Der Skandal des Reichtums (17. November 2017)

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Selig sind die Armen (die, die nicht mehr haben, als sie brauchen),
ihrer ist das Reich Gottes.

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr,
als dass ein Reicher ins Reich Gottes gelangt.

Jesus von Nazaret

 

In einer Welt, die nach den Spielregeln des Reiches Gottes eingerichtet ist,
in einer Welt, in der die Menschen weltverbunden leben,
steht jedem Menschen zur Verfügung, was er zum Leben braucht – nicht weniger, aber auch nicht mehr.
Es ist eine Welt, in der niemand mehr arm zu sein braucht und in der niemand mehr reich sein möchte.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 17. November 2017

 

  • Wir verzichten ein für alle Mal darauf, als Reiche zu erscheinen wie auch wirklich reich zu sein, insbesondere in unserer Amtskleidung (teure Stoffe, auffallende Farben) und in unseren Amtsinsignien, die nicht aus kostbarem Metall – weder Gold noch Silber – gemacht sein dürfen, sondern wahrhaft und wirklich dem Evangelium entsprechen müssen (vgl. Mk 6,9; Mt 10,9; Apg 3,6).
  • Wir werden weder Immobilien oder Mobiliar besitzen noch mit eigenem Namen über Bankkonten verfügen und alles, was an Besitz notwendig sein sollte, auf den Namen der Diözese bzw. der sozialen oder caritativen Werke überschreiben (vgl. Mt 6,19-21; Lk 12,33-34).
  • Wir werden uns bemühen, so zu leben, wie die Menschen um uns her üblicherweise leben, im Hinblick auf Wohnung, Essen, Verkehrsmittel und allem, was sich daraus ergibt (vgl. Mt 5,3; 6,33-34; 8,20).

Die ersten drei Verpflichtungen des sogenannten Katakombenpakts „Für eine dienende und arme Kirche“, den 40 Bischöfe der römisch-katholischen Kirche am 16. November 1965, drei Wochen vor dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils, in den Domitilla-Katakomben außerhalb Roms beschlossen.

 

„Ich habe, Gott sei Dank, nie so einseitig spekuliert, dass alles ins Wanken gekommen ist.“

Anselm Grün, Benediktiner-Pater und Erfolgsautor, der die Aktiendepots seines Klosters Münsterschwarzach managt (zitiert aus „Handelsblatt“ vom 10. November 2017)

 

 

Während die 30 Prozent der Bevölkerung mit den geringsten Vermögenswerten allenfalls einige Wochen von ihren Besitztümern zehren könnten, wären die reichsten zehn Prozent mindestens 13 Jahre lang dazu imstande. Den obersten fünf Prozent gelänge dies sogar über mehr als 21 Jahre hinweg. Dies geht aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hervor, die am 14. November 2017 in Berlin vorgestellt wurde.

 

Informationen zur Gesamtthematik finden Sie hier.

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Zum Börsenschluss am Freitag, 10. November 2017

 

Martinus hatte eine rohgezimmerte Zelle, ebenso auch viele seiner Brüder. Manche hatten den Fels des überhängenden Berges ausgehöhlt und sich so eine Wohnstätte geschaffen. Es waren ihrer gegen achtzig Jünger. Diese suchten sich nach dem Vorbild des heiligen Meisters zu bilden. Keiner besaß dort Eigentum, alles war Gemeingut. (Nemo ibi quicquam proprium habebat, omnia in medium conferebantur.) Keiner durfte etwas kaufen oder verkaufen, wie dies bei den Mönchen vielfach üblich ist.

Sulpicius Severus, Vita sancti Martini (Das Leben des heiligen Martin), 10,4-6

Gedenktag: 11. November

 

Laut einer Pressemitteilung des Netzwerks Steuergerechtigkeit vom 2. November 2017 haben Reiche in den Offshore-Zentren ein Vermögen zwischen 21 und 32 Billionen Dollar angehäuft. Das ist mehr als dreimal so viel wie das gesamte Vermögen in Deutschland.

 

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Zum Börsenschluss am Freitag, 3. November 2017

 

Es schickt sich nicht, dass einer aufgrund der Arbeit des anderen müßiggehe, reich sei und gut lebe, während ein anderer übel lebt, wie jetzt der verkehrte Missbrauch ist. Denn Sankt Paulus sagt: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“ Es ist niemandem von Gott verordnet, von den Gütern der anderen zu leben.“

Martin Luther (1483 – 1546, zentrale Persönlichkeit der Reformation)

 

Der Club der Milliardäre ist im Jahr 2016 größer und reicher geworden. Angetrieben unter anderem von steigenden Immobilienpreisen kletterte das Vermögen der reichsten Menschen der Welt insgesamt um 17 Prozent auf den Rekordwert von sechs Billionen Dollar 5,09 Billionen Euro), wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und der Schweizer Bank UBS ergab. Die Zahl der Milliardäre erhöhte sich um zehn Prozent auf 1542. Pro Kopf macht das durchschnittlich 3,9 Milliarden Dollar. Dafür müsste ein deutscher Durchschnittsarbeitnehmer 177.000 Jahre arbeiten – und alles sparen natürlich. Zum ersten Mal in der Geschichte gab es in Asien mehr Milliardäre (637) als in den USA (563). In Europa stagnierte der Club der Superrechen mit 342 Mitgliedern nahezu. Die meisten Milliardäre gab es laut der Untersuchung in Deutschland (117); es folgen Großbritannien (55), Italien (42), Frankreich (39) und die Schweiz (35).

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Zum Börsenschluss am Freitag, 27. Oktober 2017

 

„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!“ Aber wie gelangen wir zu den Tätigkeitswörtern?

Stanisław Jerzy Lec (1909-1966, polnischer Schriftsteller)

 

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron beabsichtigt, die Vermögenssteuer, „impôts de la solidarité sur la fortune“ (ISF) genannt, abzuschaffen, die bei Beträgen über 1,3 Millionen Euro anfällt. Medien rechnen vor, dass Bernard Arnault – dank seines Luxusgüterkonzerns LVMH seit Jahren der reichste Franzose – in diesem Fall nicht mehr 223, sondern nur noch 64 Millionen Euro an Steuern zahlen müsse…

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Beispiele für das Jahr 2016/2017 finden Sie hier.


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