensfeindlich und sogar tödlich.</p>
<p>Wenn das Reich Gottes mitten unter uns ist und damit radikal weltverbunden, dann kann das nur sein, wenn wir unsere Existenz als leiblich-medial erfahren. Wer sich wahrnehmen kann als getragen von der Erde, ganz wörtlich, getragen von dem Boden, auf dem wir jetzt stehen; wer sich erfahren kann als umhüllt und durchdrungen von der Luft, die wir gerade atmen, der erlebt dieses Medium als das Umfassende, als einzige Welt, über die er sich nicht hinausbegeben kann. Wir können die Lebensmedien wahrnehmen als ungeteilt und universell. Dann sind wir nicht einfach da wie ein abgeschlossener Block und  es ist nicht unsere Leistung, dass wir die Welt sehen und uns freuen können, sondern wir haben teil an dem Medium des Lebens, das vor uns da ist, haben teil am Sehen-können der Welt, am sich Freuen-können, am Arbeiten- und Handeln-können.</p>
<p>Das ist die ganz andere Art der Wahrnehmung, die einer Reich Gottes-förmigen Existenz eigen ist. Wenn man sich als Teilhaber und Teilnehmer am allgemeinen großen Lebenszusammenhang erfährt, kann man nicht andere Beteiligte schädigen oder zerstören. Denn man schädigt oder zerstört sich damit selber. Es braucht dann keine objektiven Festsetzungen wie Gebote oder Verbote: „Du sollst nicht töten!“ Denn  Menschen zu töten, Krieg zu führen, hieße den großen Lebenszusammenhang anzugreifen, zu dem man selber gehört. Dazu gehören auch andere Lebewesen, die zu zerstören oder zu töten, um sie aufzuessen, mit der Wahrnehmung und Erfahrung des großen Lebensmediums nicht vereinbar ist.</p>
<p>Wenn der Mensch seine leiblich-mediale Existenzweise nicht verlässt,  wird der Befund seiner Weltwahrnehmung mit vielem objektiv Vorfindbarem nicht übereinstimmen. Dass man fürs Autofahren oder zur Fleischproduktion die Regenwälder abholzt, dass der Vorstandsvorsitzende 300 Mal so  viel wie einer seiner Angestellten verdient, das geht einem nicht in den Kopf. Aber halt, in den Kopf geht es schon. Denn der Kopf, also das abgehobene Denken, der Verstand, der Geist kann solche Zwecke durchaus eigenmächtig in die Welt setzen und dem einen angeblichen Sinn verleihen. Wo es aber wirklich nicht hineingeht, ist die leiblich-mediale Existenzweise, wie sie die Existenzweise des Reiches Gottes ist. Denn es gibt ein gemeinsames, allgemeines Medium nicht nur des Lebens, sondern auch der menschlichen Existenz. Die tragenden Lebensgrundlagen sind nicht Einzelzwecke wie Auto fahren oder fliegen oder Fleisch essen oder Besitz anhäufen zu können, sondern vorpersönliche und vormenschliche Elemente, aus denen wir gemacht sind und die uns leben lassen. Die Nahrung, die wir zu uns nehmen, verbindet uns mit dem Medium der Erde, die wachsen lässt, was zu unserem Organismus passt und ihn am Leben erhält. Um diese leiblich-mediale Erfahrung zu zelebrieren, zu feiern, kommen Menschen wie wir zu einem gemeinsamen Mahl zusammen, denen, anders als in der Kantine, das Essen zum Ausdruck der Existenz im Reich Gottes wird.</p>
<p>Die Reich Gottes-Wahrnehmung stellt sich quer zu denjenigen Zwecksetzungen und Sinnverleihungen, die dadurch zustande kommen, dass aus dem Gewebe des Lebendigen Einzelstücke herausgeschnitten werden. Sagte doch der frühere Landwirtschaftsminister Funke: „Der Sinn des Schweines ist das Kotelett.“ Dieser menschliche Sinn ist für das Tier tödlich. Buchstäblich. Im Prinzip ist aber alles Heraustrennen aus dem Medium des Lebendigen lebensmindernd oder lebenzerstörend. Was ist der Sinn der Schule? So wie es bis jetzt ist, scheint sie den Sinn zu haben, den Nachwuchs auf den Stand wirtschaftlicher Verwertbarkeit zu bringen und Elite von Nicht-Elite zu trennen. Der Grundstruktur unserer Existenz im Medium des großen Lebenszusammenhangs entspricht das nicht. Dort gilt eher das Prinzip, zu schauen, zu hören, zu warten und sich entfalten zu lassen, was in jedem Kind nach und nach zum Vorschein kommt. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht ins Reich Gottes eingehen.“ Dieser selten ernst genommene Satz  bekommt hier eine Bedeutung. Es geht um eine Umkehrung der Wahrnehmung, weg von einer fertig vorgegebenen, determinierten Welt der Erwachsenen, hin zu dem , was noch offen ist, noch nicht festgelegt ist, sich noch entwickeln darf. Die Provokation dieses Satzes liegt ja darin, dass er eine Umkehrung dessen ist, was tagtäglich den Kindern gesagt wird: wenn ihr nicht werdet wie die erfolgreichen Erwachsenen, dann werdet ihr kein glückliches Leben im Wohlstand erreichen.</p>
<p>Was also ist das Reich Gottes? Nach dem Gesagten ist es eine Existenzweise und eine Wahrnehmungsweise, nicht eine Idee oder Utopie, auch kein Zustand, sondern eine leiblich-mediale Existenz, in die das eigenmächtige Denken und Handeln zurück integriert und rückgebunden wird. Das setzt voraus, dass die erstarrte, verhärtete Welt des Objektiven <span style="text-decoration: underline;">zer</span>springt und Neues <span style="text-decoration: underline;">ent</span>springt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Für einen außenstehenden Zuschauer ist das Reich Gottes nicht sichtbar. Nur dem Beteiligten ist es erfahrbar.</p>
<p>Wer mitten in ihm lebt, nimmt es wahr.</p>
<p>Das Reich Gottes ist ein Medium, das uns durchdringt wie die Luft, die unser Blut mit Sauerstoff versorgt. Es lässt alle atmen und es lässt alle leben.</p>
<p>Das Reich Gottes ist ein Medium, das uns umhüllt wie die Wärme, die uns beweglich macht und die kalten, erstarrten Verhältnisse zu verwandeln vermag in lebendige und zärtliche.</p>
<p>Das Reich Gottes ist wie der Erdboden, der uns trägt und uns selber zu tragenden Elementen werden lässt, die untragbare Zustände nicht zulassen.</p>
<p>Das Reich Gottes ist wie ein elektromagnetisches Feld, das unser Potential zur Entfaltung kommen lässt, ein Kraftfeld, oft unsichtbar und unbemerkt, aber wirkmächtig gegen Widerstand und stark.</p>
<p>Das Reich Gottes ist wie das Licht, das uns den Durchblick gibt, dunkle Ecken und Machenschaften auszuleuchten, so dass Schönheit und Glanz allen Lebens sich zeigen kann.</p>
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<p>Kontakt: h.bischlager@web.de</p>
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